Frankfurter Altstadt (Dom-Römer-Areal)

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    • Schöne Doku über den Wiederaufbau. Besonders interessant fand ich die Passage, in der der Architekt Jochem Jourdan und die Projektleiterin eine sehr intensive Diskussion über die Farbe am Roten Haus haben (ab min 22:05) :biggrin:

      hr wrote:

      Die neue Frankfurter Altstadt – ein Jahrhundertprojekt
      Ein hessenreporter von Gunnar Henrich

      Der Wiederaufbau der im Krieg zerbombten Frankfurter Altstadt ist ein in Europa einmaliges Projekt und viele Millionen Euro teuer. Das Projekt ist nicht unumstritten. Doch Kommunalpolitiker und Bürger haben um den Wiederaufbau gekämpft. Am Wochenende wird der neue Stadtteil nun offiziell mit einem Bürgerfest eröffnet.
      [...]
      hr-fernsehen.de/sendungen-a-z/…rojekt,sendung-43410.html


      Hier noch eine Übersicht mit weiteren Dokus:
      hr-fernsehen.de/sendungen-a-z/hessenreporter/index.html

      Eine (15 Minuten) ausführlichere Version der oben genannten Doku kommt übrigens am Samstag um 18:45 im hr.
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller
    • Kurz vor der Eröffnung der Altstadt gibt es dann doch noch einen Skandal. Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums, zieht im Interview eine Linie zwischen Rekonstruktion und Nationalismus
      "...Es gibt eine weltweite Rekonstruktionswelle. Nationalismus ist auf dem Vormarsch. Es wird deshalb in vielen Ländern rekonstruiert..."
      Unfassbar!
      fr.de/frankfurt/stadtteile/fra…f-dem-vormarsch-a-1590508
    • Neue Altstadt: sogar schöner und orinaler dann Neumarkt in Dresden. Wirklich Spitze!!!

      Nun liebe Deutschen auch mal probieren in ausgebombten aber auch von Deutschen nach 1960 platt gemachten Innenstädte von Heilbronn, Pforzheim, Stuttgart, Mannheim, Augsburg, Nürnberg, Würzburg, Chemnitz, Plauen, Magdeburg, Dresden-Neustadt, Dresden-X, Kassel, Dessau, Bremen, Hannover und manches ödes abgestücktes Viertel in Berlin, besonders der verschwunden Innenstadt mit Marienviertel.

      Vielleicht werden auf einen Tag auch noch die Gerichtsgebäuden in Berlin, Magdeburg und Leipzig in alter Pracht rekonstr ruiert wie die Schauspilehäuser in Kassel, Köln und Frankfurt und manches fehlendes Gründerzeitgebäude (eingig reichen!!!) oder ergänzen wie die fehlende Dächer der Rathäuser in Dresden, Franfurt, Kassel und die Bauten am Bahnhofsplatz in Frankfurt.

      Ich meine:liebe zur Detail, Alt und Alt-interpretation neben einander, aber in voller Harmonie. Esthetik neben Sorgfalt.

      Kann man in Dresden heute noch viel von Frankfurt lernen, da die Qualität am Neumarkt deutlich absinkt.
    • Wikos wrote:

      Kurz vor der Eröffnung der Altstadt gibt es dann doch noch einen Skandal. (...)
      Die Überschrift ist schlimmer als das eigentliche Interview. Lediglich in den letzten zwei Fragen, wird dieser Quatsch mit dem Nationalismus kurz angesprochen. Das würde ich nicht direkt als Skandal bezeichnen. Zumal auch eher andere Länder angesprochen sind.

      Ich finde es eher traurig, daß der Kurator des Architekturmuseums sich inmitten der anspruchsvollen Altstadtatmosphäre nicht wohlfühlt, und erst Erleichterung verspürt, wenn er architektonische Brüche der 1950er-Jahre sieht. :kopfschuetteln:

      Auch für ziemlichen Unsinn, halte ich folgende Fragestellung:

      Frankfurter Rundschau wrote:

      (...) Tatsächlich war die Altstadt historisch immer so etwas wie die Schmuddelecke der Stadt. Da war es eng und dunkel, da hat es gestunken, da floss das Blut aus den Metzgerschirnen in den Main. Ist jetzt nicht ein Bild entstanden, das mit der historischen Wirklichkeit nichts zu tun hat? (...)
      Jetzt mal ganz im Ernst. Hätte die originale Altstadt den Krieg überstanden, wäre sie dann heute noch immer eine Schmuddelecke? Doch wohl eher ein schön herausgeputzter Touristenmagnet. Also, was soll diese schwachsinnige Frage?
    • Frankfurter Rundschau wrote:

      Also, mit Verlaub, ich kann mir diese Unhöflichkeit nicht ersparen: Selbst das Foto spricht doch schon Bände. In den 80ern hätte so ein Mensch noch strickend auf dem Parteitag der Grünen gesessen, aber sonst nicht weiter Schaden angerichtet. Nach dem erfolgreichen "Marsch durch die Institutionen" aber lassen solche selbstgerechten Moralprediger keine Gelegenheit aus, die Allgemeinheit mit erhobenem Zeigefinger belehren.
    • Cachola Schmal ist ein altbekannter Strippenzieher gegen das Altstadtprojekt. Sturm ist sein Handlanger/Untergebener. Trüby ist sein Freund, und dreimal darf man raten, von wem jener einen Teil seiner Informationen erhalten hat...
      Welche Fragen bestehen denn da noch? huh:)

      Noch etwas: Es sei denjenigen ins Lehrbuch geschrieben, die meinen, sie könnten, wenn sie nur möglichst die Politik ganz weit außen vor lassen und sich absolut politisch korrekt verhalten, den Rekonstruktionsgedanken fördern. Politiker der etablierten Parteien würden dann erkennen, dass das doch alles gute Bürger sind, die ein berechtigtes Anliegen haben, und sich somit ganz aufgeschlossen gegenüber neuen Fachwerkhäusern oder Barockfassaden zeigen.
      In der Theorie ist das schön. Doch dies werden die modernistischen Ideologen in der Praxis zu verhindern wissen. Und wenn Du noch so links und politisch korrekt bist, Du wirst schon dafür in Haftung genommen, dass Du die gerechten Ergebnisse des Ausgangs des zweiten Weltkriegs revidieren möchtest, dass Du positiv mit Begriffen wie "Tradition", "Heimat" usw. hantierst, vor allem aber, dass Du die etablierten Machthaber an den Universitäten Kritik aussetzt und Dich gegen neue futuristische Bau- und Gesellschaftsexperimente sperrst.
      In einer Zeit, die auf eine immer stärkere politische Konfrontation hinausläuft, wirst Du leider immer weniger Rückzugsräume finden. Ich bedauere das sehr. Aber es ist leider ein Faktum, dem sich jeder wird stellen müssen.
    • Heimat als Kulisse

      Hier ist noch ein weiterer Artikel. Wieder wird der absurde Zusammenhang von Rekonstruktion zu Rechtspopulismus erwähnt. Aber auch die Versäumnisse moderner Architektur, die es in vielen Jahrzehnten nicht geschafft hat, die Bevölkerung zu begeistern.

      sueddeutsche.de/kultur/staedte…mat-als-kulisse-1.4147404
    • Super. Wenn da erst alle Läden und Lokale eingezogen, und noch mehr Tische & Stühle vor den Häusern stehen, wird das nochmal eine Nummer gemütlicher. Zur Weihnachtszeit werden die Gassen hoffentlich sehr besinnlich geschmückt. Für Besucher des Weihnachtsmarktes, wird das richtig schön.

      Edit:

      daemmer wrote:

      Markt 2: Modegeschäft
      Braubachstr. 23: Reformhaus
      Braubachstr. 23: Interieur-Artikel mit Schwerpunkt handgemachtes Keramikgeschirr
      Braubachstr. 25b: Friseur
      Braubachstr. 27: Juwelier
      Braubachstr. 29: Blumen
      Braubachstr. 29: Abendmode
      Markt 9/11 "Kleiner Vogelsang": Töpferei
      Markt 10 "Schönau": Modegeschäft
      Markt 14 "Neues Paradies": Juwelier
      Markt 15 "Neues rotes Haus": Metzgerei
      Markt 30 "Altes Kaufhaus": Drogerie
      Markt 30 "Altes Kaufhaus": Vegane Backwaren
      Markt 32 "Goldene Schachtel": Frankfurt-Laden
      Markt 34 "Alter Burggraf": Papierwaren
      Markt 36 "Goldenes Haupt": Porzellan
      Markt 38 "Stadt Mailand": Hutsalon
      Hinter dem Lämmchen 6: Bürgerberatung Frankfurt
      Markt 12 "Vorderer Schildknecht": Italienische Café-Bar
      Markt 13 "Grüne Linde": Vinothek, Weinbar
      Markt 22 "Goldene Schere": Kaffee-Rösterei
      Markt 24 "Eichhorn": Spielwarengeschäft
      Markt 28 "Würzgarten": Schmuck-Design
      Natürlich fehlen auf der Übersicht noch einige da ich widersprüchliche Artikel gefunden habe. Also mal abwarten.
      Da wird es in der Altstadt aber recht wenig Gastronomie geben. Hoffentlich ist der Bereich nicht abends tot, wenn alle Geschäfte geschlossen haben.

      Und hier noch ein Bericht über die Eröffnungsfeier:

      bild.de/regional/frankfurt/fra…ert-di-57514848.bild.html
    • @ Neußer

      Urpotsdamer kam mir da zuvor. Ich denke, man hat auch an die Ruhezeiten der Bewohner gedacht und will hier kein Gaudiviertel, wo bis nachts um drei der Bär tobt. Wer hier 1,5 Millionen für eine Wohnung ausgibt, der will hier auch schlafen können. Daher kann ichn schon verstehen, dass es nicht zu viel Gastro ist und man sich bemüht, eine Balance von öffentlicher Nutzung und etwas Privatheit zu schaffen.

      Aber Thommys Bilder zeigen ja, was historische Architektur kann. Diese Atmosphäre bekommt moderne Architektur einfach nicht hin. Wenn jetzt noch etwas Schnee liegt, die Flocken vom Himmel fallen und der Glühwein ausgeschenkt wird, dann ist das Szenario derart traumhaft, dass sich jeder fragt, wie man nur gegen den Wiederaufbau sein konnte!
      APH - am Puls der Zeit
    • Was mir angesichts des jetzt schon sichtbaren Erfolgs dieses grandiosen Rekonstruktionsprojekts völlig unverständlich ist, ist die Vehemenz, mit nun in Frankfurt weitere Rekonstruktionen kategorisch ausgeschlossen werden.

      Bei aller Freude über das Projekt, muss man immer im Hinterkopf behalten, dass es sich um vielleicht 5% der Fläche der ehemaligen Frankfurter Altstadt handelt - und selbst da nicht einmal die Hälfte der Häuser rekonstruiert wurde

      Bei der Tagung von "Pro Altstadt" vor drei Wochen habe ich mir die historische Karte Frankfurts im Stadtmuseum angeschaut und hatte dabei regelrecht Mühe, die rekonstruierten Gassen überhaupt zu finden, so sehr verliert sich das Areal in der riesigen ehemaligen Altstadt.

      Fatal wäre jetzt, wenn man sich auf dieses "Nun ist aber Schluß mit Rekonstruktionen!" einließe oder zulassen würde, dass sich die Meinung verbreitet, Frankfurt hätte nun seine Altstadt wieder (was in vielen Kommentaren so klingt). Das ist schlicht nicht der Fall: Frankfurt hat 5% seiner Altstadt wieder. Die restlichen 95% müssen in den nächsten Jahren erst noch rekonstruiert werden.

      Angesichts dessen finde ich es übrigens sehr problematisch, dass die Reko-Befürworter in Frankfurt sich nun ausgerechnet auf das Alte Schauspielhaus versteifen, um das Momentum auszunutzen, das durch die Reko eines Teils der Altstadt entstanden ist. Dadurch befördert man gewollt oder ungewollt den Eindruck, in Sachen Altstadt gäbe es nichts mehr zu tun.
    • Das Momentum für weitere Altstadtrekos ist aber derzeit eben auch nicht wirklich da, weil man jetzt dort erstmal das Erreichte feiert und zelebriert, durchaus verständlich.

      Am Schauspielhaus gibt es eben konkretere Bedarfe und Überlegungen. Da muss jetzt agiert werden. Hinsichtlich weiterer Altstadtviertel sollte man jetzt ruhig schon weitere Forderungen aufmachen, doch mit Vehemenz sollte man da sparsam umgehen.

      Dringend sind aktuell eben die Themen Schauspielhaus und auch Paulskirche. Da soll ja konkret etwas passieren.