Frankfurter Altstadt (Dom-Römer-Areal)

  • Am Samstag, 15. Oktober 2016, wird das große Richtfest im neuen DomRömer-QUartier gefeiert. Zu diesem Anlass wird der wiederhergestellte Krönungsweg erstmals für Besucher geöffnet. Zwischen 15:00 Uhr und 18:00 Uhr gibt es Führungen.


    http://www.domroemer.de/news/o…-der-frankfurter-altstadt


    Möchte vielleicht ein nettes Forumsmitglied aus der Frankfurter Gegend dabei sein, und Bilder für uns machen? :whistling:


    Hier ist übrigens noch ein Interview mit Herrn Christoph Mäckler, der über das DomRömer-Projekt berichtet.


    http://www.fnp.de/lokales/fran…rbild-sein;art675,2257893

  • Ich geh hin :-)


    Aus dem Interview mit Herrn Mäckler:


    "Wir wollten zum Beispiel den U-Bahn-Abgang vor der Schirn überbauen und den Krönungsweg an dieser Stelle mit weiteren Häusern fassen. Dem ist man nicht gefolgt, wahrscheinlich aus finanziellen Gründen. Dafür gibt es jetzt dort eine Pergola. Es bleibt späteren Generationen vorbehalten, diese Ecke doch noch zu bebauen."


    Wusste ich gar nicht, dass dort die Absicht war noch mehr zu bauen, wäre echt toll.


    Aber wenn das dort fertig ist wäre meiner Meinung nach erstmal Altstadt Frankfurt 2.0 mit dem Haus Lichtenstein relevanter! ;-)

  • Das ist ja lustig, der Mäckler:

    MÄCKLER: Es gab eine Entscheidung [für optionale Reko der Bauherrn], die ich persönlich nicht für perfekt halte. ...Ursprünglich lautete das Konzept, es wird nur das rekonstruiert, was richtig gut dokumentiert ist. Das gilt heute nicht mehr, was ein bisschen schade ist. ...Würden wir den Wettbewerb heute noch einmal ausloben, würden wir sehr viel mehr junge Architekten finden, die hervorragende Stadthäuser planen. Diese würden so begeistern, dass wir wesentlich weniger Fachwerkbauten hätten. ...Vor einigen Jahren haben es viele Architekten schlichtweg abgelehnt, sich an dem Wettbewerb zu beteiligen.

  • Gibt es jemand hier der mich am Samstag irgendwie "mitnehmen" kann zur Führung ?
    Habe auf meine Anmeldung hin die Info bekommen, es sei alles ausgebucht.

  • Wie schön. Man stelle sich bitte einmal vor, wie unsere Städte heute aussehen würden, wenn man sie direkt schon in der Wiederaufbauzeit, nach 1945, nach diesem Prinzip vervollständigt hätte. Ein Nebeneinander von angepassten Neubauten/Neuschöpfungen und Rekonstruktionen. - Wir hätten eine fast heile Welt.

  • Es bleibt zu hoffen, daß die Begeisterung des Bürgermeisters und der Bevölkerung zu weiteren Rekonstruktionen anregen kann.

    Dazu passt leider nicht der Kommentar des Planungsdezernten:


    Quote

    In der Altstadt werde eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart geschlagen, meint der neue Planungsdezernent Mike Josef (SPD). Er macht aber auch deutlich, dass es mit dem Wiederaufbau nun genug sei. Mit weiteren Rekonstruktionen würde man dem Projekt keinen Gefallen tun, denn man beraube es seiner Einzigartigkeit.


    Richtfest in der Altstadt


    Der Mann hat nichts verstanden bzw. will es nicht verstehen. Dieses Rekonstruktionsprojekt - so darf man es wohl trotz einiger misslungener Füllbauten getrost nennen - soll nicht "einzigartig" sein, sondern Vorbildcharakter haben und eine Muster, sozusagen ein Pilotprojekt für die Rückkehr weiterer durch Krieg und 60er Jahre verlorener städtebaulicher Strukturen sein. Da wird man wohl abwarten müssen, bis ein anderer Dezernent im Amt ist.

  • Und deshalb passt die Idee von "Reanimation Altstadt 2.0" ja auch so gut hierher. Diese Idee kann man nicht einfach so als "Disneyland" oder ewiggestrig abtun. Denn es sollen Neubauten in kleinteiliger Struktur entstehen. Wenn sich die Reko-Gegner auch noch dagegen wehren, sind sie noch intoleranter, als ich je für möglich gehalten habe.


    Wieso sind eigentlich die wichtigsten Posten in der Politik immer mit Leuten besetzt, die der Reko-Idee mit Ablehnung entgegentreten? Weshalb kann nicht einmal ein Oberbürgermeister oder Planungsdezernent für die Wiedergewinnung eines lebens- und liebenswerten Stadtraumes brennen, und die Verwirklichung mit Enthusiasmus vorantreiben?


    Könnte nicht ein APH-Mitglied in die Politik eintreten? 8)

  • Weil für die Vergabe des Amtes in erster Linie das Engagement in der Partei ausschlaggebend war. Ist leider eher die Regel als die Ausnahme. Deshalb wird eine gegenteilige Besetzung eines städtischen Postens in der östl. Nachbarstadt auch gleich ebenfalls unter diesem Eindruck bewertet, obwohl die dort genannte Person mal wirklich ausweislich fachlich absolut geeignet ist.

    Die Feder ist mächtiger als das Schwert...wenn das Schwert sehr stumpf ist und die Feder sehr spitz!


    -Terry Pratchett

  • Wieso sind eigentlich die wichtigsten Posten in der Politik immer mit Leuten besetzt, die der Reko-Idee mit Ablehnung entgegentreten? Weshalb kann nicht einmal ein Oberbürgermeister oder Planungsdezernent für die Wiedergewinnung eines lebens- und liebenswerten Stadtraumes brennen, und die Verwirklichung mit Enthusiasmus vorantreiben?

    Spontan dachte ich "wahrscheinlich, weil Herr Josef von Haus aus entweder Architekt oder Kunsthysteriker und damit universitär gehirngewaschen ist". Aber nein (schnell gegoogelt) - er hat Politikwissenschaft, Geschichte und Rechtswissenschaft studiert. Mit dieser Fächerkombination könnte man eigentlich etwas entspannter auf solche Themen blicken. Zumal er auch noch aus dem Ausland stammt und damit weniger anfällig sein dürfte für das übliche "Wir-Deutschen-haben-den-Krieg-begonnen-daher-müssen-wir-Deutschen-uns eben-damit-abfinden-dass-uns-als-gerechte-Strafe-unsere-historischen-Fachwerkhäuser-genommen-wurden." Auf baldigen Ruhestand kann man bei diesem blutjungen Politiker auch nicht hoffen - aber vielleicht auf einen Sinneswandel. Der OB Feldmann ist ja auch "umgefallen".

  • Dazu passt leider nicht der Kommentar des Planungsdezernten:

    Richtfest in der Altstadt


    Der Mann hat nichts verstanden bzw. will es nicht verstehen. [...]

    Hat er echt nicht, nicht einmal das Projekt an sich. Denn wenn er verstanden hätte, wüsste er schon einmal, dass es nicht einzigartig ist.

    Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.

  • Josef hat zu Rekonstruktionen gar keinen Bezug. Er steht für Zuzug, Wachstum und die Errichtung neuer Trabantenstädte auf bisherigen Grünflächen in den nördlichen Stadtteilen. Da war sein Vorgänger Cunitz noch ein ganz anderes Format.

  • Das ist ein erster Schritt zum Wundenheilen. Der eigentliche Heilprozess setzte am 9.11.1989 urplötzlich ein, als die künstliche Drainage zwischen den beiden Landesteilen endlich entfernt wurde.


    Nun sollte in Frankfurt/Main auch das möglich sein, was gerade die sanierten ostdeutschen Städte so warm und menschlich macht. Die Schönheit rekonstruierter Gebäude. Frankfurt/Main wirkt hingegen kalt, berechnend und absolut langweilig. Die Bevölkerung ist mittlerweile nur noch depressiv. Konsumterror aller Orten in ekelhaften ZEILen.
    Schluss damit!


    Bringt Euren Witzfiguren (Baudezernenten) endlich mal das Arbeiten bei oder jagt sie kurzerhand davon.
    Und setzt Euch mal kritisch mit den ganzen Bausünden auseinander.
    Man kriegt doch einen Brechreiz, wenn man diesen Müll dort noch auf Jahre ertragen muss.


    Baudezernenten, die so einen Schwachsinn von sich geben, sind umgehend abzusetzen.


  • Baudezernenten, die so einen Schwachsinn von sich geben, sind umgehend abzusetzen.

    Das finde ich allerdings auch!!! Auf einem Richtfest einer gerade in der Auferstehungsphase befindlichen Altstadt, die voller Begeisterung von den Bürgern angenommen wird und währenddessen der vom Saulus zum Paulus gewandelte Oberbürgermeister sich eine ebensolche Begeisterung medienwirksam abringt, davon zu sprechen, daß es nun genug sei mit Rekonstruktionen, gleicht dem strengen Papi, der seinen Jungs und Mädels vor dem Zubettgehen die Grenzen aufzeigt " So jetzt is genug gepielt, mal alle rasch in die Heia"! Bürger werden als unmündige Rückwärtsgewandte nicht ernst in ihrem Lebensbedürfnissen genommen, würde ich da mal sagen. Keine Spur von volksnahem Hinhören, was es in dieser Stadt braucht und sich darin einfügen, dienend zum Wohle der GANZEN Stadt und ihrer Bürger. Eine Schulung in Demut und Einfühlsamkeit wäre ihm zu verordnen, ansonsten nach so kurzer Amtszeit solch einen überheblichen faux pas zu fabrizieren sollte zumindestens ein ernstes Gespräch mit dem OB im Hinterzimmer nach sich ziehen!
    (Ähnlich hatte sich der Marx in Dresden vor Jahren geäußert. Allein die Realität, Bürgerwille und Investoren haben diese Äußerung schnell Makulatur werden lassen. So wird es auch in Frankfurt über kurz oder lang sein.)

  • Bringt Euren Witzfiguren (Baudezernenten) endlich mal das Arbeiten bei oder jagt sie kurzerhand davon.

    Ähnlich hatte sich der Marx in Dresden vor Jahren geäußert. Allein die Realität, Bürgerwille und Investoren haben diese Äußerung schnell Makulatur werden lassen. So wird es auch in Frankfurt über kurz oder lang sein.


    Die nächsten Kommunalwahlen in Hessen finden 2021 statt. Davor dürfte sich an den Machtverhältnissen im Römer nichts ändern, es sei denn, es käme plötzlich zu Massenprotesten vor dem Rathaus und/oder einem Bruch der regierenden Koalition. Wovon ich aber nicht ausgehe.

    Edited once, last by Heimdall ().