Frankfurter Altstadt (Dom-Römer-Areal)

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  • Kurz vor der Eröffnung der Altstadt gibt es dann doch noch einen Skandal. Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums, zieht im Interview eine Linie zwischen Rekonstruktion und Nationalismus
    "...Es gibt eine weltweite Rekonstruktionswelle. Nationalismus ist auf dem Vormarsch. Es wird deshalb in vielen Ländern rekonstruiert..."
    Unfassbar!
    http://www.fr.de/frankfurt/sta…f-dem-vormarsch-a-1590508

  • Neue Altstadt: sogar schöner und orinaler dann Neumarkt in Dresden. Wirklich Spitze!!!


    Nun liebe Deutschen auch mal probieren in ausgebombten aber auch von Deutschen nach 1960 platt gemachten Innenstädte von Heilbronn, Pforzheim, Stuttgart, Mannheim, Augsburg, Nürnberg, Würzburg, Chemnitz, Plauen, Magdeburg, Dresden-Neustadt, Dresden-X, Kassel, Dessau, Bremen, Hannover und manches ödes abgestücktes Viertel in Berlin, besonders der verschwunden Innenstadt mit Marienviertel.


    Vielleicht werden auf einen Tag auch noch die Gerichtsgebäuden in Berlin, Magdeburg und Leipzig in alter Pracht rekonstr ruiert wie die Schauspilehäuser in Kassel, Köln und Frankfurt und manches fehlendes Gründerzeitgebäude (eingig reichen!!!) oder ergänzen wie die fehlende Dächer der Rathäuser in Dresden, Franfurt, Kassel und die Bauten am Bahnhofsplatz in Frankfurt.


    Ich meine:liebe zur Detail, Alt und Alt-interpretation neben einander, aber in voller Harmonie. Esthetik neben Sorgfalt.


    Kann man in Dresden heute noch viel von Frankfurt lernen, da die Qualität am Neumarkt deutlich absinkt.

  • Kurz vor der Eröffnung der Altstadt gibt es dann doch noch einen Skandal. (...)

    Die Überschrift ist schlimmer als das eigentliche Interview. Lediglich in den letzten zwei Fragen, wird dieser Quatsch mit dem Nationalismus kurz angesprochen. Das würde ich nicht direkt als Skandal bezeichnen. Zumal auch eher andere Länder angesprochen sind.


    Ich finde es eher traurig, daß der Kurator des Architekturmuseums sich inmitten der anspruchsvollen Altstadtatmosphäre nicht wohlfühlt, und erst Erleichterung verspürt, wenn er architektonische Brüche der 1950er-Jahre sieht. :kopfschuetteln:


    Auch für ziemlichen Unsinn, halte ich folgende Fragestellung:

    (...) Tatsächlich war die Altstadt historisch immer so etwas wie die Schmuddelecke der Stadt. Da war es eng und dunkel, da hat es gestunken, da floss das Blut aus den Metzgerschirnen in den Main. Ist jetzt nicht ein Bild entstanden, das mit der historischen Wirklichkeit nichts zu tun hat? (...)

    Jetzt mal ganz im Ernst. Hätte die originale Altstadt den Krieg überstanden, wäre sie dann heute noch immer eine Schmuddelecke? Doch wohl eher ein schön herausgeputzter Touristenmagnet. Also, was soll diese schwachsinnige Frage?

  • Quote from Frankfurter Rundschau

    Also, mit Verlaub, ich kann mir diese Unhöflichkeit nicht ersparen: Selbst das Foto spricht doch schon Bände. In den 80ern hätte so ein Mensch noch strickend auf dem Parteitag der Grünen gesessen, aber sonst nicht weiter Schaden angerichtet. Nach dem erfolgreichen "Marsch durch die Institutionen" aber lassen solche selbstgerechten Moralprediger keine Gelegenheit aus, die Allgemeinheit mit erhobenem Zeigefinger belehren.

  • Vor 30 Jahren gab es folgende Sätze zu hören:
    "Ein ganz typischer Wendeverlierer - dieser Jammerossi.
    Dem muss man wahrscheinlich erst mal das Arbeiten beibringen."


    Irgendwie assoziiere ich hier mit Mr. Schmal(spur) Parallelen.


    Denn wie kann man sich derartig der Schönheit des Viertels verweigern?

  • Cachola Schmal ist ein altbekannter Strippenzieher gegen das Altstadtprojekt. Sturm ist sein Handlanger/Untergebener. Trüby ist sein Freund, und dreimal darf man raten, von wem jener einen Teil seiner Informationen erhalten hat...
    Welche Fragen bestehen denn da noch? huh:)


    Noch etwas: Es sei denjenigen ins Lehrbuch geschrieben, die meinen, sie könnten, wenn sie nur möglichst die Politik ganz weit außen vor lassen und sich absolut politisch korrekt verhalten, den Rekonstruktionsgedanken fördern. Politiker der etablierten Parteien würden dann erkennen, dass das doch alles gute Bürger sind, die ein berechtigtes Anliegen haben, und sich somit ganz aufgeschlossen gegenüber neuen Fachwerkhäusern oder Barockfassaden zeigen.
    In der Theorie ist das schön. Doch dies werden die modernistischen Ideologen in der Praxis zu verhindern wissen. Und wenn Du noch so links und politisch korrekt bist, Du wirst schon dafür in Haftung genommen, dass Du die gerechten Ergebnisse des Ausgangs des zweiten Weltkriegs revidieren möchtest, dass Du positiv mit Begriffen wie "Tradition", "Heimat" usw. hantierst, vor allem aber, dass Du die etablierten Machthaber an den Universitäten Kritik aussetzt und Dich gegen neue futuristische Bau- und Gesellschaftsexperimente sperrst.
    In einer Zeit, die auf eine immer stärkere politische Konfrontation hinausläuft, wirst Du leider immer weniger Rückzugsräume finden. Ich bedauere das sehr. Aber es ist leider ein Faktum, dem sich jeder wird stellen müssen.

  • Es fällt auf, dass in keinem der Fenster Licht brennt. Ist denn noch keiner eingezogen, oder haben die alle hermetische Vorhänge, die kein Licht durchlassen? :D


    Aber Wahnsinn, was für eine Atmosphäre allein durch die Bilder rüber kommt. Sowas kann keine moderne Architektur erzeugen!

  • Super. Wenn da erst alle Läden und Lokale eingezogen, und noch mehr Tische & Stühle vor den Häusern stehen, wird das nochmal eine Nummer gemütlicher. Zur Weihnachtszeit werden die Gassen hoffentlich sehr besinnlich geschmückt. Für Besucher des Weihnachtsmarktes, wird das richtig schön.


    Edit:

    Da wird es in der Altstadt aber recht wenig Gastronomie geben. Hoffentlich ist der Bereich nicht abends tot, wenn alle Geschäfte geschlossen haben.


    Und hier noch ein Bericht über die Eröffnungsfeier:


    https://www.bild.de/regional/f…ert-di-57514848.bild.html

  • Also ich sehe am Markt zwei Bars. Das ist auch der einzige Ort, wo man sich draußen hinsetzen könnte - die übrigen Gassen sind zu eng. Außerdem darf man nicht vergessen: dort wohnen Menschen. Ich glaube, so ist das schon völlig ok.

  • @ Neußer


    Urpotsdamer kam mir da zuvor. Ich denke, man hat auch an die Ruhezeiten der Bewohner gedacht und will hier kein Gaudiviertel, wo bis nachts um drei der Bär tobt. Wer hier 1,5 Millionen für eine Wohnung ausgibt, der will hier auch schlafen können. Daher kann ichn schon verstehen, dass es nicht zu viel Gastro ist und man sich bemüht, eine Balance von öffentlicher Nutzung und etwas Privatheit zu schaffen.


    Aber Thommys Bilder zeigen ja, was historische Architektur kann. Diese Atmosphäre bekommt moderne Architektur einfach nicht hin. Wenn jetzt noch etwas Schnee liegt, die Flocken vom Himmel fallen und der Glühwein ausgeschenkt wird, dann ist das Szenario derart traumhaft, dass sich jeder fragt, wie man nur gegen den Wiederaufbau sein konnte!

    APH - am Puls der Zeit

  • Was mir angesichts des jetzt schon sichtbaren Erfolgs dieses grandiosen Rekonstruktionsprojekts völlig unverständlich ist, ist die Vehemenz, mit nun in Frankfurt weitere Rekonstruktionen kategorisch ausgeschlossen werden.


    Bei aller Freude über das Projekt, muss man immer im Hinterkopf behalten, dass es sich um vielleicht 5% der Fläche der ehemaligen Frankfurter Altstadt handelt - und selbst da nicht einmal die Hälfte der Häuser rekonstruiert wurde


    Bei der Tagung von "Pro Altstadt" vor drei Wochen habe ich mir die historische Karte Frankfurts im Stadtmuseum angeschaut und hatte dabei regelrecht Mühe, die rekonstruierten Gassen überhaupt zu finden, so sehr verliert sich das Areal in der riesigen ehemaligen Altstadt.


    Fatal wäre jetzt, wenn man sich auf dieses "Nun ist aber Schluß mit Rekonstruktionen!" einließe oder zulassen würde, dass sich die Meinung verbreitet, Frankfurt hätte nun seine Altstadt wieder (was in vielen Kommentaren so klingt). Das ist schlicht nicht der Fall: Frankfurt hat 5% seiner Altstadt wieder. Die restlichen 95% müssen in den nächsten Jahren erst noch rekonstruiert werden.


    Angesichts dessen finde ich es übrigens sehr problematisch, dass die Reko-Befürworter in Frankfurt sich nun ausgerechnet auf das Alte Schauspielhaus versteifen, um das Momentum auszunutzen, das durch die Reko eines Teils der Altstadt entstanden ist. Dadurch befördert man gewollt oder ungewollt den Eindruck, in Sachen Altstadt gäbe es nichts mehr zu tun.

  • Das Momentum für weitere Altstadtrekos ist aber derzeit eben auch nicht wirklich da, weil man jetzt dort erstmal das Erreichte feiert und zelebriert, durchaus verständlich.


    Am Schauspielhaus gibt es eben konkretere Bedarfe und Überlegungen. Da muss jetzt agiert werden. Hinsichtlich weiterer Altstadtviertel sollte man jetzt ruhig schon weitere Forderungen aufmachen, doch mit Vehemenz sollte man da sparsam umgehen.


    Dringend sind aktuell eben die Themen Schauspielhaus und auch Paulskirche. Da soll ja konkret etwas passieren.

  • (...) Ich denke, man hat auch an die Ruhezeiten der Bewohner gedacht und will hier kein Gaudiviertel, wo bis nachts um drei der Bär tobt. (...)

    Na, so war das auch gar nicht gemeint. Aber wenn ich mir die Branchen so ansehe, die dort einen Laden eröffnen, rechne ich mit Geschäftszeiten von 09:00 Uhr bis 18:30 Uhr. Dazwischen noch 60 Minuten Mittagspause. Oder so ähnlich.


    Aber wir werden sehen. Einige Geschäfte werden wahrscheinlich irgendwann schließen und durch andere ersetzt. So ist das ja normal. Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß direkt zwei Juweliergeschäfte in dem kleinen Bereich nötig sind.

    (...) Fatal wäre jetzt, wenn man sich auf dieses "Nun ist aber Schluß mit Rekonstruktionen!" einließe... (...)

    Da kommt ja wenigstens noch die Rekonstruktion der Rathaustürme. Die habe ich schon fest eingeplant. :D