Berliner Schloss - architektur- und kunstgeschichtliche Aspekte

  • Quote from "Reinhard"


    Auch DAS war Teil der seit 15 Jahren andauernden Debatte:
    Das Schloß hat eine über das Stadtbild hinausgehende nationale Bedeutung.
    Nicht umsonst geifern die Nationsvergessenden so heftig dagegen...


    Hallo Reinhard,
    ich wollte ja nur darauf aufmerksam machen, daß die Balastfetischisten sich endlich zum Schloß bekennen sollten, weil dieses Berliner Miesepetergehabe wirklich langsam nervt. :x

  • Badr Mohammed, SPD-Bezirksverordneter in Tempelhof-Schöneberg, wird heute auf der Deutschen Islam-Konferenz als einer von sechs sprechen.


    Der Staat sollte einen Islam-Rat gründen, der für alle Belange des Islams in Deutschland zuständig ist.
    Dafür sollen Gelehrte und Islamwissenschaftler berufen werden, die wiederum eine - staatliche - Hochschule für Islamwissenschaften leiten sollen.
    Der Rektor könnte dann der Imam einer neuen, noch zu errichtenden Großen Moschee im Zentrum Berlins werden, beispielsweise auf dem Schlossplatz.
    Das Vorbild ist Paris.
    Die Mittel dafür könnten von der Europäischen Union zur Verfügung gestellt werden, schlägt Badr Mohammed vor.


    http://www.morgenpost.de/conte…/09/27/berlin/856568.html


    Wäre das nicht toll? Dann würde der Prachtboulevard "Unter den Linden" auf eine Moschee zulaufen... :?

    Der Wind gedreht
    Albtraum verweht
    Zum Schluss jetzt das Glück
    Das Schloss kommt zurück!

  • Quote

    Dann würde der Prachtboulevard "Unter den Linden" auf eine Moschee zulaufen...


    Naja, UdL läuft ja schon auf den Dom zu. Da wär eine Moschee doch eine gute Ergänzung ;). Ein Dialog der Kulturen und Religionen.

  • Ja klar, kann man machen ... sobald neben der Kaaba in Mekka eine schöne große christliche Kirche errichtet wird.

  • Quote from "Reinhard"

    ...
    Der Rektor könnte dann der Imam einer neuen, noch zu errichtenden Großen Moschee im Zentrum Berlins werden, beispielsweise auf dem Schlossplatz.
    Das Vorbild ist Paris.
    Die Mittel dafür könnten von der Europäischen Union zur Verfügung gestellt werden, schlägt Badr Mohammed vor.....



    Das ganze nennen wir dann Welthauptstadt Moslemia oder wie ? Herr Mohammed sollte mal was besseres studieren, als Speers Welthauptstadtpläne... :irrer:

  • Ein wenig OFF TOPIC, paßt aber zur momentanen Debatte:


    Ich habe auf http://www.wikipedia.org">http://www.wikipedia.org nachfolgende Zitate bekannter Persönlichkeiten gelesen:


    Quote

    "Deutschland ist eines der am wenigsten christlichen Länder Europas, und in Berlin fühle ich mich wie in einer heidnischen Stadt." - Konrad Adenauer


    "Keine Stadt hat nämlich weniger Lokalpatriotismus als Berlin. Der Grund dazu ist: Berlin ist gar keine Stadt, sondern Berlin gibt bloß den Ort dazu her, wo sich eine Menge Menschen versammeln, denen der Ort ganz gleichgültig ist." - Heinrich Heine


    "Kommen Sie einmal nach Deutschland, z.B. nach Berlin: Berlin ist die größte türkische Stadt außerhalb der Türkei. Und wir leben friedlich zusammen." - Joschka Fischer, Interview mit "Al Arabia", 22. Juni 2004


    Quelle: http://de.wikiquote.org/wiki/Berlin_(Stadt)


    Dort stehen noch mehr davon. Fast alle treffen den Nagel auf den Kopf (auch den von unserem gerade verbotenen Kopf in der Berliner Oper...)

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Zur Moschee: Also, ehrlich gesagt, habe ich damit jetzt kein Problem. Ich hätte eher eines, wenn das Gebäude als moderner Kontrast zu den historischen Gebäuden gestaltet würde...


    Aber wenn es eine "traditionelle" Moschee ist, ist sie mir herzlich willkommen.


    Quote

    sobald neben der Kaaba in Mekka eine schöne große christliche Kirche errichtet wird.


    Diese Kritik an die Adresse islamischer Staaten ist sicherlich gerechtfertigt. Aber ich sehe eigentlich nicht, wieso wir uns deren Intoleranz zum Vorbild nehmen sollten.

  • Naja, an sich wäre nichts dagegen einzuwenden, allerdings gehört schon das Schloss auf den Schlossplatz. Und das wird auch kommen.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • So absurd, wie der Vorschlag auf den ersten Blick klingt, ist er gar nicht. Zum Humboldt-Forum, das in das Schloss einziehen wird, werden auch wertvolle Sammlungen islamischer Kunst der Stiftung preußischer Kulturbesitz gehören, z. B. Kunst der Seidenstraße. Aber eben nicht isoliert, sondern sondern zusammen mit anderen außereuropäischen Kunstsammlungen. Ich finde, das passt sehr gut zu einer weltoffenen Stadt wie Berlin und zur faszinierenden preußischen Toleranzpolitik. Übrigens hat schon Friedrich der Große (der im Schloss geboren wurde) gesagt, er wolle Moscheen in Preußen bauen, wenn "die Türken kämen und das Land peuplierten". Gleichzeitig hat er mit Voltaire einen scharfen Islamkritiker in Sanssouci, aber auch im Berliner Schloss wohnen lassen.
    Ein Stück von Voltaire, "Mahomet", musste noch in diesem Jahr auf Druck französischer Muslime in Frankreich abgesetzt werden! Eine Moscheee an dieser Stelle würde ich komplett ablehnen.

  • Was ist eigentlich die älteste Moschee in Deutschland? Synagogen gab es ja immer schon... aber von Moscheen hört man irgendwie nicht so viel.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Das Heine-Zitat stimmt heute noch viel mehr.

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
    Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.

  • o.T.:Hab grad selber mal gegooglelt, die älteste noch existierende deutsche Moschee stammt aus den 20er Jahren und steht in Wilmersdorf... interessanterweise errichteten auch die Buddhisten im weltoffenen Berlin der 20er ihr erstes Gebetshaus.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Booni


    Die älteste deutsche Moschee dürfte diejenige im Schwetzinger Schlosspark sein. Sie wurde 1779 bis 1791 erbaut, sollte aber nicht als Sakralbau genutzt werden. Vielmehr gehört sie zum umfangreichen "Bildungsprogramm" des Schlossparks im Sinne der Aufklärung (neben einer chinesischen Brücke, einem römischen Aquädukt usw.). Von Kriegsgefangenen wurde die Moschee 1870/71 als solche genutzt.


    Leider ist sie zur Zeit wegen Renovierung nicht zugänglich, von außen kann man sie aber gut bewundern. Der ganze Park ist traumhaft schön.
    Auch der original erhaltene Zuschauerraum des Rokokotheaters, in dem schon Mozart spielte, ist nach Renovierung jetzt wieder zu sehen. Von Heidelberg aus sollte man unbedingt dort hinfahren.


    http://de.wikipedia.org/wiki/Moschee_Schwetzingen\r
    de.wikipedia.org/wiki/Moschee_Schwetzingen


    http://de.wikipedia.org/wiki/Schwetzinger_Schloss\r
    de.wikipedia.org/wiki/Schwetzinger_Schloss

  • Die Moschee in Wilmersdorf ist aber eine sehr schöne. Traditionell, aber nicht ganz so ins Auge springend bzw. aus der Reihe tanzend. Liegt vielleicht an der schlichten weißen Farbgebung. Hat insgesamt etw. vom Taj Mahal. Ist auch schön gelegen, wenn auch ggü. eines Friedhofes mit Krematorium und nicht weit von der Autbahnabfahrt.
    Die in Schwetzingen wurde, wenn ich das richtig verstanden habe, erst im Nachhinein zu einer richtigen Mosche umfunktioniert und nicht vor vorne herein als eine konzipiert.


    Finde auch, Heine trifft den Nagel auf den Kopf.

  • Benni


    Man könnte die Schwetzinger Moschee, die von Anfang nur so hieß und mit ihren Minaretten und ihrer Kuppel schon von weitem als solche zu erkennen ist, gut als "Kulissen-Architektur" als Fake und Disneyland aus dem 18. Jahrhundet bezeichnen, aber das macht seltsamerweise keiner.


    Tatsächlich wollten die Erbauer mehr als nur eine exotische Kulisse für Freiluft-Opernaufführugnen schaffen. Weil es keine Muslime gab, die sie nutzen konnten, musste man zwar nicht auf alle Details achten, aber die aufwendige Ausführung und die Weisheiten in arabischer Schrift an den Wänden zeigen, dass das Gebäude ernst gemeint war. Es ist ein Produkt des Zeitalters der Aufklärung. Zu den Errungenschaften der Aufklärung gehört eben auch die religiöse Toleranz, solange sie nicht von Fundamentalisten missbraucht wird, und die Offenheit für andere Kulturen. Deshalb ist die Schwetzinger Moschee ein sehr aktuelles Bauwerk!

  • Es genügt leider nicht, auf die preußische Toleranz zu verweisen. Diese hatte feste Spielregeln des Zusammenlebens. Die bundesrepublikanische bzw. die westeuropäische Toleranz hat hingegen zur Verfestigung der im Islam angelegten Intoleranz erheblich beigetragen. Und nun ist es fast schon zu spät, um zu einem friedlichen Ausgleich zu gelangen. In diesem Zusammenhang ist der Vorschlag von Badr Mohammed mehr als provokativ. Aber vielleicht ereilt den Berliner Dom in 50 Jahren auch ein ähnliches Schicksal wie die Hagia Sophia in Istanbul.

  • Ihr müsste euch unbedingt den Infoladen am Hausvogteiplatz anschauen.


    Das Modell dort ist großartig. Leider ist der Erbauer vor zwei Monaten gestorben, es war wohl sein Lebenswerk.
    Ich bin vor Ort auch mit einem Mitarbeiter ins Gespräch gekommen. Die Infobox soll nächstes Jahr entstehen, mögliche Verzögerungen könnten jedoch durch den verzögerten Palastabriss entstehen - Außerdem kommen noch die Archäologen.


    Die Ostfassade scheint leider im Verein nicht die nötige Priorität zu haben, die sich hier mancher wünscht. Wichtiger sei das "ganze", wobei für mich gerade alle vier Fassaden dazugehören und keine wie auch immer geartete Neuinterpretation - da kann nichts bei rauskommen, außer ein ekelhafter Kontrast zu den drei Barockfassaden.


    Ich will euch aber viel lieber ein paar Impressionen aus dem Laden zeigen, die Mitarbeiter sind freundlich und die Atmosphäre sehr angenehm:










  • Boah, danke für die schönen Fotos. Auch wenn beim Betrachten Wehmut aufkommt.


    Man, war berlin früher schön. Schade, dass vieles nicht mehr steht und auch leider nicht mehr aufgebaut wird. aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Der Karl-Marx-Paltz, der sich heute hinter dem Palast der Republik erstreckt könnte ja wieder in alter Schönheit bebaut werden. Und das man sich gegen eine Rekonstruktion der Fassaden am Pariser Platz entschieden hat, war ein großer Fehler. An die damalige Debatte bzw. Diskussion kann ich mich noch gut erinnern. Nur leider konnten sich die Modernisten durchsetzen. Die heutige Bebauung wird niemals den Flair entwickeln, wie die wunderschönen Bauten, die damals dort standen.

  • Quote from "Novaearion"

    ...
    Das Modell dort ist großartig. Leider ist der Erbauer vor zwei Monaten gestorben, es war wohl sein Lebenswerk.


    Wie heisst denn der Erbauer ? Sein Werk ist wirklich einmalig; ein wahrer Liebhaber des Alten Berlin.