Berliner Schloss - architektur- und kunstgeschichtliche Aspekte

  • Resurrectus Ja, das Schlämmen wäre in beiden Fällen wirklich eine Notwendigkeit. Herr Rettich hat damals eine Farbfassung des Sandsteins abgelehnt, weil man nicht wisse, wie diese ausgesehen hat und man auch ständig gezwungen sei, kostenintensiv nachzustreichen.

    Das Schlämmen hat jedoch den Vorteil, dass es nur die Natursteinfarbe aufgreift, diese aber vereinheitlicht. Und wo die Schlämme mit der Zeit abgewaschen wird, fällt es nicht so auf. Ein Musterbeispiel ist für mich die Würzburger Residenz.

    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)

  • Der Kaiser hat den 1. Weltkrieg proklamiert ???????

    Nein, sondern m. W. die Mobilmachung verkündet.

    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)

  • 05hamburg kam mir zuvor, aber auf der Grafik, die auf der letzten Seite geteilt wurde, werden nicht Portal V und Portal V verglichen, sondern Portal V und Portal IV. Daher die veränderten Proportionen und Ornamentik.

    Wie immer stimme ich Seinsheim zu, dass die an manchen Stellen extreme Scheckigkeit des Schlosses sehr unansehnlich ist und von der edlen Architecktur und dem feinen Dekor ablenkt. Es ist außerdem komplett ahistorisch.

  • Wie ganz anders eine in der Steinwahl homogene Fassade wirkt, kann man an sehr vielen Beispielen (Dresdner Zwinger, Würzburger Residenz) sehen. Spontan fällt mir auch der Petit Trianon in Versailles ein, der zudem den Vorteil hat, dass man durch die Dachbalustrade den Himmel sehen kann - ein Effekt, der in Berlin leider auch nur noch bedingt gegeben ist.


    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)

  • Auch ich empfinde die verschiedenen Steinfarben an den Fassaden etwas störend. Das war doch früher nicht so krass oder es wurde abgemildert, z. B. durch Schlämmungen. Habe ich mal irgendwo gelesen. Oder soll dies den berühmt berüchtigten ,, Bruch'' darstellen?

    Ebenso die fleckigen Figuren oder sehr stark gemaserten Säulen. Wäre es nicht möglich gewesen, die entsprechende Säulentrommel beim Einbau so zu drehen, das eine gleichmäßige Steinsichtigkeit entsteht? So schaut man unwillkürlich auf die ,,gemusterte'' Trommel. Sicher war im ursprünglichen Schloß auch nicht alles i. O. und wunderschön, das ist mir schon bewußt. Doch man könnte ja auch mal Ästhet sein ....

    In der Architektur muß sich ausdrücken, was eine Stadt zu sagen hat.
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten

  • Hallo Community,

    ich möcht Euch ein kleines Foto zeigen vom Abriss Berliner Schloß. Einer der Leute auf diesem Bild ist mein Vater. Der Mann in der Mitte der seine Arme verschränkt, mit Mütze.

    Und ich weiß das all diese Arbeiter unglücklich waren.

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    gesäubert


  • Darstellung des Schlosses in der Regentschaft von Joachim ll. ( 1505 - 1571 ). Baumeister zu dieser Zeit ab 1540, waren Caspar Theiss und Kunz Buntschuh. Umgestaltung der ältesten Teile im Stil der deutschen Frührenaissance.




    Ansicht des ll. Schlosshofs





    Schlossansicht vor dem Umbau durch Andreas Schlüter


  • Kommt diese runde Ecke noch aus der Zeit?

    Sah es wirklich mal so aus oder waren das Entwürfe?


    Diese runde Ecke hat NIE?! links ein Pendant bekommen auch nicht in der Barockzeit, oder?


    Wurde eigentlich das Schloss immer mit Einbezug der Innenräume umgebaut? Also drum herum sozusagen? Was war also eigentlich der älteste Raum innen?

    Vermutlich einer zur Spreeseite hin?!

  • Ganz spannend finde ich, dass es in Schloss Charlottenburg eine Reminiszenz an das Berliner Schloss gibt von der sicher nicht viele Wissen.


    Es gibt goldfarbene Türgriffe an einer Glastür die Elemente der Schlossfassade aufgreifen.


    Berliner Schloss


    Berliner Schloss

  • Die Ecke ist noch aus dieser Zeit, das Schloss sah so aus, die Runde Ecke hätte ursprünglich ein Pendant bekommen (siehe hier, die Planungen von Schlütter), ob dieses aber noch barock umgestaltet wurde, müsste hier jemand anderes beantworten. Nach den Erweiterungen durch Eosander wurde das Rondell zumindest wohl abgetragen. Soweit ich weiß, gehen beispielsweise die unregelmäßigen Fensterabstände darauf zurück, dass die Innenräume nur ummantelt wurden. Den rest weiß ich nicht.