Dresden, Neumarkt - Allgemeines

  • Ein Haus, das sicherlich nicht zu den großartigsten zählt und leider auch nicht rekonstruiert wurde, stand in der Moritzstraße 6. Nicht einmal eine Fassadengliederung im eigentlichen Sinne existierte, die glatte Wand war nur mit Stuck überzogen. Fasziniert hat es mich aber dennoch schon immer, und zwar wegen des zentralen Ornaments über den mittleren Fenstern des 2. OG. Würde man selbiges isoliert betrachten, hielte man es wohl eher für Jugendstil. Jedenfalls ist es völlig unbarock....



  • Das Palais Hoym könnte dem Coselpalais (danke Rastrelli für deinen Beitrag!) in meiner Wahrnehmung tatsächlich ästhetisch gut das Wasser reichen, auch wenn man erst durch den Durchgang in den Hof kommt.
    Dort ist aber wirklich die Ausführung abzuwarten, vor allem in den Details und der Außengestaltung des Hofbereiches. Und ich wünsche mir dort ein Wechselspiel warmer Farben statt dem immer wieder gezeigten drögen monochromen Beige/Altweiß.


    Wäre ja zu schön, wenn es von CG möglichst nah an den Visualisierungen von Andreas Hummel realisiert wird:


    https://www.arstempano.de/dres…s-in-dresden/palais-hoym/

    Ich befürchte, dass man vom Palais Hoym nicht allzu große Wunder erwarten darf. Es wird ja zum übergroßen Teil ein moderner Wohnungsbau werden.
    Ich hoffe zumindest auf die Fassade zur Landhausstraße und den 1. Innenhof mit Wandbrunnen. Der Rest wird garantiert unspektakulär und halt moderner Luxuswohnungsbau.
    Die Fassade zur Rampischen Straße (Palais Riesch) wird ja sowieso modern und furchtbar.
    Auch die vielen früheren kleinen Innenhöfe, die diesen gesamten Komplex so reizvoll und besonders machen, werden wir nicht erleben können.
    Dennoch habe ich erstmal Hoffnung, dass ein paar Teile zumindest äußerlich wieder in alter Schönheit entstehen.

  • Da wir vom Palais Hoym sprechen... Der Innenhof des Palais Hoym, war/wird dort, ähnlich wie bei Teilen des Kurländer Palais, die Fassadengliederung nur aufgemalt? In einigen der Visualisierungen sieht es zumindest so aus.

  • Da wir vom Palais Hoym sprechen... Der Innenhof des Palais Hoym, war/wird dort, ähnlich wie bei Teilen des Kurländer Palais, die Fassadengliederung nur aufgemalt? In einigen der Visualisierungen sieht es zumindest so aus.

    Ja. Dr. Hertzig hat - zum Glück für den Investor - herausgefunden, dass die Gliederungen im Hof (zumindest teilweise, ich glaube Straßenseite Innenhof und beide Seitenflügel) nur gemalt waren.

  • …. Jedenfalls ist völlig unbarock....


    Ich finde das Gebäude auch ziemlich seltsam und frage mich nach den Zusammenhängen. Was sagen die Kunsthistoriker?



    Dresden, vermutlich Samuel Locke
    https://de.wikipedia.org/wiki/…ritzstra%C3%9Fe_6.jpg.jpg


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    Dresden, Palais Brühl
    https://www.arstempano.de/uplo…galery/AK_DD_10_MS_03.jpg
    https://www.tagesspiegel.de/im…l/20198210/1-format43.jpg
    https://bauforumstahl.de/baupr…ine-arche-fuer-die-kunst/


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    Würzburg
    https://upload.wikimedia.org/w…hausWuerzburg_2013-06.jpg


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    Scheinbar alle drei Fassaden +/- 5 Jahre um 1755...


    War das damals so untektonisch, mit geschweiften Formen, Bandelwerk aufgelegt? Süddeutsches Rokoko als Gegenbewegung zu Knöffels strengen Lisenen???

  • Im Rokoko wurde doch vermehrt so gearbeitet. Das Würzburger Falkenhaus fiel mir da auch gleich ein. Ein bisschen wie stuckierte Lüftlmalerei... Finde ich auch faszinierend! Dürfte tatsächlich vorbildhaft für den späteren Jugendstil gewirkt haben. Aus der selben Zeit gab es auch ein sehr schönes Haus im fernen, nordöstlichen Neubrandenburg, das den Krieg natürlich nicht überdauert hat.



    Quote from Mattielli

    Ich hoffe zumindest auf die Fassade zur Landhausstraße und den 1. Innenhof mit Wandbrunnen

    Na diese kommen eben.
    Das Palais Riesch wird doch nicht "fürchterlich modern", sondern recht klassisch nach dem durchaus eleganten Entwurf von Tobias Nöfer daherkommen?! Oder habe ich etwas verpasst?

  • Ein Haus...stand in der Moritzstraße 6. Nicht einmal eine Fassadengliederung im eigentlichen Sinne existierte, die glatte Wand war nur mit Stuck überzogen. Fasziniert hat es mich aber dennoch schon immer, und zwar wegen des zentralen Ornaments über den mittleren Fenstern des 2. OG. Würde man selbiges isoliert betrachten, hielte man es wohl eher für Jugendstil. Jedenfalls ist es völlig unbarock....

    Eigentlich ist doch Hungerstil was Gutes und anschlussfähig. Erinnert an süddeutsche Städte, Salzburg etc.

  • Mal eine Frage ..


    Gibt es eigentlich irgendwo eine Aufstellung über die erhaltenen Kellerreste am Neumarkt? Welche davon sind frei zugänglich? Gibt es evtl. eine "Neumarkt-Kellerführung" (lt. Google anscheinend nicht)?

  • Öffentlich zugänglich sind u.a. der Keller des Dinglinger-Hauses (Gasträume des "Vapiano") sowie die Kellergewölbe unter dem Coselpalais (im "Pulverturm").
    Auch im Schütz-Haus sind erhaltene Keller integriert, dort gibt es wohl einen Spa-Bereich, der dürfte aber nicht öffentlich zugänglich sein. :) Auch der erhaltene Keller in der Rampischen 29 (GHND-Haus) ist nur bei Veranstaltungen zu sehen.


    Dazu hat man in derTiefgarage unter dem Neumarkt Teile der Stadtbefestigung (sichtbar) integriert, besonders spektakulär ist das Ganze aber nicht.


    Für eine mögliche Führung dürfte das wohl zu wenig an Sehenswertem sein.


    Gruß
    Bert

  • Die Kellerreste in der H.-Schütz-Residenz sieht man, wenn man im Bodega(spanisches Restaurant) auf die Toilette geht teilweiße, denn auch das Bodega hat ein Gewölbekeller für Veranstaltungen und in der Toilette ist auch ein kleiner Mauerrest hinter Glas zu sehen

    Wenn nicht anders angegeben, sind alle Bilder von mir.

  • Aktueller Neumarkt Kurier:


    Diesmal mit diesen interessanten Themen, wovon das Quartier Königshöfe in der Neustadt zur Freude gereicht:


    Narrenhäusel: Grundstücksverkauf steht kurz bevor
    Veranstaltungshinweise
    Innere Neustadt: Baubeginn der „Königshöfe“
    Veranstaltungstipp: Stadtspaziergang „Moderne und Tradition am Königsufer“
    Afghanistan: Darul-Aman-Palast wird wiederaufgebaut
    Europäische Plätze: Die Kramgasse in Bern


    http://www.neumarkt-dresden.de…-Newsletter-Juli-2019.pdf

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Zum Ende des Sommers hier ein Bild der schönen Baumgruppe, die in diesem Jahr zum ersten Mal auf dem Neumarkt ergrünte.


    Die Platanen auf dem ehemaligen Gewandhausareal vor den Häusern Neumarkt 13-15 (Foto: SchiDD, 14. September 2019, CC-BY-SA-4.0)


    Die modernen Sitzbänke wirken im Gesamtkontext recht gut. Man hätte sich natürlich auch historische Bankformen vorstellen können, aber es wirkt im Zusammenhang jedenfalls besser, als wenn man eine einzelne Bank für sich betrachtet. Die Bänke werden viel genutzt, wie überhaupt der Neumarkt beliebt und belebt ist. Das Kleinpflaster unter den Bäumen, mit dem textile Muster nachgebildet werden, wird vielen Menschen wohl gar nicht auffallen. Ich finde es aber doch eine ganz nette Idee. So ist der Neumarkt in diesem Jahr noch ein bisschen schöner geworden.