Frankfurter Altstadt (Dom-Römer-Areal)

  • Dazu gab es in der NS-Zeit keine Pläne; im Gegenteil, es wurde sogar begonnen, die Altstadt zu sanieren. Die Freilegung des Handwerkerhöfchens hinter dem Fünffingerplätzchen war so eine Massnahme, ebenso jene des Kirschgartens. Darüber gibt es eine sehr tolle Magisterarbeit von Olaf Kunitz (rechts oben Download-Link):

    http://publikationen.ub.uni-fr…ndex/year/2006/docId/2310


    Im APH sind wir bereits 2007 darauf gestossen:

    Altstadtsanierung 1933 - 1945

  • Bevor etwas durcheinander gerät: Die Nazis planten die zerstörte Altstadt nach Kriegsende als Ruinenfeld, als eine Art Forum Romanum zu gestalten. Die "Altstadtsanierung" der Nazis fand vor allem in Teilen der Altstadt statt, in denen Bürger wohnten, die nicht den Nazis zugewandt waren. Dabei wurde teilweise sehr grob saniert, d.h. auch einige Altstadthäuser abgeräumt (letzteres nachzulesen im Buch "Die historische Altstadt" von Ann Christin Scheiblauer).

  • Ich meinte nach der Zerstörung durch die Luftangriffe

    Hallo Kurfürst, in der Tat planten die Nazis das Ruinenfeld nach der Zerstörung der Luftangriffe so zu belassen - die Nazis meinten ja auch zu dem Zeipunkt noch, den Krieg zu gewinnen...

  • Zuerst muss man feststellen, dass es "die Nazis" gar nicht gab. Der Nationalsozialismus war ein polykratisches und teils auch polyideologisches Gebilde, indem es ganz unterschiedliche Ansätze gab. Teils arbeiteten Dienststellen gegeneinander. Es gab also, wenn man will, so etwas wie "Pluralismus".


    Dann wäre interessant zu beurteilen:

    Inwiefern gehen (1.) die Planungen zur Altstadtsanierung vor dem Krieg auf Konzepte der Zeit der Weimarer Republik zurück? Unterscheiden sie sich von den Zielsetzungen des Bundes tätiger Altstadtfreunde? Wie wurden solche eventuellen Unterschiede begründet?

    Wer äußerte (2.) die Idee zur Belassung der Frankfurter Altstadt als Ruinenfeld ? Das wäre ein Konzept, wie es z.B. in Frankreich bei Oradour-sur-Glane umgesetzt wurde. (Siehe hier) Fand diese Äußerung Zustimmung bei tonangebenden Kreisen bzw. wurde sie sogar als offizielle Nachkriegsplanung präsentiert? Wäre die Umsetzung in der Nachkriegszeit zudem realistisch gewesen?


    Ich weiß dazu zu wenig, insofern wäre eine Vertiefung auch für mich erhellend.

  • Klar, das Ganze ist sehr hypothetisch. Es gab wohl Überlegungen zu einem geplanten Ruinenpark bei den Nazis. Aber wäre es wirklich so gekommen? Vielleicht hätte die auch einen Teil der Altstadt wieder aufgebaut, oder ein modernistisches Großprojekt in die Altstadt gepflanzt. Alles letztendlich Spekulationen. Zum Thema Altstadtsanierung: Die umgesetzten Pläne unterscheiden sich wahrscheinlich nicht großartig mit einer Altstadtsanierung, die im damaligen Zeitgeist der Moderne umgesetzt worden wären.

  • das wurde in Frankfurt dann ja auch umgesetzt.

    Bloß, wo sind in Frankfurt denn die "Prachtstraßen"?


    Und "folkloristische Inseln" wurden ja eigentlich auch erst seit den 1980er Jahren (Römerberg-Ostzeile) errichtet.