Dresdner Bausünden

  • Zum einen wird sich ständig beschwert, dass den Gebäuden Patina fehlt, zum anderen mokiert man sich, dass an den Fassaden Farbe abblättert. Man sollte sich schon entscheiden, ob man Authentizität möchte oder immer wie geleckt aussehende Fassaden.
    Das Taschenbergpalais hat seine Farbfassung mittlerweile seit 14 Jahren, da darf schon auch mal was abblättern. Ich finde sowas ehrlicher, als alle 12 Monate neue Farbe raufzupinseln.
    Am QF scheint allerdings die Ausführung wirklich etwas schlampig geworden zu sein, nach nicht mal 2 Jahren sollte es solche Risse nicht geben.


    Gruß
    Bert.

  • Naja, abblätternde Frabe war aber doch auch bei Altbauten noch nie etwas tolles und erstrebenswertes. Ich fände es wichtig, daß die Farbe an den rekonstruierten Fassaden (bevor sie irgendwann tatsächlich zu bröckeln beginnt) in Würde altert, also eine Patina bekommt. Das verstehe ich unter authentischem Aussehen.


    Allerdings mußte ich mich im Schwerpunkt Leipzig schon belehren lassen, daß die heute benutzten Farben gerade keine Patina bekommen, so daß sanierte historische Villen voraussichtlich nie wieder so aussehen werden wie vor der Sanierung, sondern blitzblank und nagelneu - bis dann der Putz abfällt. Das steht dann wohl auch beim neuen Hochglanz-Johanneum bevor, über das sich Youngwoerth ja auch schon beklagt hatte.

  • Ja, ich weiß, man sollte nicht an allem rumnörgeln. Aber es war nun mal mein Eindruck damals. Vielleicht ist man auch etwas verwöhnt von den neu entstehenden Gebäuden am Dresdener Neumarkt, so dass man ständig super feine tipptopp Gebäude erwartet und sich dann an jedem kleinen Flecken aufgeilt. Wenn man sich die alten Bilder anschaut, so sahen doch etliche Gebäude recht ramponiert aus. Aber was man vielleicht noch beachten sollte, dass die Fassaden doch mit optischer Täuschung arbeiten, ich will damit sagen, das Konturen nicht immer mit Stuck ausgearbeitet, sondern nur aufgezeichnet sind. Wenn dann Farbe abblättert und darunter die glatte, grau verputzte Wand zum Vorschein kommt, wäre das so, als wenn die Farbe von der Leinwand meines Öl-Bildes abblättert.


    Adios

  • Wie mir scheint halten sich die Neumarkt-Mieter immer weniger an die Werbesatzung. Von städtischer Seite interessiert man sich wohl auch kaum dafür, es sei denn "Tempo-Fritz" passt mit seiner Kubatur nicht in die Schickimicki-Atmosphäre. Wenn das mal nicht der wahre Grund dafür ist, dass er so gegen die Rekos wettert. Ob auch viele Dresdner deshalb gegen Rekos sind, weil sie sich zunehmend ausgeschlossen fühlen?