Waldshut

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    Die Abstimmung für das Gebäude des Jahres 2018 ist geöffnet! Abstimmungsende ist am 15. November 2018. Bitte gebt bis dahin Eure Stimme ab.

    • Ich streich das Geld in meinen Hut, die Stadt soll heißen Wald e shut ;)



      Waldshut liegt am deutschen Hochrheinufer in Baden-Württemberg an der Grenze zur Schweiz zwischen Konstanz und Basel und bildet seit der Gemeindereform in den Siebzigern zusammen mit der Stadt Tiengen sowie weiteren Teilorten die Stadt Waldshut-Tiengen.

      Geschichte

      Waldshut zählte zu den wichtigsten unter den vier vorderösterreichischen Waldstätten Laufenburg, Rheinfelden, Säckingen und wurde im Jahr 1240 von Graf Albrecht von Habsburg im westlichen Teil des Alpgaus gegründet. Seine beiden Söhne, Rudolf von Habsburg und Albrecht, Domherr von Straßburg, befestigten Waldshut zwischen den Jahren 1241 und 1249. Waldshut hatte die Aufgabe, die zahlreichen Besitzungen entlang des Rheines und im Hotzenwald zu schützen.

      Die Schutz und Kontrollfunktion erstreckte sich bald über einen Bereich, der heute ungefähr dem Landkreis Waldshut-Tiengen entspricht. Als Vertreter des Herrschhauses Habsburg wurde ein so genannter Waldvogt eingesetzt. Im 15. Jahrhundert war Waldshut Schauplatz einer wichtigen Schlacht.

      Im alten Schweizer Krieg, 1468, belagerten die Eidgenossen vergeblich die Stadt. Dieser erfolgreiche Widerstand der Bewohner wird heute noch mit der Waldshuter Chilbi gefeiert. Herzog Sigismund erlaubte der Stadt fortan das tragen des Habsburgerischen Löwen im Wappen.

      Im Jahr 1492 wütete eine große Feuersbrunst in Waldshut. Fast 200 Häuser fielen dem Feuer zum Opfer.

      Im großen Schweizer Krieg, war Waldshut 1499 wieder Stützpunkt der kaiserlichen Truppen im Kampf gegen die Eisgenossen. Im Bauernkrieg 1524/25 stand Waldshut auf der Seite der Bauern. Für diese Tatsache büßte die Stadt jahrelang. Die Herrscher aus Wien entzogen der Stadt Waldshut sämtliche Privilegien, und auch der Löwen im Wappen wurde verbannt. Erst später erhielt Waldshut seine Rechte wieder zurück.

      Während des Dreißigjährigen Krieges war Waldshut für einige Jahre französisch. Im Jahr 1724 wütete erneut ein Großbrand in der Stadt. Abermals wurden viele Häuser zerstört.

      Im Jahr 1805 ging Waldshut an das Großherzogtum Baden und geriet somit in eine Grenzlage. Es verlor zunehmend an Bedeutung, war es doch die 500 Jahre zuvor der wichtigste Stützpunkt des Haus Habsburg am Hochrhein.


      Städtebauliche Situation

      Waldshut ist ein kleiner, geschlossener "Traum", die Kaiserstraße mit den abschließenden Stadttoren, dem Schaffhauser und dem Basler Tor, ist ein prächtiges Ensemble, das ohne größere Schmuckbauten auskommt und keinerlei modernistischen Bausünden entlang der Flaniermeile aufweist. Die Stadt vor dem Wald weist in diesem Rahmen für eine Kleinstadt Flair, Einkaufs-, Verweilqualität und Urbanität aus, wie man sie im Zusammenspiel andernorts vielleicht vermisst.
      Waldshut entlang der Kaiserstraße zeugt von der besonderen Bedeutung des Ensemble, was den eindrucksvollen Charakter einer traditionellen Stadt ausmacht.

      Bauwerke

      Das Obere Tor, auch Schaffhauser Tor genannt, ist das östliche Stadttor und wurde auf Fundamenten aus dem 13. Jahrhundert erbaut. Bis 1864 diente es als Stadtgefängnis (als Pendant das Untere Tor, auch Basler Tor genannt, das westliche Stadttor)

      Besondere Gebäude in Waldshut sind das Schultheißsche Haus, das Greiffenegg-Schlössle, die Waldvogtei, die alte Metzig, ein Renaissancebau von 1588, das Roll´sche Haus und das Rathaus. Die Gottesackerkapelle wurde 1683 erbaut. Der Hexenturm ist ein Rundturm der inneren Stadtbefestigung, der zeitweise als Gefängnis für Glaubensabtrünnige diente.

      Die Katholische Stadtpfarrkirche Liebfrauen wurde 1804 im klassizistischen Stil erbaut. Der gotische Chor aus dem 13. Jahrhundert ist dabei mitverwendet worden. Daneben das katholische Pfarrhaus von 1749.

      Details

      Das baulich-gestalterische Vokabular kommt mit folgenden Mitteln aus: schmale Lochfassaden mit rechteckig-stehenden Fensterformaten, ordentliche Fensterversprossung sowie Fensterläden, zurückhaltende Farbgebung, eine auffällige Ausformung der Traufen sowie typische Aufzugsgauben, teilweise auch Wiederkehre. Trotz alemannischer Baukultur und die Nähe zur Nordschweiz ist Sichtfachwerk selten, auch der sonst übliche Erker ist kein typisches Element in Waldshut. Charakterisch und im gelungenen Zusammenspiel hierzu kommt in Waldshut die Gestaltung des Straßenraums mit ansprechender Beleuchtung, Stadtbach, Pflasterbelägen und im Rahmen des Ausbaus zur Fußgängerzone die Ausstattung mit 3 Großbrunnen anstelle von Vorgängern, die im 19Jht. entfernt wurden. Leider keine Rekonstruktionen, sondern künstlerische Leistungen des späten 20.Jahrhundert.





      Bilderquelle: eigene


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    • Im Südwesten, da ist was los! Danke vielmals, lieber Stefan, dass Du mein Flehen erhört hast! :anbeten:

      Waldshut ist zusammen mit Freiburg meine Lieblingsstadt im deutschen Südwesten! Ein atemberaubendes Ensemble - eine wundervolle Raumwirkung, sobald man das Stadttor durchschreitet! An Waldshut kann man studieren, was eine geschlossene Ensemblewirkung bedeutet. Genau das, was am Dresdner Neumarkt mit System verhindert wird.

      Liebe Grüße aus der 'Nachbarmetropole'.
      Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
      Jesus ist mein Herr und Retter!
    • "CK" schrieb:

      hat sich die Stadt selbst aber nie angeschaut... :?


      Es ist mir ein Rätsel, warum die Stadt so unbekannt ist. Eigentlich müsste sie eine absolute Touristenmetropole gemäß Rothenburg sein.
      Aber deutsche Randlagen werden ja des öfteren unterbewertet...
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    • "Kleist" schrieb:

      Leider, wie in vielen Städten gibt es hier massive Probleme mit den Ladenzonen. Wenn einer mal damit anfängt, zieht jeder nach. Wieso es hier keine denkmalgerechten Auflagen gibt ist mir ein Rätsel, zumal es sehr viele gute Beispiele für eine Ladenintegration in ein historisches Gebäude gibt. :boese:


      Diesen Aspekt fand ich an Waldshut weder so gravierend noch störend wie in anderen Städte, vermutlich weil die positiven Faktoren, das große Ganze, überwogen und ich über den gut durchmischten privat geführten Einzelhandel ohne das Übermaß der mittlerweile üblichen Filialisten positiv überrascht war...das kenne ich von anderen Städte, v.a. in dieser Größenordnung in solch einem Ensemble im Grunde gar nicht mehr. Zudem kein einziger Leerstand war auszumachen und das will was heißen...

      Ich möchte mich youngwoerth Einschätzung anschließen, es bleibt mir unerklärlich, warum Waldshut weitgehend unbekannt zu sein scheint...
      Und im Gegensatz zu manch anderem städtebaulichem Schmuckstück wirkt Waldshut weder wochenends noch werktags ausgestorben...

      :augenrollen:


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    • Reicht das Einzugsgebiet eigentlich auch in die Schweiz hinein? Wie hoch schätzt Du den Anteil an Schweizer Kaufkraft?

      Weißt Du Neues von der A98? Mit der würde die Stadt auch für Rest-Deutschland erreichbar.
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    • Die Studie der Freiburger Beratungsgesellschaft BBE, die auf Wunsch des Handels von der Stadt bestellt wurde, bescheinigte einen gewaltigen Kaufkraft-Zufluss von außen, allein aus der Schweiz 74 Millionen im Jahr 2007. Das Gutachten sieht den Handel im Vergleich zu ähnlichen Städten gut aufgestellt.
      Quelle: Südkurier



      Zur Diskussion um die A98 ein weiterführender Artikel:
      grundsucher.de/WT/content/view/516013013/144/


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    • Leine1977

      Waldshut hat mit Stand vom 31.12.06 9854 Einwohner, die Gesamtstadt Waldshut-Tiengen zum gleichen Zeitpunkt 22728.

      Ich möchte Waldshut unmittelbar nicht mit Rothenburg vergleichen,
      Dinkelsbühl wäre auf Rothenburg bezogen der bessere Vergleich.
      Dinkelsbühl scheint mir in vielem urbaner und lebendiger, trotz seines
      vergleichbaren touristischen Reizes. Für mich zählt immer das Gesamtpaket!


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