Frankfurter Altstadt (Dom-Römer-Areal)

  • Die schönsten Neubauten, die ich seit langer Zeit gesehen habe! Besonders angetan bin ich von dem buntsandsteinfarbenen Bau mit der spitzbogigen Türöffnung und dem "neo-expressionistischen" Haus am Hühnermarkt 14 in Verbindung mit dem Ensemble schmaler Häuser dahinter. Für mich eine interessante Art von futuristischem Historismus. Zudem auch als ästhetisch reizvolle traditionalistische Alternative zu modernistischen Neubauten auch an anderen Standorten vorstellbar, wo Rekonstruktionen nicht durchsetzbar sind. Für mich ein Lichtblick, ganz besonders in dem schönen Frühlingswetter.

  • Noch einmal das schönste Haus in seiner ganzen Pracht - die „Goldene Waage“

    Einst vom reichen niederländischen Kaufmann „Von Hameln“ gebaut.


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  • Für den Bau des Technischen Rathauses wurden 1970 einige Altbauten auf der Braubachstraße abgerissen. Die meisten Quellen sprechen von 5 Bauten die damals verschwanden. Wikipedia sagt 6 Bauten wurden abgerissen. Kann jemand im Forum weiterhelfen, welche Zahl richtig ist?

  • Ist ein bisschen "Definitionssache"... An der Braubachstraße wurden tatsächlich fünf Häuser abgerissen. Der in Teilen des Erdgeschosses bis dahin erhaltene Rebstockhof stammte aber - und besteht heute wieder-aus zwei Gebäuden. Also wurden insgesamt sechs Gebäude beseitigt, aber nur fünf lagen direkt an der Straße.

  • Ist ein bisschen "Definitionssache"... An der Braubachstraße wurden tatsächlich fünf Häuser abgerissen. Der in Teilen des Erdgeschosses bis dahin erhaltene Rebstockhof stammte aber - und besteht heute wieder-aus zwei Gebäuden. Also wurden insgesamt sechs Gebäude beseitigt, aber nur fünf lagen direkt an der Straße.

    Danke Götzenhainer

  • Götzenhainer Bist du dir da sicher? Was verstehst du unter 'Rebstock-Hof'? Das Haus 'zum Rebstock' (also das Haus mit den durchlaufenden Glerien) hiess 'Rebstock' und wurde bereits im 2. Weltkrieg zerstört. Die Dreysse-Studie hilft da auch nicht weiter, weil da nur Stadtplanaussschnitte von vor 1944 drin sind, nicht aber für die Periode 1944-1976. Ich komme auch nur auf fünf Häuser.

    https://www.stvv.frankfurt.de/parlisobj/B_509_2006_AN1.pdf (S. 35-40)

  • Hallo Riegel, die fünf Bauten an der Braubachstraße sind ja unstrittig :

    Braubachstraße 31

    Braubachstraße 29

    Braubachstraße 27

    Braubachstraße 23

    Braubachstraße 21


    Das sechste, Braubachstraße 15 (Zum Rebstock) wurde in der Tat 1944 zerstört, aber ja im Zuge mit Nummer 21 (EG erhalten) wiederbebaut. So gesehen sind sechs Häuser abgebrochen worden.


    Nur fünf davon erhielten allerdings noch "historische" Substanz, wobei man davon streng genommen bei Braubachstraße 23 (erst 1940 fertiggestellt) auch schon nicht mehr wirklich sprechen kann.

  • Dass das Erdgeschoss des Rebstocks (Gebäudetrakt mit den Galerien) noch bis 1970 erhalten gewesen sein soll, wäre mir neu. Davon steht auch in der Dreysse-Studie nichts geschrieben. Im Wikipedia-Artikel über den 'Hof Rebstock' (entstammt grösstenteils von unserem ehemaligen Mitglied RMA) steht auch nichts darüber; dort steht übrigens

    Quote

    ... mussten neben vier weiteren Häusern an der Braubachstraße im Rahmen der Fundamentierungsarbeiten mit ihm der letzte historische Rest des Hofes Rebstock weichen.

    Mit diesem "Rest" ist das Erdgeschoss von Braubachstr. 21 (heute rekonstruiertes Haus mit grauem Fachwerk) gemeint.

  • Aus dem Wikipedia-Artikel zum Technischen Rathaus:

    "Vor Baubeginn brach man ab 1970 für die Gründung des Neubaus insgesamt sechs Gebäude an der Braubachstraße – die heutigen Hausnummern 21 bis 31 – ab. Haus Nr. 21 war ein dreigeschossiges Fachwerkhaus aus dem 16. Jahrhundert, dessen Obergeschosse im Krieg zerstört worden waren. Auf dem historischen Erdgeschoss setzte ein Nachkriegsbetonbau auf. Die drei Häuser Nr. 27, 29 und 31 waren 1911 bis 1913 nach dem Braubachstraßendurchbruch errichtet worden, Haus Nr. 23 erst 1940.

    Das Haus Braubachstraße 25 beinhaltete darüber hinaus noch den intakten barocken Hinterhaustrakt des Hauses zum Esslinger, dem Wohnhaus von Johann Wolfgang Goethes Tante Melber. Als erhaltenswert betrachtete Reste der Gebäude wurden im Historischen Museum eingelagert, können aber aufgrund einer mangelnden Indizierung später teils nicht mehr den entsprechenden Gebäuden zugeordnet werden...."

  • Das Haus Braubachstraße 25 beinhaltete darüber hinaus noch den intakten barocken Hinterhaustrakt des Hauses zum Esslinger

    Auch das wäre mir neu, dass dieser Trakt noch bis 1970 bestanden haben sollte. Vielleicht waren noch Ansatzstellen des Hinterhauses an der Rückwand von Nr. 25 vorhanden,a ber bestimmt kein intaktes Gebäude mehr. Betrachte mal die Flugaufnahme Bild Nr. 4 auf S. 17 der oben verlinkten Dreysse-Studie: In der Mitte die Überreste des Steinernen Hauses, rechts die Rückseiten der Braubachstrasse-Häuser. die ersten beiden vorstehenden Hinterhaustrakte sind von Nr. 33 (Nürnbergerhof, heute noch erhalten) und Nr. 29. Die folgenden beiden zurückspringenden Rückseiten sind von Nrn. 27 und 25. Demnach müsste das Hintergebäude des 'Esslingers' genau in der unteren rechten Ecke der Aufnahme gestanden haben, und da sieht man nicht mal mehr die Erdgeschossmauern (die Obergeschosse bestanden aus übergangszeitlichem Fachwerk, das barockisiert und verputzt wurde).

  • Riegel, wir sind da einer Meinung, vielleicht hast Du es überlesen, auch ich gehe davon aus dass das Haus zum Rebstock (Nr.15) 1944 komplett vernichtet wurde. Nur die fünf weiteren 1970 abgebrochenen Bauten hatten noch "historische" Substanz (wenn auch teils erst von 1940). Insgesamt wurden aber sechs Gebäude für das TR abgebrochen.


    Das Hintergebäude des Esslingers hat in der Tat noch gestanden. Es befand sich an der Neugasse in Braubachstraße 27 (heutige Hausnummer, früher 25) integriert. Ich habe ein Detailfoto davon aus dem Jahre 1963, kann ich hier einstellen wenn ich aus dem Urlaub zurück bin. Es wurde übrigens beim Neubau, obwohl eigentlich keine Reko wiederhergestellt.

  • Das ist jetzt sehr interessant. Ich hatte vor Jahren mit Kardinal zusammen alte Pläne des Hinterhauses bezüglich der Baugeschichte diskutiert, und da war diese Wand kein Thema. Uns hatte damals vor allem die Struktur der Fachwerkkonstruktion interessiert. Ich schaue mal in den alten Emails nach, denn dort werde ich diesen Plan noch finden.

  • So, hier nochmal die Aufnahme von 1963:


    Der Türsturz ist zwar zerbrochen, aber immerhin bis heute erhalten, wurde aber leider bei der Rekonstruktion nicht wieder eingefügt.


    ...

    Immer wieder interessant, was in dieser eingeebneten Fläche der Altstadt dann doch noch nach dem Krieg erhalten war (und dann verschwand).

  • Hier noch eine Aufnahme von C. F. Mylius um 1880. Sie zeigt den Zustand noch vor dem Braubachstrasse-Durchbruch von 1904/06, als die fragliche Fassadenpartie noch zum Hinterhaus des 'Esslingers' gehörte. Bei der Neuparzellierung wurde dann unmittelbar rechts der grossen Türe die Grenze festgelegt.


    Im 1. Obergeschoss schimmert das übergangszeitliche Fachwerk hindurch. Man erkennt zwei Pfosten und anliegende Viertelskreisfussstreben (15./16. Jh.). Die Hausteilung nahm also keinerlei Rücksicht auf die Fachwerkstruktur.



    Frankfurt_Esslinger_Mylius-um-1880

  • Ich würde davon ausgehen dass der Gebäudeteil im Zuge des Braubachstraßendurchbruchs und der damit verbundenen Neubebauung komplett abgerissen wurde und dem Gründerzeitler nur die sandsteinernen Fassadenteile vorgeblendet wurden. Die Obergeschosse waren massiv -allerdings den Überhang der ehemaligen Fachwerkgeschosse zitierend- errichtet worden.


    Hier ein Bild vom Dom 1947: