Leipzig - zwischen Abriss und Sanierung

  • In diesen thead möchte ich mögliche Sanierungsprojekte einstellen bei denen die Zukunft noch ungeklärt ist. Gerne könnt ihr mir dabei helfen!!!
    Ich mach einfach mal den Anfang.
    1.Rückmarsdorfer Straße Ecke Hans-Driesch-Straße (Leutzsch):

    2.Georg-Schwarz-Straße Ecke Sattelhofstraße (Leutzsch):

    3.Georg-Schwarz-Straße Ecke Weinbergstaße (Leutzsch):

    4. Käthe-Kollwitz-Straße Ecke Thomasiusstraße (Westviertel):

    (Alles eigene Bilder) Fortsetzung folgt...

  • 5.Gohliser Straße Ecke Karl-Rothe-Straße (Gohlis-Süd):

    6.Georg-Schwarz-Straße (Leutzsch):

  • SevenUp


    Sehr gute Idee! Über gefährdete historische Gebäude berichten die Medien meist erst, wenn Abriss oder Verfall nicht mehr abzuwenden sind. Ein "Frühwarnsystem" wäre deshalb dringend notwendig.

  • 7.Georg-Schwarz-Straße Ecke Klopstockstraße (Leutzsch):

    8.Georg-Schwarz-Straße 56 (Leutzsch):

    9.Georg-Schwarz-Straße Ecke Rinckartstraße (Leutzsch):

    10.Georg-Schwarz-Straße Ecke Güntherstraße (Leutzsch):

  • Keine Ahnung ob das jetzt hierher gehört, aber ich habe in der Innenstadt dieses Gebäude gesehen. Ich weiss nicht einmal auf welcher Straße das war. Kennt das zufällig jemand? Rechts daneben ist eine riesige Baulücke an einer Straßenkreuzung.

  • das ist oelßners hof. das foto ist von der ritterstr. aus aufgenommen, der bau geht aber bis zur nikolaistr. durch und hat dort dieselbe (oder zumindest ne sehr ähnliche) fassade. so viel ich weiß, gibt es konkrete pläne dort ein hotel unterzubringen. demnach dürfte eine sanierung nicht allzu lange auf sich warten lassen

  • oelsners hof ist ein klassiker, wenn man beschreiben möchte, wie kompliziert die situation im osten war und ist:
    am anfang standen ungeklare eigentumsverhältnisse. nach dem investitionsvorranggesetz wollte vor 15 jahren ein investor das objekt für 20 mio dm erwerben. der anwalt der sich als alteigentümer betrachtenden forderte 50 mio, so dass dieser deal auf dem rechtsweg platzte. vierzehn (!) jahre und damit vierzehn substanzzerstörerische winter später wurde das objekt für einen weitaus geringeren preis (!) schliesslich an einen privatmann aus ba-wü veräussert. der damit auch keine konkreten pläne hat. zumal sich das objekt praktikabel nur entwickeln lässt, wenn auf der eckbrache statt des parkplatzes ein parkhaus ensteht, was wiederum im grunde dem stadtratsbeschluss, keine parkhäuser in der innenstadt zu erlauben, zuwider läuft.


    darum finde ich es immer wieder erstaunlich, wenn sich jemand darüber wundert, dass es noch ruinen oder brachen gibt. oder gar vorgeschlagen wird, einfach alles so wie früher wieder hinzubauen. die realität ist eine andere. man kann heilfroh sein, dass bisher für viele ähnlich gelagerte objekte eine lösung gefunden werden konnte. man kann verdammt froh sein, dass die letzten winter ziemlich mild gewesen sind. mit jedem winter potenziert sich der verfall der unsanierten altbausubstanz.


    immerhin hat oelsners hof inzwischen einen eigentümer. immerhin gibt es damit wieder hoffnung für diesen komplex. man muss schon sehr dem wunschdenken verfallen sein, um sich schon mal prophylaktisch über eine - "modernistische" - etwaige eckbebauung brühl/ritterstrasse zu echauffieren. was jetzt und künftig saniert oder abgerissen werden wird, sind - mehr oder weniger offensichtlich - ruinen. traurig, aber wahr. über sanierungen kann man sich freuen, über abrisse trauern. aber kommentare wie "eieiei, barbarisch, schlimmmschlimmschlimm, böser denkmalschutz, und in görlitz auch, ein wahnsinn, jeder achttausendste altbau wird abgerissen, gerade der, ich muss protestieren" bringen da erstens nicht weiter und gehen zweitens am thema vorbei.
    im grunde geht es darum, unter den zu konstatierenden und gegenwärtigen bedindungen möglichst viel originalsubstanz für künftige generationen herüber zu retten. das gelingt sicher nicht perfekt, aber doch erstaunlich gut.
    zumal, wenn man bedenkt, unter welchen bedingungen dies geschieht.

  • Quote from "aurinko83"

    das ist oelßners hof. das foto ist von der ritterstr. aus aufgenommen, der bau geht aber bis zur nikolaistr. durch und hat dort dieselbe (oder zumindest ne sehr ähnliche) fassade. so viel ich weiß, gibt es konkrete pläne dort ein hotel unterzubringen. demnach dürfte eine sanierung nicht allzu lange auf sich warten lassen


    Ich bin letztens da vorbei gelaufen und da standen Bauschuttcontainer im Hof. Ich denke da gehts schon los und die entmüllen das Gebäude.

  • Am Oelsners Hof haben scheinbar die Bauarbeiten schon begonnen!! :D


    Auf einer meiner Touren musste ich gestern feststellen, dass im Innenhof Bauschuttcontainer aufgestellt wurden und ein "Rüssel" (wie heissen diese Dinger eigentlich?) zum sicheren Schutttransport aus oberen Etagen bereits aus einem der Fenster hing. Auch auf dem Hof lag ja schon jede Menge Altholz......

  • @ SevenUp: Sehr gute Idee! Aber: viel Arbeit und viel Stoff!!!
    Ich hoffe, die vielen Gebäude in der Peripherie tauchen hier auf. Das könnte fast so eine Art Datenbank werden über unsanierte Gebäude in Leipzig.
    Schickt doch mal einen Link an Investoren - dann können die sich gleich die Gebäude vornehmen! 8)

  • Das Thema Oelssners Hof ist doch schon weidlich diskutiert worden. Warum durchsucht Ihr nicht einfach mal die Threads, ob das Thema nicht schon durch ist?


    Das Gebäude in der Nikolaistrasse wird derzeit saniert. Im Erdgeschoss sollen Ladenflächen entstehen und ab dem 1. OG soll ein Dreisterne-Hotel einziehen. Soweit ich weiss, laufen die Sanierungsarbeiten planmäßig ab.
    Leider gibt es noch keine Lösung für das Eckgrundstück Ritterstrasse/Brühl, wo jetzt der Parkplatz ist. Hier sollte sich die Stadtverwaltung kompromissbereit zeigen und eine Parklösung zulassen, um die Büroflächen in der Ritterstrasse und bis hinunter zur Richard-Wagner-Strasse mehr zu beleben. Die jetzigen Flächen reichen in keinem Maße aus. Ich denke, man kann auch architektonische günstige Gestaltungsvarianten finden, etwa wie die im Grafischen Viertel, wo jetzt ein P-Haus neu errichtet wird.


    Was die übrigen gebäude - vor allem in Leutzsch- angeht: Sehr schwierige Objekte. Gerade die Georg-Schwarz-Strasse ist eine echte Problemstrasse. Da wird man um einige Abrisse nicht drumherum kommen. Wiewohl ich die dortige Architektur auch eher für gründerzeitliche Massenware eines echten Arbeiterviertels halte, da braucht keiner mit Denkmalsschildchen herumwedeln.

    Den Willigen führt das Schicksal, den Unwilligen zerrt es dahin. (Seneca)

  • Ein Klassiker bei dem mir der Verdacht kommt der neue Besitzer hat es mehr auf das Grundstück als auf das Haus abgesehen.
    Käthe-Kollwitz-Straße (Westvorstadt):

    Ein weiter Klassiker das ehemalige Verbandshaus gegenüber vom Bundesverwaltungsgericht ehemals mit imposanten Turmaufbau auf dem linken Seitenrelikt. Zukunft leider immer noch ungewiss.
    Harkortstraße (Musikviertel/Südvorstadt):

  • @ Wolfsheim_Jena: welches Gebäude in der Nikolaistraße wird gerade saniert???


    @ et al: betreffs der Container in Oelßners Hof muß ich einwenden, daß die dort fast schon ein Jahr stehen, OHNE daß irgend etwas passierte.


    Zur Georg-Schwarz-Straße:
    - natürlich sind das keine Denkmale, aber dort steht noch ein weitgehend geschlossenes Stadtbild. Im Interesse der geschlossenen Gründerzeitstruktur Leipzigs wäre es äußerst wünschenswert, die betreffenden Häuser zu erhalten. Zumal - wenn diese Raumkante verschwindet - sofort die bereits sanierten Häuser dahinter gefährdet sind.


    - gleichzeitig bin ich auch relative optimistisch diesbezüglich. Wenn die aktuelle Sanierungswelle so weitergeht, gehen den Investoren in den nächsten zwei Jahren in den besseren Gebieten (dazu zähle ich auch schon Stötteritz!) die Objekt aus und sie dringen - wie gerade die russische Armee in Georgien - in andere Stadtteile vor. Der Westen dürfte zu den dann bevorzugten Vierteln zählen


    - bitte den Vergleich von oben nicht übel nehmen - mir war gerade so 8)


    - der KSP West http://www.leipzig.de/imperia/…/ksp_west_komplett_a4.pdf (Achtung: 18 MB) besagt, daß die Häuser im vorderen Teil der GS-Straße im wesentlichen erhalten bleiben sollen (pdf-Seite 26)

  • Alles geduldiges Papier. Wenn es keinen gibt der in der georg-Schwarz-Strasse investieren will, dann kann man erhalten woll wie man will, es bröckelt weiter vor sich hin.


    Die Verkehrssituation tut hier ein übriges, ähnlich wie in der Pfaffendorfer Strasse ist es laut, dreckig und eng. Hier zieht ja keiner freiwillig hin. Die Seitenstrassen sind deutlich ruhiger und der Sanierungsgrad weitaus höher.


    Die Stadt sollte die Strasse mit dem Gleisbett der Strassenbahn grundhaft sanieren, das wäre schon ein erster Schritt um wenigstens etwas Sanierungsdynamik in Gang zu bringen. Denn ich glaube nicht, dass in den kommenden zwanzig Jahren so wenige Objekte in Leipzig da sind, dass Investoren gezwungen sind, in einer der übelsten Ecken der Stadt zu investieren. Da kommt noch viel davor.

    Den Willigen führt das Schicksal, den Unwilligen zerrt es dahin. (Seneca)

  • Quote from "DrZott"

    @ Wolfsheim_Jena: welches Gebäude in der Nikolaistraße wird gerade saniert???


    Er meint den Gebäudeteil von Oelsners Hof zur Nikolaistrasse.


    Quote from "DrZott"


    @ et al: betreffs der Container in Oelßners Hof muß ich einwenden, daß die dort fast schon ein Jahr stehen, OHNE daß irgend etwas passierte.


    Mag sein, Medienberichte lassen aber vermuten, dass es jetzt wirklich so weit ist.


    Quote from "DrZott"


    Zur Georg-Schwarz-Straße:
    - natürlich sind das keine Denkmale, aber dort steht noch ein weitgehend geschlossenes Stadtbild. Im Interesse der geschlossenen Gründerzeitstruktur Leipzigs wäre es äußerst wünschenswert, die betreffenden Häuser zu erhalten.


    Dito, finde ich auch.


    Grüße,
    *D

  • Quote from "Wolfsheim_Jena"

    Alles geduldiges Papier. Wenn es keinen gibt der in der georg-Schwarz-Strasse investieren will, dann kann man erhalten woll wie man will, es bröckelt weiter vor sich hin.


    Leider muß ich Ihnen zustimmen! Jedoch gibt es a) das Gebäudesicherungsprogramm und b) ist es besser, wenn die Stadt sagt: "die Häuser bleiben erhalten, als daß sie abgerissen werden sollen. Das schreckte Investoren noch mehr ab!


    Quote from "Wolfsheim_Jena"

    Die Verkehrssituation tut hier ein übriges, ähnlich wie in der Pfaffendorfer Strasse ist es laut, dreckig und eng. Hier zieht ja keiner freiwillig hin. Die Seitenstrassen sind deutlich ruhiger und der Sanierungsgrad weitaus höher.


    Die Stadt sollte die Strasse mit dem Gleisbett der Strassenbahn grundhaft sanieren, das wäre schon ein erster Schritt um wenigstens etwas Sanierungsdynamik in Gang zu bringen. Denn ich glaube nicht, dass in den kommenden zwanzig Jahren so wenige Objekte in Leipzig da sind, dass Investoren gezwungen sind, in einer der übelsten Ecken der Stadt zu investieren. Da kommt noch viel davor.


    Sie haben leider schon wieder Recht! :zwinkern: Doch die diversen Sanierungen an Hauptstraßen in den letzten Monaten lassen mich hoffen. Außerdem: eine der übelsten Ecken" - sicher???

  • Was den Verfallsgrad der Häuser und den Leerstand angeht schon...auch stehen riesige Gewerbeflächen wie etwa Körting & Mathiesen leer.

    Den Willigen führt das Schicksal, den Unwilligen zerrt es dahin. (Seneca)