Pflicht zum Solardach?

  • Quote

    Behörde will Solardachpflicht kippen
    Die Regelung ist bundesweit einzigartig: Wer in Marburg das Dach saniert oder die Heizung austauscht, muss ab Oktober Solarzellen installieren. Das ist zwar gut gemeint fürs Klima, doch nach Ansicht des Regierungspräsidiums Gießen rechtlich bedenklich.


    Quelle: http://www.ftd.de/politik/deut…flicht_kippen/391248.html

  • Links-grüner Ökofaschismus pur.


    Es sollte wohl jedem Hausbesitzer selbst überlassen bleiben ob er ein Solardach haben möchte oder nicht. Ein teuerer Zwang zu Solardächern bei jeder größeren Bau- bzw. Umbaumassnahme ist unsozial (da teuer) und dikatatorisch. Dem Einzelnen wird die Freiheit genommen selbst darüber zu entscheiden wir er einen bestimmten Teil seines persönlichen Lebensumfeldes (in diesem Fall sein Wohnumfeld) gestalten möchte. Ästetisch ist die Wirkung eines solchen Zwangs zu Solardächern extrem fragwürdig. Insbesondere wenn man an die schöne Altstadt von Marburg denkt.



    :schockiert: :x

  • Die Vorschrift macht ohnehin nur Sinn, wenn gleichzeitig zwingend vorgeschrieben wird, daß bei Neubauten generell nur noch nach Süden orientierte Pultdächer zulässig sind.

  • Danke für Eure Worte. Mir sind schon bei Bekanntwerden dieser neuesten "Errungenschaft" eines Ideologieauswuchses vor einiger Zeit die Worte darüber im Hals steckengeblieben.


    Es wird nicht allzu lange dauern, bis man bemerken wird, dass es bei Normalverdienern kaum mehr Umbauten ihrer kleinen Häuschen geben wird und diese ein Stück weit dem Verfall anheimfallen, weil man sich ja nicht bei jeder Baumaßnahme einen weiteren Kollektor auf's Dach setzen will.


    Angeblich rechnen sich Sonnenkollektoren ja nur deswegen, weil sie vom Staat steuerlich unterstützt werden. Rein energietechnisch sollen sie ein einziges Draufzahlgeschäft sein. So wie die Windmühlen in windarmen Gegenden, die an 364 Tagen des Jahres stillstehen.

  • Der Normalbürger, der gerade mal so sein Haus finanziert ist hier eindeutig im Nachteil. Er wird zu etwas gezwungen, das er womöglich nicht frei bezahlen kann.
    Schon mit dem Energiepass ist der kleine Mann eindeutig im Nachteil!


    Im Übrigen sehen Solarzellen im Vergleich anderer Ökobilanzen nicht so umweltfreundlich aus, rechnet man die Produktions und Entsorgungskosten mal mit ein.
    Von den historischen und architektonischen Verschandelungen will ich mal gar nicht reden... :boese:

    Labor omnia vincit
    (Vergil)

  • Ich finde, die schon krampfige Konzentration auf Solar ist sowieso überholt. Gerade in Städten läßt sich das doch sowieso nicht durchsetzen (schachtelige Dachformen auf Altbauten, Beschattung der Solarflächen durch Nachbarbauten, etc.).


    Viel besser wäre es, man schreibt einen progressiv ansteigenden Anteil an erneuerbarer Energie vor, mit dem das Haus versorgt werden soll. Es gibt ja auch geeignetere Formen wie Wärmepumpen oder Erdwärmeanlagen (haben ja nichts mit Geothermie zu tun).


    Gerade bei historischen Bauten, die aber kommerziell genutzt werden, sehe ich da ein Problem. Stellt Euch den neu sanierten Handelshof in Leipzig mit Solardach vor - grausig. Dort kann aber sehr wohl eine Wärmepumpe zum Einsatz kommen. Die heizt das Haus mit reiner Luft. Grundsätzlich sollte es eine Pflicht zur "ölfreien" Wärme- und Stromversorgung geben, das wie sollte aber dem Einzelnen überlassen werden. Beim Privateigentum hat der Staat nichts zu bestellen. Ich möchte mal die Klagen aus Marburg sehen, wenn die Regelung kommen sollte. Spätenstens wenn die ersten Eigner Häuser in Tallage mit Nordhang mit Solarzellen ausrüsten müssen wird man feststellen, was für eine schlecht gemachte Gesetzgebung das ist. Die Intension ist gut, aber schlecht durchdacht.

    Den Willigen führt das Schicksal, den Unwilligen zerrt es dahin. (Seneca)

  • Ein Zwang zum Solardach sollte es m. M. nach nicht geben, aber schlechte Ökobilanz etc. ist bei Solarkollektoren, die zum Wasseraufheizen genutzt werden, nicht geben. Schließlich sind diese einfach herzustellen und machen selbst im Winter bei Schnee warmes Wasser. Meine Eltern schaffen es, bei einem großen 30er-Jahre Einfamilienhaus dank Solaranlage und Kachelofen (für Küche und Wohnzimmer) mit weniger als 1500 Liter Heizöl im Jahr auszukommen, früher waren wir mal bei fast 5000 Litern im Jahr. Es ist was anderes als Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung, deren Energiebilanz wirklich umstritten ist.
    Ich sehe auch kein Problem darin, mittelalterliche Dächer mit Sonnenkollektoren auszurüsten, es ist schließlich eine Änderung mit sehr geringem Eingriff in die Bausubstanz und so wahnsinnig groß sind Solaranlagen nicht, man braucht auch kein Pultdach nach Süden dafür. Klar, Wärmepumpen, Erdwärme etc. sind gerade im Stadtbereich auch tolle Lösungen, doch verteufeln würde ich Solaranlagen nicht. Wir müssen endlich mal einsehen, dass wir weg von fossilen Energieträgern müssen.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Ich denke, man muss in dieser Debatte zwischen Kollektoren zur Warmwasserbereitung und Photovoltaik unterscheiden. Sonnenkollektoren können meiner Ansicht nach im Altstadtbereich (mit einigen Einschränkungen) durchaus zum Einsatz kommen.
    Photovoltaik hingegen ist ein ästhetisches Unding und ist nirgends und niemals altstadttauglich.

  • Mittlerweile gibt es Solar-Dachziegel, die sich ästhetisch weitaus besser in die bauliche Struktur einpassen (ein Beispiel: http://www.solarserver.de/solarmagazin/anlagenovember.html ). Man darf ja nicht ganz übersehen, daß sich die Leute auch irgendwann an Antennenanlagen, Satellitenschüsseln oder Mobilfunk-Sendemasten auf Dächern gewöhnt haben. Andererseits halte ich, da stimme ich mit meinen Vorrednern überein, Zwang in dieser Angelegenheit für die falsche Richtung. Es gibt sanftere Methoden, Änderungen herbeizuführen.


    Woran ich mich allerdings nie gewöhnen werde, sind diese Wärmedämmplatten, teils sogar gar vor historischen Fassaden. Hiergegen sollten die Baumodernisten und Denkmalschützer eigentlich angehen, denn das hat doch nichts mehr mit "Materialechtheit", sondern viel mit (Pappmaché-)"Disneyland" zu tun.

    Edited once, last by Heimdall ().

  • In der letzten Spiegel-Ausgabe gab es dazu schon ein Bericht. Zwar ist der Zwang natürlich nicht schön, allerdings ist - auch aufgrund der Förderung, die es in Marburg wohl zusätzlich gibt - die Investition lohnend.
    Experten meinten dazu in dem Bericht: Wer sich hier keine Kollektoren aufstellt ist aus ökonomischer Sicht selber Schuld.


    Anscheindend rechnet es sich innerhalb kurzer Zeit.

  • In der heutigen FAZ ist auf Seite 2 des Deutschlandteils ein Artikel über den grünen Bürgermeister von Marburg.
    Titel: "Dämmunwilliger Solarkrieger".


    Ist ein wenig so, wie die Architekten, die moderne Bauten als das einzig Wahre anpreisen, aber sowohl Wohnung, als auch Büro in Altbauten haben.


    Die Pflicht ist Mist. Ich bin zwar sehr dafür, auch gerade in ALtbauten MAßnahmen zum Energiesparen durchzuführen, doch kennen sich eben die meisten gar nicht aus. Besonders Architekten haben oftmals keine Ahnung von Bautechnik und Bauphysik. Gerade bei Altbauten sind daher spezielle Maßnahmen zu treffen.
    Durch die den Architekten übliche Verallgemeinerung aufgrund vollkommener Inkompetenz kann so viel unersetzliche Substanz zerstört werden, und das auch noch mit zweifelhaftem Nutzen, denn nicht jeder Standort für eine Anlage ist effektiv. Ein Kraftwerk wäre da besser.


    Ich habe hierzu eine Idee und werde sie mal zu gegebener Zeit veröffentlichen.

    Die Feder ist mächtiger als das Schwert...wenn das Schwert sehr stumpf ist und die Feder sehr spitz!


    -Terry Pratchett

  • Ökonomisch lohnend aber nur aus einzelwirtschaftlicher Sicht. Den die Zuschüße müssen ja vorher durch den Steuerzahler aufgebracht werden.
    Insgesamt betrachtet sind nahezu alle erneuerbaren Energien mit wenigen Ausnahmen (z.b. große Wasserkraftwerke) völlig unrentabel.
    Der starke Anstieg der Strompreise (um ca. 40 %) in den letzten Jahren in Deutschland ist im wesentlichen das Ergebnis planwirtschaftlicher Eingriffe in den Energiemarkt. Den nichts anderes ist die Förderung von z.B. Windrädern oder Solarpanelen zur Stromerzeugung mithilfe staatlich garantierter Abnahmepreise (die alle Stromkunden mitbezahlen müssen). Ein Land das so hoch verschuldet ist wie Deutschland kann sich solche völlig unnötigen rein ideologischen Mätzchen schlicht und ergreifend nicht mehr leisten. Nicht alleine diese extrem teure Form von Planwirtschaft die der Steuerzahler subventioniert ist das alleinige Problem. Der hohe Strompreis
    koste massiv Arbeitsplätze in energieintensiven Betrieben. Natürlich kann man jetzt sagen ja aber es entstehen doch auch viele Arbeitsplätze in z.B. der Solarindustrie. Das stimmt zwar. Aber jeder dortige Arbeitsplatz wird mit 120000 Euro an Steuergeldern subventioniert. Bringt also volkswirtschaftlich nichts ein sondern kostet alle sehr viel Geld. Bezieht man noch den Verlußt realer nicht subventierter Arbeitsplätze mit ein, so wird sehr deutlich das der Gesamteffekt finanziell stark negativ ist. :boese:

  • Quote from "jens"

    Ökonomisch lohnend aber nur aus einzelwirtschaftlicher Sicht. Den die Zuschüße müssen ja vorher durch den Steuerzahler aufgebracht werden.


    Und unter diesen Steuerzahlern viele, die sich überhaupt keine eigenen Häuser leisten können!

  • Wobei man diesen Themenkomplex nicht allein aus kurzzeitigen ökonomischen Überlegungen angehen sollte. Investitionen in die Zukunft sind anfänglich oftmals ökonomisch problematisch. Sie wirken aber durch ihre Nachhaltigkeit. Irgendwann sind die Ressourcen an Öl und Gas aufgebraucht, spätestens dann sollten Alternativen bereit stehen. Vermutlich schon viel früher, denn die ökologische Bilanz der Verbrennungswirtschaft ist nicht gerade hervorragend. Insofern muß man solche Maßnahmen heute sicherlich nicht mit staatlicher Gewalt in der Bürgerschaft durchdrücken. Dies entbehrt aber nicht verstärkter Investitionen in Forschung und Entwicklung neuer Technologien.

  • Nun ich stimme Dir zu das man verstärkte staatliche Investitionen in Forschung und Entwicklung neuer Energieerzeugungsmethoden lenken sollte. Bei der Stromerzeugung besteht jedoch das Problem der Verbrennung der Ressourcen an Öl und Gas nur in geringem Umfang in Deutschland. Erdöl und Erdgas sind relativ teuer. Die Masse der Stromerzeugung in Dtl kommt aus Braunkohlekraftwerken bzw. Atomkraftwerken. Die hierfür notwendigen Rohstoffe sind in Dtl kostengünstig und in sehr großen Mengen vorhanden insbesondere Braunkohle (im Gegensatz zur Steinkohleförderung rentabel) und Uran (im Erzgebirge, derzeit aus politischen Gründen keine Förderung). Eine Knappheit an diesen heimischen Resourcenn ist in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Da sich eine sinnvolle Stromerzeugung in 3 Laststufen gliedert: Grundlast (permant laufend Großkraftwerke), Mittellast (z.b. Fließwasserkraftwerke), Spitzenlastkraftwerke (zum extrem kurzfristigen Ausgleich von Stromspitzen, extrem teuer und aufwendig im Bau). Die 3 Laststufen werden nach dem Grad der schnellen Verfügbarkeit ihrer Leistung abgegrenzt. Ziel dieses System ist das Erhalten einer konstanten Stromspannung. Werden nun sehr viele kleine Produktionsanlagen z.b. Windkraftanlagen erbaut, deren Leistungsabgabe nicht planbar ist (eine exakte Berechnung der Windstärken im voraus für tausende von Mikrostandorten ist nicht möglich) so macht dies den Bau vieler sehr teuerer Spitzenlastkraftwerke notwendig um die Stromspannung konstant zu halten. Im größeren Masstab müssen etliche Mittellastkraftwerke im Stand-by Betrieb gehalten werden um mögliche größere Stromschwankungen abzufedern. Der Bau tausender z.B. Windkraft oder Solaranlagen macht die Einrichtung vieler teuer Kontrollwarten notwendig um die vielen Stromeinspeisepunkte zu Steuern um wiederum eine konstante Spannung aufrecht zu erhalten.
    Eine Speicherung großer Strommengen ist bis heute pysikalisch nicht möglich. In so fern muss die Stromproduktion sehr komplex gesteuert werden um der schwankenden Nachfrage gerecht zu werden ohne Spannungsprobleme zu verursachen. Im konventionellen Fall steht also einer schwankenden Stromnachfrage eine gut kalibierbare industrielles Stromproduktion gegenüber. Im Gegensatz dazu kann man den Fall von z.b. Windkraftanlagen betrachten. Hier steht einer schwankenden Stromnachfrage ein nicht kalibrierbares schwankendes Stromangebot gegenüber. Bei dieser Betrachtung wird also völlig klar das dies eine suboptimale Energieversorgungsvariante ist.
    Bei der lokal dislozierten Produktion von Strom (Windkraft u. Solarenergieprod.) ist ein weiteres pysikal. Problem zu betrachten. Je mehr kleine verteilte Stromproduktionsanlagen man hat um so länger werden die Leitungsnetze zw. den Produktionsorten und dem Endverbraucher. Aufgrund des Leitungswiederstands geht mit zunehmender Länge der Leitung ein Teil der Energie verloren.


    Fast man die obig genannten Probleme einmal kurz zu Anforderungen für eine optimale Stromproduktion zusammenso könnte man zu folgenden Anforderungen kommen:


    1.) Wenige zentralisierte Stromproduktionsanlagen vermeiden überlange Leitungsnetze (weniger Energieverlust durch Leistungswiederstand).


    2.) Variabel kalibrierbare industrielle Stromproduktionsanlagen mit planbarer Leistungsabgabe (dies vermindert den Aufwand zur Aufrechterhaltung einer konst. Stromspannung).



    Betrachtet man Solar- oder Windkraftanlagen so würd klar das für diese beides nicht zutrifft. Es handelt sich um Übergangstechnologien in halbfertigem Entwicklungsstand die mit gigantischem finanziellem Aufwand zwangsweise in den Strommarkt gedrückt werden. Unter ökonomischen und pysikalischen Betrachtungen würde niemand eine solch suboptimale Produktionsvariante wählen. Es ist nicht davon auszugehen das auch in längfristiger Perspektive diese Technologien sich ökonomischen rechnen werden. Die vielfach vorgebrachte Argumentation. Ja wenn erst mehr von diesen Anlagen produziert werden dann sinkt ihr Stückpreis und irgendwann rechnet sich das ganze. Hier wird auf Skaleneffekte in der Produktion abgestellt. Diese sind zwar für sich betrachtet richtig. Sie stellen jedoch nur einen Einflußfaktor zur Marktdurchsetzung eines Produktes dar. Ist ein Produkt ökomisch unrentabel und technologisch suboptimal ist trotz eines durch subventionen erkauften Skaleneffektes nicht unbedingt davon auszugehen das dieser Faktor alle anderen Faktoren in ihrer Wirkung überkompensieren wird.


    Kurz gefasst es handelt sich bei diesen Technologien um einen teuren ideologiegetriebenen technischen Irrweg.
    Die Entwicklung in vielen Ländern dieser Erde zeigt das dort die Zukunft klar anders eingeschätzt wird als in Deutschland.

  • Das sehe ich nun ganz und gar nicht so. Diese Anlagen erscheinen nach jetzigem Standpunkt unrentabel, da viele die falschen Vergleiche ziehen. Natürlich werden diese Anlagen subventioniert, um die Produktionsmengen derart anzuheben, damit sich diese lohnen (Angebot und Nachfrage). Solange der Wirkungsgrad ausreichend ist, daß die erzielte Menge Strom die investierte um ein mehrfaches übersteigt, ist es rentabel (ich will jetzt nicht wieder das Märchen hören, daß die zur Produktion verwendete Menge an Energie höher ist, als die nutzbare, das ist schlicht falsch).
    Steinkohle wird bekannterweise in irrsinniger Menge subventioniert (wenn man jeden Kohlebergwerkmitarbeiter ein Ingenieursgehalt zahlen und sie trotzdem heimschicken würde, wäre der finanzielle Aufwand immer noch weit geringer als die Subvetionen, die man in den Abbau gesteckt hat.
    Das Braunkohle rentabel ist, kann ich nicht nachvollziehen, zumal wenn ich den abriss ganzer Dörfer mit den entsprechenden Baudenkmäler habe. Daß mal eines dieser umgesetzt wurde, war ja eine Sensation in den Medien.


    Gerade schon deswegen muss in diesem Forum laut Anklage gegen eine solche Energiewirtschaft erhoben werden, die vollkommen rücksichtslos mit dem baulichen Erbe umgeht!


    Genauso wird Atomstrom massiv subventioniert, abgesehen davon, daß Uran (ich zitiere jetzt einen Prof. für Reaktorbau, ein bekennender Atomfreund) "noch Jahrzehnte, wenn nicht gar ein Jahrhundert reicht!" Und dabei hat er auf noch nicht entdeckte Vorkommen spekuliert. Das ist also alles Quatsch, weil auch Du, Jens, keine Alternative zu der Frage hast, womit wir unseren Strom in fünfzig Jahren produzieren sollen.


    Ich bin für eine weitere Nutzung von Atomstrom, als Übergangslösung bis zu einer flächendeckenden Einrichtung von erneuerbaren Energien und ich lehne Windräder in Regionen ohne ständige Windbewegung ab. Aber diese grundsätzliche Ablehnung ist unsinnig und auch langfristig ökonomisch verheerend.
    Zumal ich kein Argument gelten lasse gegen Solarthermie, weil ich gerade damit die eindeutigen positiven Erfahrungen gemacht habe!

    Die Feder ist mächtiger als das Schwert...wenn das Schwert sehr stumpf ist und die Feder sehr spitz!


    -Terry Pratchett

  • Quote from "Kardinal"


    ...und ich lehne Windräder in Regionen ohne ständige Windbewegung ab. Aber diese grundsätzliche Ablehnung ist unsinnig und auch langfristig ökonomisch verheerend.
    Zumal ich kein Argument gelten lasse gegen Solarthermie, weil ich gerade damit die eindeutigen positiven Erfahrungen gemacht habe!


    Die Aufregung richtet sich ja nicht gegen Solarzellen an sich,
    sondern gegen Entmündigung und blindwütigen Aktionismus, der an maoistische Wirtschaftspolitik erinnert.


    Was ist, wenn das Haus im Schatten einer riesigen Linde steht?
    Da habe ich dann die Wahl zwischen Bußgeld für den Verzicht auf eine Solaranlage, Bußgeld für das Fällen des Baumes oder den Verlusten aus der Fehlinvestition in eine vom Laub verdeckte Solaranlage.
    Oder ich muß einen riesen Papierkrieg anfangen, um die Bürokratie davon zu überzeugen, daß sie mir eine Ausnahmegenehmigung erteilt (denn es wäre blauäugig anzunehmen, daß so etwas unbürokratisch ginge).

  • Danke Miwori, das ist genau die Situation die ich beschrieben habe. Man kann eben nicht alles über einen Kamm scheren.
    Viele Städte liegen in Tallagen, wo ein Teil der Stadt ständig im Schatten liegt, eine rentable Nutzung also nicht möglich ist. Dann sind die Dachflächen, gerade in Kleinstädten, oft nicht so ausgeführt, dass man problemlos Anlagen installieren kann (zu steil, Gauben, Erker, Schornsteine, etc.)


    In diesem Falle müßte man mit der jetzigen Regelung in der Tat einen Bürokratiewust anzetteln. Wenn schon, dann wäre eine andere Form alternativer Energie besser.

    Den Willigen führt das Schicksal, den Unwilligen zerrt es dahin. (Seneca)

  • Quote from "Kardinal"

    (ich will jetzt nicht wieder das Märchen hören, daß die zur Produktion verwendete Menge an Energie höher ist, als die nutzbare, das ist schlicht falsch).


    Ohne hier eine Grundsatzdiskussion anzufangen, kann man aber bei der gesammten Ökobilanz (ganzheitliche Bilanzierung heisst das heute schön verschleiernd :? ) nicht nur auf die Energiekosten zur Herstellung von PV Anlagen oder Modulen schauen. Vielmehr muss hier alles, und vor allem das aufwendige Recycling oder Downcycling, mit einbezogen werden. Einzubeziehen ist demnach: Sammeln und Transport des Schrotts, sortiern, demontieren, Trennung von Stoffgemischen mechanischer und thermischer Art (ernergieaufwendig und verfahrenstechnisch schwierig!), Aufbereiten (z.B. Ioniesieren auch energetisch aufwendig), Reste deponieren oder verbrennen oder weiterverwerten. Die Aufzählung lässt sich noch viel weiter ausführen, da sie auch PV Art abhängig ist.


    Heutige Ingenieure reden nur noch von Energierückgewinnungszeit (EPBT) oder noch plakativer von Erntefaktoren :augenrollen: . Diese Begriffe sind aber nur plakativ und zu schwammig um die Problematik genau zu umfassen.


    Würde man ernsthaft, ohne ideologische Verbrämungen, alle Energieträger in ihrer gesammten Ökobilanz vergleichen, würde die PV Technik nicht als Sieger hervorgehen.
    Grundsätzlich ist der Einsatz von Solaranlagen zu begrüssen, ich denke mal es wird aber in Zukunft auf eine dezentrale und durchmischte Energieversorgung hinauslaufen. Viele Systeme müssen demnach ausprobiert und genutzt werden, da nützt eine staatliche Zwangsverordnung nichts, denn sie blokiert die Energievielfalt!


    Ich hoffe Niemanden damit gelangweilt zu haben. :zwinkern:

    Labor omnia vincit
    (Vergil)