Dresden, Altstadt - Quartier II/2 - Hotel Rampische Straße (realisiert)

  • Also: die 9 vom British Hotel aus beobachtet sieht hellblau aus. Wenn man aber davor steht ist es eindeutig ein helles Grau.
    Das Hotel ist beige und in der Gassensituation gesehen nicht sooo schlimm...bis auf die zweistöckige Einfahrt, die an eine
    Supermarktanlieferzone erinnert. Was das wohl soll? Warten wir es ab bis es fertig ist.

  • Quote from "youngwoerth"


    Komisch, bei Dir und Oktavian scheint die Farbgebung eine absolute Nebenrolle zu spielen - Hauptsache der Stuck ist gut gemacht. Ich dagegen nehme den Stuck unter einer solch dresdenuntypischen Grauschicht schon fast gar nicht mehr war - schon gar nicht, wenn alles einfarbig überpinselt ist und es überhaupt keine farblichen Akzentuierungen gibt. Aber am meisten stört mich, daß das Farbensemble insgesamt (also zusammen mit den VVK-Bauten) nicht stimmig wirkt - und daß auf der gegenüberliegenden Seite noch viel mehr graue Füllfassaden hinzuströmen werden. Für mich wäre es logisch, dem lokaluntypischen Grau der Moderne möglichst viel regionaltpische Aura entgegenzusetzen, aber stattdessen passt man sich an und nivelliert den Vorkriegszustand mehr und mehr in eine farblose und kühle Richtung.

    Richtig. Die Farbgebung ist wahrlich secundär, wenn überhaupt. Darauf herumzureiten ist weibisch, ein Hang zu Nebensächlichkeiten.
    Davon abgesehen: Ich finde die Farbmischung nicht mal schlecht, unauffällig-dezent und aufeinander abgestimmt. Was soll uns dort eine Buntheit, für die es keinerlei historische Belegung zu geben scheint? Die Farbe von DD ist sandsteinbraun-grau. Eine übertriebene Buntheit würde der Rampischen schlecht anstehen und sich nicht gut mit der Kuppel der FK vertragen, auf die sie ja zuläuft. Deine farblichen Analogieschlüsse von den vergleichsweisen fröhlichen, farbenfrohen Außenbezirken zu herb-ernsten Innenstadt sind mE absolut unzulässig.
    DD muss man sich so grau wie Paris denken.

  • Quote from "ursus carpaticus"

    DD muss man sich so grau wie Paris denken.

    Eine interessante Frage :!:
    Ich hab 2007 eine alte Dresdnerin aus Striesen gefragt, ob sie das ein oder andere Bürgerhaus wieder erkennt,
    wenn sie fertiggestellt werden, ich wollte halt prüfen wie exakt die Rekos sind.
    Und dann hat die mir gesagt: "Nein, weil mann heute alles viel bunter macht! :o

    Eigentlich mag ich ja Farben, die Buntheit ist es auch was mir an Graz besser als an Salzburg gefällt,
    um mal in ursus Heimat zu bleiben.
    Aber Sandstein ist halt ein verdammt schönes Material. Besonders die Ornamente könnte man so lassen.
    Gerade bei der Rampischen 19 - dem ersten rekonstruierten Pöppelmann - erkenne ich die Details im Schmuck
    zumindest auf den bisherigen Fotos schlechter als auf den Vorkriegs Aufnahmen in den Büchern Herzigs!!!
    Ich hätte den Sandstein dort belassen, das sieht ja auch an der Salomonis Apotheke verdammt gut aus.

  • Quote from "ursus carpaticus"

    Die Farbgebung ist wahrlich secundär, wenn überhaupt. Darauf herumzureiten ist weibisch, ein Hang zu Nebensächlichkeiten.


    Da ist er wieder, der Ursus, den ich nicht so recht leiden kann. Bin wirklich gespannt, ob Du es in diesem Leben noch mal lernst, Deine persönliche Meinung nicht dermaßen pseudoobjektiv und arrogant rüberzubringen. Zur Sache: Ich sehe es (mal wieder) völlig gegenteilig wie Du - und nein - ich werde Dich nicht zum Waschweib machen, auch wenn Du andere Prioritäten setzt als ich. Und Deine Prioritäten sind auch nicht weniger wert, schlichtweg anders. :zwinkern:

    Quote

    Was soll uns dort eine Buntheit


    Das ist Polemik. Brauche ich nicht weiter zu kommentieren, da es völlig an meinen ausführlichen Schilderungen vorbei geht.

    Quote

    Die Farbe von DD ist sandsteinbraun-grau


    Na so was aber auch. Ich wage jetzt einfach auch mal so eine Behauptung: Die Farbe von DD ist Pastell-ocker-beige-sand(stein)farben-orange-gelb. Von Grau, Kackbraun, Schwarz oder Alpinaweiß kaum eine Spur. Hotel de Saxe, NM 4 oder Rampische 1 sind OK. Ähnlich sieht es heute noch in den unzerstörten Gebieten - von Loschwitz bis Striesen - aus (aber ja, ich vergaß, diese Viertel sind gänzlich unbedeutend und dementsprechend hast Du sie auch nicht besucht. Genial aber, daß Du dennoch meinst, Dresdens Farbschema korrekt einschätzen zu können. Ich habe ein Jahr lang in dieser Stadt gelebt und bin jeden Tag mit dem Fahrrad an warmen Farben vorbeigefahren).

    Ebenso war Dresdens Innenstadt alles andere als herb-ernst. Diese Beschreibung verbietet sich m.E. für ein Zentrum, das im heitersten und freundlichsten Barock entstanden ist. Dementsprechend wurden ja auch viele bisherige Reko-Fassaden in sinnvollen Farben angemalt. Bergisch Gladbachs Grauschwarz hat in Dresden wenig(!) zu suchen, nimmt aber bei Neubauten deutlich Überhand. Zähle doch mal, wie viele graue oder weiße Fassaden und schwarze Dächer inzwischen am Neumarkt entstanden sind. Das hat nichts mehr mit dem alten Vorkriegsneumarkt zu tun - Schade, daß Du dafür keine Sensibilität zu haben scheinst.

    Aber jetzt kommt erst der eigentliche Punkt, den Du übersiehst: Das Gesamtspektrum des heutigen Neumarkts wird durch die zahlreichen Füllbauten, die beinahe allesamt in grau, weiß und mit schwarzem Dach entstehen (weil die Langweiler weder warme Farben noch Dresdens Identität kennen und um jeden Preis nach Kontrast und Selbstbewußtsein haschen) in eine Richtung gelenkt, die es mit Rekos so gut wie möglich auszugleichen gilt. Das wird jedoch unmöglich, wenn die Rekos jetzt auch noch in trist kommen. Hast Du eine Ahnung, wie viele graue modernistische Fassaden uns noch in der Schösser- und Sporergasse erwarten? Warum erkennt und beachtet diese Schieflage kaum Jemand?

    Salzburg oder Paris sind für mich absolute Gegenpole, die mir im Gegensatz zu Dresden auch recht unsympathisch sind. Woran das wohl liegen mag? Doch nicht etwa an den "Nebensächlichkeiten"?

    Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
    Jesus ist mein Herr und Retter!

  • Quote from "ursus carpaticus"

    DD muss man sich so grau wie Paris denken.


    Das ist für mich der Fehlgriff des Tages. Völlig absurd. :lachen:

    Vielleicht ist es Dir ja nicht bewußt, aber: Dresden ist ein wenig mehr als die paar Sandsteinkomplexe am Elbufer.

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    Jesus ist mein Herr und Retter!

  • :blah::blah:
    Von 19Jh.-Vororten auf die historische Farbfassung des Zentrums zu schließen, kann nur zur Fehlergebnissen führen. Auch Versuche, den Vorkriegszustand zu eruieren und zu imitieren, kann problematisch sein.
    Es gibt, so könnte man meinen, für DD nur einen einzigen historischen Befund: Die Gemälde Canalettos. Die sind alle in der Tat wunderschön ocker-grau-braun. Allerdings, so räume ich ein, unobjektiv wie ich bin, kann es sich hier um eine Vorliebe des Malers handeln, denn Warschau und Wien sehen ebenso aus.
    Sei s drum. Mir gefällt s und außerdem haben wir nichts anders. Und die neuen Bauten in der Rampischen sind gar nicht weit von diesem Zustand. Jedenfalls immer noch besser als irgendso n knallbunter pseudolustiger massentourismuskompatibler Einheitsmischmasch. Meinetwegen in Loschwitz, Blasewitz oder Vorderpredmiestitz, in Tschert-Smert- Prdel, aber nicht in der Rampischen, bitteschön.

  • Es ist nicht freundlich (das hatte ich von Dir aber auch nicht erwartet), eine ausführliche und recht sachliche Argumentation als :blah: abzustempeln.

    Immerhin bist Du zu einem erstaunlichen Punkt gekommen: Dir gefällt's. Fantastisch!

    Aber was ist hiermit:

    Quote

    Das Gesamtspektrum des heutigen Neumarkts wird durch die zahlreichen Füllbauten, die beinahe allesamt in grau, weiß und mit schwarzem Dach entstehen (weil die Langweiler weder warme Farben noch Dresdens Identität kennen und um jeden Preis nach Kontrast und Selbstbewußtsein haschen) in eine Richtung gelenkt, die es mit Rekos so gut wie möglich auszugleichen gilt. Das wird jedoch unmöglich, wenn die Rekos jetzt auch noch in trist kommen. Hast Du eine Ahnung, wie viele graue modernistische Fassaden uns noch in der Schösser- und Sporergasse erwarten? Warum erkennt und beachtet diese Schieflage kaum Jemand?

    ?

    PS: Oktavian wird Dir als Kunsthistoriker bestätigen, daß der alte barocke Neumarkt niemals mit einem "grauen Paris" zu vergleichen wäre.

    Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
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  • Quote from "ursus carpaticus"

    Von 19Jh.-Vororten auf die historische Farbfassung des Zentrums zu schließen, kann nur zur Fehlergebnissen führen.


    Das hast Du falsch verstanden. Ganz dämlich bin ich nicht.

    Allerdings gehören diese vielen Quadratkilometer für mich zur Aura Dresdens dazu. So wie der ganze große graue Gründerzeitkomplex in Paris zur Aura von Paris gehört.

    Dresdens Vororte waren sensibel auf die landschaftliche Lage, das Klima, und die Aura des Stadtkerns abgestimmt. Wären Alt- und Neumarkt so grau wie Antwerpen oder Paris gewesen, würde Dresden 1. nicht in dieser klimatisch begünstigten Weinlage liegen und würden 2. die Stadtviertel nicht plötzlich das krasse Gegenteil des Zentrums darstellen. So hat man sich bei der Dresdner Gründerzeit ja auch an der Materialität, Farbigkeit und dem spezifischen Charakter des Dresdner Zentrums orientiert.

    Der Dresdner Neumarkt, um den es ja hier gehen soll, war eine ganzheitliche Komposition des Barock, eine Festtafel in warmen Pastelltönen - weder gab es einen Griff in die Buntstiftkiste noch einen Hang zu depressiven Novembertagen, wie man es in Salzburg verspürt.

    Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
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  • Quote

    Vielen Dank für das Update! :D

    Irgendwas stimmt mit den "rekonstruierten" Fassaden nicht...aber ich weiß nicht genau was es ist. Vielleicht die Farben? Es wirkt alles so billig und platt. Alle anderen rekonstruierten Fassaden am Neumarkt wirken echter und plastischer als diese.

    Edit: Jetzt weiß ich was es ist. Es is tatsächlich platt! Man vergleiche auf folgendem Bild mal die Profilierung der Fassaden beider Häuser. Dei dem älteren grünen Haus ist alles viel plastischer ausgearbeitet. Noch dazu fehlen unterteilende Gesimse bei der neuen Fassade.
    5.jpg (image)

    Quote

    Vielen Dank Wrba für deine schöne Impressionen.
    Zur Stuck: Die R. 9 ist ja wesentlich älter gewesen, um 1700, als der Rest der Rampische.Daher auch die wesentliche Stilunterschiede.
    Auch die Rüstiziering am Fassade betont dies.Vergleicht man der Reko mit den Bildern der SLUB stimmt die Ausführung ja sehr gut.

    Es ist mir auch als erstes aufgefallen, dass an dieser Fassade etwas nicht stimmig ist. Vor allem der Übergang vom Erd- zum 1. Obergeschoss sieht eigenartig aus; dazu noch der "plumpe" Erkerfuss. Dass die Fassade nicht mit jener von Nr. 7 links daneben vergleichbar ist, verbietet ja schon der Stilunterschied! (Ist die Fassade tatsächlich Frühbarock, also um 1700, wie es GruttePier schreibt? Von der flächigen Wirkung her hätte ich eher auf Spätbarock/Frühklassizismus getippt). Auch sind mir die ungleich hohen Bänderungen aufgefallen: auf der Höhe der Brüstungen sind sie höher als auf Fensterhöhe. Dies ergibt ein unruhiges Bild innerhalb der Fassade; es sieht schon fast zufällig/dilettantisch aus.



    Quelle: Wrba / bildindex der Kunst und Architektur

    Ein Vergleich der entzerrten Photo von Wrba und einer Photo aus dem Marburger Bildindex offenbart diese Unstimmigkeiten. Die beiden Photos habe ich so entzerrt, dass das Sims über dem Erdgeschoss und die Dachuntersicht auf die gleichen Höhen zu liegen kamen. Die Geschosshöhen - und damit auch die Fenster dazwischen - stimmen nicht überein. Vor allem erkennt man, dass ursprünglich über dem Erdgeschoss ein leicht stärker vorstehendes Sims samt unterseitigem Profilwulst vorhanden war. Bei der rekonstruierten Fassade sieht dieses Detail sehr plump aus, und die Wirkung dieses auf den Gesamteindruck ist nicht zu unterschätzen!

    Auch die Bänderungen waren bei der ursprünglichen Fassade überall gleich hoch. Ich schliesse daraus, dass da wirklich Dilettanten am Werk waren, was die planerische Seite betrifft! Sie haben es nicht mal geschafft, den Rohbau proportional korrekt aufzuzeichnen, sodass dann die Stukkateure ihre Arbeit dem falschen Rohbau anpassen mussten!

    Ich denke da an denselben Dilettantismus, welcher schon bei AdF 20 offensichtlich war; die gelbe Barockfassade mit den beiden Knicken, wo es im APH ein langes Rätselraten gab, ob die Knicke überhaupt mitrekonstruiert wurden oder nicht. Nach langem Hin und Her wurde offensichtlich, dass die Knicke viel zu schwach ausgebildet worden waren... Auch bei AdF 16/17 hatte man ja schon Probleme an den Tag gelegt, was die Fixierung der Höhenkote gegenüber dem Strassenniveau anbelangt... Planerisch tätige Fachleute sind in Dresden offenbar wirklich eine sehr rare Mangelware...

    Farben - das ist eine Geschmacksache. Es ist klar, dass eine Dresdnerin, welche die originalen Bauten noch gesehen hatte, diese in den rekonstruierten Bauten wegen der Farbigkeit nicht mehr erkennt. Mann muss eben bedenken, dass in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in den Städten generell grau und braun vorherrschten. Bei den Rekonstruktionen hat man sich eher an das barocke Raumklima gehalten, welches sicher bunter war als das Farbklima unmittelbar vor dem Krieg. Also so ein Vergleich ist nicht zulässig.

    Aber offenbar hat man in Dresden manchmal auch Mühe, eine stimmige Farbharmonie zu erreichen. Zwischen den Nrn. 7 und 9 (und "11") ist dies bestimmt nicht gelungen!

  • @younig
    Lass es gut sein.
    Wir wissen beide nicht, wie s war und argumentieren im Grund nur nach eigenem Geschmack.
    Dass der NM einst bunt war, glaub ich sogar. Allerdings vorwiegend mit Putzfassaden und in Kalk, was erfreulicher wirkt als die heutigen Methoden.

  • Quote from "ursus carpaticus"

    Wir wissen beide nicht, wie s war

    Naja, Oktavian hat mir halt so ein bißchen was von Barock und Festlich und Neumarkt und Glanzvoll und Prächtig und Feierlich erzählt. :P

    Quote from "ursus carpaticus"

    Allerdings vorwiegend mit Putzfassaden und in Kalk, was erfreulicher wirkt als die heutigen Methoden.


    Womit wir uns wieder einig wären. :)

    Selbst so einen kurzen Beitrag kann ich vier Mal bearbeiten. :lachen:

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  • Riegel
    Bin mir nicht ganz sicher. Man bräuchte wohl eine exakte Frontalansicht.
    Die Erdgeschoßzone und ihr Übergang zum 1. Geschoß ist sicher unglücklich gelöst, aber dieser Bereich wird oft nachträglich beeinträchtigt.
    Was aber wirklich den Gesamteindruck empfindlich stört, sind die in die Tiefe versetzten Fensterscheiben, die der elegant profilierten Fassade massiv zuwiderlaufen - wie leere Augenhöhlen.

  • Quote from "Riegel"

    Zwischen den Nrn. 7 und 9 (und "11") ist dies bestimmt nicht gelungen!


    Genau das meinte ich mit den "sich beißenden Farbtönen".
    EDIT
    Auch die Farbfassung des Hotels und der Nummer 19 finde ich (im Ensemble betrachtet) wenig geglückt.

    Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
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  • Leute, schaut doch bitte was besser hin.Das Bild von Riegel ist total entzerrt.Es gibt wirklich keine leeren Augenhüllen.
    Wrba hat schon wieder neue Bilder hinzugefügt worauf man das ganz genau erkennen kann.

  • Quote from "GruttePier"

    ...Es gibt wirklich keine leeren Augenhüllen.


    Jein.
    Zugegeben, das Bild trügte, aber der Unterschied zum Original spürbar und nachteilig. Die Fester sind zurückversetzt, lassen sich nicht mehr nach außen aufklappen und modulieren nicht mehr den Straßenraum. Das ist auch bei den andern Rekos so üblich gewesen aber in diesem Fall besonders ungünstig: die Fassade verliert dadurch an Leichtigkeit und Eleganz.Kann man in D keine normalen, alten Fenster mehr herstellen, wie sie zB in Wien der Regelfall sind?

  • Norma zum Farbstreit:
    Farbfassungen sind nach meiner Erfahrung immer einem stetigen Wandel (oft mit völlig widersprüchlichen Fassungen - z.B. in den napoleonischen Jahren) unterworfen - da aus bestimmten Gründen an den Neumarkt-Originalen kein ordentlicher Befund vorliegt, ist man auf Mutmaßungen und Augenzeugenberichte angewiesen. Da letztere in einem Stadtklima begründet liegen, die ungefähr die Hälfte der bundesdeutschen Müslis alleine mittels Schreck durch Herzkasper entsorgen könnte, ist auch hier nur bedingt Verlaß. Eher vielleicht auf die Einzelstücke von Farbfotographien, die Krieg ( u. sowjetische "Sicherung") überlebt haben.

    Aus meiner Sicht muß beim Farbkonzept hierbei nicht immer "akademisch" vorgegangen werden - im Interesse der Stadtbewohner. Wir Deutschen neigen dazu, im Sinne der überstarren Korrektheit uns das Leben zu erschweren. Salzburg ist ein Traum von einer Stadtanlage und dennoch unbehaglich - etwas Bunt(!)heit würde ihm guttun, auch wenn mich die Österreicher für steinigen mögen.

    Nein, die werden gedünstet

  • Quote from "Wissmut"

    Salzburg ist ein Traum von einer Stadtanlage und dennoch unbehaglich - etwas Bunt(!)heit würde ihm guttun, auch wenn mich die Österreicher für steinigen mögen.


    Weiß wirklich nicht, was ihr alle plötzlich mit Salzburg habt - zweifellos eine Stadt, in der eher wenig Wert auf Plastizität in der Fassadengestaltung gelegt wurde. Eine übertriebene Buntheit wäre den schlichten Fassaden daher abträglich.
    Abgesehen davon kommt mir Salzburg bunt genug vor, gerade genug, wie es seine Vornehmheit gestattet.
    Übertriebene Buntheit tritt mE eher in kleinen oder unbedeutenden Städten auf, die eben dies marktschreierisch kompensieren oder übertünchen wollen.

  • Quote from "Wissmut"

    Salzburg ist ein Traum von einer Stadtanlage und dennoch unbehaglich


    Genau so habe ich das auch empfunden.

    Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
    Jesus ist mein Herr und Retter!