Einheitsdenkmal

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    • Hier sieht man in der Draufsicht vom Platz der Republik nochmal in aller erschreckenden Deutlichkeit, was für eine schlimme zerkraterte Landschaft das ist - und wie dringend eine Neuordnung ist, durch das Einheitsdenkmal bevorzugt. Man könnte wirklich meinen, man schaut auf einen Truppenübungsplatz der Bundeswehr... :schockiert:
    • Ja, schlimm! Unseres Landes unwürdig! Einfach lieblos. Da kann sich auch nur durch bürgerschaftliches Engagement was ändern. Das schreit geradewegs nach einer bewußten Gestaltung. Das wäre die Ausgangslage, zur Bewußtmachung dieser öden Situation und deren Potential an die Adressaten unseres Vorschlages für ein Einheitsdenkmal vor dem Reichstag!
      Zeichnet sich da was durch das dürre Gras ab, im Sinne von Luftbildarchäologie? Gibt es noch Reste der alten kaiserlichen Platzgestaltung im Untergrund?
    • Verläuft da nicht ein Stück neue U-Bahn (U55/U5) drunter, am Ende der Wiese? Oder habe ich das falsch in Erinnerung?
      Ansonsten, die Löcher sind "wie immer", als noch die Kneipenliga in den 80ern dort ihre Fußballspiele austrug.
      Ab und an wird mal versucht, die Grasdecke wieder zu schließen, aber ich denke, es liegt am sandigen Untergrund, daß das noch stets nach kurzer Zeit wieder nichts wurde.
      Irgendwie mag ich das anarchisch-ruppige daran, ich kann mir nicht helfen. Einen reinen Schmuckplatz fände ich zu steif. Andernseits ist es zu leer vor dem Reichstag. Werderhofs Entwurf gefällt mir auch deswegen so gut, weil er diese gestalterische Leere behebt, aber gleichzeitig noch ein Stück Trampelwiese läßt.
    • Ein gepflegter Rasen ist ungemein schmückend, umgekehrt wirft die Minimalpflege durch Berlin doch einen Schatten voraus, wieso sollte das mit der Schale besser laufen, wo die Kosten dabei ungleich höher wären, als für anständiges greenkeeping, was ja auch schon nicht geleistet wird. Auch müsste man, wenn, das Land Berlin einbinden. Das ist Eigentümerin der Flächen! Es trifft bestimmt nicht auf Sympathie beim Senat schon wieder nur mit dem Bund zu planen und Berlin links liegen zu lassen, so als wäre Berlin fremd im eigenen Bundesland. Das hat bei Kolonnaden und Versetzung des Schlossbrunnens abrupte Abwehrreflexe ausgelöst. Das Gefühl, der Bund plane sich "seine" Hauptstadt, ist nicht mit Föderalismus oder Selbstverständnis von Landespolitik vereinbar.

      Umgekehrt braucht Berlin den Bund auch nicht um den Platz der Republik anders zu gestalten. Hier werden Koch und Kellner verwechselt.

      Ich rate davon ab den Widerstand gegen das geplante Denkmal einerseits und die Diskussion über die Reichstagswiese andererseits, miteinander zu verquicken.
    • Übrigens hat sich der Berliner FDP-Bundestagsabgeordnete Hartmut Ebbing auf seiner Seite erst kürzlich gegen die Einheitswippe ausgesprochen. Hier nachzulesen:

      https://hebbing.abgeordnete.fdpbt.de/ein-zeichen-gegen-die-einheitswippe

      Die Bundesparteien von Linke und AfD sind gegen die Wippe. Vielleicht kann sich die Bundes-FDP auch zu einer gemeinsamen Positionierung durchringen? Die Berliner FDP ist ja explizit gegen den Standort. Wir sollten hier vielleicht mal Hartmut Ebbing und weitere FDP-Bundestagsabgeordnete anschreiben und sie wissen lassen, dass wir sie unterstützen würden.

      Vielleicht braucht es wirklich nur gute Visualisierungen der Wippe vor dem Reichstag, also die von Werderhof und noch eine, die den aktuellen Entwurf kaum verändert. SchortschiBär hat recht, morgen ist nicht Abgabetermin. Und dennoch sollten wir nicht allzu lange warten und gerüstet sein. Wen könnten wir denn och wegen der Visualisierung der "konservativen" Lösung fragen?
    • SchortschiBähr schrieb:

      Asgardion, der betreffende Faden ist hier in der "Mädlerpassage" zu finden:
      Eigene (utopische) Architekturentwürfe
      (Interner Bereich)

      Hervorgetan mit guten Visus haben sich ua.: Kaoru, xharlekin, amjel, Mündener
      Asgardion, ich zitiere mich mal oben selbst und füge noch
      tachMarkus hinzu als Antwort auf Deine Frage.
    • Mit dem Bauen ist es auf der Reichstagswiese auch nicht so einfach, weil da der Nord-Süd-Tunnel vom Hbf drunter langgeht und der Tunnel der U55: berliner-woche.de/mitte/bauen/…tag-gestartet-d90996.html
      Und ein Securitycheck-Gebäude gibts auch noch, aber mehr an der Seite.
      Aber ich glaube, Werderhofs Entwurf käme an denen vorbei. "Mittig" wäre aber wohl schwierig, weil das käme direkt auf den Nord-Süd-Tunnel.

      @Asgardion: das ist sehr interessant, was welche Fraktion oder Partei oder Person jeweils dazu meint. Muß man sammeln.

      P.S. einige Visus von der Wippe am Schloß findet man, wenn man unter "milla stuttgart" googelt, denn es gibt dazu ein paar Artikel in Stuttgarter Zeitungen (SZ und SN), nicht nur die Visu auf Millas eigener Seite.
    • Noch eine Idee!
      Ich habe mir die Website von Milla&Partner angesehen, und finde sie objektiv gesehen sehr kreativ.
      Hier im Forum gibt es sicher einige, die sehr gut vernetzt sind. Wäre es, bei aller mir gegebenen Naivität, auch eine Option mit dem entsprechenden Hintergrund und Verbindung auf die Künstler zuzugehen und sie selbst zur Einsicht zu bringen, dass ihre Wippe vor dem Reichstag besser aufgehoben wäre, und diese das auch gegenüber ihren Auftraggebern kommunizieren.
      Das wäre, denke ich, nicht das erste Mal, wenn der Auftragnehmer gegenüber dem Auftraggeber etwas zum Vorteil aller durchsetzt.
      Ich bin sicher kein Verfechter der "Traditionelle um jeden Preis", aber ich bin gegen die "Trostlosigkeit und Langeweile im zeitgenössischen Bauen". dto.
    • Genau das hatte ich schon weiter oben auch vorgeschlagen, wurde aber von der werten Forumsgemeinde als nicht so schlau angesehen. Aber ich finde es immer noch eine Vorgehensweise mit Potential. Bei den Künstlern kann man wenigstens von einem ästhetisch geschulten Blick ausgehen. Ich denke schon, daß das größere ästhetische Potential und die Wirkung der Wippe auf der Reichstagswiese von Milla erkannt werden würde. Wir sollten es versuchen und sie einbinden bevor wir uns an Politiker wenden!

      Vielmehr wird der alte Bundestagsbeschluß im Wege stehen. Letztlich müßte das Parlament den Standort neu entscheiden!
    • SchortschiBähr schrieb:

      Genau das hatte ich schon weiter oben auch vorgeschlagen, wurde aber von der werten Forumsgemeinde als nicht so schlau angesehen. Aber ich finde es immer noch eine Vorgehensweise mit Potential. Bei den Künstlern kann man wenigstens von einem ästhetisch geschulten Blick ausgehen. Ich denke schon, daß das größere ästhetische Potential und die Wirkung der Wippe auf der Reichstagswiese von Milla erkannt werden würde. Wir sollten es versuchen und sie einbinden bevor wir uns an Politiker wenden!

      Vielmehr wird der alte Bundestagsbeschluß im Wege stehen. Letztlich müßte das Parlament den Standort neu entscheiden!

      Der Bundestag hat hier keine Kompetenz. Die wiederholten Beschlüsse zum Einheitsdenkmal sind im Kern lediglich eine Bitte an die Bundesregierung, dieses zu errichten sowie an den Haushaltsausschuss dafür die Finanzierung zur Verfügung zu stellen. Da der Bund keine eigene Zuständigkeit in Sachen Kultur hat gibt es kein Bundeskulturministerium und somit auch kein Kulturbudget. Einzelne Projekte müssen daher auch jeweils einzeln durch den Haushaltsausschuss.

      Dazu ist das Land Berlin sowohl Eigentümer wie auch Baubehörde. Das Einheitsdenkmal mit dem Bund als Bauherr muss sich da nicht anders behandeln lassen als zB ein Autohaus, das einen Neubau errichten möchte. Da zuckt niemand beim Land Berlin voller Ehrfurcht zusammen, nur weil der Bundestag irgendwas beschlossen hat.

      Wäre das alles nicht kompliziert genug? Nein, die Architekten haben das Urheberrecht, ohne die geht ebenfalls nichts. Die Gestalter des Platz der Republik haben übrigens mit ihrem Urheberrecht auch mitzureden.

      Es ist keine Kleinigkeit das mal eben alles anzupacken, ich möchte euch bitten, das realistisch einzuschätzen und die Gegnerschaft gegen das geplante Einheitsdenkmal am bisher geplanten Standort komplett getrennt von der Frage Reichstagswiese zu behandeln. Denn es ist eben nicht "nur" der Bundestag den man überzeugen müsste ein Einheitsdenkmal auf die Reichstagswiese zu setzen. Es würde aber schon ausreichen, wenn der Haushaltsausschuss die Mittel erzieht, um den bisher geplanten Bau zu verhindern. Verhindern ist einfacher als gestalten, so ist das nun einmal.
    • Neu

      @ Loggia:



      Quelle: upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/66/Berlin_u55.jpg

      Wie man auf diesem Plan sehen kann, dürfte es mit der "Wippe" vor dem Reichstag weder mit Tiergarten-, Fernbahn- oder U-Bahn-Tunnel Schwierigkeiten geben, wenn diese nur nah genug vor das Parlamentsgebäude gestellt würde, wie ich es aus ästhetischen Gründen auch befürworte.

      @ Hackfleisch: Ich kann dir nicht widersprechen. Die Sache liegt bei der Bundesregierung und beim Haushaltsausschuss, der ja - zumndest in der Vergangenheit - kein großer Befürworter der Wippe war. Die erneute ReGroKo (relativ Große Koaltion) hat den Bau der Wippe abermals im Koalitionsvertrag verankert. Würde aber der Bundestag erneut entscheiden und einen anderen Standort beschließen, so könnte die Regierung nicht ohne Weiteres am aktuell geplanten Standort festhalten, denn das Parlament ist ja der Souverän. Deswegen wenden wir uns auch an die Bundestagsabgeordneten.
      Natürlich ist es auch richtig, dass es leichter ist, etwas zu verhindern als etwas Neues zu beschließen. Fragt sich nur, wie lange sich der Haushaltsausschuss der Bewilligung der Mittel entziehen kann. Er würde ja in der Vergangheit deswegen schon indirekt gerügt.
      Ich denke wir sollten hierbei mehrere Strategien in petto haben. Eine davon ist das Werben für den Bau der "Wippe" vor dem Reichstag. Das schließt andere Strategien aber nicht aus. Wir sollten nur für alle Eventualitäten gerüstet sein und dazu zählt für mich auch das Werben für die "Wippe" auf dem Platz der Republik. Positives Werben kommt immer besser an als mäkelndes Verhindern.

      Was die Urheberrechte angeht, so kenne ich mich nicht aus. Wahrscheinlich könnten die Landschaftsarchitekten des Platzes der Republik gegen ein Aufstellen der Wippe dort klagen. Die Frage ist nur, ob sie das für solch ein herausragendes nationales Denkmal wagen würden. Man will ja vielleict auch weiterhin öffentliche Aufträge erhalten und allzu viel würde ja auch nicht "zerstört" (wenn man bei diesem langweiligen Entwurf überhaupt davon sprechen kann). Schwieriger könnte es mit dem Land Berlin werden, das ja laut den Aussagen anderer Forumsmitglieder hier Eigentümer der Fläche ist. Das gilt aber auch noch für den Nationaldenkmalsockel.

      Wir müssen sehen, was wir tun können. Aufgeben will ich indes nicht! Die Gegnerschaft ist ja nicht allzu klein, auch wenn sie sich noch nicht öffentlich aus ihren Löchern traut.
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      Meine Erfahrung ist dass eine Top Visualisierung das entscheidende Element ist um Menschen zu überzeugen. Daher fände ich es toll wenn man nicht direkt aufgibt wenn andere berechtigte Bedenken in die Runde werfen.
      Denn es geht ja zunächst einmal darum, die Politik und den Künstler davon zu überzeugen, dass der Reichstag ein Alternativstandort sein kann. Und auch hier gilt leider wieder Strategie vor Idealismus. Und ich weiß dass nervt einige hier aber letztlich ist die Frage will man in Schönheit sterben oder das maximal mögliche erreichen?
      Ich wähle dann lieber den Realismus. Und ich glaube dass unter bestimmten Umständen alle Beteiligten auf das durchschlagen des gordischen Knotens warten. Und ich denke der neue Standort könnte dieses Signal der Erleichterung sein worauf die Politik, der Künstler und die Öffentlichkeit warten.
      Die Befürworter der Wippe setzen sich in erster Linie für das Denkmal ein und hier hat man wie beim Künstler glaube ich Angst dass wenn man den Standort aufgibt dann auch der gesamte Denkmalsprozess von vorne beginnt und alles auf Jahre hinaus weiter verschoben wird. Und um genau dem vorzubeugen müssen wir gerade diese Gruppe überzeugen und dies geht meiner Meinung nach erst mal darüber dass man das Denkmal an sich möglichst unangetastet lässt. Einfach um auch dem Künstler einen Weg zu ebnen.
      Und letztlich ist der Kern des Gedanken des Sees und der Rampen ja trozdem umsetzbar. Nur eben dass man die Steigung aus den Rampen heraus nimmt. Ich sehe hier also nicht mal ein entweder oder sondern es ist die Aufgabe eines guten Architekten beide Ideen und Eigenarten der Entwürfe zu einer für beide Seiten sinnvollen Synthese zusammen zu führen mit der eine möglichst breite Akzeptanz bei allen Beteiligten Gruppen erreicht werden kann.
      Ich hoffe, dass die tollen ersten Visualisierungen weiter entwickelt werden, gerne auch zwei verschiedene Varianten. Aber einfach aufgeben wenn man Aspekte hier öffentlich zur Diskussion stellt finde ich nicht so gut. Also weiter machen :thumbsup:
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      Danke für die informativen Beiträge.
      Ich denke halt, daß der Haushaltsausschuß sein Votum nicht unbedingt lange aufrechterhalten kann.
      Daß der Haushaltsausschuß der vorigen Wahlperiode sich zu diesem relativ kühnen Votum entschlossen hat (pro Kolonnaden contram Einheitswippe) muß nicht heißen, daß das beim jetzigen Haushaltsausschuß so bleibt.
      Ich las von Frau Grütters ein Interview, daß der Haushaltsausschuß die eingestellten Gelder halt evt. umwidmen müßte - woraus ich schließe, gehen täte das schon.
      Und wenn dann plötzlich die Schloßwippenbefürworter einen Sprint hinlegen und laut schreien, dann wars das.
      Im Tagesspiegel meinte ein Journalist, "die Diskussion fächert sich jetzt wieder auf", weil die Berliner Linken u.a. den Alexanderplatz ins Spiel bringen und sich bisher vor allem als Verhinderer profiliert haben (taktisch durchaus in unserem Sinne, nicht?). Also denke ich, wenn das eh so ist, dann kann unser Vorschlag "Reichstagswiesenwippe" doch gar nicht schaden.
      Dann geisterte da noch so eine Umfrage rum, daß 46% die Wippe gut finden, aber nur 26% Wippe vor Schloß gut finden, während 56% die Kolonnaden vor dem Schloß bevorzugen würden.
      Wenn das nicht völlig aus der Luft gegriffen ist, dann wäre doch jetzt dann die Zeit eben für einen Alternativvorschlag, Kolonnaden UND Wippe zu bauen, nur die Wippe eben nicht vor dem Schloß.
    • Neu

      Wissen.de und Loggia treffen mit Aussagen den Nagel auf den Kopf. Top-Visualisierungen sind zur Überzeigung vonnöten. Am aktuellen Entwurf sollte nichts verändert und die Wippe nur an den Standort Platz der Republik angepasst werden, um die Bedenken der Künstler, die ihr Werk so gebaut wollen sehen, wie sie es geplant haben, und die Politiker, die befürchten, dass bei neuerlichen Veränderungen die Sache ganz gestorebn ist, nicht zu verschrecken.
      Daher die positive Kampagne einer "Wippe" vor dem Reichstag! Das könnte den Gordischen Knoten lösen und Untersützer in allen Parteien finden, aller sonstigen etwaigen Schwierigkeiten (Abstand zum Reichstag, Grundstückfragen, etc.) zum Trotz. Der Haushaltsausschus wird sich nicht ewig verschließen können. Wir müssen den Schlossfreiheitbefürwortern, die jeder Zeit "zuschlagen" können, mit einer Kampagne "Einheitsdenkmal auf dem Platz der Republik" zuvorkommen. Strategie ist hier gefragt, nicht Idealismus. Da hat Wissen.de völlig recht.
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      Asgardion schrieb:

      Also ich sehe kein Sicherheitsproblem darin, wo genau Werderhof die Wippe vor dem Reichstag plant. Sie stünde nicht näher als vor dem Schloss. ...
      Im Schloss wird im Wesentlichen lediglich ein Museum untergebracht, das Reichstagsgebäude ist Sitz des Bundestages, d.h. der Volksvertretung, der Gesetzgebung.

      Zwischen beiden liegen hinsichtlich des Sicherheitsbedürfnisses Welten.

      Natürlich enstünde dadurch ein Sicherheitsproblem; unwahrscheinlich, dass ein Standort so dicht unmittelbar vor dem Gebäude umgesetzt wird.

      Ich sehe die ästhetischen Gründe auch nicht als so gravierend, als dass man die Wippe nicht etwas weiter entfernt platzieren könnte.
      Das würde auch die weite Einöde des offenen "Platzes" etwas füllen bzw. diesen etwas strukturieren.