Dresden - Zerstörung eines Welterbes - eine Bilderserie

  • Weil der Faden zur Waldschlösschenbrücke zu meinem Erstaunen seit 3 Monaten gesperrt ist, setze ich das Neueste dazu in dieses Unter-Forum:


    Quote

    DRESDNER WALDSCHLÖSSCHENBRÜCKE
    Denkmalrat macht Druck


    Letzte Chance für Dresden: Kurz vor der Entscheidung um den Weltkulturerbe-Status fordert der internationale Denkmalrat, die Bauarbeiten an der Waldschlösschenbrücke im Dresdner Elbtal sofort einzustellen. Dresden - Sollte der Bau der Waldschlösschenbrücke fortgesetzt werden, könnte Dresden schon in den kommenden Monaten den Weltkulturerbe-Titel verlieren. Im Streit um den Bau der Brücke im Dresdner Elbtal nennt der internationale Rat für Denkmalpflege, Icomos, einen Tunnel als "einzige Lösung". [...] Seit November vergangenen Jahres wird die Brücke im Dresdner Elbtal gebaut - die Unesco hatte daraufhin gedroht, der Flusslandschaft den Titel Weltkulturerbe abzuerkennen. [...] Ein Bürgerbegehren für einen neuen Entscheid, bei dem über einen Tunnel abgestimmt werden soll, wurde mit rund 21.000 Unterschriften eingereicht. Die Entscheidung wird der Stadtrat am 30. April fällen - noch ist nicht ausgeschlossen, dass diese Alternative realisiert wird. [...]


    Dresdner Waldschlsschenbrcke: Denkmalrat macht Druck - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur

    Wenn du ein Haus baust, denke an die Stadt (Luigi Snozzi)

  • Quote from "Stephan"

    Weil der Faden zur Waldschlösschenbrücke zu meinem Erstaunen seit 3 Monaten gesperrt ist


    Den habe ich aus gutem Grund gesperrt, da die Diskussion zu sehr ins Unsachliche abgedriftet ist und dies hier außerdem ein Architekturforum ist. Wer das Thema WSB unbedingt zum x-ten Mal durchkauen will, kann das in einem anderen Dresdenforum gern tun, bei APH aber nicht!


  • Ob es wohl einen 5.Welterbetag in Dresden geben wird? :?

  • Im Elbtal entsteht momentan eine Brücke, die den niedlichen Namen "Waldschlösschenbrücke" trägt. Die UNESCO hat bekanntlich entschieden, dass Dresden von der Liste der Welterbestätten gestrichen wird, wenn der Bau fortgesetzt wird. Grund ist u.a. die optische Beeinträchtigung des Elbtals, wie ein unabhängiges Gutachten ergeben hat.


    An dieser Stelle beginne ich eine Fotoserie, um den schleichenden Fortgang der Bauarbeiten zu dokumentieren, an deren Ende Dresdens Elbtal ein anderes sein wird - und Dresden kein Welterbe mehr.


    Ich bitte alle, keine Diskussion zu beginnen, weil erfahrungsgemäß dieser Strang sonst wieder geschlossen wird.




  • Es gibt hier kein Diskussionsverbot. Vergangene Stränge wurden nur geschlossen, weil dort entweder Leute mit Namensnennung verleumdet oder gar zu Straftaten aufgerufen wurde. Im Rahmen der geltenden Gesetze kann hier jeder seine Meinung äußern.

  • Quote from "RMA"

    Es gibt hier kein Diskussionsverbot.


    Genau! Wir sind hier schließlich nicht im DA...*hust hust* :D


    Man hätte für die Brücke zumindest eine Architektur wählen können, die Dresden besser gerecht wird. Eine Steinbrücke hätte sich vielleicht sogar schön ergänzend eingefügt.

  • Die umliegende Architektur, vor allem zwischen Bauort und Innenstadt, trägt sehr viel mehr zur Landschaftszerstörung bei als es die Brücke tun dürfte.

    Nein, die werden gedünstet

  • Quote from "Wissmut"

    Die umliegende Architektur, vor allem zwischen Bauort und Innenstadt, trägt sehr viel mehr zur Landschaftszerstörung bei als es die Brücke tun dürfte.


    Kennst Du die Stelle aus eigener Besichtigung oder berufst Du Dich auf die Fotos? Letztere geben die tatsächliche Situation nämlich verfälscht wieder. Tatsächlich gehört diese Stelle - abgesehen von einer obig nicht sichtbaren Platte - zu den städtebaulich attraktivsten in Dresden. Genau hier beginnt die lange Villenperlenkette auf Blasewitzer Seite und auf Neustädter Seite liegen die prächtigen Villen des Preußischen Viertels, die von der Elbe aus so grandios über den Hang ragten. Die Johannstädter Platten rücken erst beim Blick vom Hang aus in die Ferne bewußt ins Sichtfeld. Eines noch: Das Elbtal sieht im Sommer so völlig anders aus - im Winter wirkt es erstaunlich karg und trist - das kenne ich vom Dreisamtal in Freiburg so nicht. Beton ist an dieser Stelle im Elbtal (abgesehen von der im Sommer unauffällig hinter Bäumen versteckten Platte) jedenfalls ein völliger Fremdkörper, Wissmut, und zerstört stattdessen eine sensible städtebaulich-landschaftliche Symbiose ersten Ranges. Vielleicht kann Vitruv hier anhand von Bildern noch noch ein wenig aufklären?


    Schlimmer als den Verlust des "Waldschlösschenblicks" finde ich übrigens, dass dieser Blick stadtauswärts verloren geht. Das war eine wirklich unübertroffene, idyllische und paradiesische Naturschönheit. Jeder, der es vor dem Brückenbau nicht direkt vor Ort erleben konnte, tut mir leid - denn er wird das Ausmaß der Zerstörung maximal annähernd begreifen können. (man stelle sich den Elbhang im abendlichen Sonnenlicht vor):

    Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
    Jesus ist mein Herr und Retter!

  • Vielen Dank Vitruv für diesen Strang. Es ist für die "Nichtdresdner" wirklich wichtig sich ein konkretes Bild von der Lage vor Ort machen zu können.
    Wenn man dieses Bauwerk schon nicht verhindern kann :x , so sollte doch über die konkreten Auswirkungen und Verunstaltungen aufgeklärt werden.


    Wie sehr beschäftigen sich eigentlich die Dresdner noch mit dem Thema, da es ja anscheinend aus den breiten Medien verschwunden ist? Aus den Augen aus dem Sinn?

  • Im Sommer sieht die Landschaft immer schöner aus, da ist Dresden keine Ausnahme. Und die Schönheit ergibt sich nicht wegen irgendwelcher Gebäude, die hier stehen, sondern wegen des unglaublich weiten grünen Talraumes. Damit ist bald Schluss.


    Es ist verboten, sich näher als 10m der Baustelle zu nähern:


    Hier das elbnahe Fundament:



    Kleinere Fundamente:


    Und hier wird sie bald stehen:


    Übrigens ist der Waldschlösschenbezirk schon bald nach der Wende architektonisch verunstaltet worden. Links das Brauhaus, rechts Bürokästen:

  • Quote from "Aedificium"

    Wie sehr beschäftigen sich eigentlich die Dresdner noch mit dem Thema, da es ja anscheinend aus den breiten Medien verschwunden ist? Aus den Augen aus dem Sinn?


    Man hört wenig momentan. Die Klage der Umweltschützer wurde abgewiesen... wie erwartet. Solche Meldungen prallen von den meisten wohl ab. Wenigstens wir sollten nicht davor zurückschrecken, die desaströse Wirkung der Brücke auf das Elbtal auf uns wirken zu lassen. Spätestens wenn Dresden aus der Welterbeliste gestrichen wird, dann wird die Stadt nochmal in aller Welt blamiert sein. Den Dresdner Lokalstolz berührt sowas voraussichtlich wenig.

  • Quote from "Vitruv"

    Im Sommer sieht die Landschaft immer schöner aus, da ist Dresden keine Ausnahme. Und die Schönheit ergibt sich nicht wegen irgendwelcher Gebäude, die hier stehen, sondern wegen des unglaublich weiten grünen Talraumes.


    Warum so trotzig? Wie kommst Du dazu, solche Aussagen mit Alleingültigkeitsanspruch zu tätigen? Ich sehe das vollständig anders. Meine Meinung ist: NUR auf Grund der dortigen Bebauung und der so unglaublich sensiblen Eingliederung in den Naturraum ergibt sich eine einmalige Schöneit. Immerhin handelt es sich um einen städtischen Raum in einer der schönsten Landschaften Deutschlands. Die gelungene Symbiose ist es, die nun durch Beton zerstört wird.


    Aber das ist meine Sicht der Dinge, ebenso wie dass das Elbtal im Winter - wahrscheinlich auf Grund der weiten Wiesen, die im Sommer so reizvoll und im Winter so grau aussehen, eben in den kargen Monaten vergleichsweise trostlos wirkt. Und diese Sommer-Winter-Differenz ist keineswegs in allen Naturräumen so ausgeprägt. Auch meine Meinung.


    Dass das Waldschlösschenviertel verunstaltet worden sein soll, kann ich so auch keineswegs nachempfinden. Es handelt sich hier nur um einen kleinen Bereich direkt am Waldschlösschen, der neu bebaut wurde (typischer 90er-Stil - in meinen Augen gerade noch erträglich). Das von Dir gezeigte graue Gebäude ist zudem das einzige, dass in Richtung Hang zeigt, der Rest ist von dort überhaupt nicht zu sehen. Warum zeigst Du nicht die Wahnsinns-Villen, die überall in den Hang integriert sind, oder die weitläufigen Villenviertel zu beiden Seiten des Waldschlösschens, mit ihren Mäuerchen und urigen Bäumen? Aber Du gräbst jetzt bestimmt schon eifrig den Stasi-Bereich an der Bautzner oder die im Gebüsch versteckten Platten heraus, um Deine Aussagen zu untermauern... :lachen:

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  • Quote from "youngwoerth"

    Warum so trotzig? Wie kommst Du dazu, solche Aussagen mit Alleingültigkeitsanspruch zu tätigen? Ich sehe das vollständig anders. Meine Meinung ist: NUR auf Grund der dortigen Bebauung und der so unglaublich sensiblen Eingliederung in den Naturraum ergibt sich eine einmalige Schöneit. Immerhin handelt es sich um einen städtischen Raum in einer der schönsten Landschaften Deutschlands. Die gelungene Symbiose ist es, die nun durch Beton zerstört wird.


    Eigentlich will ich mir nur Floskeln wie "meiner Meinung nach" sparen, deshalb haben meine Aussagen keinen Alleingültigkeitsanspruch. Man könnte eine Umfrage machen, ob die Landschaft im Sommer freundlicher als im Winter aussieht. Ich beharre aber darauf, dass es die Naturbelassenheit des dortigen Elbtals ist, durch die die einmalige Schönheit entstanden ist. Der Talraum ist ja vom Elbhang und den grünen Wiesen geprägt. Architektur steht da nur im Hintergrund. Die ist aber zumeist wirklich schön. Das ist meine Meinung. :zwinkern:

  • Na gut, lassen wir Bilder sprechen statt Worte. Ich habe da noch was gefunden, uralt und gerade eben eingescannt. Und es war (Spät-)Sommer... :zwinkern:









































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  • Meiner Meinung nach ist die schönste Elbwiesen-Jahreszeit im Juni, wenn auch das Elbhangfest steigt.
    Aber auch jetzt, im November, ist es eigentlich nicht trostlos, sondern eher auf eine besondere Art melancholisch.

  • Jedenfalls können wir festhalten, dass ein und das selbe Elbtal je nach Jahreszeit völlig unterschiedlich aussieht. Für jeden etwas dabei. :zwinkern: Da der Talabschnitt zwischen Laubegast und Diesbar-Seußlitz im Sommer oft extrem mediterran wirkt, gefallt es mir als "Ich suche das Mittelmeer in Deutschland" - Bürger eigentlich auch nur zu dieser Jahreszeit wirklich gut. Ich mag den Winter in Deutschland nicht, deswegen suche ich mir Ecken, in denen ich davon möglichst wenig mitbekomme. Das bitterkalte Dresden bekommt mich zwischen Oktober und April nicht zu Gesicht.

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  • Ewig schade drum!
    Überall die selbe Ignoranz.
    In DD halt doppelt - in naturschutzrechtlicher wie stadtbildmäßiger Hinsicht.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Quote from "youngwoerth"

    Das bitterkalte Dresden bekommt mich zwischen Oktober und April nicht zu Gesicht.


    Da hab ich doch was passendes.





    Ich schätze mal, im Schnee wird die Brücke so übel nicht aussehen.


    Einige der bekannten Brückenvisualisierungen sind ja mit dem abgestorbenen braunen Rasen, wodurch die negative Wirkung unfreiwillig (möglicherweise auch absichtlich) psychologisch verstärkt wurde.

  • Wunderschöne Bilder (youngwoerth und Miwori)! :anbeten: Ein Jammer...


    Mal dumm gefragt: Wird die Brücke denn jede der gezeigten Ansichten durchschneiden - oder bleibt wenigstens das eine oder andere Foto gültig? :idee:

  • Die schönsten Ansichten werden durchschnitten werden. Aber warte nur ab, die Bauarbeiten gehen zügig voran, wie uns immer wieder die SZ versichert. Ich werde euch auf dem Laufenden halten.


    Neuigkeiten:


    Quelle: http://www.welterbe-erhalten.de/nachrichten/aktuelles/