Frankfurter Altstadt (Dom-Römer-Areal)

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    Jahreshauptversammlung 2019: 1. und 2. Juni in Balingen/Zollernalb. Mach mit!

    • Man muss sich einfach -auch von unserer Seite- von der Idee eines Freilichtmuseums lösen, das die Altstadt zu einem seltenen Tier macht, das man -im übertragenen Sinne- nur anschauen, aber nicht anfassen darf. Die Altstadt muss, wie in anderen Städten, zur Selbstverständlichkeit werden und dafür braucht es mitunter auch triviale, aber erfolgreiche Geschäfte. Erst wenn dieses Viertel zum Alltag wird, der mit persönlichen Erfahrungen der Menschen verbunden ist, wird auch die Akzeptanz (und damit die Bereitschaft zu mehr Rekonstruktionen) wachsen. Momentan ist es ein exotischer Vergnügungspark mit einer Eingangspforte für Touristen- einerseits natürlich sehr zu begrüßen, andererseits büßt es dadurch seinen Bezug zur Lebenswirklichkeit der Einheimischen ein. Aber ich denke, dass dies -in diesem Ausmaß- ein temporäres Phänomen sein wird. Man sollte sich also beizeiten für die Zeit danach fit machen. Und dazu braucht es -abseits des Tourismusfaktors- auch attraktive Angebote für die Einheimischen, die man im Raum Frankfurt nur in der Altstadt findet.
    • East_Clintwood wrote:

      Die Altstadt muss, wie in anderen Städten, zur Selbstverständlichkeit werden
      Eben. Es ist völlig normal, dass in einem Stadtviertel ein nicht passendes Geschäft schließt und ein anderes als Nachmieter in Erscheinung tritt. Das betreffende Geschäft lag sehr versteckt und das Angebot war nun einmal am Markt vorbei. Ein anderes Geschäftsmodell wird womöglich mehr Erfolg haben. Der Markt wird das regeln.

      East_Clintwood wrote:

      Oder etwas ausgefalleneres: das Fachgeschäft für Comics im Raum Frankfurt?
      Das gibt es schon. Nur 200 Meter bzw. 2 Minuten Fußweg von dem betreffenden Dessous-Geschäft entfernt.

      X-tra-BooX Comics, Berliner Straße 20.
      facebook.com/ComicladenXtraBooX/
    • Unglaublich, wie schön das geworden ist !

      Ich überlege schon seit längerer Zeit ernsthaft, wieder zurück nach Frankfurt zu ziehen.....ernsthaft. Wohne schon seit 30 Jahren nicht mehr da.

      Nein, nicht nur wegen der Altstadt. Aber sie ist ein deutliches Zeichen dafür dass meine ehemaligen Mitbürger...... wie soll ich sagen ........Vernunft angenommen haben?

      Mein ich ernst.....eine Stadt, die wunderschön war und zerstört wurde, billig aufgebaut wurde und nicht rekonstruiert, handelt nicht vernünfig. Sondern irrational. Das ist meine Meinung.
      "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).
    • wirklich wunderschön.
      es ist manchmal ganz interessant, Meinungen von ganz Fernstehenden zu hören.
      ein Freund von mir war in FF. Obzwar aus kleinen sozialistischen Verhältnissen stammend, ist er ein typischer Vertreter des heutigen Bürgertums, das heißt sehr linksstehend (allerdings, wohl aufgrund seiner Abkunft, nicht g-m.lich).
      Was wusste er über die Neue Altstadt zu berichten?
      Schön, aber sehr klein und auch mit zu vielen modernen Bauten durchsetzt. In Anbetracht der Hässlichkeit der Stadt eher marginal, viel zu kleinflächig. Straßenzüge wie den Großen Hirschgraben konnte er nicht fassen. Für Altstadtdiskussion bzw Authentizitätsüberlegungen hatte er überhaupt kein Verständnis, so ungefähr nach dem Motto: man kann ja nicht das einzig Schöne in Frage stellen. Stattdessen sollte man alles Umliegende abreißen und neu bauen.
      Ich denke, viele Leute in D merken nicht mehr, wie hässlich ihre Städte geworden sind. Auch das erklärt so manche hyperphilosophische Reko-Debatte, die einfach verkennt, dass man letztlich keine andere Wahl hat als zu rekonstruieren.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Wenn der Mensch täglich von Hässlichkeit umgeben ist, registriert er diese nicht mehr. Weiß auch die Schönheit kaum zu schätzen nach all dem abstumpfen. Unser Umfeld prägt unweigerlich unseren Geist und unseren Schönheitssinn, weshalb Schönheit neben allen objektiven Kriterien wirklich individuell-subjektiv ist. Deswegen kommen ja so viele Freunde unserer Sache eher aus kleineren Städten mit halbwegs erhaltener Altstadt, oder sie sind viel gereist usw.

      Ich merke das immer in meiner Stadt Neubrandenburg. Wer hier aufgewachsen ist oder aus einer ähnlichen "Nachkriegswüste" kommt, nimmt die Hässlichkeit kaum wahr bzw. sieht wenig Verbesserungsbedarf. Wer aus einer Altstadt oder halbwegs attraktiven Großstadt zuzieht, weiß gar nicht, wo er da anfangen soll...
    • Ohne jemals in NB gewesen zu sein, halte ich den dortigen Wiederaufbau für viel besser an jenen FFs.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • In 70% der (sozi-klassizistisch wiederaufgebauten) Innenstadt, ja. Nur ist die leider klein und recht steril, und rundum wurden Trabantenstädte mit Plattenbauten hochgezogen und sonst nix. Da fehlt jedwede Urbanität. Da ist mir die eher kleinteilige, urbane Neubebauung ungeachtet der oft schäbigen Architektur in Frankfurt oftmals lieber, da gibt es immerhin Stadtfeeling.
    • erbse wrote:

      Wenn der Mensch täglich von Hässlichkeit umgeben ist, registriert er diese nicht mehr. Weiß auch die Schönheit kaum zu schätzen nach all dem abstumpfen.

      Beide Sätze sind wahr. Der erste heisst, du hast zwar die Fähigkeit, Schönheit zu erkennen, schaltest diese aber bewusst ab. Der zweite heisst, deine Sinne sind "tot" d.h. du hast die Fähigkeit dazu gar nicht mehr.
      M.E. ist der erste Satz der Entscheidende.

      Denn es gibt einen ganz fantastischen Artikel von Caspar Cremer, der damalige Präsident BDA (Bund Deutscher Architekten), in der er genau das kritisierte: Warum sind unsere Städte so hässlich? Man stelle sich vor der Präsident der Ärztekammer hätte gesagt, warum sind unsere Ärzte alle so unfähig? Das hätte einen Proteststurm ausgelöst. Die Kubusbauer aber schwiegen, Vogel-Strauss Strategie (wird schon vorbeigehen die Kritik, und am nächsten Tag beschimpfen wir wieder Reko-Aktivisten als "Heimattümler mit Nähe zur rechtsradikalen Gesinning" et cetera).

      Ich denke, der Artikel hiess sogar so: Warum sind unsere Städte so hässlich. Ein zweiter, ganz entscheidender Satz kam darin vor:

      "Die Menschen haben gelernt wegzusehen".

      Genau das, was du im 1. Satz sagtest, Erbse - dass die Menschen die Hässlichkeit bewusst ausblenden, nicht registrieren.
      Allerdings hier vom Präsidenten der deutschen Architekten!
      Wenn man ihn reden hörte, dachte man fast, das sei selber ein Nostalgiker/Disneylandist/Heimattümler. Ich erinnere mich noch an einen weiteren Satz von ihm, als man die Figuren wieder auf die Berliner Schlossbrücke stellte: "Die Brücke war verzaubert"!

      Das muss man sich einmal vorstellen - so ein Satz, von einem "sachlich-rationalen" Präsidenten deutscher Architekten........denn Zauberei und Ratio schließen einander aus.

      Ich bin für mehr Zauberei. ;)
      "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).
    • Während einige "Würdenträger" in Frankfurt am Main die neue Altstadt immer noch als Disneyland verunglimpfen, setzen die wieder errichteten Bauten auf internationalen Parkett Maßstäbe. Auf der MIPIM in Cannes, eine der größten Immobilienmessen der Welt, wurde das DomRömer-Projekt von der internationalen Jury mit dem Award für Stadterneuerung ausgezeichnet. Herzlichen Glückwunsch :daumenoben:
      fnp.de/frankfurt/messe-award-s…ue-altstadt-11858863.html
    • Petersburg wrote:

      Ich bin berufsbedingt seit Jahren fast jeden Tag am Kudamm. Dass die Berliner Gründerzeit nicht qualitätvoll wäre, kann man so nicht sagen. Die Gebäude sind sehr unterschiedlich. Ja, es gibt einige Berliner Altbauten die sind tatsächlich nicht so doll (gibt es in Ffm allerdings auch), während einige andere echte Schmuckstücke sind, z.b. das ehemalige Café Möhring am Ubahnhof Uhlandstrasse, eigentlich die ganzen Gründerzeitbauten bis hoch zur Bismarckstrasse, ein sehr grosses Viertel. Dass die Kudamm-Bauten generell schlechter wären als Ffm kann ich so nicht bestätigen. I

      Das kam bisher auch nie vor - aber ich musste soeben mich selber zitieren, um mich selber zu widerlegen!

      Jemand schrieb vor einer Weile, die Frankfurter Altbauten seien qualitätvoller als die Berliner. Was ich verneinte (und ich habe ja in jeder der beiden Städte mindestens jeweils 2 Jahrzehnte gewohnt, dachte daher ich könnte mir ein Urteil erlauben).

      Ich habe jetzt aber mal darauf geachtet , und stelle fest:
      Dieser jemand hat Recht! Ich danke ihm dafür dass er das sagte, denn erst dadurch sah ich kritischer hin. Ich bin jetzt mal absichtlich mit dem Focus auf diesen Unterschied über Kudamm und Seitenstrassen gepilgert, und habe mir die Bauten genau angesehen. Es stimmt. Die Formensprache mag die selbe sein, Gründerzeit eben. Aber erstens scheint in Frankfurt häufig das regionale Element etwas stärker benutzt worden zu sein, die Gebäude dort haben z.b. häufig eine rot oder rotbraunen "Rand", keine Ahnung wie man das nennt.

      Zweitens aber fällt mir total die Qualität auf. Falls der "jemand" der mich darauf hinwies z.b. die Altbauten entlang der Taunusanlage nannte, dann weiss ich was er meinte. Dort stehen noch eine Menge wuchtige alte Bauten die vermutlich grösstenteils Banken sind (und auch waren). Die sind formensprachlich zwar nicht so protzig und extrovertiert wie die Wilhelminischen in Berlin, aber vom Material her wirken sie edler, authentischer. "Echter" halt. (Keine Ahnung was es ist, Naturstein, Sandstein o.Ä.). Auch wenn mich jetzt jemand erschlägt, aber einige der Kudammbauten haben tatsächlich etwas Disneyland-artiges, obwohl ich diesen Ausdruck sehr ungerne gebrauche, sorry, er fällt mir spontan ein.

      Ebenso spontan fällt mir dieses Haus am Olivaer Platz ein, dort lauf ich öfters vorbei und das sticht mir jedesmal ins Auge. Und zwar negativ. Die Fassade hat tatsächlich etwas "künstliches", das sehe ich oft so in Berlin (aber erst seit Herr "Jemand" mich darauf hinwies), in Frankfurt hatte ich das noch nie gesehen. Es kann aber auch sein, dass das Haus am Olivaer Platz vielleicht frisch renoviert wurde, dann sehen Altbauen manchmal etwas merkwürdig aus da Widerspruch (Uraltes Gebäude grade frisch erstellt).

      Auf jeden Fall, erst seit dieser Jemand es sagte, achte ich darauf und stelle fest: Es stimmt! Berliner Altbauen sind natürlich auch toll, aber viele Protzbauten am Kudamm (ich muss mir mal wieder Mitte ansehen) sind zwar protzig und beeindruckend, aber die Feinheiten scheinen hier nicht zu stimmen.

      Bin kein Fachmann, sorry kann mich nicht anders ausdrücken. Mir fällt nur auf: Jawohl, es gibt Unterschiede zwischen Altbauten in Ffm und Berlin und zwar erhebliche, hatte ich aber vorher nie gesehen - man sieht sie erst dann, wenn man gezielt drauf achtet.

      Ich musste also hiermit mich selber wiederlegen! ^^ :lehrer:
      "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).
    • Ich sehe in dem Sinne keinen qualitativen Unterschied zwischen historistischen Prachtbauten in Berlin und Frankfurt, eher stilistische.
      In Berlin wurde in toto einfach viel mehr Masse erzeugt (dadurch auch mehr einfache Bauten) und leider auch noch viel mehr später verhunzt/entstuckt als in Frankfurt.
      Das Bild ist insgesamt noch löchriger als im ebenfalls nachkriegszeitlich geprägten Frankfurt. Wenn es jedoch um die Spitzenbauten geht, sehe ich Berlin eher vorne. Nehmen wir exemplarisch sowas wie die Kaisergalerie, Frankfurt hatte mW nichts vergleichbares. Insgesamt die Fülle an bombastischen Geschäfts- und Kaufhäusern, Bahnhöfen und vielem mehr. Da konnte in ganz Europa nichts mit, außer in Teilen Paris und London. Leider blieb von der ganzen Grandeur kaum etwas erhalten (einfach mal z.B. hier durchgucken).

      Wo Frankfurt ohne jede Frage qualitativ viel stärker unterwegs war, ist natürlich in der Altstadt. Und damit zurück zum Thema. :D
    • Ein von Unbehagen triefender dpa-Artikel aus der Feder des freien Journalisten Christian Rupp erschien heute in der Tagespresse. Es versteht sich fast von selbst, dass sich der latent spürbare Ekel vor der "süßen Kulisse" der Frankfurter Altstadt mit Halbwahrheiten verbindet.

      Das "nichts" mehr heute daran "erinnere", dass in der Frankfurter Altstadt im zweiten Weltkrieg die Bomben fielen, kann Rupp wohl nur einem Blinden erzählen. Man müsste nur mal den Blick minimal von den eigenen Befindlichkeiten auf das Stadtbild richten, und man sieht die Folgen des Bombenkrieges überall. Die Schirn, die Neubauten des Dom-Römer-Areals, die 50er-Jahre-Gebäude am Römerberg oder der Fahrgasse, die Berliner Straße usw.usf. Oder war das alles vor 1945 Teil der Altstadt?

      Und dann wieder die alte Geschichte, dass die Altstadt Anfang des 20. Jahrhunderts mit seinen "engen Gässchen" "alles andere als ein Vorzeigequartier" gewesen sei. Die Sanierungen durch den Bund tätiger Altstadtfreunde werden bei Rupp zu einem "farbenfrohen Anstrich" und einer "behördlich angeordneten Aufräumaktion", die "das Schlimmste kaschieren" sollten.

      Das Schlimmste aber für Rupp scheint, dass das Dom-Römer-Areal wieder aufgebaut wurde. Das "umstrittene Projekt" werde von Kritikern wegen der "hohen Immobilienpreise" (bei welchen Neubauten in Frankfurter Innenstadt sind sie denn niedriger?) und dem "Disneyland-Charakter" der "35 Häuser" (sic! Also auch die modernen Neubauten sind bereits "Disneyland") kritisiert. sleep:)

      Rupp jedenfalls weiß zu vermelden, dass der Wiederaufbau wie schon die Römerberg-Ostzeile von 1985 "mit geschichlichen Realitäten wenig gemein" habe. Schließlich (oh weh) fehlen ja die Gewölbe-Keller, da auf einer Tiefgarage gebaut wurde. Kopien und Neubauten würden sich "willkürlich" aneinander reihen. Der Krönungsweg habe einst tiefer gelegen. (Ob Rupp wohl mit dem Lineal die Zentimeter nachgemessen hat...?) :lachen:

      Hier ein Link. Allerdings zur gekürzten Online-Fassung. Die Printfassung, auf die ich mich beziehe, ist länger.

      Als Alt-Frankfurt unterging
      morgenweb.de/mannheimer-morgen…erging-_arid,1420173.html
    • Stimmt es denn, dass der Hühnermarkt tiefer lag? Der lag doch sich auf gleicher Ebene wie der Dom dann wäre das ja so wie es jetzt ist oder etwa nicht?

      Die leichte Wölbung auf dem Hühnermarkt und Krönungsweg ausgenommen, müssten die Häuser doch exakt dort stehen (/schweben ;) ) wo sie einst standen?

      Dass die Kellergewölbe fehlen, finde ich leider auch sehr bedauerlich! Ich würde es der lieben Altstadt zwar nie vorwerfen aber es ist schon extrem schade.
      Gibt es im Altstadtgebiet noch originale Kellergewölbe an anderen - ggf. sogar überbauten - Stellen? Das wäre mal spannend!

      Die Ostzeile wie ich kürzlich erfuhr ist ja tatsächlich ein Stück (wohl 2 Meter) weiter nach rechts verschoben worden damit der Durchgang - damals zum Technischen Rathaus - nicht zu eng werde (auch ein bisschen schade eigentlich).
    • Die zwei Meter Verschiebung nach rechts bei der Römerberg-Ostzeile machen ja nun nicht so viel aus. Und bezüglich des Krönungsweges/Hühnermarkt wurde ja eine Ebene der Tiefgarage abgetragen, damit das Boden-Niveau wieder dem historischen entspricht. Vorher ist man ja zum Technischen Rathaus einen Hügel hinaufgestiegen. Dieses um ca. 2 Meter erhöhte Bodenniveau wurde also nun wieder auf die historische Höhe angepasst. Ich denke einfach, dass dieser Umstand dem besagten Journalisten entgangen ist und er sich dann irgendetwas für seinen Artikel zusammengeschustert hat. Denn, wenn es immer noch minimale Höhendifferenzen geben sollte, dürfte so ein Journalist kaum in der Lage sein, dass fachgerecht zu beurteilen, noch juckt das irgendeinen Leser. Und, hätte man die Tiefgarage abgetragen, um dort Gewölbekeller zu rekonstruieren, würden doch derlei Journalisten den Spieß wieder in ihrem Sinne zynisch umdrehen: "Selbst schwer zu nutzende Keller wurden teuer rekonstruiert, niemand aber hat daran gedacht, dringend benötigten Parkraum für die Karossen derjenigen zu schaffen, die sich dort teuer ihre Luxuswohnungen gekauft haben." Merke: Wer mäkeln will, findet immer das Haar in der Suppe, an dem er sich aufregen kann.

      Wer gelassen bleiben möchte, sagt sich, dass sich die Erdoberfläche immer ein wenig bewegt. Sie verschiebt und hebt sich, Boden gibt etwas nach. Manch altes Gebäude dürfte sich über die Jahrhunderte hinweg in kleinem Maßstab verschoben haben. So ist das eben. Darüber, wie gesagt, erregen sich nur Schreiberlinge oder Architekturtheoretiker, die ohnehin keine Rekonstruktionen haben möchten.

      Bezüglich orginale Keller im (engeren) Altstadtgebiet: Ich kann dazu wenig sagen. In der Braubachstraße gibt es ja ein paar erhaltene Altbauten. Ich könnte mir vorstellen, dass darunter noch historische Kellergeschosse existieren. Unter dem Römer gibt es ja noch den stimmungsvollen Ratskeller, eher unter seinen Möglichkeiten genutzt. Beim Karmeliterkloster neben dem "Klosterhof" existiert zudem der "Künstlerkeller". Früher war ich dort des öfteren, ein sehr großes Gewölbeareal, aber laut FAZ-Bericht von 2008 wurde der sanierungsbedürftige Keller geschlossen. Instandsetzung für einen Gastronomen offenbar sehr teuer. Ich weiß nicht, ob da wieder etwas existiert. Ich vermute nicht. In der Nachbarschaft existiert noch das Kellertheater "Die Schmiere".
    • Die Abtragung der Ebene genügte allerdings nicht um das historische Bodenniveau wieder herzustellen. Dies ist gegenüber dem Ursprungszustand in der Tat -um einen halben Meter- erhöht.

      Es gibt noch einige schöne Keller in der Altstadt, auch von Bürgerhäusern. Der Keller vom Restaurant "Zimt und Koriander" (unter einem sehr hässlichen Neubau) kann zum Beispiel jederzeit ohne großen Aufwand besichtigt werden.