Kassel - die ehemalige Altstadt

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    • Kassel - die ehemalige Altstadt

      In letzter Zeit sind mir sehr viele Bilder der im 2. Weltkrieg untergegangenen Altstadt von Kassel vor die Augen gekommen. Daraufhin habe ich mir ein paar Bücher bei Ebay ersteigert die die Altstadt in ihren unterschiedlichsten Facetten zeigen.

      Heute erhaltene Altstädte wie z.B. Hildesheim, Rothenburg ob der Tauber, Erfurt, usw. waren meiner Meinung nach im Gegensatz zu Kassel nur "unbedeutend".

      Zitat:

      "Kassel war ein Freilichtmuseum für Architektur jeglicher Bauepochen und Baustile".

      Mein Anliegen: Rekonstruktion von bedeutenden Häusern oder evtl. einer kompletten Platzanlage dieser wunderschönen Altstadt.

      In Deutschland wächst das Verlangen nach Rekonstruktionen und die Sehnsucht nach Gemütlich- und Behaglichkeit.

      Betonklötze wie z.B. das Hotel was momentan in Dresden in der Rampischen Straße (siehe dazu natürlich auch hier im Forum der Artikel!!!) sind abstoßend, kühl und geschichts- und gesichtslos.

      Sie dienen ja, aber auch nur dem Eigennutz des jeweiligen Nutzers bzw. Besitzer (sowas nennt man auch Egoismus^^).

      Zurück zu meinem Anliegen:
      Hätte man vor 20 Jahren vermutet/gedacht das aus dem Dresdner Neumarkt jemals so eine wunderschöne und vllt. für diesen Stil einmalige Platzanlage entstehen könnte?? Ich vermute Nein^^

      Sowas kann auch für Kassel Wirklichkeit werden. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg

      Würde mich über Ideen, Anregungen, Unterstützung und Antworten freuen!
    • Weis ich leider selbst nicht, also meine Schwägerin ist in Kassel aufgewachsen (wohnen ca. 140km südlich von Kassel), sie hat in der Schule davon erzählt bekommen vermute ich mal.

      Habe selbst mal ein Modell der Gießener Altstadt nachgebaut (50 Häuser Fläche ca. 10qm²), wurde damals in der Presse und bei mir auf der damaligen Schule sehr hochgepuscht, aber dann iwann vergessen.

      Man müsste ne Umfrage oder sowas machen^^
    • Heute erhaltene Altstädte wie z.B. Hildesheim, Rothenburg ob der Tauber, Erfurt, usw. waren meiner Meinung nach im Gegensatz zu Kassel nur "unbedeutend".


      Die Hildesheimer Altstadt ist nicht erhalten, sie wurde am 22. 3. 1945 fast ganz durch Bomben niedergebrannt. Sie war als komplett erhaltene spätmittelalterliche Stadt mit herausragenden, einzigartigen schmucken niedersächsischen Fachwerkhäusern (wohl die schönsten, die es je gab) und mit den schönsten romanischen Kirchen Norddeutschlands kunstgeschichtlich weitaus wichtiger als die Kasseler Altstadt.
      Das Besondere an Kassel war das Nebeneinander von einer in der Tat sehr schönen Altstadt aus Gotik und Renaissance mit einer besonders schönen barocken Residenzstadt, die perfekt in die Landschaft eingefügt wurde.
      In Kassel gilt es z.B. heute für die Restaurierung/Rekonstruktion dieses Gebäudes zu kämpfen:
      presche-chr.de/christian/KarlshospitalAktuell.htm

      Zusätzlich zum besonders hohen zerstörungsgrad Kassels bis hinauf auf die Wilhelmshöhe (Schloss, Löwenburg) ist es dort ein Problem, dass man sich dort ganz einer "Ideologie der Moderne" verschrieben hat, was durch den "Dokumenta" noch unterstrichen wird. Die Lage ist somit wie in Pforzheim oder Düren, noch etwas strenger vielleicht. Der Platz für Rekonstruktionen wäre in der Altstadt vielerorts frei (rundum den Renthof zum Beispiel; der Marktplatz war anstelle der großen Straßenkreuzung etwas flussabwärts bei der Fuldabrücke) Das Klima für Rekonstruktionen ist aber denkbar ungünstig.
      Für besonders dringend halte ich auch die Rekonstruktion (innen und außen) der Marktkirche, die heute durch unschöne Betonein- und aufbauten verunstaltet ist. (Die Turmhelme, aber auch das Gewölbe)
      VBI DOLOR IBI VIGILES
    • endlich mal unterstützung, danke brandmauer!


      ja mir zerreißt es das herz wenn ich sehe was sie aus dem alten hospital machen wollen, ich mag vllt. erst 20 jahre alt sein, aber mein sinnd für die erhaltung und pflege alter und vor allem wertvoller gebäude (grade in einer stadt die davon sowieso nur noch wenige hat) ist sehr groß!!

      und wenn man nur die gebäude rings um die brüderkirche rekonstruiert. und wenn es nur die fassaden wären. innen modern aussen historisch. wäre billiger und alles^^
    • Glückwunsch zu dem Modell der Gießener Altstadt! Der erste Schritt für Kassel wäre sicher, Informationen über dieses vergessene wertvolle Altstadtensemble zu sammeln und die Bürger aufzuklären über die Möglichkeiten, wie "Stadtreparatur" heute aussehen kann.

      Reiche Informationen zur Kasseler Stadtgeschichte mit vielen Abbildungen gibt es auf dieser Website:

      http://www.achwir.net/index.php\r
      www.achwir.net/index.php

      Beispiele für zerstörten Kasseler Bauwerken und Ensembles:

      http://www.achwir.net/ge/bauwerke.php\r
      www.achwir.net/ge/bauwerke.php
      http://www.achwir.net/ge/strassen_plaetze.php\r
      www.achwir.net/ge/strassen_plaetze.php

      Außerdem hier ein lesenwertes Interview, in dem Mäckler die derzeitige wenig gelungene Gestaltung des Königsplatzes kritisiert und Verbesserungsvorschläge nennt:

      http://www.hr-online.de/website/fernsehen/sendungen/index.jsp?rubrik=3030&key=standard_document_4836190\r
      www.hr-online.de/website/fernseh ... nt_4836190

      Mit ähnlichen Argumenten kann man auch Rekonstruktionen befürworten!
    • dankesehr für die glückwünsche!!!

      ja aber wie stellt man das an, bildmaterial könte ich zu genüge zur verfügung stellen, aber dann stell dich mal iwo in kassel hin und versuch das interesse der bürger zu wecken^^ des wird leider leider schwierig:-(

      man bräuchte christo, damit er halb kassel mit planen und gerüsten zuhängt, wie damals den reichstag^^man muss immer erst was anstellen damit die menschen wach werden^^

      mäckler ist mein großes vorbild, (und noch ein anderer berühmter architekt desssen name ich nicht nennen mag, möchte nicht für unruhe sorgen)ich möchte selber architekt werden, aber net so ein bescheuerter wie z.b. der der das hotel in dresden geplant hat, architekt speziell auf rekonstruktionen spezialisiert, wird schwer werden, aber ich habe meinen kopf und weiss mich durchzusetzen!!!
    • Eine gut gemachte Website über die ehemalige Kasseler Altstadt wäre eine gute erste Informationsmöglichkeit. Gegenüberstellungen des heutigen Zustands mit dem Zustand vor Krieg und radikal modernistischem Stadtumbau wären sicher sehr wirkungsvoll!

      Wenn man sich anschaut, wie bescheiden heute ein Rundgang zu den Spuren der Altstadt aussieht, einschließlich des einzigen zur Zeit vorhandenen Altstadt-Fachwerkhauses, dann ahnt man, wie viele Reste offensichtlich noch in der Nachkriegszeit abgerissen wurden:

      http://dorothea-viehmann.kassel.schule.hessen.de/klassen_schule/klasse4c/galerie6/galerie8\r
      dorothea-viehmann.kassel.schule. ... 6/galerie8

      Hier ein interessanter Ausschnitt aus Wikipedia zum radikalen Stadtumbau der Nachkriegszeit, der die Erinnerungen an die Altstadt auslöschen sollte und dabei teilweise auf Nazipläne zurückgriff:

      Die Kasseler Innenstadt mit Fußgängerzone beruht auf einem völlig neuen städtebaulichen Entwurf, der räumlich am Ort der 1943 schwer zerstörten Fachwerk-Altstadt und der barock-klassizistischen Residenzstadt errichtet wurde. Diese Neuplanungen gehen auf die 1950er Jahre zurück und nehmen auch frühere Planungen des NS-"Wiederaufbaustabs" auf, sie brechen weitgehend mit dem historischen Stadtbild. Einige der kulturgeschichtlich hervorgehobenen und über den Krieg gekommenen Bauten wurden zur Umsetzung dieser Planungen in der Nachkriegszeit abgerissen, andere ließ bereits während des Krieges der lokale "Speer-Wiederaufbaustab" sprengen. Seitens der Stadtregierung wurde politisch-administrativ, durch die Verweigerung von Wiederaufbau-Genehmigungen gegenüber den zuvor mehrheitlich in ihren zerstörten Geschäftshäusern tätig gewesenen Altbesitzern, die Umgestaltung ermöglicht. Nachdem die Altbesitzer, zwischenzeitlich unter wirtschaftlichem Druck geraten, dem Aufkauf ihrer Grundflächen durch kommunale und landeseigene Bauträger nicht mehr widerstanden, konnte die Bildung von Großparzellen durchgesetzt werden.
      Das propagierte Leitbild der Neuerrichtung der Innenstadt war das der "autogerechten Stadt", Fußgänger wurden im Kreuzungsbereich als Störgröße für den Autoverkehr, durch die Schaffung von unterirdischen Querungsmöglichkeiten ausgeschaltet.


      de.wikipedia.org/wiki/Kassel
    • Kassel ist ein ganz wichtiges Objekt. Neben dem Widerstand gegen die skandalösen Karlshospital-Verschandelungs-Pläne wären ein paar Rekonstruktionsprojekte sicherlich bereichernd für die Stadt. Würde man wenigstens ein paar Fachwerkhäuser rekonstruieren, so könnte die Stadt immerhin exemplarisch ihren alten historischen Reichtum präsentieren. Ich denke, viele junge Kasselaner könnten für diese Idee begeistert werden. Vielleicht sollte "janpmw" Kontakt zu örtlichen Aktiven aufnehmen, die man im Forum der "Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen" oder über die bereits verlinkte Webseite zum Karlshospital sicher aufstöbern kann.
    • Das beste wäre sich dafür eine Brache oder ungebaute Stelle in der Altstadt auszusuchen - vielleicht an der Brüdernkirche. Hier muss man für eine Reko keinen Neubau abrissen und die Reko würde mit der Kirche ein kleines Ensemble bilden. Die erste Reko scheint ja immer die schwierigste zu sein - nachher könnte man wahrscheinlich mit mehr Unterstüzung rechnen. Ich würde auf jedem Fall mit dem örtlichen Altstadt-verein oder ähnliches Kontaktaufnehmen. Alleine kommt man da nicht durch.

      Viel Erfolg!
    • Kassel und Rekonstruktion

      Kassel soll, eigentlich wie jeder zerstörte und modern aufgebaute Deutsche Grosstadt, Projecten wie die Dresdner Neumarkt starten.

      In Kassel gab es vor dem krieg schöne Plätze. Das ehemalige Stadttheater (sehr schöner Bau!!) wurde abgerissen, was viele Kasseler bis heute schmerzt. Die zu vielen einfach gestalltete Neubauten werden von zu wenig detaillierte Altbauten abgewechselt.
      Ergebniss: die heutige Stadt ist wenig attraktiv. Es fehlt z.B. was heute in Würzburg, Mainz oder Nürnberg insgesammt die viele Abrissen, unnötige Modernisierungen doch noch da ist.

      Solche Bauten, aber auch die viele noch verblieben, doch weitgehend verstümelte Gründerzeitler, sollen Kassel wieder etwas vom ehemalige Glanz zurückgeben.
    • Es ist auch durchaus sinnvoll, Kontakt zu anderen schon bestehenden Vereinen beispielsweise in Hildesheim, Frankfurt oder Dresden aufzunehmen um von deren Erfahrungen zu profitieren. Der Wunsch ist ja gut und schön (im Übrigen ist die Idee gar nicht so neu und die Vorkriegssituation ist auch hier im Forum bekannt) aber es gehört sehr viel mehr dazu, solch ein Projekt zum Laufen zu bringen. Das fängt an mit der Fachkenntnis über die Bauten, geht über wirtschaftliche Machbarkeitsstudien und endet mit politisch-ideologischen Verhandlungen.
      Allein ist das unmöglich.
    • Kassel Goethestrasse

      Kann jemand einmal die Bilder zeigen von der einstige Pracht der Häuser in der heutige Goethestrasse umgebung Murhardstrasse???

      Diese Bilder können sehr schmerzend sein!!!!

      Dasselbe gilt für das ehemalige Stadtheater.

      Mann wird dann wieder sagen: warum wurde dass so gemacht???????
    • DIN-A4-Drucke der Vorkriegsfassaden an die jeweiligen modernistischen Nachfolgefassaden heften, so dass die Bürger einen Direktvergleich bekommen.
      Kurzer Text dazu. Fotografieren und an die Medien schicken.
      Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
      Jesus ist mein Herr und Retter!