• ^ Wieder mal ein übertrieben dramatisierender Kommentar von dir Klassiker. Das Quartier 17 ist schon deutlich überdurchschnittlich. Ohnehin war die Ossenreyerstraße auch zu Vorkriegszeiten von eher einfachen Bauten, einigen Giebelhäusern und manchen Gründerzeitlern geprägt. Das Q17 gibt diese Schnittmenge respektabel wieder und sorgt für eine deutliche Belebung der Einzelhandelslandschaft, die die Altstadt dringend benötigte. Habe auch wieder aktuelle Bilder im Köcher.

    Für die Opfer und die verlorenen Bauten auf dem Areal wurde heute eine Gedenktafel angebracht:

    Bomber stürzte vor 70 Jahren auf Stadtzentrum

    Vier Menschen kamen bei dem Unglück in Stralsund ums Leben. Am Freitagabend wird in der Kleinschmiedstraße eine Gedenktafel angebracht.

    Vor 70 Jahren stürzte ein B24-Bomber der US Air Force auf Stralsunds Stadtzentrum. Bei dem Unglück kamen vier Menschen ums Leben. Bis dahin war die Altstadt von Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg verschont geblieben.

    Am Freitagabend wird in der Kleinschmiedstraße eine Gedenktafel angebracht. „Die Tafel soll an das Schicksal der Opfer des Absturzes erinnern und die Sinnlosigkeit von Krieg und Gewalt verdeutlichen. Und ich will auf die beeindrucken Leistung hinweisen, mit der die Gebäude 1950 wieder aufgebaut wurden“, sagt der Architekt Roland Wolff.

    Quelle mit Foto vom 20. Juni 1944: http://www.ostsee-zeitung.de/Vorpommern/Str…uf-Stadtzentrum

  • Das noch herrlichere gotische Kütertor wurde auch letztes und dieses Jahr weitgehend saniert! https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCtertor_%28Stralsund%29

    Momentan ruhen die Arbeiten zwar, weil der Investor, das Berliner Petruswerk, in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Ich bin mir aber sicher, dass sich da eine Lösung finden wird. Gut ist erstmal, dass das meiste fertig gestellt ist. (Siehe: http://www.ostsee-zeitung.de/Vorpommern/Str…al-als-Bauruine )

  • Kütertor 2012, Stadtseite

    Vorn rechts im Torschließerhaus gibt es übrigens ausgezeichnete Bratkartoffeln.

    Kütertor 2012, Feldseite

    Erbse, wie steht es denn um das Fachwerkgebäude links vor dem Tor mittlerweile?
    EDIT: Frage hat sich erledigt, der nachfolgende Filmbeitrag des NDR erläutert und zeigt vieles:
    http://www.ndr.de/fernsehen/send…gazin25606.html

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Momentan ruhen die Arbeiten zwar, weil der Investor, das Berliner Petruswerk, in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Ich bin mir aber sicher, dass sich da eine Lösung finden wird. Gut ist erstmal, dass das meiste fertig gestellt ist. (Siehe: http://www.ostsee-zeitung.de/Vorpommern/Str…al-als-Bauruine )


    Was ist denn das für ein schreckliches Bauprojekt - auch hier zu sehen:
    https://www.google.de/maps/search/St…Tt5Frg!2e4!3e15
    Da werden modernistische Kuben auf den schmalen Grünstreifen vor die Stadtmauer geklotzt??? Wer hat das denn genehmigt? Das ist ja einfach nur fürchterlich! Versaut die Ansicht und verwässert die Grenze der Altstadt! Ich kann gar nicht fassen, dass in Stralsund heute noch sowas möglich ist, damit eine Handvoll gut betuchter Bonzen Luxuswohnungen bekommen. :wuetenspringen:

    Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)

  • Ja, diese Kuben sind wahrlich nicht pralle. Auf den Dächern soll es allerdings Dachgärten geben, das wird die Wirkung etwas abmildern bzw. erträglicher machen. Allzu groß sind die auch nicht. Und, nunja, diese Ecke passiert man nun auch nicht regelmäßig, eher läuft man im Innern der Altstadt am Ensemble vorbei und sieht von den Neubauten nichts. Auch wenn man vom Küterteich und den weißen Brücken kommt, fallen eigentlich nur das alte Wasserwerk (der Fachwerkbau Am Kütertor 1) und das Kütertor selbst ins Auge.
    Insgesamt ist das ein hocherfreuliches Projekt dank der vorbildlichen Sanierungen. Zum Quartier gehört auch ein alter Wasserturm mit Wohnungen und eine ehemalige Jugendherberge, die an das Kütertor anschließt, sowie ein unauffälliger Neubau mit Giebel.

    Nebenan vom Kütertor-Projekt wird übrigens gerade der Kampische Hof gesichert und teilsaniert. Eines der imposantesten Baudenkmale der Hansezeit, das noch seiner Revitalisierung harrte.

    Artikel: https://de.wikipedia.org/wiki/Kampischer_Hof
    Bilder: https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:…sund?uselang=de

  • Ich hab´s mir mal näher angesehen. Die Sanierung der historischen Gebäude ist natürlich ein tolle Sache (sofern sie denkmalgerecht durchgeführt wird/wurde und nicht die Entkernung und Einbau moderner Wohnungen im Vordergrund stand).
    Auch mit dem neuen Gebäude innerhalb der Stadtmauer kann man leben. Was aber nach wie vor garnicht geht, sind diese Teile VOR der Stadtmauer. "Allzu groß sind sie nicht" kann ich nicht ganz nachvollziehen - zumindest die Höhe ist mit 3 und 4 Stockwerken nicht ohne.
    Ich hoffe, dass wenigstens der Bereich vor der Stadtmauer im weiteren Verlauf Richtung Norden frei bleibt? Hier ist ja immerhin noch die historische Mauer samt Türmen vorhanden!

    Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)

  • Im weiteren Mauerverlauf ist keine Bebauung geplant. An der Freitreppe, die neben dem Katharinenkloster/Deutschen Meeresmuseum hinunter zum Knieperwall und den Stadtteichen führt, soll allerdings eine neue Platzanlage entstehen. Da wird eine Art Pavillon erwogen, sind aber erst Gedankenspiele. Aber sonst gibt es keine Bebauungspläne, die etwas vor der Stadtmauer zuließen. Am Kütertor war es eine Ausnahme, weil das Wasserwerk auch vor der Mauer liegt - und sich die extrem teure Sanierung des umfangreichen Bestandes natürlich irgendwie rechnen muss.

  • Oh, interessant... Im Kütertor und den Nebengebäuden war früher die Jugendhereberge, da habe ich ´97 und 2001 übernachtet... War vom Standard nicht so prall, aber zentral gelegen und äußerst günstig...

    Wer zwischen Steinen baut, sollte nicht (mit) Glashäuser(n) (ent)werfen...

  • Der ehemalige Regierungssitz der Schweden in der Stralsunder Altstadt wird für 4,7 Mio. € saniert.

    Quote

    Genau 200 Jahre nach der Übergabe Pommerns an Preußen wird das schwedische Regierungspalais in Stralsund saniert. Bei den archäologischen Untersuchungen stießen die Fachleute auf einen bislang unbekannten unterirdischen Tunnel, durch den vermutlich Wasser abgeleitet wurde. Wie Archäologin Stefanie Brüggemann am Montag weiter sagte, wurden auch rund 100 Tabakpfeifenreste aus Holland sowie zeitgenössische Keramik entdeckt. «Die Pfeifen stammen aus der Zeit um 1700 und wurden alle vom selben Pfeifenmacher aus Gouda hergestellt», sagte Brüggemann.

    http://www.welt.de/regionales/mec…rd-saniert.html

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Äußerlich ist das Meyerfeldtsche Palais ("Schwedenpalais") in der Badenstraße 17 bereits weitgehend saniert. Dass die Innensanierung derart teuer wird, überraschte mich.

    Hier mehr zum barocken Gebäude, das 1730 unter Leitung des schwedischen Architekten Cornelius Loos komplettiert wurde:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Meyerfeldtsches_Palais


    Klugschnacker, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Stra…06-09-29%29.JPG

  • Nach reichlichen 2 Jahren kann ich die Antwort auf die Frage von Vulgow/Palantir geben:

    Quote

    ...zwei Bitten um fotografische Besichtigung:

    Diese Häuser in der Böttcherstraße nahe beim Meeresmuseum (Bild von 2012).

    Der Kampische Hof in der Mühlenstraße (Bild von 2012).


    Der Kampische Hof ist mittlerweile tatsächlich saniert worden:

    Ein recht angenehmer Giebelhausneubau beim Kampischen Hof:

    Bei den Häusern in der Böttcherstraße hat sich leider nicht viel getan:

    Plus Outre

  • Am Wochenende ist mir in der Nord-Ost Ecke des Neuen Marktes ein scheinbar leerstehendes Haus aufgefallen. Das "Grill & Steak House" ist wohl raus. An einer Tafel neben der Tür steht "Wegen Umbau geschlossen". Ich frage mich aber, ob das ernst gemeint ist. Oben rechts im Dach ist ein Loch (da war mal der Schornstein ). Bei Regenwetter ist das sicher nicht so günstig. Hat jemand Informationen zu diesem Haus und seiner Zukunft?

  • Der Block ist sicherlich aufgrund der Kleinteiligkeit recht angenehm, die benachbarten Großbauten an der Heilgeiststraße (dein letztes Bild) illustrieren das ganz gut. Jedoch hätte die eine oder andere Giebelfassade nicht nur nicht geschadet, sondern wäre auch erforderlich gewesen - es kann doch nicht immer qualitativ abwärts gehen und man dann froh ist, wenn es nicht ganz so rasant ist.
    Hast du auch die anderen Neubauquartiere der Altstadt abgelichtet, welche uns 'erbse' seit Jahren vorenthält :zwinkern: ?

    Ich habe hier z. B. einen Neubau an der Langenstraße N°24 entdeckt, welcher völlig unangemessen ist und m. E. auch nicht genehmigungsfähig im Weltkulturerbe hätte sein dürfen:
    http://www.rg-architekten.de/?go=projekte&id=140

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Ich habe tatsächlich über die Jahre immer wieder Baustellenbilder in Stralsund geknipst Vulgow, sie aus Zeit- und Motivationsmangel hier aber nicht hochgeladen. Vor allem habe ich auch viele Sanierungsbilder geknipst und könnte Vergleichsbilder zeigen. Leider habe ich keine gute (oder gar keine) Sortierung vorgenommen, so dass es aufgrund der Menge sehr mühselig ist, die passenden Bilder zusammenzusuchen. Wenn ich mal wieder Muße übrig habe, kümmer ich mich ggf. um den einen oder anderen Vergleich. :)

    Kürzlich wurden vom Bürgerkomittee "Rettet die Altstadt Stralsund" e.V. die Koggensiegel für gelungene Sanierungs- und Neubauprojekte vergeben. Da wurde auch ein schöner Giebelhaus-Neubau in der Frankenstraße ausgezeichnet, den zeig ich bei Gelegenheit noch, habe bislang nur Dämmerungsfotos.