Leipzig

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    • @ Spacecowboy@

      Wie die Bilder von Gohlis oder der Innenstadt Leipzigs im Fotoalbum zeigen: jetzt nur im Leipzig und Halle aber vor 1943 war GANZ DEUTSCHLAND so!!!! Hamburg, Berlin, Dresden, Breslau, Hannover, Magdeburg, Kassel, Mannheim, München und Köln: riesige Gründerzeitviertel!!!! Berlin war doch berühmt und bekannt unter das "Steinerne Berlin". Auch Hamburg hatte ausgedehnte Viertel. Alles verschwunden und "pleite oder glatt" gemacht. Keine behutsame oder sorgfaltige Restauration.
      Besonders in Berlin stört das jetzt: kein Weltstadt atmosphere, weil die Prachtboulevards von Einst einfach nicht mehr existieren!!!

      Bülowstrasse, Sonnenallee, Gneisenaustrasse, Potsdamerstrasse, Hauptstrasse, Tauentzienstrasse, Schönhäuser Allee, Prenzlauer Allee,
      Greifswalder Allee, Frankfurter Allee: wenig oder nichts ist von ihre ehemalige "Grandeur" übrig geblieben. Die einst eindrucksvolle Eckbauten sehen heute armselig aus. Beraubt von Prunkgiebel, Stück, Schmuck, Erker, Hauben und Türmen.

      Ein Verbrechen der Stadtverwaltung Berlins in der Nachkriegszeit.
      Und noch heute wehren die sich vehement gegen Rekonstruktionen der Vergangenheit. Muss alles unbedingt "Neu" und "Avantgardistisch" sein.
      Ob das hässliche Klotzen sind ist für sie unwichtig.

      Das alles zu rekonstruieren ist nicht mehr möglich.
      So bleibt Berlin zwar Avantgardistisch aber hat seine Weltstadtatmosphere entgültig mit der Verlust seinen Boulevards verloren.

      Die Diskussionen über Dresden das zwar ein "Kopf"aber kein "Körper" mehr hat, haben mit diesem Verlust zu tun.

      Rob Veenenberg
    • Hallo Rob,

      Ich gebe Dir recht, was Berlin angeht. Diese kalte, abweisende und seelenlose Architektur der Nachwendezeit ist wirklich übel. Ich war seit ca. 2 Jahren nicht mehr in Berlin, aber die Stadt schien mir damals sehr unübersichtlich und ungemütlich.

      Zu Leipzig: Wie gesagt, die noch allerhand vorhandenen, sehr originalgetreu sanierten und geschlossenen Gründerzeitviertel sind bedroht, denn es werden zunehmend Gebäude in diesen Vierteln abgerissen, die dann hässliche Lücken hinterlassen. Erste Ausmaße vor Ort kann man sich in der Friedrich-Ebert-Str. machen, wo schon das Henriette-Goldschmidt-Haus unsinnigerweise weichen musste. Demnächst scheint die Jahnallee mit dem Abriss der Funkenburg dran zu sein und die vom Bevölkerungsrückgang betroffenen Stadtteile im Osten der Stadt. Diese Viertel sollen dann mit vielen Grünanlagen wieder aufgewertet werden. Diese Maßnahme bedeutet meiner Meinung nach ein Verlust an Urbanität, die westdeutsche Großstädte krampfhaft versuchen wieder zu erlangen, und außerdem ist es ein nicht wieder gutzumachender Eingriff in städtisch gewachsene Strukturen.

      Vor ca. einem halben Jahr stand ein großer Bericht über Leipzig in der FAZ. Von der perforierten Stadt war da bereits die Rede. Was die eine Hand gerade geschaffen hat, schmeißt die andere wieder um, hieß es weiter im Text.

      Das Onlineangebot der Leipziger Volkszeitung hat zu diesem heiklen Thema extra ein neues Forum eingerichtet, in dem vorwiegend LeipzigerInnen zum Thema "Umgang mit Bauerbe" diskutieren. Für alle Interessierte hier der Link:

      http://www.lvz.de/db/forum/index.html?div=AAAAAAAAA_Bauerbe&sid=090974000110243161141b5c57be168d\r
      www.lvz.de/db/forum/index.html?d ... 5c57be168d
    • Dazu ein schon zwei Jahre alter Artikel von Dankwart, der aber hoch aktuell ist.

      Die WELT vom 30.12.2002

      Klassenkampf mit der Abrißbirne

      Im Osten wird umgesteuert: Schonung des Plattenbaus, „Rückbau“ in den Stadtquartieren - Debatte
      von Dankwart Guratzsch

      Unter dem Deckmantel des Stadtumbaus tobt im Osten ein gnadenloser Krieg der Ideologen über die Zukunft der Städte und des Wohnens. Es geht um die Schlüsselfrage: Wo sollen die 1,2 Millionen leer stehenden Wohnungen abgebrochen werden? In den Plattenbausiedlungen am Stadtrand oder in den Gründerzeitquartieren im Zentrum?


      Dass mit gezinkten Karten gespielt wird, zeigt schon der beschönigende Begriff „Rückbau“. Man will suggerieren, es solle gebaut und nicht Tabula rasa gemacht werden. Die Städte sollen „attraktiver“, „wohnlicher“, „grüner“, „gesünder“ werden. Ämter in Leipzig operieren mit Bildern wie „Der dunkle Wald“, „Das Hirschgehege“, „Der lichte Hain“, um „aufgelockerte“ Strukturen für innerstädtische Quartiere populär zu machen.


      Doch die Beamtenlyrik kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es um den tiefsten und folgenreichsten Eingriff in städtische Strukturen seit dem großen Wiederaufbauprogramm nach der Wiedervereinigung geht. Das Leitbild der „kompakten Stadt“ ist stillschweigend durch ein anderes ersetzt worden: die „perforierte Stadt“. Noch auf der Habitatkonferenz der UNO 1996 in Istanbul waren sich Politiker und Planungsexperten einig: Nur die kompakten Siedlungsstrukturen der europäischen Stadt können in den Zeiten einer weltweiten Verstädterung eine nachhaltige, also ressourcenschonende Siedlungsentwicklung garantieren. Nur sie sind im Sinne sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Grundansprüche der Menschheit zukunftsfähig. Aber die feierlich in einer Agenda niedergelegte Verpflichtung wird in Deutschland vom Tisch gefegt.


      Dabei böte gerade der massenhafte Leerstand in den neuen Ländern eine einmalige Chance, Fehlentwicklungen zu korrigieren. Denn die Abstimmung mit dem Möbelwagen zeigt, dass die Menschen in die Innenstädte zurückstreben. Ganze Blocks in den monströsen Großsiedlungen stehen leer. Die sozialdemokratische Oberbürgermeisterin von Halle hat eingeräumt, dass es nicht einmal mit Milliardenspritzen gelungen ist, ihnen Attraktivität zu verleihen. Aber anstatt daraus die Konsequenz zu ziehen und die Betonmonster zu beseitigen, propagiert und finanziert man mit Staatsmitteln die „Auflockerung“ des gründerzeitlichen Bestandes. Städtebauförderung heißt jetzt Abbruchförderung – wie „Auflockerung“ und „Hirschgehege“ eine Orwellsche Wortverdrehung.


      Zur Erinnerung: Die vorgeblich zur „Lösung der Wohnungsfrage als soziales Problem“ aus dem Boden gestampften Großsiedlungen der Honecker-Ära sind von Anfang an keine „Sozialwohnungen“ gewesen. Sie wurden lange Zeit vorzugsweise an Privilegierte des SED-Staates vergeben und dienten dazu, die bürgerlichen Strukturen der Altbauquartiere planmäßig zu unterminieren und außer Funktion zu setzen. Wohnungsbau war in der DDR Instrument eines gnadenlosen Klassenkampfes, der auf die Zerstörung des Mittelstandes und des privaten Hausbesitzes zielte. Die herkömmliche Gesellschaft der Eigentümer sollte durch eine „neue Gesellschaft“ ersetzt werden, deren Gleichheit an den monotonen Fassaden der Neubauviertel ablesbar war.


      Der massenhafte Leerstand ließe sich mit einem Federstrich beseitigen, wenn die „sozialistische Errungenschaft“ der Massenmenschhaltung zur Disposition gestellt würde. Doch da kommen die subkutan fortbestehenden „sozialistischen“ Strukturen und Neigungen ins Spiel. Die Städte entdecken in den Eigentümern der Großsiedlungen, den kommunalen Wohnungsbaugesellschaften, einen gesellschaftlichen Macht- und Gestaltungsfaktor, den sie nun gegen den privaten Streubesitz in Position bringen. Neue Milliarden werden investiert, um Spaßbäder, Rhododendronrabatten, Eichenhaine und Einkaufstempel in die Plattenbaugebiete zu wuchten. Parallel dazu werden Sanierungsbeihilfen für den privaten Altbaubesitz auf null reduziert und der Denkmalschutz abgebaut. Stattdessen winken die Ämter mit Fördermitteln für abbruchbereite Privateigentümer.


      Der PDS-Bauminister von Mecklenburg-Vorpommern, Helmut Holter, sagt es durch die Blume: Bei einem Abrissvolumen von 30 000 Wohnungen in seinem Land dürften Plattenbauten „nicht schonungslos der Abrissbirne geopfert werden“. Und selbst im „schwarzen“ Sachsen wurde umgesteuert. In Leipzig (60 000 leere Wohnungen) sollen in einer ersten Rate statt der vorgesehenen 10 000 Plattenbauwohnungen nur noch 7500 abgerissen werden, dafür aber nun ebenso viele innerstädtische Altbauwohnungen. Das entspricht einem Abbruchvolumen von 750 bis 900 Gründerzeithäusern – eine ganze Stadt.


      Wer da nur „Sachzwänge“ vermutet, dürfte sich irren. Die verführerische Vorstellung, dass sich durch Wohnungsbau Gesellschaft „gestalten“ lasse, ist kein Phänomen der neuen Bundesländer allein. Sie hat ihre gesamtdeutsche Tradition in den Visionen der schon in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ausgebrüteten und schon damals so genannten sozialistischen Stadt, die den Allmachtsfantasien einer hybriden Bürokratie auf so verhängnisvolle Weise schmeicheln. Aber im Endeffekt laufen sie nicht auf Stadtumbau, sondern auf Stadtzerstörung hinaus. Ohne eine kompakte, vitale mittelständische Struktur ist das Zivilisationsgebilde Stadt zum Scheitern verurteilt. Mit unabsehbaren Folgen für den sozialen Frieden, die Wirtschaft und die Ökologie.
    • Leipzig: einmaliges Erbe bedroht!!!!

      Hallo Spacecowboy und Phillip,

      Die Leipziger Behörden versuchen das zu machen was schon verher in Berlin passiert ist. Auflockerung heisst Abbruch. Gewachsen Strukturen und Blockbebauung werden dann zersprengt!!!! Es geht darum um die Alte Viertel wieder ein geschlossenes Ansehen zu geben. Menschen leben gerne in eine Umgebung die keine Lücken auffweist, wo alles gut gepflegt und Intakt ist.
      Wenn überhaupt Wohnungen verschwinden müssen, dann sollen die Plattenbauten der DDR weichen müssen und die wertvollen Grunderzeitbauten müssen weiter restauriert werden.
      Bin dafür um die Wohnviertel Leipzigs als eimaliges Deutsches Erbe (Unesco) auf der Liste setzen zu lassen. Aber wer entscheidet dafür??
      Die Politiker in Leipzig? Warum sollen sie das tun??? Es geht sie nur um der Macht und Einfluss.

      Das letzte grosse Gründerzeitensemble Deutschlands: wer Kümmert sich da überhaupt um? Nicht die Bürger (wollen angenehm wohnen), nicht die Politiker (geht sie um Macht und Einfluss), nicht die Architekten (wollen Neubau) oder Bauherren (wollen Neubau).

      Nur Liebhaber von Kunst oder jenigen die in der Gründerzeit die herrliche romantische Bauten sehen. Aber diese Gruppe ist leider nur sehr klein.
      Was wollen die Bürger Leipzigs?
      Gibt es wie in Dresden wenigstens 80.000 die für Restauration diese Viertel sind? Wenn das weniger sind dann ist die Mehrheit nicht dafür.

      Rob
    • DANKE!!! Endlich!

      Vielleicht ist das weiß Haus ja die eigentl. "Funkenburg" und das das andere hat, weil es eben daneben steht, vielleicht im selben Stil verziert und - wer hätte das gedacht - kleiner ist, den Spitznamen "Kleine Funkenburg" bekommen...

      Ich würde eher sagen, dass nur das Eckgebäude vom Abriss bedroht ist, einfach, weil das andee ja einen recht frischen Eindruck macht (OK, das heißt nichts...) und es doch etw. zu groß scheint, um es ein Paar Straßenbahnschienen zu opfern...

      Hoffen wir, da wendet sich noch alles zum besten...

      P.S. Die Gebäude auf der anderen Straßenseite scheinen auch nicht grad im besten Zustand zu sein...
    • "Booni" schrieb:

      Hab übrigens grad mal nach News bzgl. der Funkenburg gesucht und hab noch ein weiteres Gebäude entdeckt, dass rechtswiedrig abgerissen wurde: Eine Gründerzeitvilla oder so an der Karl-Heine-Straße 30. Weiß jemand mehr?


      "Abriss am Felsenkeller


      Lindenau hat seit gestern ein imposantes Gebäude weniger: Spezialisten der Abrissfirma Caruso brachten die erste Fassadenfront des Geschäftshauses Karl-Heine-Straße 30 zum Einsturz. Sonntagabend soll von dem Gründerzeithaus nur noch ein Schuttberg übrig sein.

      Die Abbruchexperten rückten am frühen Morgen an, sperrten eine Spur der Zschocherschen Straße und begannen, einen Giebel des denkmalgeschützten Baus abzutragen. Als die ersten Steine zu Boden polterten und der erste Abrissbagger in Stellung ging, blieben Autos und Passanten stehen. Einige Plagwitzer schüttelten die Köpfe; andere attackierten die Bauleute verbal. Doch der Hauseigentümer hatte vorgesorgt: "Wir haben eine Abbruchgenehmigung, es ist alles korrekt", versuchte ein Mann in Schlips und Kragen die Aufgeregten zu beruhigen.

      In der Tat: Nachdem die stadteigene Wohnungsgesellschaft LWB schon einmal im Jahr 2001 vergeblich eine Abrissgenehmigung beantragt hatte, ist ihr ein zweiter Anlauf gelungen. Der Großvermieter konnte nachweisen, dass das vernachlässigte Gebäude einstürzen wird. Anlass dafür war eine Straßenbahnumleitung, durch die in den nächsten Wochen zahlreiche Bahnen die Gleiskurve nutzen werden, die unmittelbar am Haus entlang führt. "Bis zu 18 Fahrzeuge werden dann pro Stunde für enorme Erschütterungen sorgen", erklärte gestern LWB-Sprecher Gregor Hoffmann. "Die Decken der oberen Hausetagen sind ja schon vor einigen Monaten bis zur ersten Etage durchgebrochen."

      Dies hat auch engagierte Anwohner bewogen, ihren Wiederstand gegen den Abriss einzustellen. "Wir mussten die bittere Pille schlucken", sagte René Reinhardt von der Interessengemeinschaft Plagwitzer Geschäftsstraßen. "Aber die LWB hat uns zugesagt, das Grundstück anschließend als öffentlichen Platz zu nutzen und uns in die Gestaltung einzubeziehen." Reinhardt will dabei den Natursteinsockel des Hauses ebenso einbeziehen wie dessen charakteristische Elemente, zum Beispiel den alten Balkon.

      PDS-Stadtrat Reiner Engelmann befürchtet dennoch einen Identitätsverlust. "Das sieht hier bald aus wie am Adler in Kleinzschocher", prophezeit er. "Von der Ecke bleibt nur noch ein unansehnliches Loch." Er forderte gestern von der Verwaltung ein Rettungsprogramm für verfallsbedrohte Häuser, die für das Stadtbild unverzichtbar sind. "Das Rathaus muss seine Kräfte viele stärker auf solche wichtigen Gebäude konzentrieren", meinte er."

      Andreas Tappert

      © Leipziger Volkszeitung vom Freitag, 1. Oktober 2004


      Anmerkung: Als der Text geschrieben wurde, war noch nicht bekannt, dass die Denkmalbehörde in Leipzig einen Abriss dieses Gebäude abgelehnt hatte. Die LWB - also quasi die Stadt Leipzig (da die LWB 100prozentige Tochter von ihr ist) hat somit rechtswidrig abgerissen. Ein Skandal, aber keine Konsequenzen für die Verantwortlichen. Der ganz normale Umgang mit historischem Bauerbe in Leipzig eben. Ich empfehle dazu den Beitrag "Klassenkampf mit Abrissbirnen", den Phillip auf der 2. Seite uns gepostet hat. Dieser Beitrag passt zu den Leipziger Verhältnissen, wie die Faust auf´s Auge.


      Das Eckgebäude auf dem Bild, das uns Dr. Mises gepostet hat, ist die Kleine Funkenburg. Auch sie ist vom Abriss bedroht. Dass sie jetzt noch steht, ist allein dem Umstand zu verdanken, dass Bürger und Initiativen gegen den geplanten Abriss protestierten. Jetzt ist wieder alles offen, aber gewonnen ist noch nichts. Die Jahnallee, an der die Kleine Funkenburg steht, soll auf 4 Spuren ausgebaut werden. Der Ausbau ist dringend nötig, denn, wie Ben bereits anmerkte, ist die Straße wirklich nicht in Schuss (wobei 2 Spuren völlig genügen würden). Da noch der alte Elstermühlgraben wieder ans Tageslicht kommen soll, was ich sehr begrüße, ist der Ausbau mit der Kl. Funkenburg scheinbar nicht möglich. Architekten und Stadtplaner äußerten aber, dass der Elstermühlgraben unter der Funkenburg hindurchfließen könnte, das m.E. auch noch toll aussehen würde. Die Stadt blockt aber: zu teuer.
    • Lücke-Kahlrupp

      Leider habe ich derzeit keine Einzelansicht greifbar, deshalb hier ein Ausschnitt aus einem Luftbild der Vorkriegszeit, was an der städtebaulichen Lage aber nichts ändert. Das fragliche Gebäude ist das markante Plagwitzer Eckgebäude an der Hauptkreuzung unterhalb des Felsenkellers, der ebenso ein tristes Dasein fristet. Während hier kein Geld für Denkmalschutz bereitstehen soll, will obiger eine siebenstellige Summen für DDR-Bauten in der Jahnalle. Man beachte die Relationen.

    • Hallo Dr. Mises,

      Ich dachte, dass dieses markante Eckgebäude, das auf dem Foto unterhalb des Felsenkellers zu sehen ist, vor ein paar Wochen rechtswidrig, weil ohne Zustimmung der Denkmalbehörde Leipzig, abgerissen wurde. Ich selber hatte noch keine Gelegenheit, da ich nicht in Leipzig wohne, mir ein Bild von diesem Platz zu machen. Aber wie gesagt: Ich glaube, dass das Eckgebäude, das durch seine eigenwillige Bauweise hervortrat, nicht mehr an Ort und Stelle steht.

      Der Spacecowboy
    • wenn das bild einigermaßen aktuell ist, dannist der zustand gar nicht so schlecht.
      dort heißt es noch:
      "Anfang der 1980er Jahre wurde der ?Felsenkeller? teilweise rekonstruiert, diese Arbeiten waren 1983 abgeschlossen.
      Gegenwärtig steht das in Privatbesitz befindliche sanierungsbedürftige Gebäude leer, da von Investoren beabsichtigte Nutzungen nicht genehmigt wurden."
      weiß jemand dazu näheres?
      Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
      Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
      Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.
    • Häusersterben in Leipzig

      In Leipzig spitzt sich die Lage dramatisch zu. Von den 4000 unsanierten Gründerzeithäusern sind ca. 400 akkut einsturzgefährdet. Wenn der Verfall dieser Häuser weiter voranschreitet, werden der Stadt in den kommenden Jahren flächendeckende Abrisse bevorstehen.

      Dass die LWB als größtes kommunale Wohnungsbauunternehmen durch ihre absurde Sanierungspolitik diesen Prozess noch beschleunigt, habe ich bereits ausführlich erwähnt. Ungeklärte Eigentumsverhältnisse dürften, entgegen den Behauptungen der Stadt, nach 15 Jahren kaum noch eine Rolle spielen. Bis vor ein paar Jahren wurde mit größter Anstrengung, vor der ich großen Respekt habe, ca. 75% aller maroden Gebäude saniert. Es scheint aber nun fast aussichtslos zu werden, die restlichen 25 % schnellstmöglichst vor dem Verfall zu retten.

      Viele der unsanierten Häuser sind in privater Hand. Nach der Wende gingen westdeutsche "Normalbürger", die mit Immobilien noch nie was am Hut hatten, zwielichtigen Versprechungen, was den Immobilienmarkt im Osten (und insbesondere in Leipzig) angeht, auf den Leim. Seit 15 Jahren besitzen viele Eigentümer in Leipzig Häuser, ohne jemals ihr Objekt besucht zu haben. Ja, ihr habt richtig gehört: 15 Jahre haben die eine oder mehrere Immobilien in der Stadt, ohne ihnen auch nur einen Besuch abgestattet zu haben. Man hoffte, ohne große Anstrengung, ne Menge Kohle scheffeln zu können. Die gingen blauäugig auf die Versprechungen über hohe Renditen im Osten ein und sind nun in der Schuldenfalle gefangen. Von diesen Hauseigentümern ist es natürlich nicht zu erwarten, dass sie in Zukunft auch nur einen Cent in diese schönen, aber sehr maroden Gebäude stecken werden.

      Und das Häusersterben geht weiter. Praktisch erhielten die meisten akkut einsturzgefährdeten Häuser seit ihrer Entstehung vor über 100 Jahren keine umfangreiche Sanierung. Die Plattenbauten, meistens kaum älter als 20 Jahre alt, erhalten mindestens genauso viel Aufmerksamkeit, was die Sanierung angeht, wie die Altbauten.

      Das ist nicht nur ein Leipziger Problem, sondern ein Problem des ganzen Ostens. Aber vielleicht ist es in Leipzig am Offensichtlichsten, weil diese Stadt deutschlandweit und mit großem Abstand die meisten Altbauten zu verbuchen hat. Dazu zwei interessante Artikel aus der Leipziger Volkszeitung von mir, die die gegenwärtige Lage sehr verdeutlichen.

      http://www.lvz-online.de/aktuell/content/151076.html\r
      www.lvz-online.de/aktuell/content/151076.html

      http://www.lvz-online.de/lvz-heute/151054.html\r
      www.lvz-online.de/lvz-heute/151054.html
    • Traurig, traurig!
      Ich finde, es sollte kein Cent in eine Sanierung eines Plattenbaus gesteckt werden, bevor sämtliche Gründerzeitbauten saniert sind! ich versteh's nicht: Hier im Westen (auch wenn ich dieses Wort 14 Jahre nach der Wiedervereinigung eigentlich meide) sind doch Altbauwohnungen extrem beliebt und begehrt und teuer, kein Mensch will mehr in die 60er-Jahre-Kisten. In Wiesbaden verfällt kaum einer der (gottlob auch sehr zahlreichen) Altbauten, im Gegenteil, ständig ist irgendwo wieder einer eingerüstet, es wird fast alles instandgehalten bzw restauriert. Und trotzdem scheint die Platte in einigen Orten im Osten wieder chic zu sein, den Leuten ist doch nicht zu helfen....