Frankfurter Altstadt (Dom-Römer-Areal)

  • Nicht ganz!


    Hier hab ich endlich was gefunden in der Offenbach-Post vom 16.12.2015:


    https://www.op-online.de/regio…-euro-teurer-5963799.html


    "(...) Eine Entscheidung ist über die Straßenleuchten gefallen, mit der das neue Quartier erhellt werden soll. CDU, SPD und Grüne votierten für eine Art Leuchte, die bereits seit 30 Jahren auf dem Römerberg steht. Angeschafft werden sollen 48 dieser Laternen zum Stückpreis von 3400 Euro. Der Gestaltungsbeirat hatte ursprünglich eine neue, schlichtere Leuchte entwickeln wollen(...)"


    Somit war es also der Gestaltungsbeirat, der eine moderne Leuchte haben wollte ...

  • Gibt es denn ein Bild von der "Leuchte, die bereits seit 30 Jahren auf dem Römerberg steht"?

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Wer mehr über die Frankfurter Gaslaternen und deren Geschichte wissen möchte, dem sei diese Ausgabe des "Zündfunken" empfohlen (Link unten). Herausgeber ist der Verein ProGaslicht e.V. (http://www.ProGaslicht.de), der sich seit Jahren um die Bewahrung der noch vorhandenen Gasbeleuchtung, nicht nur in Deutschland, bemüht.


    Auf der Titelseite findet sich das Bild eines (gasbetriebenen) Leuchtkopfes der alten Frankfurter Gaslaternen, ab Seite 8 (Mitte) ein Überblick über die Geschichte der Frankfurter Gasbeleuchtung sowie u.a. Bilder aus der Tuchgaden und der Langen Schirn mit Gasleuchten auf Wandarm.



    http://progaslight.org/ZF/PGL_Zuendfunke_8-2009.pdf

  • Der U-Bahnzugang ist nun komplett Gerüstfrei:



    Gut sieht man die integrierten Fassadenbruchstücke des Technischen Rathauses, eine schöne Idee, wie ich finde:



    Das Rote Haus ist endlich wieder eingerüstet, hier geht's nun auch zügig weiter, hoffe ich mal:


  • Gut sieht man die integrierten Fassadenbruchstücke des Technischen Rathauses, eine schöne Idee, wie ich finde

    Absolut fantastisch - ich habe gerade ganz herzlich gelacht! Man hat in Frankfurt einfach auch Humor und einen geradezu goetheschen Sinn für Vielschichtigkeiten. So etwas wäre hier in Dresden so nie denkbar! Auch die Gestaltung des Gitters des U-Bahn-Zugangs finde ich sehr gelungen. In Dresden hätte man da etwas ganz brutal Abstraktes mit möglichst viel Glas (siehe den Tiefgaragenzugang auf dem Neumarkt) drangedonnert.
    Ich beginne Frankfurt immer mehr - zugegebenermaßen mit etwas (liebevollem) Neid - zu bewundern. Na ja, dafür haben wir hier in DD ja die Frauenkirche, die Semperoper und das Schloss mit seinen Räumen, die bald kommen..... :D

  • Quote from oktavian

    Ich beginne Frankfurt immer mehr - zugegebenermaßen mit etwas (liebevollem) Neid - zu bewundern.

    Ich freue mich, dass du doch noch die Bewunderung für das Frankfurter Projekt doch noch gefunden hast :D;) . Aber im ernst, ich denke, dass das Frankfurter Projekt die logische Konsequenz aus dem Dresdner Vorbild ist, daher besteht für Neid auch gar kein Anlass, was ich einfach unglaublich schön finde, ist, dass man sich Dresden zum Vorbild genommen hat, dann aber, bevor man anfängt zu bauen, das Projekt in Dresden kritisch reflektiert hat und geschaut hat, was dort funktioniert hat und was eben nicht. Ich brauche die Punkte nicht mehr alle aufführen, habe ich in meinen Überschwang hier ja schon alles getan :lachentuerkis:


    Ich finde aber einfach, dass der U-Bahn-Eingang symbolisch für das ganze Quartier steht. Man hat eben nicht auf Kontrast gesetzt, nicht auf "Hier bin ich", sondern hat selbst den Eingang sehr schön ins Ensemble eingebettet. Das man sogar die Stärke hatte und an das Technische Rathaus mit diesem Augenzwinkern erinnert, diese Idee finde ich das schon extrem nice und es zeigt, dass der Umgang hier in Frankfurt dann doch deutlich entspannter geworden ist was das Thema Rekonstruktionen angeht.


    Ich kann aber auch nur nochmal das betonen, was oktavian bereits angemerkt har, allein an den Gittern sieht man, wie sehr sich das Frankfurter Wiederaufbauprojekt von allen anderen bisherigen unterscheidet. Die Liebe zum Detail ist einfach das ganz ganz große Plus bei diesem Projekt. Und es sind ja gerade diese Details, die man an modernen Bauten immer vermisst, weil es sie schlicht nicht gibt. Ich denke, man kann im nächsten Jahr 5 mal über die gesamte Anlage laufen und findet dann immer noch Dinge, die einem vorher nicht aufgefallen sind. Und dann wären wir wieder beim Begriff Architektur. Denn das war früher mal Kunst am Bau und ich finde es wirklich bemerkenswert, dass man auch bei den modernen Bauten versucht, diese Kunst wieder sichtbar zu machen. Ja, es ist noch nicht bei jedem Neubau gelungen, aber ich bin ehrlich, ich hätte diese Kreativleistungen vielen heutigen Architekten nicht mehr zugetreut. Daher hoffe ich, dass zumindest die beteiligten Architekten irgendwie Blut geleckt haben und auch die Lust am Gestalten wieder gefunden haben.


    Wenn ich mir z.B. Herr Jourdan anschaue, wie er anfangs über die Altstadt geredet hat und mit welchem Herzblut er heute dabei ist und jedes Symbol, jede Technik erklärt, da hoffe ich einfach, dass dieses Wissen jetzt nicht wieder in den Schubladen verschwindet, sondern dass man dieses nutzt, um auch bei anderen Projekten mal fernab der üblichen Kisten etwas abliefert, was den Namen Architektur wieder verdient.

    APH - am Puls der Zeit

  • Meinst du mit den Fassadenbruchstücken des Technischen Rathauses die Betonblöcke oder die kleinen Kieselchen?

  • Das sieht aber wirklich alles gut aus. Jetzt muss man es nur mit Leben füllen für Einheimische und Gäste. Am besten mit Gastronomie; Betreiberläden, keine Ketten. Und die richtige Mischung. Über Ausschreibungen vielleicht.

    "Schlage die Trommel und fürchte dich nicht"


    *gelesen bei Maria Gräfin von Maltzan, geschrieben von Heinrich Heine

  • Das Rote Haus ist endlich wieder eingerüstet, hier geht's nun auch zügig weiter, hoffe ich mal:




    (2836)
    Rechts das Rote Haus, wo die Dachdecker gerade die Schiefereindeckung anbringen. Wenn man bedenkt, dass Anfang März gerade mal erst das Erdgeschoss mit Holzstützen und Deckenbalkenlage stand, und vier Monate später steht der Fachwerkbau bereits mit einer ersten Schicht Fassadenverputz da, finde ich das reichlich früh! Bewegungs- und Setzungsrisse werden unvermeidlich sein.


    Wahrscheinlich hatte ich letzten Sommer was Falsches geschrieben! Ich vermute, dass das Fachwerk des Roten Hauses damals (und vielleicht jetzt auch noch nicht?) noch gar nicht ausgemauert war. Demnach konnte auch gar kein Anwurf (1. Schicht des Verputzes) getätigt werden. Vielmehr denke ich, dass auf das Holzgerüst zuerst eine wasserabweisende Folie angebracht worden war, damit sich die Holzkonstruktion geschützt vor Schlagregen setzen und beruhigen konnte. Diese Folien wurden auch über die Fenster gezogen, und diese nachträglich ausgeschnitten. Das würde auch erklären, weshalb die Fensteranordnung seit Sommer offenbar verändert worden war, wie dies ein Mitglied mal bemerkte und mittels Foto zeigte. Wahrscheinlich wurden zusätzliche Öffnungen von der Folie befreit. Die Fensteranordnung mindestens im 3. Obergeschoss wurde bereits zwischen 1900 und 1940 verändert, indem dort zusätzliche, leicht schmalere Fenster ausgebrochen wurden. Diese nachträglichen Fenster werden nun auch mitrekonstruiert.

  • Aber im ernst, ich denke, dass das Frankfurter Projekt die logische Konsequenz aus dem Dresdner Vorbild ist, daher besteht für Neid auch gar kein Anlass, was ich einfach unglaublich schön finde, ist, dass man sich Dresden zum Vorbild genommen hat, dann aber, bevor man anfängt zu bauen, das Projekt in Dresden kritisch reflektiert hat und geschaut hat, was dort funktioniert hat und was eben nicht. Ich brauche die Punkte nicht mehr alle aufführen, habe ich in meinen Überschwang hier ja schon alles getan :lachentuerkis:

    Der Neumarkt diente als Vorbild, und man hat sogar aus den Fehlern, die in DD gemacht wurden gelernt und einiges besser gemacht: Man hat nicht wie am Neumarkt ganze Blöcke an einen einzigen Investoren verkauft, damit der dann eine Einkaufspassage in den Innenhof setzt, sondern Haus für Haus an einzelne Bauherren. Und man hat in Frankfurt zwar ein paar zweifelhafte Neubauten zugelassen, aber immerhin keine solchen katastrophalen Entgleisungen bei den Dächern zugelassen wie z.B. beim QI am Neumarkt, wo ein gläsernes Treppendach das Ensemble (zer)stört oder das als Mandarddach getarnte Flachdach des Hotel de Saxe.

  • Das sieht aber wirklich alles gut aus. Jetzt muss man es nur mit Leben füllen für Einheimische und Gäste. Am besten mit Gastronomie; Betreiberläden, keine Ketten.

    Genau das wird ja gemacht. Es wird zwischen Dom und Römer keinen McDonald's geben wie etwa im Berliner Nikolaiviertel. Auch keinen H&M oder ähnlichen Fußgängerzonen-Einheitsbrei.

  • Wo bitte schön gibts ein McDonald's im Nikolaiviertel? Würde gern mal dort essen, Würg. Der nächste McDonald's ist meiner Meinung nach in der Karl-Liebknecht-Straße Nr. 13. Das ist alles andere als das Nikolaiviertel. Oder gibt's neue Erkenntnisse.

  • Sehr gut!


    (Aber im Nikolaiviertel gibt es kein McDonalds. Nur ganz viele pseudo-berlinerische Zille-Restaurants mit mehligen Saucen, schlechtem Fleisch und noch schlechterem Wein)

    "Schlage die Trommel und fürchte dich nicht"


    *gelesen bei Maria Gräfin von Maltzan, geschrieben von Heinrich Heine