Frankfurter Altstadt (Dom-Römer-Areal)

  • Sind derweil eigentlich alle Bauten auf dem Dom-Römer-Areal vollständig bezogen?

    Leider nicht, war vor etwa einer Woche dort.


    Vor allem der größte Teil der Gastronomie fehlt noch. Wie das Café in der "Goldenen Waage", der Imbiss in den "Drei Römern" und der Metzger Dey in den "Roten Häusern" (also neues wie altes) ... alles noch Baustellen in den betreffenden Ladenlokalen.


    Der Durchgang zur Braubachstraße am Haus "Klein Nürnberg" ist auch noch zu.


    Wir brauchen also noch etwas Geduld.

  • Am 26.03.2019 gab es auf Seite 9 in der Druckausgabe der Frankfurter Neuen Presse einen kleinen Artikel zum Stoltze-Museum, der leider nicht in der Internetausgabe zu finden ist.


    Ich gebe den für uns wesentlichen Inhalt mit meinen Worten wieder:


    Ein Teil des Stoltze-Museums wird in das Haus "Zum Weißen Bock" sowie in das Kaminzimmer in der benachbarten "Goldenen Waage" einziehen. Da der "Weiße Bock" u.a. Erschließungsgebäude für die "Goldene Waage" ist (z.B. Treppenhaus) kann das Museum sinnvollerweise erst zusammen mit der Eröffnung der Innenräume der Goldenen Waage auf machen.


    Dies wird allerdings zur Zeit immer noch durch die Baustelle des Cafés im Erdgeschoss der "Goldenen Waage" behindert (dadurch eingeschränkte Fluchtwege). Die Baumaßnahmen im Café sollen aber "kurzfristig abgeschlossen" werden.


    Die Eröffnung der Innenräume der "Goldenen Waage" würde aber frühestens im Herbst stattfinden.

  • Bin gerade heute früh am "Weißen Bock" vorbeigekommen, der Eingangsbereich für das Museum präsentiert sich soweit recht ansprechend.



    In der benachbarten "Goldenen Waage" sind im Erdgeschoss bereits diverse Einrichtungsgegenstände wie Theken und Tische gestapelt, ein freundlicher Wachmann teilte mir mit, dass die Eröffnung "in 14 Tagen" sei.

  • Guten Tag,


    ich war seit Längerem nicht mehr in der Altstadt und kann leider nichts im Internet dazu finden:


    Was ist denn für das Erdgeschoss in dem Gebäude "Zur Flechte" (Markt 20) geplant bzw. hat sich dort etwas an der Situation geändert? Vor einigen Monaten war es nur Stauraum für Baumaterial.



    Viele Grüße :)

  • Habe gestern (Werktag) mal wieder das Dom-Römer Areal aufgesucht um zu schauen, ob und wenn ja was sich neues getan hat.


    Leider war das Wetter mäßig...



    Im "Neuen Roten Haus" hat inzwischen die Metzgerei Dey eröffnet, der Imbiss wird offenbar hauptsächlich direkt aus dem Fenster der Geschäftsräume bedient, nicht unter dem "Alten Roten Haus", wie früher (zumindest als ich gestern da war).



    Die Bar in der "Grünen Linde" ist trotz mäßigen Wetters auch außen wie immer recht gut besucht



    Das "Wirtshaus am Hühnermarkt" ist ebenfalls ein Anziehungspunkt und gut besucht. Natürlich gab es in Frankfurt schon wieder Ärger über die große Menge der Außenbestuhlung - offenbar wird dem Wirtshaus dessen Erfolg schon wieder geneidet.



    In der "Flechte" leider weiterhin keine erkennbaren Aktivitäten, auch das Struwwelpetermuseum in den beiden "Esslingern" ist immer noch nicht eröffnet.







    An der Stelle des leider untergegangen und nicht rekonstruierten "Mohrenkopfes" grüßt weiterhin der Wiederaufbau-Langweiler des Kunstvereins und versucht mit seinem schlappen Dingsda die Blicke auf sich zu ziehen.



    Am Durchgang beim Nürnberger Hof zur Braubachstraße leider immer noch keine erkennbaren Aktivitäten - hier hieß es einmal, dass im März begonnen würde ...



    Auch im Ergeschoss des Hauses "Zu den drei Römern", wie auch in der "Goldenen Waage" (ohne Bild) ist die versprochene Gastronomie noch immer nicht eingezogen - immerhin sind Lampen und Einrichtungen bereits drin zu sehen.

  • Man sieht eindeutig, wie peinlich die Moderne dasteht. Das Gebäude des Kunstvereins erscheint flüssiger als Wasser.
    Könnte man die Vorhänge am Tor zum Nürnberger Hof irgendwie beseitigen ?

  • Na ganz so schlimm es nun auch nicht.
    Immerhin wird der graue Klotz von mehreren hist. Leuchten flankiert.
    Auf das denen ein Licht aufgehen mag, ihren Betonbunker endlich abzureißen...

  • Könnte man die Vorhänge am Tor zum Nürnberger Hof irgendwie beseitigen ?

    Was möchtest Du damit sagen? Meinst Du mit den "Vorhängen" die Absperrbretter? Und wen meinst Du mit "man"? Und was mit "irgendwie"? Heißt das, Stadtbild-Freunde sollen die Absperrungen einfach eintreten?.... huh:)


    Der Durchgang muss saniert werden. Wie auch in Frankfurt nicht unüblich arbeitet die Verwaltung im Schlaftabletten-Modus. Eigentlich müssten die Arbeiten längst angefangen haben, wenn man den selbst erwähnten Zeitplan einhalten wollte.


    Es gibt zu dem Vorgang eine parlamentarische Frage der BFF, die vom Magistrat im November beantwortet wurde:
    https://www.stvv.frankfurt.de/download/F_1548_2018.pdf


    Auf das denen ein Licht aufgehen mag, ihren Betonbunker endlich abzureißen...

    Ein frommer Wunsch. Das Treppenhaus des "Betonbunkers" steht unter Denkmalschutz. Und ein Licht geht in der seit Jahrzehnten "progressiv" dominierten Kulturszene nur ganz selten jemand auf.

  • Ja hier: https://www.turkali-architekte…/frankfurter-kunstverein/ (runter scrollen)


    Ist jetzt kein Kunstwerk, aber ein schönes psp. für den Eleganten stiel der 50er und frühen 60er.


    Besser als der Quatsch hier: https://www.fkv.de/exhibition/…belt-die-grosse-illusion/


    Das ist keine Kunst, sondern sied aus wie ein Unfall. Das meine ich nicht mal böse, oder beleidigend,es schaut halt echt aus als stürzt es gleich runter :koenig:

  • Es sieht aus, als habe sich jemand aufblasen wollen, um etwas heiße Luft gegen die Altstadt abzulassen, aber dann ist ihm ziemlich schnell die Puste ausgegangen und nun hängt er nur noch schlaff herunter. Eigentlich eine geradezu selbstentlarvende Installation.

  • ^ Haha, exakt meine Gedanken zu diesem Blechschlappschwanz, sehr treffend formuliert! :biggrin:


    An der Stelle des leider untergegangen und nicht rekonstruierten "Mohrenkopfes" grüßt weiterhin der Wiederaufbau-Langweiler des Kunstvereins und versucht mit seinem schlappen Dingsda die Blicke auf sich zu ziehen.

    Da gab es 2011 doch mal Pläne der Freunde Frankfurts zum Umbau des Kunstverein-Anbaus unter Teil-Wiederaufbau des Hauses Mohrenkopf. Da hätte man anschließend sogar mehr Fläche. Wie kann man das denen nochmal schmackhaft machen?


    Aus meiner Sicht sollte das eine der nächsten Flächen sein, wo etwas passiert, damit die Ensemblewirkung in der Frankfurter Altstadt besser wird.

  • Wie kann man das denen nochmal schmackhaft machen?

    Gar nicht. Hier wirst Du Dir die Zähne ausbeißen. Es wurde damals in der Diskussion angeboten und ausgeschlagen. Nun ist ja auch extra das neue, verkürzte Haus zu den 3 Römern gebaut worden, das andernfalls ja hätte rekonstruiert werden können.


    Dort wird keine Verbesserung zu altstadt-gerechterer Gestaltung stattfinden. Die Kulturszene ist mindestens stets distanziert gegenüber dem Geschmack der Massen. Sich dem Geschmack der Normalbürger "anzubiedern", würde laut ihrem Selbstverständnis zum Verlust der eigenen Identität führen. Die Vertreter der Kulturszene verstehen sich als eine Art Elite. Schließlich ist man dort doch angeblich intellektueller, kreativer, analytischer, sensibler als die "infantile" Masse. Man hebt sich von den naiven, unbewussten Massen ab, die wiederum nur auf die Elite treffen, um deren eigene Werke passiv zu bestaunen. Ergo, werden "Ensembles", die den Massen gefallen, allenfalls gestört und gebrochen, aber nicht im Sinne von Harmonie verbessert. Ob sich das irgendwann einmal ändert, weiß ich nicht.

  • Finde ich jetzt wieder wenig hilfreich deinen Beitrag Heimdall. Absolute und pauschalisierende Aussagen bringen bei solchen Fragen doch nicht weiter... Oder kennst du die Betreiber und handelnden Personen dort so persönlich, dass du das wirklich tiefergehend einschätzen kannst? Es klingt nicht so.


    Dann lieber nix sagen als gleich wieder jede Möglichkeit verbal zuzubauen. Unmöglich is gor nischt.
    Die müssen als Kunstverein einfach nur irgendwie davon profitieren, eben wie erwähnt durch zusätzliche Fläche und meinetwegen neue Mittel/Mitarbeiter oder sonstwas. Wir haben doch an einigen am Dom-Römer-Projekt beteiligten modernistischen Architekten gesehen, wie sehr sich das Weltbild eines Menschen wandeln kann. Sie müssen eben nur was davon haben, statt aufs Abstellgleis gestellt zu werden (was natürlich kein Mensch will, du auch nicht). Wir brauchen mehr Empathie in dieser Diskussion statt noch mehr verbale Mauern, "Basta" und "so sind sie eben" etc.

  • Ich gebe Dir recht, dass meine Äußerung pauschalisierend war. Möglichenfalls kann man Denkprozesse bei bestimmten Leuten aktivieren.


    Ich beziehe mich eben auf bestimmte konkrete Erfahrungen mit Leuten aus dem Bereich. Ich weiß noch, wie mir gegenüber ein Mitarbeiter der "Schirn Kunsthalle" zur Zeit der Baustelle schimpfte, was für ein "reaktionäres Konzept" dort umgesetzt würde. Als ich ihm erklärte, dass das Areal andernfalls mit einem Hotel-/Gewerbekomplex bebaut worden wäre, zeigte er sich darüber ziemlich uninformiert. Heute zeigt man eben gerne ironische Distanz. (siehe hier) Ähnlich negative Reaktionen hörte ich auch in der Anfangsphase des Projekts gerade von Leuten, die in der Kulturszene unterwegs sind. "Was willst Du denn noch alles?", "Auch moderne Architektur kann schön sein", "Auch der Palast der Republik ist ein Teil der Historie" (auf Berlin bezogen)... Diese ganzen Argumente und Erfahrungen prägen natürlich auch mein Bild dieser Szene.


    Die Diskussion mit dem Kunstverein ist längst durch. Was Du vorschlägst, ist schon vor Jahren vorgeschlagen und dann abgelehnt worden.


    Aber, wenn Du, nachdem alles gebaut ist, immer noch eine Möglichkeit siehst, den Frankfurter Kunstverein zum Umbau seines Hauses zu bewegen, schlage ich vor, Du schreibst die Direktorin des Kunstvereins an (Adressen hier) und fragst mal nach den Möglichkeiten eines Umbaus des Gebäudes bzw. einer Rekonstruktion. Du kannst dann die Antwort gerne hier im Forum posten. Das wird interessant. Mal sehen, ob ich völlig falsch gelegen habe.

  • Natürlich kann man nicht pauschalisieren, aber man kann sozial- und geistesgeschichtlich schon ein gewissen Elitendenken definieren, das sich für avantgardistisch hält, dann aber einem fast gesetzmäßigen Deformationsprozess anheimfällt.


    Die Idee, die ganz am Anfang steht und einen Aufbruch bewirkt, wandelt sich zum Ideal, das eine Zielrichtung vorgibt. Der Idealist wird von einer Begeisterung erfasst, er will andere mitnehmen, aber irgendwann mündet es doch in eine Ideologie, die nicht mehr vorwärts schreitet, sondern entweder im Fanatismus vorwärts rast oder aber schon zwanghaft getrieben ist. Oder aber, an die Futtertröge der Macht gekommen, in Selbstherrlichkeit erstarrt.


    Das Ideal wird nun verabsolutiert, die Kluft, die sich zwischen Idee und Wirklichkeit auftut, wird überspielt oder negiert. Und wenn der Ideologe tatsächlich Macht erlangt hat - in Form von politischem, geistigem oder kulturellem Einfluss - so will er diese auch verteidigen. Dabei kann er sich und anderen immer einreden, er tue das um des Ideals willen.


    Innerhalb dieses Prozesses wird die Mehrheit der Andersdenkenden, die seiner Idee nicht folgen, als eine unwissende Masse betrachtet, die man belehren und bekehren muss und - wenn sie sich verweigert - gegebenenfalls auch umerziehen muss. Die moralischen Anstalten der Schule, des Theaters und des Museums werden zu Orten der Indoktrination, vorzugsweise von begeisterungsfähigen Jugendlichen.


    Am Schluss haben wir dann eine korrupte, weltfremde Kulturschickeria, die sich üppig alimentieren lässt: von der Mehrheitsbevölkerung, die sie verachtet und der sie ihre Verachtung auch offen zeigt (und sich darin unglaublich couragiert dünkt). Und weil die Kulturschickeria sich selbst genügt und in ihrer eigenen Blase lebt, hält sie es auch nicht für nötig, sich mit abweichenden Meinungen ernsthaft auseinanderzusetzen. Sie ist letztlich Gefangene ihrer eigenen mentalen Selbstimmunisierung, ihrer eigenen Ignoranz. Intellektuelle, die der Mehrheitsbevölkerung eine Stimme verleihen und alternative Konzepte formulieren, diffamiert sie als Populisten. Die einstige Avantgarde wird zur verspießten Reaktion.


    Ein Extrembeispiel ist die französische Aufklärung. Die Aufklärer sahen sich anfangs als Philosophen, gemäß dem platonischen Ideal der Philosophen-Könige glaubten sie sich berufen, anstelle dynastischer Monarchen die Gesellschaft zu regieren. In moralischem Exzeptionalismus reklamierten sie Humanität und Tugend für sich alleine, was letztlich dazu führte, dass sie alle ihre Gegner als nicht tugendhaft und als unmenschlich diffamierten. "Wen solche Lehren nicht erfreun, verdienet nicht ein Mensch zu sein", dichtete 1791 Schikaneder in der Arie des Sarastro. Zwei Jahre später begann der Tugendterror der Jakobiner, der den Calvins noch bei weitem übertraf.


    Bisweilen wird dieser Exzeptionalismus sogar so weit getrieben, dass der per se Tugendhafte auch gegenüber dem (aus seiner Sicht) per se Untugendhaften Dinge tun darf, die an sich nicht tugendhaft sind. Im Namen der Menschlichkeit kann man dann auch mal Zehntausenden auf die Guillotine schicken.


    Die totalitären Ideologien des 20. Jh. oder die diversen religiösen Fundamentalismen verlaufen stets nach denselben Mustern der Radikalisierung. Und es geht immer um eins: der Ideologe glaubt, die Wahrheit zu besitzen, er allein bestimmt, was richtig und gut ist, er will nicht debattieren sondern Gesellschaft (um-)formen und er ist extrem intolerant.


    Der Nazi sieht sich als Verkörperung eines (rassisch) definierten Volkes und spricht jedem, der seinen Kriterien nicht entspricht, die Volkszugehörigkeit (nun auch im staatsrechtlichen Sinne) ab. Der Kommunist bestimmt, was die Interessen der Arbeiterklasse sind, und grenzt jeden Dissidenten aus der (nun gesellschaftlich definierten) Volksgemeinschaft aus. Der sog. Antifaschist definiert selbstherrlich, was Faschismus ist und gekämpft jeden als Nazi, der nicht seiner Meinung ist - natürlich auch mit totalitären Mitteln. Der Anarcho macht alles kaputt, von dem er sich einbildet, dass es ihn kaputt macht usf.


    Und diese Tendenzen finden sich - in abgeschwächter Form - eben auch im kulturell-medialen Juste Milieu unserer Tage. Diesem geht es darum, die Moderne zu verteidigen - als ein Prinzip um seiner selbst willen. Und wer da nicht mitmacht, zählt, sofern er nicht besonders schlagfertig ist, zu den "Dumpfbacken" oder zumindest zu den "schlichten Gemütern", sofern er intellektuell gewandt ist, zu "reaktionären Spaltern" oder gar zu "Hetzern". Gerade diese Diffamierung haben die Freunde der Frankfurter Altstadt durch die Kulturschickeria ja umfänglich erfahren.


    Insofern halte ich es für wichtig, diese Strukturen und Mechanismen aufzuzeigen, ohne freilich alle Mitglieder einer bestimmten Institution in einen Topf zu werfen, denn dann wären wir genauso ideologisch wie die, die wir kritisieren. Wir aber sind die neue Avantgarde - und wollen auch Avantgarde bleiben. Wir streiten gegen die Ideologie des Modernismus, weil wir modern sind. Und deshalb argumentieren wir immer ad rem und nie ad personam.

  • @Seinsheim Volle Zustimmung, wobei ich bzgl des Juste Milieu nicht von einer abgeschwächten Form, sondern einer subtileren Form sprechen würde. Der Grad an Fanatismus ist derselbe, wie bei den rabiateren Beispielen. Nur die Mittel der Durchsetzung der eigenen Ideale werden „feiner“- so fein, dass man die Absichten dahinter oft kaum erkennen kann. Die Sprache wird vieldeutiger, gibt sich aufgeklärt und dialogbereit- das Ergebnis, zu dem diese semantischen Verschleierungen führen, ist hingegen so brutal und kompromisslos wie eh und je.

  • Ich würde dem gegenwärtigen Juste Milieu nicht unterstellen, dass es bereit wäre, Menschen in Arbeits- oder gar Vernichtunslager zu stecken oder auf die Guillotine zu zerren. Einstweilen begnügt man sich mit der Vernichtung der sozialen und wirtschaftlichen Existenz.
    Aber wenn gewisse Barrieren der Scham oder auch der Rechtsstaatlichkeit überwunden sind und bestimmte Gruppen gleichsam für vogelfrei erklärt werden , weiß man natürlich nie, wohin die Umstände einzelne Individuen treiben und wozu jemand sich hinreißen lässt. Manch ein biederer Familienvater, manch ein sensibler Denker, mach ein begnadeter Künstler wurde schon zum Mitläufer oder gar zum Massenmörder.
    Aufgabe einer wirklichen Elite wäre es, die gegenwärtigen Debatten weise zu moderieren, also für moderates Verhalten zu sorgen. Darauf hinzuarbeiten, dass die Leute aus ihren Echokammern geholt werden, dass sie einbezogen werden, dass sie ihren Tunnelblick verlieren. Stattdessen reagiert das Juste Milieu jedoch panisch-aggressiv und trägt so weit mehr als seine Gegner zur Spaltung der Gesellschaft bei. Und wie man sieht, erweist diese Strategie der Zuspitzung sich für die Kulturschickeria ja auch als ausgesprochen profitabel.