Am 9.November findet unser großes Initiativentreffen in Frankfurt am Main statt. Unter der Rubrik "Aktuelles und Allgemeines" finden Sie alle Informationen vor.

Frankfurter Altstadt (Dom-Römer-Areal)

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    • Genau, wir brauchen hier nicht das Pro und Kontra von Bäumen diskutieren, da werden wir ohnehin großen Konsens pro haben. Es geht aber um wohlüberlegte Standorte. Auch lassen sich Bäume durchaus versetzen.

      Wäre durchaus mal ein eigenes Thema wert. Ich ärgere mich regelmäßig über ungünstig platziertes Stadtgrün, welches wertvolle und sehenswerte Fassaden oder Aussichten und Blickachsen verstellt. Da fehlt heute das Gespür irgendwie. In der Gründerzeit gab es noch viel mehr Bäume in unseren Städten, sie störten aber praktisch nie, sondern waren sehr clever platziert, um die Architektur zu rahmen und sogar zu betonen. Eine Kunst, die im 20. Jahrhundert verloren ging und erst allmählich wieder entdeckt wird.
    • Ja, bei der Durchsicht der Bilder kam mit etwa 20 Mal der Einwand "geht nicht" in den Sinn. Geht eben doc - ein Anschauungsobjekt für Generationen von Schreinern.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Auch ich war jetzt in der neuen Frankfurter Altstadt und möchte einige Bilder, die ich gemacht habe, teilen. Einige sind sehr ähnlich mit denen die hier schon zu sehen sind. Ich habe mich am vergangenen Sonntag sehr früh auf dem Weg gemacht und war somit schon gegen 8:00 Uhr dann da; lange bevor die Touristenströme ankamen. Ich hatte mein Wagen im Parkhaus Dom/Römer abgestellt und als ich dann das Parkhaus verließ, sah ich das hier:




      Was für ein Anblick! Das Haus Würzgarten (mit Frankfurter Nase) am Krönungsweg, Markt 28. Ein verputztes Fachwerkhaus von Anfang des 16. Jahrhunderts, vorm Krieg in Besitz der Famile Mettenheimer und heute wieder.


      Natürlich das Paradestück: Haus Zur Goldenen Waage:




      Die Erdgeschossdecke im Ladenlokal:




      Jetzt wieder vom Krönungsweg in Richtung Hühnermarkt, sieht man das Rote Haus:




      Gegenüberstellungen (historische Aufnahmen von Wikimedia Commons):




      Eindrücke vom Hühnermarkt, liebevoll geplante Dachlandschaft:




      Details über Details:








      Was mich betrifft einesder schönsten Häuser: Braubachstraße 21, ehemals Rebstock 3:







      Entschuldigt mir die nicht ganz optimale Bilderqualität, aber ich wollte sie gerne mit euch teilen.
      Es ist hier schon angesprochen worden: das neue Holz sieht lackiert aus wie Plastik und das stimmt auch. In 90 Jahren, wenn wir nicht mehr da sind, wird die neue Altstadt wie das aussehen was sie ist: eine Altstadt. Die atemberaubende Ostzeile des Römerbergs sieht mittlerweile auch schon nicht mehr wie geleckt aus.
      Heilen ist besser als Wunden offenhalten!
    • Einfach herrlich! Man kann sich überhaupt nicht sattsehen! Und in 90 Jahren werden dann hoffentlich auch die meisten Nachkriegsprovisorien durch zumindest "altstadtgerechte Räume" (verzeiht mir bitte das trübe Wortspiel, aber das musste jetzt sein ;-)))) ersetzt worden sein!

      Wovon ich aber fix ausgehe, dass wir alle auch noch Rekos weiterer Objekte in der Altstadt erleben werden, zumal Römerberg und Hühnermarkt mehr als ein Erfolg wurden! Sehr freuen würde ich mich über eine Reko des Salzhauses am Römer, welches für mich ein Rekofixkandidat darstellt. Nur eine Frage der Zeit! Nicht umsonst wartet bereits das erhaltene EG und die vielen Spolien darauf wieder als Gesamtkunstwerk aufgeführt zu werden. Das sind wir unseren alten Meistern mindestens schuldig für all den Schweiß und Fleiß, den sie als ihr Erbe an uns weitergeben haben - aus genau diesem Grund wurden die Spolien auch vor der endgültigen Vernichtung gerettet.
      „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)








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    • Einen geschichtsträchtigen Nachmittag Frankfurter Architekturdebatte gab es gestern im Mousonturm in Frankfurt am Main. Anlass war ein Symposium zum Thema "Rechte Räume" mit Prof. Stephan Trüby als Moderator. In der anschließenden Diskussion vor etwa 80-100 Teilnehmern ergriff auch Wolfgang Hübner das Wort.
      Zur Erinnerung: Hübner machte im August 2005 als einziger BFF-Stadtverordneter als erster das dann realisierte Altstadt-Projekt zum Gegenstand einer kommunalpolitischen Abstimmung. An der Formulierung des Antrags war auch sein damaliger Fraktionsmitarbeiter Claus Wolfschlag beteiligt. Trüby löste später, im April 2018, im FAZ-Artikel "Wir haben das Haus am rechten Blick" eine Debatte um Rechte Räume aus, weil Hübner und Wolfschlag einen rechten Hintergrund hätten. Zudem gab es von der Architekturzeitschrift Arch+ (mit dem Redaktionsmitglied Trüby) eine an Stadtbild Deutschland gerichtete Petition für einen "Rekonstruktions-Watch".
      Gestern Abend stellte Hübner in der öffentlichen Diskussion klar: Sein damaliger Antrag hatte keinen ideologischen Hintergrund und er wollte damit keinen "Rechten Raum Altstadt" schaffen. Die Intention für den Antrag von Hübner/Wolfschlag war vielmehr schöne Architektur dort zu etablieren. Hübner trug diese Klarstellung sehr glaubwürdig vor. Es gab dazu auch keinen Widerspruch oder weitere Rückfragen vom Podium.
      Damit sollte die Diskussion um Rechte Räume in der Frankfurter Altstadt geklärt sein. Vielleicht hätte Trüby schon früher mit Hübner reden müssen, bevor er diese Debatte entfachte. Für die aufgeregten Medien war es ein schönes Futter. Den Rekonstruktions-Freunden in Frankfurt (und auch hier im Forum) hat es viele Nerven gekostet.
    • Wikos wrote:

      Vielleicht hätte Trüby schon früher mit Hübner reden müssen, bevor er diese Debatte entfachte.
      Was hätte das bringen sollen?
      Trüby hat eine bestimmte ideologische Position, nach der Rekonstruktionen der Ausdruck einer neurechten Bewegung in der Architektur sind. Hübner und Wolfschlag waren für ihn nur der Aufhänger, um diese Ideologie der Öffentlichkeit schmackhaft machen zu können. Was die realen Motivationen der Akteure sind bzw. waren, ist für ihn vor dem Hintergrund seiner ideologischen Position völlig irrelevant und nicht geeignet, irgendetwas an seinem Standpunkt zu ändern.
    • Heute wurde eine interessante Auktion bei Ebay beendet, und zwar wurde eine kleine Fotodokumentation versteigert, die den Bau der U-Bahn, der Subkonstruktion des inzwischen abgebrochenen Technischen Rathauses und der Tiefgarage zum Inhalt hat. Wahrscheinlich war dies eine Dokumentation, die allen daran beteiligten Firmen zum Abschluss überreicht wurde. Also kein Unikat, aber trotzdem wohl sehr selten! Link zur Auktion:
      Frankfurt/Main - Fotografien Bau Technisches Rathaus 1970 - 1972 -s. Bilder | eBay
      Die Bilder zeigen also die heute noch erhaltene Subkonstruktion (U-Bahn und Tiefgarage) unter der Pflästerung der vorangehenden Bildergalerien.

      Die Bilder bleiben bei Ebay nur etwa sechs Monate online. Um sie uns dennoch zu erhalten, habe ich sie an anderer Stelle direkt eingebunden und Erläuterungen hinzugefügt: baukultur-forum.bz/forum/index…&postID=314381#post314381

      The post was edited 1 time, last by Riegel ().

    • Die hessenschau zieht Bilanz "Ein Jahr neue Altstadt Frankfurt":

      hessenschau.de/tv-sendung/ein-…SWFJTDfy2nucJoT6wZ6hDfaqo

      Erfreulich zu sehen, wie sich das Quartier mit Geschäften belebt hat und ein richtig normaler, aber eben auch sehr schöner Stadtteil geworden ist.
      Ich freue mich schon darauf, es mir im November dann noch einmal in Echt anzusehen, als ich das letzte Mal da war, war alles noch gesperrt und Baustelle :)
    • Frankfurt Altstadt Quartier ein Muster und Leitbild für andere Städte mit wenig Altstadt wie z.B. Heilbronn, Pforzheim, oder sogar Magdeburg oder Chemnitz? So einer Erfolg soll doch weiter geführt werden?? Ein Vorbild für ein neu zu bauen Berliner Altstadt um die Marienkirche mit dem alten Marienplatz als Ziel??? Ich denke Berlin kann so etwas wirklich brauchen!!!
    • Heute ein sehr sachlicher und angenehm differenzierter Artikel zur Neuen Altstadt in der FAZ.

      edition.faz.net/faz-edition/re…08a48d54b6615fde9?GEPC=s9

      Auszug aus einem neuerschienenen Buch: Frankfurts Neue Altstadt von Freddy Langer

      Darin findet man neben vielem anderem Anregenden:

      Heute behaupten Architekten gern, die Menschen verstünden ihre modernen Entwürfe nicht, weil sie die Sprache der Architektur nicht verstünden. Aber vielleicht verstehen auch die Architekten die Bedürfnisse der Menschen nicht mehr und deren Misstrauen in die Materialien Stahl, Beton und Glas, die überall auf der Welt zu sich ähnelnden, puristisch ausgerichteten Fassaden zusammengefügt werden. Womöglich spiegelt sich darin sogar ein gewisses Misstrauen in die Zukunft wider. Menschen suchen in der Architektur nicht allein vor Wind und Wetter Schutz.

      Und er kommt zu dem Schluss:

      Es ist aber auch nicht auszuschließen, dass die Neue Altstadt eines Tages zum historischen Ort der Zukunft wird. Dass sie dann etwas von den Sehnsüchten erzählt, von denen die Menschen zu Beginn des einundzwanzigsten Jahrhunderts getrieben waren, und von deren Misstrauen in das, was kommt. Vielleicht wäre es schon deshalb eine Überlegung wert, das ganze Ensemble, so wie es ist, über kurz oder lang unter Denkmalschutz zu stellen.

      The post was edited 1 time, last by Bentele ().

    • Bentele wrote:



      Heute behaupten Architekten gern, die Menschen verstünden ihre modernen Entwürfe nicht, weil sie die Sprache der Architektur nicht verstünden. Aber vielleicht verstehen auch die Architekten die Bedürfnisse der Menschen nicht mehr ...
      Ich würde noch einen Schritt weiter gehen: die meisten Architekten verstehen selber die Sprache der Architektur nicht mehr. Sie sprechen ein selbst fabriziertes Kauderwelsch, eine Art Designsprache, in der sie arrogant über die Köpfe der Leute hinwegreden. Sie reden unverständlich und reagieren verständnislos, wenn sie nicht verstanden werden.
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      Ist das lieblos gemacht... schade um die schöne Stuckdecke.

      Notausgangsleuchten und ein Feueralarmknopf braucht es wohl, aber die restlichen Installationen... unverständlich. Bewegungsmelder, Fischaugenkamera, orange Alarmleuchte, Steckdosen, Steckdosen, Steckdosen und nochmals Steckdosen, Deckenspots, Stromschiene... kahler vierkantiger Unterzug, rustikal im Naturholzton belassene Knaggen (die der Barock sicher mit einem Gipsüberzug versehen hatte), die Stuckdecke ohne Randabschluss, eine dicke Fuge zwischen Stuckdecke und Fensteroblichtern, spiessige Simsen (auf die man Blumentöpfe draufstellen kann), hochgezogener Steinsockel...

      Da hat jemand viel Fantasie zusammengebracht, wie man einen Raum verunstalten kann.

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      Abgesehen davon kann man sich über diese Brandschutzbestimmungen nur noch wundern. Für wie doof halten die Leute eigentlich? Man sieht doch, dass dort die Ausgangstür ist (durch die man ja meist auch hereingekommen ist). Wozu braucht es da eines grünen Hinweisschildes? Schaut jemand im Brandfall wirklich nach kleinen grünen Schildchen? Ich würde eher nach einer Tür oder einem Fenster schauen. Wie jeder Mensch mit etwas Grundintelligenz. Und der Feueralarm-Knopf konnte wohl nur direkt mittig am Eingang platziert werden, weil alles andere wohl zu dezent gewesen wäre. Gegen die Steckdosen will ich noch nichts sagen. Sie mögen aus technischen Gründen benötigt werden. Aber die Stuckdecke ohne richtigen Wandabschluss geht mal gar nicht.