Stuttgart und seine negativen Seiten

  • Mir nicht recht klar, ob Sie - nach diesem Beitrag zu schließen - es also ganz richtig finden, dass hier der Stadt Stuttgart (soweit ich es überblicken kann) als einziger Großstadt (!) ein Strang zugeordnet wird, der die Leser ganz nebenbei suggestiv auffordert, hier nur negative Beobachtungen beizusteuern. Finden Sie das fair? Selbstverständlich hat Stuttgart, was das Stadtbild betrifft, hässsliche, schöne, aber auch sehr schöne Seiten. Ich wiederhole mich: man muss nicht im Zshg. einer bestimmten Großstadt einen Kummerkasten aufstellen, in dem nur Kummerzettel eingeworfen werden sollen. Ich jedenfalls finde das nicht fair - und beende hiermit meinen Beitrag zu diesem merkwürdigen Stuttgart-Strang. Punkt.

    Ja ey, wir habens verstanden. Stuttgart ist die arme Leidende. Ganz ehrlich: So etwas Räudiges wie die Stuttgarter Altstadt gibts in Baden-Württemberg selten. Da sind Ulm, Heilbronn, Freiburg, Mannheim und Karlsruhe wahre Augenweiden. Das ist nunmal so. Heißt ja nicht, dass der Osten, Süden und Westen nicht schön sind. Bin andauernd in Stuttgart und meide halt die Königstraße oder das Hospitalviertel. Das hält nämlich keiner lange aus. Dafür bin ich oft im Süden und Westen.

  • Ich wiederhole mich: man muss nicht im Zshg. einer bestimmten Großstadt einen Kummerkasten aufstellen, in dem nur Kummerzettel eingeworfen werden sollen. Ich jedenfalls finde das nicht fair - und beende hiermit meinen Beitrag zu diesem merkwürdigen Stuttgart-Strang. Punkt.

    Vermutlich war das einfach ein Strang zum abreagieren. Was dem einen sein Uhl ist dem anderen sein Nachtigall. So etwas ähnliches tat ich mal in Bezug auf Nürnberg. Klick mal oben auf Abonnieren, dort kann man auch auf Ignorieren umstellen und zack weg ist der Strang.

    Beauty matters!

  • Da sind Ulm, Heilbronn, Freiburg, Mannheim und Karlsruhe wahre Augenweiden.

    Bei Freiburg und Karlsruhe gehe ich noch mit, aber schon bei Ulm wird's für mich fraglich. Der Münsterplatz ist ausschließlich wegen dem namensgebenden Münster sehenswert, den Rest kann man vergessen, die Bebauung ist ein einziges Armutszeugnis. Und Heilbronn und Mannheim? Oder gar Pforzheim? Dagegen ist Stuttgart vielerorts geradezu malerisch (sofern man nicht ausschließlich auf das Thema historische Altstadt fixiert ist sondern auch andere Faktoren berücksichtigt).

    Aber damit will ich es an dieser Stelle auch bewenden lassen.

    In dubio pro reko

    Der größte Feind der Ideologie ist die Realität

  • Ulm ist doch eine wunderbare Stadt mit mindestens 4 größeren zusammenhängenden Altstadtvierteln und einer zumindest interessanten Neuen Mitte. Der Münsterplatz ist natürlich vor allem im W und N schon ein Schwachpunkt. Wenn alle zerstörten Städte heute so attraktiv wären, könnte man sich glücklich wähnen. Die anderen Städte kann ich nicht beurteilen, incl. Stuttgart. Was Däne da verlinkt hat, ist schon trist. Es sieht so aus, als hätte Stuttgart so ein Minizentrum (flächenmäßig dürfte es gar nicht so mini sein, aber jedenfalls sehr schütter bebaut) um Altes und Neues Schloss. Das kann natürlich mit Ulm in keiner Weise mithalten.

  • Der Münsterplatz und die Gegend bis zum Bahnhof zeigen deutlich, wie Ulm flächendeckend aussehen würde, wenn die Zerstörungen größer gewesen wären. Da kann und darf man sich wahrlich nichts drauf einbilden. Es ist kein Verdienst. Stuttgart hatte hier einfach weniger Glück. Aber im Vergleich zu Pforzheim oder Heilbronn dann doch wieder mehr. Eben alles relativ.

    In dubio pro reko

    Der größte Feind der Ideologie ist die Realität

  • Das ist schon wahr, der Wiederaufbau in Ulm war über weite Strecken sehr schlecht. So gesehen hat das schon gestimmt, was du geschrieben hast.

  • Ulm ist doch eine wunderbare Stadt mit mindestens 4 größeren zusammenhängenden Altstadtvierteln und einer zumindest interessanten Neuen Mitte. Der Münsterplatz ist natürlich vor allem im W und N schon ein Schwachpunkt. Wenn alle zerstörten Städte heute so attraktiv wären, könnte man sich glücklich wähnen. Die anderen Städte kann ich nicht beurteilen, incl. Stuttgart. Was Däne da verlinkt hat, ist schon trist. Es sieht so aus, als hätte Stuttgart so ein Minizentrum (flächenmäßig dürfte es gar nicht so mini sein, aber jedenfalls sehr schütter bebaut) um Altes und Neues Schloss. Das kann natürlich mit Ulm in keiner Weise mithalten.

    Sehr richtig. Ich habe vor nicht allzu langer Zeit ein paar Bilder in die Galerie eingestellt

    Gmünder
    April 17, 2024 at 12:35 PM

    Wenn man die Gegend um den Bahnhof und grob westlich des Münsters meidet und sich stattdessen auf die von Carpaticus genannten Bereiche konzentriert - nördlich des Münsters (Rabengasse!), Fischerviertel an der Blau, Viertel "Auf dem Kreuz" - ist sogar ein größerer Stadtspaziergang möglich, der (beinah) den Eindruck vermittelt, als ob Ulm nie zu 80% zerstört wurde

    "Mens agitat molem!" "Der Geist bewegt die Materie!"

  • Gmünder , ich könnte als Antwort darauf jetzt Beitrag #265 nochmal 1:1 wiederholen. Ich würde den Vergleich Stuttgart - Ulm ja gelten lassen, wenn man in Ulm nach dem Krieg irgendwas wesentlich besser gemacht hätte. Hat man aber nicht, wie man an den Bereichen sieht, die "wiederaufgebaut" wurden. Man hatte einzig das Glück, dass mehr altstädtische Bausubstanz den Krieg überstanden hat. Ansonsten würde die Stadt heute auch nicht besser aussehen als Pforzheim oder Heilbronn. Vielleicht schmerzt es in Ulm besonders, die jämmerliche "Wiederaufbauleistung" direkt neben den malerischen, historischen Bereichen wahrzunehmen. Ich kann diesen Kontrast nicht ausblenden und bei Ulm deshalb einfach keine ungetrübte Freude empfinden, dabei wäre die Wiederherstellung annähernder Vollkommenheit dort leichter möglich gewesen als in vielen anderen deutschen Städten. Man hat es vermasselt.

    In dubio pro reko

    Der größte Feind der Ideologie ist die Realität

  • Stuttgart hatte hier einfach weniger Glück [als Ulm].

    (Einfügung in eckigen Klammern von mir)

    Das ist die zentrale Aussage in Beitrag 265 und trifft den Kern. Der Vergleich Stuttgarts mit Ulm kann gerade so gut auch mit Nürnberg gemacht werden: Nürnberg hatte einfach mehr Glück als Stuttgart. Deshalb kann Nürnberg noch mit seinen Traditionsinseln und der Stadtbefestigung punkten. In Stuttgart ist es einfach die Vernarrtheit in den Verkehr, die einem offensichtlich ins Auge sticht. Klar war die 'Neue Strasse' in der Ulmer Altstadt auch ein Monster, das heute zum Glück nicht mehr existiert. Und Nürnberg ist von solchen Schneisen verschont geblieben. Ist es vielleicht das, weshalb über Stuttgart besonders eingedrescht wird?

  • Stuttgart hat ja durchaus auch Traditionsinseln, nur hatte die Stadt Nürnberg schon immer einen ganz anderen Stellenwert. Dementsprechend legt man da auch andere Maßstäbe an, gerade bei dem, was davon noch erhalten blieb.

    Aber ganz klar: Stuttgart wurde mit der "autogerechten" Umgestaltung regelrecht vergewaltigt. Und niemand in Stuttgart findet das heute noch gut. Es ist nur eine Herkulesaufgabe, das rückgängig zu machen. Bisher hat sich niemand drangewagt.

    In dubio pro reko

    Der größte Feind der Ideologie ist die Realität

  • Arnulf Klett hat in Stuttgart wirklich dauerhafte Arbeit geleistet und den Zustand der 50er und 60er zementiert. Mir ein Wunder, dass er immer noch so verehrt wird.

    Was halt auch schlimm ist: eigentlich alles, was neu gebaut wird, ist eine mittlere bis komplette Katastrophe. Mit einer kleinen Ausnahme (vielleicht): die Giebelhäuser an der Eberhardstr. Aber die sind an sich auch nicht der große Wurf...

  • Mir ein Wunder, dass er immer noch so verehrt wird.

    Ich kenne niemand, der ihn verehrt, im Gegenteil. Über den Mann und sein Vermächtnis wird eigentlich immer nur geschimpft und geflucht. :wink:

    In dubio pro reko

    Der größte Feind der Ideologie ist die Realität