Frankfurter Altstadt (Dom-Römer-Areal)

  • Quote

    Altstadt-Wohnungen werden verlost
    Die Rekonstruktion der neuen Frankfurter Altstadt beginnt. Im Mai setzen Bauarbeiter den ersten Stein für das Stadthaus über dem Archäologischen Garten. Für die Wohnungen in den übrigen 35 Häusern gibt es 660 Interessenten, die sie kaufen oder mieten wollen.[...]
    Wie historisch getreu wird rekonstruiert?
    Die Quellenlage entscheidet. Die schöpferischen Nachbauten werden aber wie die historischen Vorbilder aussehen. Einschränkungen setzen Brandschutz und Energiesparverordnung. Der Plan, in der „Goldenen Waage“ eine Decke aus Beton einzuziehen, ist auf Intervention der Politik verworfen worden. Wo Fachwerkhäuser standen, wird wieder in Fachwerk gebaut.[...]


    http://www.fr-online.de/frankf…ost,1472798,22589116.html

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Für die Wohnungen in den übrigen 35 Häusern gibt es 660 Interessenten? Ich erinnere mich noch an die mahnenden Worte der Modernisten, dass niemand in einer historisch anmutenden Frankfurter Altstadt wohnen möchte...

    MODERNExit

  • Grober Unfug, von Anfang an.


    Schaut man sich hier in diversen Altstädten um, sind die Wohnungen dort gefragter als beispielsweise die Platte am Stadtrand. Es gibt nämlich sowas, das nennt sich Charme...aber das müssen unsere Modernistenfreunde erst noch begreifen. Zudem die unfassbar zentrale Lage...wo alles in Laufweite erreichbar ist.

    "We live in the dreamtime-Nothing seems to last. Can you really plan a future, when you no longer have a past." Dead Can Dance - Amnesia

  • Vermutlich haben sie sich längst selbst schon um eine Wohnung dort bemüht. Das sei ihrer Scheinheiligkeit zugetraut. :wink:

  • Der Bedarf nach der Rückkehr eines Stücks von Alt-Frankfurt scheint ungemein größer zu sein als der Bestand im Fachwerkstädtchen Altensteig mitten im idyllischen Schwarzwald!


    Jeder, der sich die Fähigkeit erhält Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.
    www.archicultura.ch

  • Der ganz große Hype kommt erst noch, wenn die ersten Altstadthäuser wieder stehen. Und die Nachfrage ist jetzt schon viel größer als das Angebot.

  • Vermutlich haben sie sich längst selbst schon um eine Wohnung dort bemüht. Das sei ihrer Scheinheiligkeit zugetraut. :wink:

    So wird es vermutlich sein. So wohnen ja auch einige Betonarchitekten lieber in der schicken Altbauwohnung...

    MODERNExit

  • Die Mauern des Ärchäologischen Gartens werden zur Zeit mit Holzverschalungen eingefasst, vorher wurden sie mit Plastikfolie ummantelt. Alles zum Schutz der historischen Substanz vor den anstehenden Bauarbeiten :smile:
    Eine andere Gruppe von Arbeitern war damit beschäftigt den Boden aus unregelmäßigem Naturstein zurückzubauen. Die Platten werden wiederverwendet, denn man lagert sie unmittelbar im Ärchäologischen Garten. Man kann den aufgestapelen Haufen gut in der Bildmitte erkennen:



    Handybild :blink:

  • http://www.welt.de/finanzen/im…-wieder-neu-erfunden.html

    APH - am Puls der Zeit

  • Ich will gleichfalls die mir am wichtigsten erscheinenden Passagen aus dem besagten Welt-Artikel zitieren:


    "Ingrid Breckner, Stadtplanerin an der "Hafencity Universität Hamburg" (HCU), beschäftig sich schon seit den 1980er-Jahren mit dem Thema. Sie ist zu der Überzeugung gelangt, "dass eine Stadt, die ausschließlich zum Spielball der Ökonomie wird, sich selbst zerstört."
    Die Investoren von Einkaufszentren oder die Betreiber von Einzelhandelsketten "interessieren sich in der Regel nicht für das städtebaulich gewachsene Erscheinungsbild einer Stadt", sagt Breckner. Den klassischen Einzelinvestor aus der Region, dem die Gestaltung seiner Stadt vermeintlich am Herzen liegt, gibt es immer seltener."


    Ich schaue auch voller Faszination nach Frankfurt am Main, denn im Grunde genommen geht es ja wesentlich um kaum etwas anderes als um die Wiedergeburt der städtischen Keimzelle, nachdem die uns vorgehende Generation diese Wiege aus nachvollziehbaren oder nicht nachvollziehbaren Gründen missachtete und verachtete. Und es hat wesentlich mehr mit Willen als mit direkter Geschäftstätigkeit zu tun, will sagen: Das Zweite folgt doch allenfalls nur aus dem Ersten.


    Da, wo Altbauten und kleinteilige städtische Altstadtstrukturen gesellschaftsüblich verachtet werden, sind derart übrig gebliebene Quartiere Fluchtpunkte und potenzielle Abrisskandidaten, da, wo die Wertschätzung ihnen gegenüber wieder eingetreten ist oder immer da war - wie bei unserem Nachbarland Polen bspw. - gehören sie zur angenehmen und bevorzugten Wohnadresse. Große Teile der Warschauer Altstadt sind nach dem Krieg wieder aufgebaut worden, das gleiche gilt für die alte Handelsstadt Danzig/Gdansk. Dortmund hingegen, in etwa gleich zerstört, hat sich nach dem Krieg zur grauen Maus werden lassen.


    * In Stettin/Szczecin ist nach dem Ende des Staatssozialismus und dem Abzug der russischen Truppen auf der anderen Oderseite auf der Stadtseite ein neues Wohnquartier errichtet worden auf den vorherigen alten Grundrissen. Teils in nachgebauten alten Formen, teils in neuen, doch sorgsamen und filigranen Formen.
    * In Potsdam war die Wiederannäherung an den historischen Grundriss DIE Kernforderung der Wende, nachdem die SED-Planung den Kernbereich der Stadt vollkommen umgestülpt hatte.
    * Köln ist im Artikel genannt worden und Hamburg bspw. , wo hier schon Ingrid Breckner zitiert wurde, hat den Ball von maßgeblicher politischer Seite, doch auch von Seiten seiner Einwohnerschaft immer noch nicht aufgegriffen. Immer noch ist Hamburg das besagte Geschäfts-Hamburg: Mönckebergstraße, Jungfernstieg, Gänsemarkt und - jetzt quasi als Satellit dazu - die mit ihm fußläufig unverbundene Hafen-City.


    Es wird Zeit, sich der Wiege und der Keimzelle zu widmen.
    Wer die Stadt verstehen will, kommt um die Wiederherstellung seines Kerns nicht drumherum. Mit allen Konsequenzen, die daraus entstehen. Dass dies auch unter geschäftlichen Vorzeichen keinerlei Nachteil nach sich ziehen muss, sondern Vorteile in sich birgt, beweist der Welt-Artikel.

  • ^ Dem Projekt fehlt ein Leuchtturm. Die Goldene Waage ist natürlich grandios, aber ein wahres historisches Wahrzeichen entsteht eben nicht neu, wie das bei der Symbiose Frauenkirche-Neumarkt in Dresden der Fall war.


    Dennoch denke ich, dass die Euphorie mit fortschreitender Bautätigkeit und angemessener Qualität noch deutlich steigen wird. :)

  • Danke für die Bilder. Ich wollte ohnehin schon mal fragen, was auf der Baustelle konkret passiert. Nun bin ich zumindest etwas schlauer.

  • Danke für die Bilder.


    Die Treppe auf dem untersten Bild ist dann wohl der neue Eingang zur U-Bahn-Station; der bisherige hätte ja mehr oder weniger direkt auf dem Krönungsweg gelegen bzw. hätte sogar die Goldene Waage tangiert.

  • Der U-Bahn-Ausgang war ja seinerzeit ein Argument, mit dem gegen die Rekonstruktion der Goldenen Waage vorgegangen wurde. Eine Verlegung sei nicht möglich usw. wurde geschwätzt. Jetzt wird der U-Bahn-Ausgang also im Erdgeschoss von Markt 8 liegen. Du kannst das auch schön sehen, wenn Du auf die Internet-Seite der DomRömer GmbH gehst und dort die Panoramabilder anklickst.