Frankfurt a.M. - Alte Börse am Paulsplatz

  • Da, bist auf die Börse, alle Häuser im EG Ladengeschäfte hatten, sollte es genug Gewerbe und Gastroflächen für die Frankfurter geben. Da die Neue Kräme ja eine Fussgängerzone bleiben täte ist der Tischverlust für diese Touriläden zu verkraften.

  • Edit: Ansicht mit Alter Börse.

    Ein dauerhafter Link läßt sich leider nicht setzen. So findet man die Fotografie:


    1) http://www.ifaust.de/isg/
    2) Auf "ISGBild" klicken
    3) Oben auf "Suche" klicken
    4) Im Feld "Stichworte" "Antwerpen" (ohne die Anführungszeichen) eingeben und die Suche starten
    5) Links bei "Anzeige" auf "Bildergalerie" klicken
    6) Der vierte Treffer ist die Fotografie mit den beiden barocken Prachtbauten und der Alten Börse.

  • Hier mal eine schöne Schrägansicht der Paulsplatzfront:
    CC-BY-SA: Historisches Museum Frankfurt, Foto: Horst Ziegenfuß

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Überraschende Entwicklung bei der Alten Börse. Jetzt wird tatsächlich eine Rekonstruktion der Alten Börse für ein Demokratiezentrum der Paulskirche diskutiert. Derzeit liegen drei Optionen auf dem Tisch:

    • Demokratiezentrum im Römer-Nordbau Paulsplatz 9 (hier werden wohl demnächst Räume frei, die Lösung hat Baudezernent Schneider ins Spiel gebracht.
    • Demokratiezentrum-Neubau auf dem derzeitigen Parkplatz zwischen dem Römer-Nordbau und Berliner Straße - dies ist ein Vorschlag von OB Feldmann. Er erwartet Kosten von etwa 30 Mio. Euro.
    • Demokratiezentrum am Platz zwischen Neue Kräme und Paulskirche. Dabei könnte die Alte Börse rekonstruiert werden.

    Zu der Rekonstruktion der Alten Börse findet eine öffentliche Podiumsdiskussion am 4.11. in der Frankfurter Sparkasse statt - siehe hier. Als Standort des Demokratiezentrums wäre das die beste Wahl, denn es liegt an der hoch frequentierten Wegbeziehung zwischen Alt- und Neustadt.

  • In der Frankfurter Allgemeinen erschien am 06. November 2019 ein Artikel über die Veranstaltung zur Neugestaltung des Paulsplatzes.


    (...) Wissenbach plädierte in seinem Vortrag dafür, zusammen mit der Alten Börse auch die einst südlich angrenzenden Gründerzeithäuser zu rekonstruieren. Damit könnte man der Neuen Kräme und dem Paulsplatz ihre ursprüngliche Struktur zurückgeben. Laut Wissenbach ließe sich das von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) vorgeschlagene „Haus der Demokratie“ in dem über 500 Quadratmeter großen Saal der Alten Börse und den dazugehörigen Räumlichkeiten unterbringen. In den südlich angrenzenden Gebäuden könnten Cafés unterkommen. (...)

    Diese Idee ist natürlich genial und sehr wünschenswert. Aber natürlich gab es auch gegenteilige Meinungen:


    (...) Eine Stimme aus dem Publikum bezweifelte, dass ein zweigeschossiger Säulenwald für Ausstellungszwecke geeignet sei. Die Quellenlage sei zudem, so der Denkmalpfleger Stefan Timpe, für eine seriöse Rekonstruktion nicht ausreichend. Auch Baudezernent Schneider bezweifelte, dass die Alte Börse als Behausung für das Haus der Demokratie geeignet sei. (...)

    Für die Stadtreparatur würde ja eine Rekonstruktion der Kubatur und Fassaden ausreichen. Das Innere kann ganz neu gestaltet werden.
    Dann noch die typische Meinung einer Architektin:


    (...) Die Architektin Marie-Theres Deutsch argumentierte, dass das „Haus der Demokratie“ eine starke symbolische Ausstrahlung habe und deshalb einen zeitgemäßen Bau bekommen müsse. (...)

  • Die südlich angrenzenden Häuser auch zu rekonstruieren, ist unbedingt wünschenswert. Allerdings handelte es sich bei den beiden Häusern zur Neuen Kräme hin nicht nur um irgendwelche Gründerzeitler, sondern um herausragende Barockhäuser. Schade, daß diese Information bisher nicht wenigstens zur FAZ gelangt ist.


    Zur Quellenlage: Es gibt einen Grundriß und zahlreiche Ansichten. Einen Fassadenaufriß habe ich auf Ebay auch schon gesehen (s. Wikos' Beitrag Nr. 24 oben). In "Frankfurt am Main und seine Bauten" (1886), herausgegeben vom Architekten- u. Ingenieurverein, weden Materialien genannt: Marmorsäulen, an der Fassade "grüner fränkischer Sandstein", im OG mit rotem Sandstein abwechselnd. Insgesamt wird die Quellenlage besser sein als bei den meisten Rekonstruktionen im Dom-Römer-Areal. Aber vielleicht weiß der Denkmalpfleger Stefan Timpe da mehr.

  • Die südlich angrenzenden Häuser auch zu rekonstruieren, ist unbedingt wünschenswert. Allerdings handelte es sich bei den beiden Häusern zur Neuen Kräme hin nicht nur um irgendwelche Gründerzeitler, sondern um herausragende Barockhäuser. Schade, daß diese Information bisher nicht wenigstens zur FAZ gelangt ist.


    Zur Quellenlage: Es gibt einen Grundriß und zahlreiche Ansichten. Einen Fassadenaufriß habe ich auf Ebay auch schon gesehen. In "Frankfurt am Main und seine Bauten" (1886), herausgegeben vom Architekten- u. Ingenieurverein, weden Materialien genannt: Marmorsäulen, an der Fassade "grüner fränkischer Sandstein", im OG mit rotem Sandstein abwechselnd. Insgesammt wird die Quellenlage besser sein als bei den meisten Rekonstruktionen im Dom-Römer-Areal. Aber vielleicht weiß der Denkmalpfleger Stefan Timpe da mehr.

    In der Tat, die Quellenlage ist sogar besser wie bei den Rekos auf dem DomRömer-Areal - das machte der Historiker Björn Wissenbach auf der diesjährigen Veranstaltung in der Frankfurter Sparkasse deutlich. Denkmalpfleger Timpe hatte auf der selbigen Veranstaltung sich im Publikum zu Wort gemeldet und eine Reko - wegen angebelich mangelnder Quellenlage - kategorisch abgelehnt. Das ganze war etwas verwunderlich und machte eigentlich nur die allgemeine Haltung des modernistischen Denkmalpflegers zu Rekonstruktionen deutlich.

  • Für die Stadtreparatur würde ja eine Rekonstruktion der Kubatur und Fassaden ausreichen. Das Innere kann ganz neu gestaltet werden.

    Wobei ja gerade der Innenraum wirklich herausragend war und somit eine Rekonstruktion absolut gerechtfertigt ist.
    Die Pilzsäulen haben geradezu etwas proto-futuristisches und lassen sich als klassizistische Interpretation gotischer Fächergewölbe lesen.



    https://www.timothyselvage.com…eterborough-vault-002.jpg

    "Schönheit wird die Welt retten" - Dostojewski

  • Die Paulskirche steht derzeit frei. Im Zuge der Sanierung soll der Paulsplatz mit einem Demokratiezentrum bebaut werden

    Man beachte folgenden Abschnitt:

    "Dafür bahnt sich eine andere Rekonstruktion an. Die Bebauung des Paulsplatzes in den historischen Strukturen u.a.. der Alten Börse wäre nach einer von der Stadt in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie wichtig, um die Paulskirche einzufassen und hervorzuheben. In den Neubau soll das Demokratiezentrum einziehen.

    Wie das Gebäude genau aussieht, wird aber ein Architekturwettbewerb klären."

    Hier noch paar Informationen aus unserer Facebook-Gruppe ( Pro Alte  Börse am Paulsplatz)

    Interessant sind die Hinweise zu den Säulen:

    Ein Mitglied schrieb: "An sich war das Gewölbe als Interpretation eines Fächergewölbes, wie man es vor allem im angelsächsischen Bereich häufiger vorfindet, gedacht (z.B. die Abteikirche in Bath)



    https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/


    in der Ausmalung finden sich auch ägyptische Ornamente vor

    Beispiel: Papyrussäule


    Gemeinfrei Karl Richard Lepsius (1810-1884)

  • Hier noch paar Informationen aus unserer Facebook-Gruppe ( Pro Alte  Börse am Paulsplatz)

    Interessant sind die Hinweise zu den Säulen:

    Ein Mitglied schrieb: "An sich war das Gewölbe als Interpretation eines Fächergewölbes, wie man es vor allem im angelsächsischen Bereich häufiger vorfindet, gedacht (z.B. die Abteikirche in Bath)

    In der Tat, so ist die zuletzt erläuterte Expertenmeinung bei Veranstaltungen zum Thema Alte Börse.


    Zum Zitat bei BILD Aktuell "Dafür bahnt sich eine andere Rekonstruktion an". Leider kann man das aus den bisherigen Äußerungen und Berichten nicht schließen. Aber bei dem vorliegenden Entwurf, einem unförmigen Stelzenmonster neben der Paulskirche, gehen selbst besonnene Bürger in Frankfurt am Main auf die Barrikaden. Eine Reko der Alten Börse am Ende ist auf jeden Fall im Bereich des möglichen.

    https://www.bild.de/regional/f…u-chef-67493298.bild.html

  • Ich wunderte mich auch. Dann hoffe ich, dass dies sich selbsterfüllende Prophezeiung erweist.:biggrin::biggrin::biggrin:

    Ich freue mich schon auf die nächste Telko mit dem Vorstand.

  • Diese vielen Säulen im Innenraum, wurden ja von Reko-Gegnern bereits als Hinderungsgrund einer Rekonstruktion angeführt. Zu wenig Platz und so.


    Die Rekonstruktion sollte sich tatsächlich auf die äußere Form und die Fassaden beschränken. Damit man, ganz demokratisch und kompromissbereit, einen modernen Innenraum für das neue Zentrum erschaffen kann. Dann können sich die Architekten vielleicht im Inneren austoben.

  • Mit einer äußerlichen Rekonstruktion würde ich mich in diesem Falle aber nur schwer begnügen können. Denn obwohl die Außenfassade sehr schön ist, wirkt sie auf mich nicht herausragend. Erst der Innenraum macht die Börse für mich so besonders.


    Zugegebenermaßen habe ich eine solche Säulenkonstruktion bisher höchstens als moderne Interpretation gesehen.

  • Diese vielen Säulen im Innenraum, wurden ja von Reko-Gegnern bereits als Hinderungsgrund einer Rekonstruktion angeführt. Zu wenig Platz und so.


    Die Rekonstruktion sollte sich tatsächlich auf die äußere Form und die Fassaden beschränken. Damit man, ganz demokratisch und kompromissbereit, einen modernen Innenraum für das neue Zentrum erschaffen kann. Dann können sich die Architekten vielleicht im Inneren austoben.

    Schlichtheit, Demut und Bescheidenheit der wiederaufgebauten Paulskirche - das sind ja die Argumente der gutmenschelnden Nachkriegsmodernisten, die eine Rekonstruktion der Paulskirche verhindert haben. Und genau diese Modernisten haben jetzt keine Einwände gegen ein wuchtiges Demokratiezentrum, das sich als machtvolles Glasaquarium auf Stelzen, ordinär über den Altbau erhebt. Dieses Demokratiezentrum möchte nicht demokratisch vermitteln, sondern den Machtanspruch der zeitgenössischen Architekten nach außen tragen. Dagegen hat die Alte Börse eine gegenüber der Paulskirche zurückhaltende und respektvolle Fassade und ein überwältigendes Inneres, das auf sinnliche und einladende Weise die Heimat für ein Demokratiezentrum geben würde.

  • Diese vielen Säulen im Innenraum, wurden ja von Reko-Gegnern bereits als Hinderungsgrund einer Rekonstruktion angeführt. Zu wenig Platz und so.

    Gerade die Säulen könnte man doch gut für Inschriften verwenden. Hier ein modernes Beispiel aus Nürnberg: Die Straße der Menschenrechte.


    CC BY-SA 3.0                                                      CC BY-SA 4.0


    Die Rekonstruktion sollte sich tatsächlich auf die äußere Form und die Fassaden beschränken. Damit man, ganz demokratisch und kompromissbereit, einen modernen Innenraum für das neue Zentrum erschaffen kann. Dann können sich die Architekten vielleicht im Inneren austoben.

    Ach ich weiß nicht. Aus Reisen in Marakko fand ich es so spannend, an schlichte Fassade entlangzugehen, und ab und zu durch eine Tür zu spähen, weil sich dahinter meist prächtige Gärten versteckten. Mein Hotel (es war eigentlich nur ein Zimmer) befand sich auch in einer dunklen Gasse und als mir die Tür geöffnet wurde, war ich fassungslos was für ein herrlicher Innenhofgarten mit Orangenbäumen, blau gekachelten Wänden und Treppen sich auf tat. Als erstes trank ich oben auf der Dachterrasse einen Marokkanischen Minztee, blickte auf das Dächermeer und genoss dahinter die Sicht auf das schneebedeckte Atlasgebirge. Das war auch so ein pittoreskes Architekturerlebnis.


    In diesem Fall finde ich das Innere spannender als das Äußere. Wobei die Fassade nicht schlecht ist, man könnte sie klassisch minimalistisch gestalten und jedem wäre gedient.