Frankfurter Altstadt (Dom-Römer-Areal)

  • Dann etwas aktuelles Fachwerk, über den Bauzaun fotografiert...
    (Ich bitte die schlechte Qualität zu entschuldigen. Es wurde schon dunkel, ich war in Eile, und es sind nur Handypics.)


    Offenbar Markt 28, Würzgarten.


    Das könnte Markt 32, Goldene Schachtel, sein. Seltsam, mir sieht es nach Holzdecken, aber Beton-Außenwänden aus. Zudem die hölzernen Fensterrahmen. Wie passt das alles zusammen? :unsure:

  • Dann etwas aktuelles Fachwerk, über den Bauzaun fotografiert



    Das ist auch bisher das Einzige, was man an Fachwerk sehen kann. Ich bin gestern auch um die ganze Baustelle herumgelaufen und konnte mehr an Fachwerkbauten auch nicht erkennen, dafür aber viel Beton.


    Allerdings muss man auch sagen, dass von der Goldenen Waage erst das aus Beton gefertigte Erdgeschoss und vom Roten Haus wohl noch Garnichts steht. Da wird also schon noch Fachwerk "kommen".


    Recht viel steht übrigens schon vom Goldenen Lämmchen (Mauerwerk) und dem Hof zum Rebstock (Betonwände).

  • Das könnte Markt 32, Goldene Schachtel, sein. Seltsam, mir sieht es nach Holzdecken, aber Beton-Außenwänden aus. Zudem die hölzernen Fensterrahmen. Wie passt das alles zusammen?


    Die auf dem Bild zu sehenden Holzteile werden Reste der Schalungen für den Betonguss sein, die sicher noch entfernt werden.

    Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)

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    Sicher wäre ich mir da nicht, siehe Kulka.

    98% of everything that is built and designed today is pure shit. There's no sense of design, no respect for humanity or for anything else. Frank Gehry

  • Lingster: Dass Kulka am Wiederaufbau der Altstadt beteiligt ist, ist mir neu. Könntest Du mir weiterhelfen, welches Gebäude er geplant hat?

  • Kulka war und ist Rekogegner. Als solcher war er sich aber trotzdem nicht zu schade das Potsdamer Stadtschloss zu bauen.
    Also war das mein Beispiel dafür, dass Beteiligung keine Aussagekraft bezüglich der Gesinnung hat.


    Somit kann man sich dessen:

    Als beteiligter Architekt dürfte er sicher kein Gegner des Wiederaufbaus sein.

    eben nicht sicher sein kann.

    98% of everything that is built and designed today is pure shit. There's no sense of design, no respect for humanity or for anything else. Frank Gehry

  • Ich kann an dem verlinkten Artikel keine negative Haltung gegen das Rekonstruktionsprojekt herauslesen. Im Gegenteil, es wird in Aussicht gestellt, dass eines Tages womöglich die Kunsthalle Schirn abgerissen werden könnte, um die Gassenführung der Altstadt auf derem Areal weiter zu führen. Das wird zumindest Diskussionsstoff für die Zukunft bieten. Ich bin diesbezüglich selbst noch nicht eindeutig entschieden.
    P.S.: Übrigens teile ich die Meinung des Autors, dass die Pergola verhindert werden sollte. Ein solches Gestell auf dem Krönungsweg ist völlig überflüssig.

  • Es geht sogar um mehr, nämlich um Kritik am Postmodernismus:

    Quote

    Man erinnere sich an schaurig-schöne Bilder deutscher Mittelzentren mit ihren Einkaufspassagen der achtziger Jahre. Es ist die Architektur dieser Zeit, der Postmoderne, die uns das Städtische zwar wieder näher-, doch zugleich viele Kopfgeburten hervorbrachte, in denen Brüche zelebriert wurden, das Fragment-Zitat als allein seligmachend galt und architektonische Typologien frei erfunden oder, wie im Falle der Schirn, zur Unkenntlichkeit verzerrt wurden. Wir alle kennen und fürchten das türkisgrüne Tympanon über vielen Regionalbanken: Als Reminiszenz an antike Baukunst gedacht, steht es heute für eine Zeit, in der sich alles über Theorien begründen ließ, ohne deren Wirkung im Stadtraum pragmatisch zu überprüfen.


    und einen Gegenvorschlag:


    Quote

    Die Ausgangsidee, die Südzeile des Altstadtareals zu rekonstruieren, kollidierte mit dem Erhalt der Schirn. Somit fehlt dem Krönungsweg die südliche Begrenzung. Doch der Geländeversprung zur Schirn ermöglichte, die Sockel der ehemaligen Häuser darzustellen und somit an sie zu erinnern, als wäre zwar ihr Torso abwesend, Fundament und Sockel aber noch vorhanden. Das käme einer Aufforderung gleich, auch diese Häuser eines – fernen – Tages wieder hochzuziehen. An deren Stelle aber tritt nun als neues Element die Pergola, mittels derer jede Erinnerung verdrängt wird.

  • Die Stadt streitet über die zukünftige Nutzung des Hauses am Dom. Die einen wollen ein "ökumenisches Museum" einrichten, die anderen sehen eher ein "Gebäude für Veranstaltungen".


    Das wundert mich jetzt etwas. Denn warum baut man für 20 Millionen Euro ein Haus, wenn man gar nicht weiß wofür man es benötigt?
    Laut dem Bericht der Frankfurter Rundschau sind von 80 Wohnungen in der neuen Altstadt bereits 76 verkauft. Sie werden wohl überwiegend auch von den Käufern genutzt und bewohnt werden.


    http://www.fr-online.de/stadte…us,26042926,33593830.html

  • Dass in dem Stadthaus Teile des "Domschatzes" untergebracht werden sollen, war eigentlich bereits im September 2015 "vom Tisch".


    http://www.fr-online.de/frankf…ter,1472798,31780284.html


    Es ist bereits damals darauf hingewiesen worden, dass eine Ausstattung für Museumszwecke weitere Kosten verursachen würde, da diese in der ursprünglichen Planung nicht vorgesehen war.


    Mir erschließt sich auch nicht ganz der Sinn, das Stadthaus als Museum zu nutzen, da zumindest die Kirchenschätze der Stifte St. Bartholomäus, Liebfrauen und St. Leonhard derzeit sehr gelungen im Kreuzgang des Domes und dem Haus am Dom präsentiert werden.

    Edited once, last by Andreas ().

  • Quote

    (...) Kommen werden aber zunächst einmal die Touristen. Derzeit arbeiten die Dom-Römer GmbH und die städtische Tourismus GmbH am Vermarktungskonzept für die neue Altstadt nach der Eröffnung 2018. Etwa 30 bis 40 Touristengruppen könnten täglich durch die Gassen und über die Plätzchen laufen, bis zu 1000 Menschen, sagt Manager Guntersdorf vorsichtig.



    Thomas Feda, der Geschäftsführer der Tourismus GmbH, äußert da weiter gesteckte Ziele: mindestens „mehrere Tausend Touristen“ täglich in der Altstadt. „Das Quartier wird ein Schwerpunkt meiner touristischen Vermarktung sein.“ Besucher aus den USA, Großbritannien und Asien seien „unheimlich begeisterungsfähig für Altstädte“. (...)


    Besucher aus den USA, Großbritannien und Asien werden aber bestimmt enttäuscht sein, von einer so kleinen Altstadt, die dazu noch aus sehr vielen Neuschöpfungen besteht. Am Anfang werden sicher viele Leute zur Besichtigung kommen. Aber hoffentlich entwickelt sich der Bereich schnell zu einem selbstverständlichen Teil der Stadt, der nicht ständig von Busladungen von Touris belagert wird.


    Zitatquelle

  • Glücklicherweise schließt das Areal an einige bestehende bzw. rekonstruierte Altstadtreste an, so dass die Fläche optisch etwas größer wird als das reine Dom-Römer-Areal. Ich meine Dom, Steinernes Haus (Kunstverein), Römerberg-Ostzeile, Römer, Paulskirche, Haus Wertheym, Leinwandhaus, die historischen Teile des historischen Museums und ein wenig mehr. Aber natürlich sind das nur Reste der einstigen Größe.

  • Das stimmt, aber wenn die klitzekleine "neue Altstadt" erfolgreich wird - hoffentlich trotz der Neubauten - dann wird man in ein paar Jahrzehnten sicher wieder einen weiteren Teil rekonstruieren. Stück für Stück kommt die gute alte Stadt zurück...

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)