Riga (LV) (Galerie)

  • Rigas Jugendstil-Gebaeude sind legendaer, und ich moechte Euch einiges von dieser Pracht zeigen. Viele Strassen sind einfach atemberaubend wegen der ueppigen Schoenheit der Haeuser. Ich war im Mai zum zweiten Mal in der lettischen Hauptstadt, und seit meinem ersten Besuch 2005 bemerkte ich einen gewaltigen Fortschritt in der Anzahl restaurierter Gebaeude.


    Das wohl grossartigste und kuehnste Haus ist Elisabethstrasse 10b:




    Der Archtekt ist Michael Eisenstein, Vater des Filmregisseurs Sergei.


    Seht Euch den ueppigen Schmuck im Detail an:








    Ich habe an die hundert Bilder, kaempfe allerdings ein bisschen mit dem uploading. Also weiteres folgt, stay tuned! :)

  • Toll! Freu mich auf mehr. Dieses uploaden ist wirklich nervig...
    Sind das blaue Ziegel oder sone lackierten Kacheln? Die sehen zu stumpf dafür aus.

  • Vielen Dank Pilaster ! Das Haus schaut wirklich sehr interessant aus ! Besonders die "Verbindungsornamente" wie Niet, Schweißnaht, Verknotungen, Schraubverbindungen und Reißverschlüsse finde ich an dem Haus bemerkenswert. :D

  • Wiederaufnahme des manieristischen "Beschlagwerks" nach 300 Jahren...:-)

    Nein, die werden gedünstet

  • Quote from "Benni"

    Toll! Freu mich auf mehr. Dieses uploaden ist wirklich nervig...
    Sind das blaue Ziegel oder sone lackierten Kacheln? Die sehen zu stumpf dafür aus.


    Danke fuer Deine Sympathie, Benni! :) Deine Frage, ob das nun Ziegel oder Kacheln sind kann ich leider nicht beantworten. Da muesste ich mal meinen Riga-Bauexperten fragen, aber das kann eine Weile dauern.


    Aber ich habe inzwischen einen kleinen Fortschritt gemacht.


    Wenn die Leute bewundernd vor Elisabethstrasse 10b stehen nehmen die meisten das grossartige gegenueberliegende Gebaeude gar nicht wahr:



  • Gegenueber von unserem Hotel steht dieses schon bei meinem ersten Besuch wunderschoen restaurierte Haus, Elisabethstrasse 6:



    Die Inschrift lautet laborem in victoria nemo sentit.


    Wir werden noch zu dieser Gegend zurueckkehren, aber erstmal machen wir einen Spaziergang durch den Park





    und stossen auf die atemberaubende franzoesische Botschaft, die im letzten Bild schon zu erahnen ist:



    Seltsam, dass der Eingang nicht durchgefuehrt sondern halb Tuer, halb Fenster wurde.




  • Quote from "Benni"

    sone Kacheln?


    Jetzt will ich es wissen: Was hat es mit diesem Berliner "SONE" auf sich? Ich habe diese grammatikalische Unform bisher nur dort angetroffen.


    @Riga: Ich freue mich auf mehr! :D

    Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
    Jesus ist mein Herr und Retter!

  • "sone" wird im gesamten Osten gesagt. Find ich persönlich auch schrecklich, und führt imemr wieder zu heftigen Diskussionen zwischen mir und meiner Freundin :)


    "haste des Auto gesehn? des hate sone komischen gelben dinger aufm Dach"

    Am Ufer der Sonne wo die wesen vom sehen träumen ist in Echtzeit überall Nacht

  • Also in Dresden habe ich dieses Wort nie gehört - ich tippe mal eher auf Brandenburg. Interessanterweise ist im Internet nichts dazu zu finden. :keine ahnung:

    Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
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  • Hier oben in MeckPomm wird das auch benutzt. Und, vey Wunder, ich hab es auch aus den 'gebrauchten Bundesländern' schon gehört, und das nicht zu knapp :zwinkern:


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    Nun aber zum Thema: Riga ist wirklich eine sensationelle Stadt, ich war absolut begeistert als ich vor 2 Jahren mal auf Stippvisite war. Die gezeigten Gebäude haben auch mich sehr verzaubert, auch wenn in deren Umgebung teils noch recht viel Unsaniertes zu sehen war. Scheint aber inzwischen fast alles hübsch zurecht gemacht zu sein.
    Nicht nur die fantastischen Jugendstil- und Belle Epoque-Gebäude sind einen Blick wert, es finden sich auch tolle Renaissancebauten und schöne Sakralbauten. Durch die Lage am Meerbusen bekommt die Stadt auch ein besonderes Flair, das mir sehr zusagt.


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    Wenn man schon mal da ist, sollte man unbedingt auch mal einen Abstecher nach J?rmala machen, ein Badeort wenige Kilometer vor der Stadt.
    Zwar ist der Sanierungsgrad nicht mit dem der ostdeutschen Seebäder (Usedom, Rügen usw.) zu vergleichen, es finden sich aber schon einige wirklich imposante Villen. Der Ort weist auch einen etwas anderen Baustil als unsere Badeorte auf, dort bestehen viele Bauten komplett aus Holz.


    Toll auch das Badehaus am Strand. Zwar gibt es einige bauliche Ausrutscher aus der UdSSR-Zeit zu 'bestaunen', die lassen sich aber verschmerzen.
    Was dem Ort fehlt ist eine imposante Seebrücke. Beim aktuellen Touri-Boom kommt das ja vllt. noch :zwinkern:

  • "Sone" kenne ich auch aus Hamburg. Vielleicht koennen wir dieses Wort als norddeutsch bezeichnen?


    @erbsenzaehler: Es geht noch weiter. :)

  • Quote from "youngwoerth"

    Also in Dresden habe ich dieses Wort nie gehört - ich tippe mal eher auf Brandenburg. Interessanterweise ist im Internet nichts dazu zu finden. :keine ahnung:


    da hast aber ganz schön bohnen in den ohren... oder hast dich nur mit neudresdnern umgeben :zwinkern:


    sone ist auch durchaus in sachsen üblich.

  • Quote from "Oliver"

    Pilaster, mach es nicht so spannend ! :banane:


    OK, Oliver, Dein Wunsch ist mir Befehl! :) Auf Dein Geheiss hin habe ich soeben fleissig aufgeladen, so dass wir ein Stueck weiterkommen koennen.


    Direkt neben der franzoesichen Botschaft steht dieses sehr schoene Eckhaus, das aber wegen der vornehmen Nachbarin kaum Beachtung findet:




    Nicht weit entfernt ist die Altstadt, die uns Gebaeude aus verschiedenen Bauperioden zeigt. Wir fangen mit den aeltesten an:


    Das Schwedentor





    Der linke Teil dieses Ensembles koennte gut in Tallinn stehen (wenn Ihr moechtet sehen wir uns das spaeter auch noch an):



    Die Domkirche:



    Und gleich nebenan vor dem ehemaligen Pfarrhaus:




    Nun machen wir baugeschichtlich einen grossen Sprung. In diesem suessen Eckhaus ist eine Abteilung des Rigaer Planungsamtes untergebracht:



    Leider habe ich nicht mehr Bilder aus dieser Bauperiode, aber es gibt unendlich viel anderes zu sehen:






    Fortsetzung folgt. :)

  • Der Kontrast zw. den schlichten alten Häusern und den späteren Jugendstilbauten ist schon sehr extrem.


    Quote

    Der linke Teil dieses Ensembles koennte gut in Tallinn stehen (wenn Ihr moechtet sehen wir uns das spaeter auch noch an):


    Das fragst du noch? Her damit!

  • also das Haus auf dem ersten Bild finde ich schon grenzwertig.


    Diese Festions überall, erst in der Basis der Kolossalpilaster dann im Kranzgesims und dann NOCHMAL unter den Fenstersimsen.

    Am Ufer der Sonne wo die wesen vom sehen träumen ist in Echtzeit überall Nacht

  • Habe den Thread mal in die Galerie verschoben, da die (wunderschönen) Bilder hier eindeutig überwiegen. Danke, Pilaster - ich hoffe, da kommt noch mehr. :)

  • In der Rigaer Altstadt steht auch eine der schönsten Rekonstruktionen überhaupt, das Schwarzhäupterhaus.
    Die s-Endung beim Herder-Denkmal ist wohl ein Genetivus Objektivus?

    VBI DOLOR IBI VIGILES

  • Dankeschoen, RMA. Ich fragte mich, wo ich den thread einstellen sollte, und Du hast die Entscheidung gefaellt.


    Euer weiteres Interesse freut mich, und darum fahren wir jetzt mit unserem Rundgang durch Rigas Altstadt fort:




    Dieses Haus wurde nicht so ueppig restauriert wie es wohl einmal war, aber es hat eine amuesante Geschichte. Dem Erbauer wurde der Eintritt zur Gilde verwehrt, woraufhin er den Turm seines Hauses mit einem Kater versah, der sein Hinterteil in Richtung Gilde wendet:



    Hier haben wir eine Renovierung "auf modern:"



    Und ein wenig postmodern:



    Und damit sind wir beim Roland und dem herrlich wieder aufgebauten Schwarzhaeupterhaus angekommen:



    Ganz links ist der Turm der Peterskirche, Bruder von St. Katharinen in Hamburg:







    So etwas passiert in Riga. Warum nicht bei uns? :weinen: