Leipzig - Allgemeines

  • Sehr witzig... :boese: !


    Wie sieht es eigentlich mit der Kleinen Funkenburg bzw. dem Kanal aus?

  • Mal was ganz anderes:


    Weiß hier irgendjemand, wie es mit dem Bahnpostamt am Hauptbahnhof (Brandenburger Straße) weitergeht? Das sieht ja auch recht schmerzlich aus.










    © Copyright crealog-leipzig.de

  • Hab zwar keine Antwort auf deine Frage aber *wow*... Das Gebäude sieht wirklich toll aus. Schade, dass die Bahnpost 1997 ihre Arbeit eingestellt hat und lieber unsere Straßen verstopft. Aber ein repräsentatives Bürogebäude ist es allemal. Hoffen wir, dass es bald saniert wird. Sieht aber längst nicht so schlimm aus wie die F.-E. 81 den Fotos nach zu urteilen.


    Es scheint, dass du eine Menge Fotos von Leipzig hast, besonders auch von Gebäuden, die noch nicht so bekannt hier im Forum sind.
    Wäre schön, wenn du mal eine Fotoserie in der Galerie veröffentlichen würdest.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Also mit dem östlichen Bereich vom Hauptbahnhof weiß wahrscheinlich noch niemand so richtig was damit passiert. Als Leipzig noch voller Hoffnung für Olympia war (Kritik an der Olympiabewerbung bitte hier nicht diskutieren), sah man das Pressezentrum mit einem neuen Cityhochhaus (>200m) vor. Die Idee musste schnell verworfen werden und es keimten neue spektakuläre Vorstellungen auf. Man wollte dort ein polizeilich rund um die Uhr bewachtes Rotlichtviertel aufbauen, welches vorallem auch für touritische Zwecke gebraucht werden sollte. Inweifern dort welche Architektur verwendet werden sollte, ist mir nicht bekannt. Schliesslich steht hinter dem heruntergekommenen Postamt nichts mehr. Eine Brachlandschaft wuchert dort schon seit Jahren. Anfang der 90er hat die Stadt dort schon ziemlich gewütet. Aus dem Rotlichtviertel ist aber auch nichts geworden, da mit der WM und den ganzen Projekten drumherum die Stadt scheinbar erstmal genug Geld ausgegeben hat.


    Eine andere Idee vor Olympia war noch, dort den im Krieg völlig zerstörten Krystallpalast in einer modernen Interpretation wieder aufzubauen. Wär eine überdimensionale Spielhalle mir 60m hoher Kletterwand durch alle Etagen etc geworden. Las Vegas im Miniformat.


    Aber ich meine bevor dort etwas gebaut wird, sollte man sich lieber erstmal um den Brühl kümmern.

  • Kristallpalast? Was stand dort sonst noch? Ich kenne Leipzig leider bisher nur über's Internet und auch längst nicht so gut wie andere Städte.


    BTW: Sollen wir den Thread nichtmal trennen? Zumindest die F.E. 81 hier rausnehmen? Dann wird's wenigstens etwas übersichtlicher.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • »»booni
    Das Bahnpostamt habe ich gestern im Vorübergehen photographiert, als ich jemanden vom Bahnhof abgeholt habe.
    Eine Galerie hatte ich zum Thema Kanaldeckel geplant. Hier gibt es in Deutschland einen Schatz an schützenswerten z. T. historischen Gußdeckeln, die ein Stück Industriegeschichte dokumentieren und von denen ich eine vierstellige Zahl auf der Festplatte habe. Das ist eigentlich eher mein Spezialthema.
    Da brauche ich aber etwas mehr Zeit.

  • Kanaldeckel? Interessantes Thema, hab ich noch nie drüber nachgedacht... bin aber mal gespannt. Es sind schließlich - wie auch Litfaßsäulen, Telefonzellen, Aborte... - Teile des Stadtraums.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Schloßgespenst ... also ... ach nee ich kümmer mich jetzt nicht mehr drum, wie gesagt Leute es bringt euch garnichts seitenweise drauf rumzureiten.



    Kindvon2dresdnern - Die letzten beiden Fotos sind ein und dasselbe Haus, jeweils von vorn und hinten. Der Banner hinten dran signalisiert seit Jahren Sanierungsbereitschaft mit einem auf dem Bild scheinbar gelungenem Neubau, der die runden hoch gestreckten Fenster des Altbaus gut in den Neubau kopiert und somit beide Teile miteinander scheinbar harmonisch kooperieren lässt. Die Lösung fand ich damals fast schon perfekt, da der heruntergekommene Bau meiner subjektiven Einschätzung historischer Architektur in dem Viertel nach zu urteilen DAS Prunkstück schlechthin war. Die Sanierungshoffnungen sind von meiner Seite schon längst begraben, der Investor wahrscheinlich pleite.


    Gegenüber von dem Haus steht übrigens der sanierte Altbau in dem 1900 der Deutsche Fussball Bund gegründet wurde.

  • das gebiet östlich des hauptbahnhofs war früher ein amüsierviertel mit hotels, lokalen, varietés usw. neben dem "krystallpalast" standen hier auch der "wintergarten" und bis anfang der neunziger das "haus der heiteren muse" - ein ehemaliger zirkusbau. der deutsche fussballbund wurde auch in einer kneipe in diesem viertel gegründet (das haus wird heute von der erinnerungstafel daran zusammengehalten). der hier kürzlich vorgestellte "nürnberger hof" liegt auch in dieser gegend.
    nach der wende gab es überlegungen des ordnungsamtes, dieses gebiet für "amüsierbetriebe" auszuweisen. aber natürlich lässt sich so etwas nicht verordnen. im zuge der olympiaplanungen sollten dann bürokomplexe entstehen. allerdings nicht mit einem 200m hohen haus, sondern einem (ohnehin notwendigen) sendemast dieser dimension. zum glück besann man sich rechtzeitig darauf, dass der umgebaute schornstein eines ausgedienten heizkraftwerkes im süden der stadt die gleiche funktion erfüllen kann.
    nach dem scheitern der olympiabewerbung liegen jetzt wieder planungen aus den endneunzigern auf dem tisch. diese sehen die umwandlung der brachen in zwei grünzüge ("lichter hain" und "dunkler wald") vor, die gemeinsam mit dem bereits entstehenden stadtteilpark rabet die von verfall bedrohte innere ostvorstadt aufwerten sollen. allerdings wird die realisierung durch komplizierte eigentumsverhältnisse und finanzprobleme erschwert.
    so wird diese gegend noch über jahre durch das krasse nebeneinander von vorbildlich sanierten objekten (z.b. "industriepalast"), nachwendegeschäftshäusern (z.b. "lisztbogen"), sanierten und unsanierten gründerzeitbauten sowie massenhaft brachen gekennzeichnet sein.


    übrigens, bei aller extase bezüglich neuigkeiten von der f-e-81: bis vor wenigen jahren stand in der inneren ostvorstadt "thiemes hof" - eine wirklich schlossähnliche anlage mit h-förmigen grundriss. dr. jürgen schneider hatte ihn seinerzeit mit irrsinnig hohen hypotheken belastet, so dass nach seiner pleite an einen weiterverkauf nicht mal zu denken war und er schliesslich halbeingefallen abgerissen werden musste. selbst dadurch ist die welt nicht untergegangen...

  • Friederich:
    es kann nicht die aufgabe des denkmalschutzes sein, abrisse "unter allen umständen" zu verhindern. allein schon deshalb, weil die öffentliche hand gar nicht über die mittel verfügt, dieses ziel erreichen zu können.
    wenn ich das an einem naheliegenden beispiel erläutern darf:
    die stadt hat ein notsicherungsprogramm für 50 vom einsturz bedrohte gebäude aufgelegt. an sich eine gute sache, nur hat sie einen haken: warum sollten hausbesitzer ihre maroden gebäude in zukunft noch aus eigener kasse wenigstens notsichern, wenn sie im ernstfall auf die kostenübernahme durch die stadt spekulieren können? eine aufgabe, die bei 2000 maroden altbauten die stadt niemals leisten kann! so wird das problem drohender einstürze zwar für 50 häuser vorerst gebannt, für die restlichen aber eher noch verschärft.
    ohne private investitionen werden notabrisse nicht zu verhindern sein. aufgabe der verwaltung kann es nur sein, durch schaffung von rahmenbedingungen die private investitionsbereitschaft zu steigern.
    auch hierfür ein beispiel: seit dem umbaustart der janalle - zu einer wirklichen "allee" mit freilegung des elstermühlgrabens und dem damit verbundenen abriss des wohnhauses "kleine funkenburg" - wurden fast alle maroden gebäude in dieser strasse bereits an private investoren verkauft. ein wirklicher fortschritt, der niemals eingetreten wäre, wenn sich denkmalschützer an die "kleine funkenburg" gekettet hätten und darauf warten würden, von ihren trümmern erschlagen zu werden...

  • @ rakete. und Du bist anscheinend bei jedem Deiner Beiträge auf Terror gebürstet.

  • @ rakete: Du bist und bleibst für mich ein Geheimniss... zum Teil strotzen deine Beiträge vor Fachwissen und sind interessant und wichtig für unser Forum, zum anderen Teil aber nichts mehr als leere Provokation...
    Kannst du mir vielleicht mal erklären warum du das machst? Oder vielleicht wer du bist? Wäre vielleicht mal interessant...

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Booni:
    das ist eigentlich ganz einfach. mein interesse gilt dem bestmöglichen stadtumbau und nicht dem bestunmöglichem. bei der beurteilung von entscheidungen und entwicklungen können doch nur die realen bedingungen ausschlaggebend sein. die können auswärtige kaum wissen (aus diesem grund versuche ich mich von den diskussionen über andere städte möglichst fern zu halten). andererseits lese ich hier oft beiträge, die zwar so ziemlich jede entscheidung der stadt als kriminell/korrupt/unfähig abstempeln, andererseits aber eine allmächtige öffentliche hand fordern, die gefälligst dieses abzureissen und jenes zu rekonstruieren hat. manche sind näher an ulbrichtschen allmachtsphantasien dran, als sie glauben mögen. und das ist der springende punkt: aus den realen - enorm schwierigen - gegebenheiten wird meiner meinung nach versucht, das bestmögliche herauszuholen. für oftmals verworrenes, diese bemühungen beleidigendes gefasel bleibt da tatsächlich ab und an nur polemik übrig.


    aber egal: hier geht es nicht um mich, sondern um die weitere entwicklung der stadt...

  • Seltsam, bis jetzt verband ich mit "Ulbrichtschen Allmachtsphantasien" immer dich, rakete. Und nochwas: Groß- und Kleinschreibung ist nicht ohne Grund ein Teil unseres orthographischen Vermächtnisses. Würde mich freuen, wenn wir das alle hier in diesem Forum berücksichtigen würden. Hilft nämlich ungemein, beim lesen längerer Absätze.

  • »»rakete:
    Ich bin bestimmt der letzte, der nach dem starken Staat schreit. Aber wenn der Staat sich schon erdreistet, mit Steuergeldern (die irgendjemand anders erwirtschaften muß, da der Staat selbst ja keine Wertschöpfung betreibt) in Wirtschaftsabläufe einzugreifen, dann muß er wenigstens eine minimale Sorgfalt walten lassen um Fehlallokationen dieser Mittel zu vermeiden. Und da wird man als Bürger, der diese Gelder erarbeiten und überweisen muß, schon mal fragen dürfen, wie es sein kann, daß die quasi städtische LWB Millionen in die Aufhübschung Grünauer Platten steckt und gleichzeitig Abrißprämien für die Zerstörung schützenswerter Altbauten kassiert.
    Natürlich ist mir klar, daß der einzelne Denkmalschützer nicht an diesen Fehlentwicklungen schuld ist. Trotzdem – wenn ein Gebäude wie die FES81 abgerissen werden darf ohne daß ersichtlich ist, daß zumindest Planungen zur Bergung unersetzbarer Bauteile existieren: dann hat der Denkmalschutz versagt.


    Ansonsten teile ich madmellows Ansicht, daß konsequente Kleinschreibung (freundlich und vorsichtig formuliert, um niemanden zu provozieren) eine grobe Rücksichtslosigkeit gegenüber dem Leser ist. Schrift ist nicht dazu da, dem Schreiber das Leben zu erleichtern, sondern dem Leser. Dies ergibt sich aus der simplen Tatsache, daß der Schreiber nur einmal Mühe aufwenden muß, die Schar der potentiellen Leser aber eine vielfache ist. Wenn also der Schreibende 10% Zeit und Hirnleistung einspart, jedoch 100 Leser nur je 5% mehr Zeit und Hirn investieren müssen, um das Geschriebene zu entziffern, dann ist das auch schon wieder eine nicht zu unterschätzende Fehlallokation volkswirtschaftlicher Ressourcen (und das, wo Zeit und Hirn in Deutschland sowieso schon so knapp sind).

  • Naja, "grobe Rücksichtslosigkeit" ist Rechtsüberholen auf der Autobahn ohne zu blinken :zwinkern: - sagen wir doch einfach: Das Kleinschreiben erschwert unnötig die Lesbarkeit des Beitrags. Und um die sollte es unserem Raketerich doch eigentlich auch gehen...


    Quote from "raketchen"

    das ist eigentlich ganz einfach. mein interesse gilt dem bestmöglichen stadtumbau und nicht dem bestunmöglichem.


    Tja, aber welcher der bestmögliche ist, darüber kann man trefflich streiten. Und auch jemand wie spacecowboy, der die Verhältnisse vor Ort gut kennt, ist da oft anderer Meinung. Für Dich ist der bestmögliche Stadtumbau scheinbar immer der, der gerade beschlossen wurde und durchgeführt wird.


    Überhaupt - "Stadtumbau" ist für mich auch so eine Art rhetorisches Feigenblatt für Abrisse, fast so schlimm wie der "Rückbau".
    Mal 'ne dumme Frage: Muß Leipzig überhaupt permanent "umgebaut" werden? Hat die Stadt nicht bis 1990 einigermaßen funktioniert? Abgesehen natürlich von maroden Altbauten, die man schon zu DDR-Zeiten längst hätte sanieren können und müssen. Aber müssen überall breite Straßen her? Kann man den Verkehr nicht anders verteilen? Werden überhaupt alle Alternativen ernsthaft geprüft? Da habe ich, nach allem, was hier so lese, meine Zweifel.


    Was ist jetzt mit der FE 81? Steht sie, fällt sie? Wie ist denn der neueste Stand?

  • Leute, dürfte ich darum bitten, den Thread hier nicht weiter als Stänkerforum zu missbrauchen. Rakete, dessen Meinung ich übrigens sehr schätze (wenn auch oft kontärer Ansicht), kann hier genauso seinen Standpunkt äußern wie jeder andere auch. Und mangels Argumenten ihn dann zum wiederholten Male wegen seiner Rechtschreibung zu kritisieren (das ist doch nun wirklich durchgekaut), halte ich für sehr arm.



    Zum Thema: Ich habe heute mit Caruso und dem Bauordnungsamt bezüglich der F-E 81 telefoniert. Die Caruso wollte mir keine Auskunft darüber geben. Vom BOA waren auch keine erkenntnisreichen Auskünfte einzuholen (was die rein rechtlich auch garnicht dürfen). Nur soviel: Es liegt eine Abrissgenehmigung für dieses Objekt seitens des Eigentümers vor, die er aber jederzeit widerrufen kann. Nach öffentlich-rechtlicher Sicht darf das BOA den sofortigen Abriss anordnen. Das BOA, so die nette Dame weiter (keine Gewähr für diese Auskunft), wird den Abriss aber auf unbestimmte Zeit verzögern.


    Jedoch muss der ausgebrannte Dachstuhl in den nächsten Tagen abgetragen werden, da er jeden Augenblick in sich zusammenzufallen droht. Dies soll in den kommenden Tagen geschehen.


    Des Weiteren hat mir mein Freund mitgeteilt, der in Verbindung mit dem Stadtforum und der Eigentümergemeinschaft steht, dass es jetzt ein verbindliches Kaufangebot seitens des potentiellen Investors gibt. Ich denke, das ist die allerletzte Chance für das Gebäude.



    @K.v.2.D.


    Bezüglich Deiner Anfrage zu dieser Villa kann ich die erfreuliche Mitteilung machen, dass sie derzeit saniert wird. Sie wird in unmittelbarer Nähe des Alumnats der Thomaner fester Bestandteil des neuen Forum-Thomanum sein, eine Art Campus für musikalische Förderung von Kindern und Jugendlichen. Das dürfte ein sehr interessantes und in Deutschland einmaliges Projekt werden, das da entsteht. Hier ein Link: http://www.forum-thomanum.de/GesamtkonzeptionForumThomanum.pdf\r
    http://www.forum-thomanum.de/Gesamtkonz ... omanum.pdf

  • Quote

    kann ich die erfreuliche Mitteilung machen, dass sie derzeit saniert wird.


    Na das ist ja mal eine schöne Meldung!