Frankfurter Altstadt (Dom-Römer-Areal)

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      fr-online.de/frankfurt/archite…g-,1472798,34531852.html:


      "Wie denkt man in der Architekturbranche über die rekonstruierte Frankfurter Altstadt?
      Man macht sich über sie lustig. Die Altstadt war schon viermal auf der Witzseite der renommierten Fachzeitschrift „Bauwelt“. Ich denke: Wenn man Fachwerk liebt, sollte man Höchst oder Melsungen besuchen."

      Da sollten sie sich lieber bei der "Bauwelt" an die Nase fassen.
      Ich habe grundsätzlich keine Vorbehalte gegen Architekten. Nur sollten sich einige Architekten durchaus fragen lassen, ob es auch mit weniger Ideologie und dafür mehr Bürgernähe ginge.
      Ich bin sicher kein Verfechter der "Traditionelle um jeden Preis", aber ich bin gegen die "Trostlosigkeit und Langeweile im zeitgenössischen Bauen". dto.
    • Besonders interessant finde ich die Leserkommentare. z.B. dass die Nazis es sind, die die Altstadt rekonstruieren.
      Und wenn jemand antwortet, dass es Blödsinn ist, wird geantwortet, dass Nazis immer sagen, es sei Blödsinn, wenn sie was nicht verstehen.
      Kein Wunder, dass so viel modern gebaut wird. Die Nazis sind ja schließlich in der Minderheit :D

      Mit solchen Bürgern, die solche Meinungen vertreten braucht man sich über die häßlichen Altstädte in Deutschland nicht zu wundern..

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kaiser Karl ()

    • Um Himmels willen was ist an einer Rekonstruktion Gechichtsverfälchung wenn heute hald nix gutes gebaut wird nimmt man halt alte Pläne und gebäude Stile das nennt man Renaissance und ist gut 600-500 Jahre alt.Auch in alten Epochen hat man bedeutende gebäude die bei bränden oder bombardirungen verloren gingen wieder aufgebaut weil sie Stadt bild prägend waren in Belgien und Holland hat man nach dem ersten Weltkrieg ganze Städte wieder rekonstruiert das Sollen die sich wegen ein pa Fachwerk Häusern nicht kleich nass machen zumal wir mit der goldenen Waage dem Rebstock und dem roten Haus besondere und prägende gebärde der Altstadt haben.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Maxitown ()

    • Der Vorwurf der Geschichtsfälschung ist unsäglich dumm, denn Geschichte kann man nicht fälschen, allenfalls die Darstellung von Gechichte. Jeder menschliche Gestaltungsakt ist eine Weiterführung von Geschichte. Wenn ich dagegen den Geschichtsbegriff grundsätzlich auf vergangenes Handeln einschränke und zugleich das Resultat vergangener Geschehnisse als sakrosankt weil "geschichtlich" geworden erkläre, dann muss ich gegen jedes gegenwärtige und zukünftige Veränderungshandeln einschreiten, dann darf keine "geschichtlich gewordene" Brache mehr bebaut werden, dann darf kein "geschichtlich gewordener" Zerfallsprozess eines Gebäudes durch Restaurierung "verfälscht" werden, dann kann sich die Menschheit bis zur endgültigen Selbstaufgabe als Altertumsverein verstehen, der alles Bestehende anhimmelt und neues Handeln untersagt, der vor dem Götzen Geschichte auf den Knien liegt und nicht mehr hochkommt.
    • Mir scheint da jemand nicht überwinden zu können, dass er sich mit seiner Meinung zum Wiederaufbau der Altstadt nicht hat durchsetzen können.

      Einige Aussagen es Herrn Scheffler bedürfen aus meiner Sicht jedoch des Widerspruches:

      1. "Es gab zum Beispiel historisch kaum noch Fachwerkhäuser. Sie wurden im Laufe des 19. Jahrhunderts aus Gründen des Brandschutzes verputzt." - Richtig ist, dass die meisten Fachwerkhäuser im 19. Jhd verputzt wurden. Aber auch verputze Fachwerkhäuser blieben Fachwerkhäuser, deren Fachwerk wenn die Zerstörung nicht erfolgt wäre, auch in Frankfurt wider freigelegt worden wäre (wie auch in dem von Herrn Scheffler erwähnten Städten Höchst und Melsungen).

      2. "In Hannover und Kassel ging man mit dem Abriss noch viel radikaler vor." - Das wage ich zumindest was Hannover betrifft zu bezweifeln. Hier sind ganze Strassenzüge von Fachwerkbauten erhalten worden (teilweise ergänzt durch translozieren an anderen Gassen erhaltender Häuser).

      3. " ( Es wird von) Verbitterungsmilieu der Mittelklasse gesprochen. Das trifft es recht gut. Immer mehr Menschen haben das Gefühl, in der Gesellschaft ihr Mitspracherecht zu verlieren. Sie glauben, dass sie außen vor bleiben. So kommt mir das auch bei den Altstadtfreunden in Frankfurt vor. Solche Gruppierungen gibt es fast in jeder größeren deutschen Stadt." - Es ist doch legitim, dass sich Menschen, in Vereinen zusammentun, um ihre Vorstellungen von Stadtbildgestaltung zu artikulieren!

      4. "In der Frankfurter Innenstadt existieren nicht viele Beispiele moderner Architektur. Ein Beispiel sind die Hochhaus-Türme, die Jürgen Engel für das Palais-Quartier zwischen Zeil und Große Eschenheimer Straße entworfen hat." - Die Frankfurter Innenstadt besteht doch überwiegend aus Gebäuden der Nachkriegszeit und dies wird auch so bleiben. Oder meint Herr Scheffler es existieren nicht viele qualitätvolle Beispiele moderner Architektur in der Frankfurter Innenstadt? Da mag er was den Bereich, der jetzt in der Altstadt neu bebaut wird recht haben, was den Rest der Innenstadt angeht, sehe ich das allerdings nicht so (wenngleich ich das Palais Quartier nicht dazu zähle). Soweit wie das Rundschauhaus qualitätvolle Gebäude der Nachkriegszeit abgerissen werden, geschieht die im Übrigen nie um dort Fachwerkhäuser zu rekonstruieren sondern allein um die Grundstücke noch besser wirtschaftlich nutzen zu können.

      5. "Die neue Altstadt in Frankfurt ist eine große Geschichtsfälschung. Es wird ein Bild der Stadt erzeugt, das so niemals bestanden hat." - Es wird jedem der die "neue" Altstadt durchläuft klar sein, dass dort Rekonstruktionen stehen, die allerdings zum Teil Originalsubstanz aufweisen. Darüber hinaus stehen in der Altstadt auch überwiegend Neuschöpfungen. Sinn des Wiederaufbaues ist auch nicht ein Modell einer mittelalterlichen oder auch nur Stadt der Vorkriegszeit zu errichten, sondern ein Stadtbild, dass teils in modernen Formen und teils mit ausgewählten Rekonstruktionen besonders bedeutender Bauten, das an die vielhundertjährige Geschichte der Frankfurter Altstadt angeknüpft. Dies verfälscht die Geschichte nicht, sondern führt sie fort.

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Andreas ()

    • Es ist doch müßig, sich mit den "Argumenten" eines solchen Ideologen auf der Sachebene auseinander zu setzen.
      Er spricht, und das ist allein wichtig, vom "Verbitterungsmilieu der Mittelklasse". Das ist eine ähnliche Floskel wie "Extremismus der Mitte" usw. Es zeigt die klare Spaltung der Gesellschaft, auch in anderen politischen Bereichen. "Wir sind die Bewusstseins-Elite dieser Gesellschaft, die hier den Überbau bestimmt - wir stehen für Moderne, Globalisierung, offene Gesellschaft usw.", - dort sind die "angsterfüllten, irrationalen Wutbürger aus den abstiegsbedrohten Mittelschichten, die für Rückschritt, Nationalimus (oder gleich Nazionalismus) und Abschottung" stehen. Die Unterschichten, sofern politisch nicht aktiv, und die junge Kreativszene werden als Verbündete der Bewusstseins-Elite verstanden, kann man sie doch als neutrale Masse nutzen oder widerstandslos lenken. Insofern hat Scheffler ja auch völlig recht. Die Altstadt ist ein Schlag ins Gesicht für die von ihm vertretene Schicht. Einer Schicht, deren gemäßigte Teile aber immerhin so klug sind, den "reaktionären Kleinbürgern" immer mal wieder Häppchen zur Beruhigung hinzuschmeißen. Letzterem Umstand haben wir die Altstadt zu verdanken.
    • So wirklich ernst sollte man die insolvente Frankfurter Rundschau sowieso nicht mehr nehmen, die ja von der FAZ "gerettet" wurde und mit einer Mini-Redaktion offensichtlich genau das schreibt, was die noch vorhandene grün-alternative Klientel lesen möchte...

      Fast schon skurril aber dieser Dialog:

      FR schrieb:

      Während Frankfurt die neue Altstadt rekonstruiert hat, wurden herausragende architektonische Zeugnisse der 50er bis 70er Jahre abgerissen.

      Das ist leider so. Der Abbruch des alten Rundschauhauses am Eschenheimer Turm war eine mutwillige Vernichtung qualitätsvoller Bausubstanz.
      Da hätte er sich ja gleich bei seinem Interviewer beschweren können, das "alte Rundschauhaus" ist ja der ehemalige Sitz der Frankfurter Rundschau...
    • Heimdall schrieb:

      Es ist doch müßig, sich mit den "Argumenten" eines solchen Ideologen auf der Sachebene auseinander zu setzen.
      Es ist niemals müßig sich mit anderen Meinungen auf der Sachebene auseinanderzusetzen. Dies gilt zumal dann, wenn ansonsten die Gefahr besteht, dass sich bislang in der Sache unentschlossene oder uninformierte von Aussagen denen man nicht entgegentritt überzeugen lassen. Einen ideologisch denkenden Menschen zu überzeugen dürfte aber wirklich kaum möglich sein (gell Heimdall ;) ). Dass sich die Menschen in Schichten einteilen lassen und ihre Meinungen nur danach wählen, glaube ich gerade nicht. Ich denke doch dass die meisten Menschen ihre Entscheidungen zu bestimmten Sachverhalten differenzierter fällen.

      slesianospostato schrieb:

      Da hätte er sich ja gleich bei seinem Interviewer beschweren können, das "alte Rundschauhaus" ist ja der ehemalige Sitz der Frankfurter Rundschau...

      Das hat in der Tat eine besondere Ironie. Es mag aber auch sein, dass der Interviewte gerade aus dem Grund das alte Rundschauhaus als Beispiel gewählt hat, um sich "zu beschweren". Das ist übrigens der einzige Punkt bei dem Herr Scheffler aus meiner Sicht recht hat.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Andreas ()

    • slesianospostato schrieb:


      Da hätte er sich ja gleich bei seinem Interviewer beschweren können, das "alte Rundschauhaus" ist ja der ehemalige Sitz der Frankfurter Rundschau...
      Ja, das ist schon skurril... :lachen: Obwohl ich ihm bezüglich dieses Gebäudes sogar Recht gebe.

      Ansonsten gibt der Mann so ziemlich dasselbe zum besten, was er schon vor ein paar Jahren in einem Leserbrief in der FAZ losgelassen hatte, nur räumt ihm die FR nun viel mehr Platz für seine Ausführungen ein. Damals hatte er sich auch noch auf Ernst May berufen, der ja bekanntlich gesagt habe, man dürfe zerstörtes auf keinen Fall wiederaufbauen. Tja, wenn der das gesagt hat, dann muss es ja stimmen. Zumindest in der Gedankenwelt eines Architekten.
    • Immer wieder toll, solche Aussagen wie "Fachwerk kann echt nicht mehr, das ist nicht zeitgemäß". In den vergangenen 4 Tage war ich in Goslar, und habe dort im berühmten Brusttuch gewohnt. Ich kann nur sagen: dieses sehr alte und von außen sehr, sehr schöne Gebäude funktioniert im Innern auch nach heutigen Standards immer noch absolut perfekt! Das mit "unzeitgemäß" kann also einfach nicht stimmen. Nur kann man die verbohrte "Ideologen", die immer wieder solche Aussagen treffen, leider total nicht überzeugen, auch wenn deren Argumenten einfach unhaltbar sind...
    • Maxitown schrieb:

      Die sollen sich wegen ein pa Fachwerk Häusern nicht kleichnassmachen zumal wir mit der goldenen Waage dem Rebstock und dem roten Haus besondere und prägende gebärde der Altstadt haben.
      Na ja großes fing meistens ganz klein an, die merken halt wie ihre Felle davon schwimmen. Die Masse der Menschen würde, wenn Sie könnte und den Vergleich hätte sich immer für die traditionelle Bauart entscheiden. Die Wünsche nach mehr Rekonstruktionen werden zunehmen. Es verhält sich bei den ideologisch verbohrten Architekten so ähnlich wie bei den Politikern der Einheitspartei (CDU/SPD/GRÜNE/LINKE UND SPD) mit der AfD!
    • Götzenhainer schrieb:

      Wie es darin heißt wird die 50iger-Jahresbebauung südlich des Römers in kürze saniert. Ein Wiederaufbau des Hauses Lichtenstein etc. dürfte damit auf lange Sicht vom Tisch sein......
      Nicht ganz. Es geht im Artikel um die Bebauung gegenüber des Historischen Museums, nicht die direkt südlich vom Römer-Rathaus. Dennoch ist die Sanierung des 50er-Gebäudes an der gemeinten Stelle, ein Gebäude der Evangelischen Kirche, auch schade um den Standort und die ehem. Altstadt.
      Favorevole alla ricostruzione completa come era e dove era.
    • Retro79 schrieb:

      Na ja großes fing meistens ganz klein an, die merken halt wie ihre Felle davon schwimmen. Die Masse der Menschen würde, wenn Sie könnte und den Vergleich hätte sich immer für die traditionelle Bauart entscheiden.
      Die Frankfurter Neue Altstadt wird, genau wie der Dresdner Neumarkt, ein Offenbarung sein. Die Menschen haben dort den direkten Vergleich "Gegenwartsarchitektur" und traditionelle Architektur. Der Bürger wird entscheiden was für ihn angenehmer und stimmiger ist.
      Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.
    • Brandmauer schrieb:

      "Nicht ganz. Es geht im Artikel um die Bebauung gegenüber des Historischen Museums, nicht die direkt südlich vom Römer-Rathaus. Dennoch ist die Sanierung des 50er-Gebäudes an der gemeinten Stelle, ein Gebäude der Evangelischen Kirche, auch schade um den Standort und die ehem. Altstadt."

      Ich denke in dem Artikel ist von dem Gebäude Römerberg 13 die Rede, Brandmauer, oder? Dies gehört zu der Häuserzeile wo einst auch das Haus Lichtenstein stand. Ich glaube nicht das nur dieser eine Gebäudeteil saniert wird -was schlimm genug wäre- sondern gleich der ganze Block........