Berlin-Mitte (Galerie)

  • Wie sieht denn der Zeitplan aus? Wann wird die Grünanlage endlich wieder hergerichtet?

  • Hier kommen noch ein paar Klassiker: Besuch des Fernsehturms. Die Scheiben waren leider nicht sauber, deshalb sind die Bilder leicht neblig... (Das Fensterputzen in der Höhe ist auch nicht ohne...)





  • Welcher Platz ist denn das auf dem 1. Bild, und die Strasse dazu, bitte?


    Ich erkenne meistens alles in der Berliner Innenstadt, aber hier muss ich passen....

    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).

  • Welcher Platz ist denn das auf dem 1. Bild, und die Strasse dazu, bitte?


    Ich erkenne meistens alles in der Berliner Innenstadt, aber hier muss ich passen....

    Das ist die Kreuzung Torstr. / Prenzlauer Allee.

    Das markante Eckgebäude war mal:

    - 1878 Exerzierhaus des Kaiser-Alexander-Garde-Grenadier-Regiments Nr. 1 an der damaligen Lothringer Straße 1

    -1927 bis 1929 ließen die jüdischen Geschäftsleute Hermann Golluber und Hugo Haller hier das heute denkmalgeschützte Kredit-Kaufhaus Jonass & Co. errichten

    - 1933 Reichsjugendführer

    - 1949 Zentralkommitee der SED

    - 1959 Institut für Marxismus- Leninismus

    - 2007 Soho-House

  • Danke. Ich hätte es auch nicht gewusst, ich war nur zu Besuch und habe einfach "reihum" Fotos geschossen, vorrangig in den Osten - der war mir ziemlich unbekannt. Leider wurde nach einer halben Stunde ein Drittel der Aussichtsplattform für eine Gesellschaft abgesperrt, ausgerechnet nacb Ostberlin, so dass ich einige Stadtteile nie gesehen habe.

  • Es ist schon wieder eine Weile her, dass die Ohmstraße in Berlin-Mitte zur Sprache kam. Sehr versteckt in einem wenig besuchten Winkel der Stadt, dicht bei den Josettihöfen in der Rungestraße dämmert sie in ihrem Zustand dahin, als wäre sie aus der Zeit gefallen. Etwa die Hälfte der Straße ist unbebaut, aber der Rest (7 Häuser) ist doch sehr ansehnlich.


    2008 hatte Mantikor diese Straße schon mal vorgestellt.


    Berlin - Mitte


    Berlin - Mitte


    Berlin - Mitte


    Berlin - Mitte


    Berlin - Mitte


    Berlin - Mitte


    Berlin - Mitte


    Berlin - Mitte


    Berlin - Mitte


    Berlin - Mitte


    Berlin - Mitte


    Mich würden mal die Hofsituationen interessieren. Leider waren alle Häuser verschlossen. Über Gooogle Earth kann man wenigstens ungefähr etwas erkennen.

  • Na solo unbeliebt ist die Ecke gar nicht. 😉 Immerhin ist der KitKat um die Ecke und am Wochenenden viel Publikumsverkehr. Aber die Ohmstraße wird tatsächlich fast immer übersehen. Sehr interessante Ecke.

  • Solche Kleinode gibt es gar nicht selten in Berlin-Mitte, was mir auffällt ist dass es dort auch recht häufig sehr viel kleinere Altbauten gibt (so wie eben Ohmstrasse etc.) als diese typisch wuchtigen Wilhelmnischen Protz-Dinger. Mitte ist relativ gross, in Seitenstrassen findet man häufig Unerwartetes.


    Was mich aber meisten immer wieder aufs Neue fasziniert: Gemessen daran, dass dies hier das Zentrum des "Reichs" war und eigentlich die übelst zerstört sein müsste, finde ich kurioserweise, dass man dies beim Gang durch Mitte kaum sieht.


    Wüsste ich nicht, dass diese Stadt übelst zerstört sein müsste nach dem Krieg, ich würde es nicht merken. Die DDR hat hier einiges verdammt gut gemacht, aber der Westen später auch. Sehr viel besser als z.b. in Dresden, kann man gar nicht vergleichen. Gibt in Berlin einige richtig gute Neubauten, und eine unglaubliche Vielzahl von Altbauten.

    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).

  • Traurig ist allerdings die fehlende Altstadt, die zerstörte Fischerinsel, die zerstörte Stadt Cölln und der Terror der Leipziger Straße.

  • Was mich aber meisten immer wieder aufs Neue fasziniert: Gemessen daran, dass dies hier das Zentrum des "Reichs" war und eigentlich die übelst zerstört sein müsste, finde ich kurioserweise, dass man dies beim Gang durch Mitte kaum sieht.


    Wüsste ich nicht, dass diese Stadt übelst zerstört sein müsste nach dem Krieg, ich würde es nicht merken.

    Stimmt, die Friedrichstraße weist ja auch kaum Unterschiede zum Vorkriegszustand auf, ebenso der Potsdamer und Leipziger Platz. Auch beim Gang vom Stadtschloss zum Alexanderplatz ahnt man kaum, dass es Krieg und Teilung gegeben hat. Ausklingen lassen wir den Spaziergang auf der idyllischen Fischerinsel, um uns daran zu erfreuen, dass in Berlin so viel erhalten blieb.


    Petersburg, war jetzt dein Beitrag ironisch oder meiner, oder beide? :augenrollen:

  • Einige Bilder aus der Friedrichswerderschen Kirche mit den Skulpturen der Berliner Bildhauerschule.


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    Johann Gottfried Schadow von Hugo Hagen.

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    Christian Daniel Rauch von Friedrich Drake.

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    Eva mit ihren Söhnen Kain und Abel von Reinhold Begas.

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    Im Hintergrund Johann Joachim Winkelmann von Ludwig Wilhelm Wichmann


    Eine Büste des Baumeisters der Kirche nach Christian Friedrich Tieck.

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    Die Kunst(fertigkeit) jener Zeit ist 99% derjenigen von heute m. E. meilenweit überlegen.

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    Zum Abschluss das Netzgewölbe der Decke.

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    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Das Gebiet der ehemaligen Pulverfabrik wurde nach der Verlegung nach Spandau um 1830 von Schinkel und Lenné neu entwickelt. Einen Großteil des Geländes ging ans Militär, ein breiter Streifen an die Bahngesellschaft, die die Linie Berlin - Lehrte betrieb, also für den Lehrter Bahnhof. Entlang dieser beiden Bereiche, quasi als Trennlinie entstand die Lehrter Straße mit ihrer vielfältigen Mischung aus staatlichen Gebäuden wie Zellengefängnis, Ulanen-Kasernengelände samt Exerzierplatz und Arrest-Gebäude (zeitweise Frauengefängnis), der von der Eisenbahn genutzten Grundstücke wie Lokschuppen, Werkstätten oder auch Wohngebäuden für Bahnmitarbeiter. Ein kleiner Teil, vornehmlich im Norden der Straße, war auch für Wohngebäude allgemeiner Natur vorgesehen.


    Auf dem Straubeplan von 1910 ist dieses Mischgebiet gut zu erkennen:


    Berlin - Moabit


    Und auch auf einer Luftaufnahme mit immerhin einem Teil der Bahnanlagen erkennt man gut die Situation an der Lehrter Straße:


    Berlin - Moabit


    Nach dem Zweiten Weltkrieg und den Folgen der Deutschen Teilung verschwand der Lehrter Bahnhof und seine Nebengebäude nach und nach, das Bahngelände gehörte aber der Reichsbahn und damit in den Verwaltungsbereich der DDR. Somit konnte hier erst einmal nicht viel geschehen. Die Flächen der Ulanenkaserne wurden größtenteils mit Wohnhäusern bebaut, der Exerzierplatz zum Stadion (Poststadion). Einige der Kasernengebäude anderen Nutzungen zugeführt bzw. durch Neubauten in den 60er/70er Jahren ersetzt.


    Nach der Wende wurden die verschiedenen Bahngelände auf dem Immobilienmarkt angeboten. Das Gelände des früheren Zellengefängnis zur Gedenk- und Grünanlage. Der zum Gefängnis gehörende Friedhof und das Laubengebiet darauf blieb erhalten.


    Auf dem ehemaligen Bahngelände entstand in den letzten Jahren eine Wohn-Großanlage mit schräg gesetzten Wohnblöcken, die hinter der denkmalgeschützten Mauer der Bahnanlagen entstanden.


    Was wie ein Rückgriff auf die 60er Jahre aussieht ist beim genauen Hinschauen durchaus ein Vorteil. So entstanden kleine abgeschottete Höfe mit viel Grün, außerdem ergibt die Ausrichtung der Blöcke einfach mehr Gestaltungsmöglichkeiten als würde man sie, wie oft geschehen, Block an Block setzen. Die erwähnte Mauer gibt zur Lehrter Straße auch eine gewisse Intimität, also wird der Blockrand zur Straße hin von ihr angedeutet.


    Die Wohnblöcke sind unterschiedlich farbig gestaltet und am höchsten Gebäude hat man auch an so etwas wie einen Stadtplatz gedacht, der genau gegenüber dem Eingang zum Poststadion liegt und sozusagen auf dessen kleinen Vorplatz reagiert.


    Nun eine kleine Serie von Fotos vom letzten Sonntag, von mir gemacht:


    Berlin - Moabit


    Berlin - Moabit


    Berlin - Moabit


    Berlin - Moabit


    Berlin - Moabit


    Berlin - Moabit


    Berlin - Moabit


    Berlin - Moabit


    Berlin - Moabit


    Berlin - Moabit


    Berlin - Moabit



    Des weiteren gibt es u.a. in der Lehrter Straße/ Ecke Kruppstraße auch einige schwer verdauliche Gebäude:


    Berlin - Moabit


    Oder dieses Hotel hier an der Ecke zur Seydlitzstraße:


    Berlin - Moabit


    Beton sticht Blech!


    Da nehmen sich doch die nördlich anschließenden gründerzeitlichen Gebäude wie eine Erholung für das geschulte Auge aus.


    Berlin - Moabit


    Berlin - Moabit


    Berlin - Moabit


    Berlin - Moabit


    Berlin - Moabit


    Berlin - Moabit


    Beim nächsten Foto geht der Blick über die leicht versenkten Gleise der Bahn zum Hauptbahnhof rüber zur 'Europacity'.

    Werde demnächst darüber berichtet, wird sicher nicht alle begeistern. Hihi. Gehört aber auch zur Stadtgeschichte.


    Berlin - Moabit

  • Sie sind mir ein Fuchs! Ja ich wollte nicht das Wort Sch....... schreiben. Außerdem sagt man nicht Scheiße, da geht die Bildung im Ar....!

  • Dazu, zum Brutalismus, gehört aber nur das aus rohem Beton. Das dahinter ist mit Metall verkleidet, das an der Seydlitzstr ist ein Skelettbau, der mit verschiebbaren Metall-Platten vor den Fenstern dieses geschlossene Aussehen vermittelt.


    Brutalismus


    Man könnte vielleicht sagen, dass die gezeigten Gebäude brutal aussehen. Oder einfach nur sch..... (schlecht).

  • Man glaubt es kaum, aber anstelle des Humboldthafens in Berlin stand einmal ein Weinberg, wie man aus alten Kartenwerken ersehen kann! Nach den Lennéschen Planungen wurde dieser im 19. Jh. abgetragen und ein Hafenbecken errichtet. Er war für die Schiffe gedacht, die mit dem gleichzeitig geplanten Spandauer Schifffahrtskanal hier ankamen und auf eine Zoll-Abfertigung am nahen Unterbaum warteten. Dazu gehört auch der Nordhafen nördlich davon.


    Über viele Jahre war das Hafenbecken Grenzgebiet, aber die Mauer verlief auf der östlichen Seite. Eigentlich sollte auf dem Grundstück an der nördlichen Seite des Hafenbeckens eine Kunsthalle errichtet werden, dies unterblieb aber aus Geldmangel.


    So wurde das Grundstück verhökert und bebaut. Zur Invalidenstraße Büros, zum Hafen und Kanal hin Wohnungen. Der attraktive Blick auf den Hamburger Bahnhof ist verstellt. Es war auch der einzige Lichtblick in dieser Ödnis. Natürlich ist er noch in der Invalidenstraße erhalten.


    @Mantikow hatte schon mal die Gebäude, damals noch nicht ganz fertig, vorgestellt.


    Nun also der fertige Zustand. So recht passt alles noch nicht zusammen, ursprünglich sollten den Hafen auf der westlichen wie östlichen Seite noch ganz schmale auf Stelzen stehende Häuser rahmen, aber der Bezirk Mitte ist dagegen, so bleibt es also erst einmal dabei wie es jetzt ist. Am Bahnhofsvorplatz ist ja auch noch ein 180m Hochhaus geplant, aber zuerst muss der Bau der S21 genannten S-Bahn-Verbindung zum Potsdamer Platz fertig gestellt sein (hätte man man damals beim Bau des Hbf mit erledigen können). Danke Herr Mehdorn, dass da immer noch rumgewerkelt wird.


    Blick von der Sandkrugbrücke zur Invalidenstraße:


    Berlin - Humboldthafen


    Berlin - Humboldthafen


    Berlin - Humboldthafen


    Berlin - Humboldthafen


    Berlin - Humboldthafen



    Lage am Hafenbecken:

    Berlin - Humboldthafen


    Berlin - Humboldthafen


    Berlin - Humboldthafen



    Blick vom Dach des Futurium:


    Berlin - Humboldthafen



    Hauptbahnhof mit Europaplatz:


    Berlin - Humboldthafen



    Situation mit Bauten der Charité, dahinter das Wirtschaftministerium (eh. Kaiser-Wilhelm-Akademie):


    Berlin - Humboldthafen