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Fachwerkbauten in Nürnberg

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    • Fachwerkbauten in Nürnberg

      Da ich in nächster Zeit einen mehrtägigen Besuch in Nürnberg plane, welcher dem Studium der Fachwerkbauten dort gelten soll, bereite ich mich anhand historischer Photos vor. Mich interessiert die Entwicklung des Fachwerkbaus, und so habe ich aus dem Fundus des Marburger Bildindexes alles herausgesucht, was ich dazu finden konnte. Vorerst stelle ich einfach mal diesen Fundus nach Strassennamen geordnet ein, ohne irgendwelche Kommentare dazu abzugeben. Kleinere Bauteile wie Dacherker aus Fachwerk auf massiven Gebäuden, oder Hofgalerien aus Holz fanden keinen Eingang, und auch die Stadtbefestigung liess ich vorerst ausser Acht.

      Erst durch eine eingehende Betrachtung der Bilder schälen sich Gemeinsamkeiten heraus, und anhand datierter Gebäude soll dereinst eine chronologische Abfolge entstehen. Ich betrachte diesen Strang eher als "Arbeitsablage"; das Ziel, hier bald Resultate abliefern zu können, liegt in unbestimmter Entfernung. Die Liste kann mit aktuellen Photos und auch mit baugeschichtlichen Untersuchungsberichten der letzten Jahre ergänzt werden.

      Viele aktuelle Bilder findet man natürlich bereits in der Galerie über Nürnberg.



      Inhaltsverzeichnis


      Allgemeine Beiträge:

      - Nürnberger Denkmalliste, geordnet nach Dendro-Daten
      - Vergleich heutige Situation mit den nachfolgenden Bildern aus dem Marburger Bildindex
      - Erste Auslegeordnung über die Verstrebungsformen
      - Der Wandel von der X-Verstrebung zur K-Verstrebung
      - Über mehr als ein Geschoss hinweg verlaufende Steigbänder/Schwerter
      - Fachwerkbauten mit dominierenden Fussstreben >>> "vorläufige" Zusammenfassung
      - Halbwalmdächer (Krüppelwalmdächer)
      - Bundebenen, erklärt anhand von Am Ölberg 1
      - Konstruktion der Fensterstürze (Beispielsammlung)
      - Fachwerkbauten mit Rutenflechtwerkausfachungen
      - Zusammenfassung der Fachwerkbauten mit K-Streben, Kurzzusammenfassung


      Literatur:

      - Erich Mulzer, Der Nürnberger Fachwerkbau, in: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg (MVGN), Band 55 (1967/68 ), Seite 300-331
      - Wilhelm Schwemmer: Das Bürgerhaus in Nürnberg, Verlag Ernst Wasmuth, Tübingen 1972
      - Pablo de la Riestra: Nürnberg - Die historische Altstadt, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2005


      Beiträge zu einzelnen Häusern: (detaillierte Beiträge sind fett hervorgehoben)

      - Albrecht-Dürer-Str. 6, Vergleich mit Untere Krämersgasse 18, Rutenflechtwerkausfachung
      - Albrecht-Dürer-Str. 24
      - Am Ölberg 1, 1. Teil, 2. Teil (zerstört), Vergleich Giebelfeld mit Obstmarkt 1 und Prechtelsgasse 10
      - Am Ölberg 3 (zerstört)
      - Am Ölberg 9
      - Augustinerstr. 5
      - Augustinerstr. 7
      - Beim Tiergärtnertor 3
      - Bergstr. 10, Vergleich mit Weissgerbergasse 10
      - Bergstr. 16 und drittnachfolgender Beitrag
      - Burg (abgebrochen)
      - Burgstr. 27 (zerstört)
      - Dötschmannsplatz 13 (Eckhaus Martin-Treu-Str./Leonhardsgässchen) (zerstört)
      - "Grolandhaus" siehe Paniersplatz 20
      - Halbwachsengässchen 1 und folgende Beiträge (zerstört)
      - Hallplatz 2, Dacherker der "Mauthalle" (zerstört, vereinfacht wiederaufgebaut)
      - Hans-Sachs-Gasse/Ebnersgasse (früher) Heugässchen (heute)
      - Hans-Sachs-Gasse 17, 1. Teil, 2. Teil
      - "Hans-Sachs-Haus" siehe Hans-Sachs-Gasse 17
      - Hans-Sachs-Platz allgemein
      - Hans-Sachs-Platz 1 u. 3
      - Hans-Sachs-Platz 13, 17, 19
      - Hans-Sachs-Platz 25
      - Heldengässchen, siehe Karolinenstrasse
      - Hintere Beckschlagergasse 22, 1. Teil und drittnachfolgender Beitrag, 2. Teil und folgende Beiträge (zerstört)
      - Irrerstr. 1
      - Irrerstr. 5, 1. Teil, 2. Teil
      - Irrerstr. 9, 1. Teil, 2. Teil
      - Jakobstr. 34
      - Karolinenstr./Heldengässchen, Giebelfeld (zerstört)
      - Ludwigstr. 74, 1. Teil, 2. Teil
      - Mostgasse 2, 1. Teil, 2. Teil, 3. Teil
      - Mühlgasse 2, 1. Teil, 2. Teil
      - Neue Gasse Nr. ? "Haus an der Pegnitz", 1. Teil, 2. Teil (zerstört), Vergleich mit Obere Schmiedgasse 64/66 "Pilatushaus"
      - Neutormauer 42 (teilzerstört, abgebrochen)
      - Obere Schmiedgasse 10, siehe Am Ölberg 9
      - Obere Schmiedgasse 25 (zerstört)
      - Obere Schmiedgasse 64/66 "Pilatushaus", 1. Teil, 2. Teil, Vergleich mit Neue Gasse Nr. ? "Haus an der Pegnitz"
      - Obstmarkt/Bindergasse "zum gläsernen Himmel" (abgebrochen)
      - Obstmarkt 1 (zerstört)
      - Paniersplatz 20, "Grolandhaus" (zerstört)
      - Pfeifergasse 6
      - Pfeifergasse 7
      - Pfeifergasse 8, 1. Teil, 2. Teil
      - Pfeifergasse 9
      - Pfeifergasse 10
      - Pfeifergasse 17
      - "Pilatushaus" siehe Obere Schmiedgasse 64/66
      - Prechtelsgasse 10 (Eckhaus zur Wunderburggasse) (zerstört), Vergleich Giebelfeld mit Am Ölberg 1 und Obstmarkt 1
      - Prechtelsgasse 12 (Eckhaus zur Wunderburggasse) (zerstört)
      - Schildgasse ca. 27 (zerstört)
      - Schildgasse, Kopfbauten der "Mittelzeile" (zerstört)
      - Schlotfegergasse 7/9
      - Schlotfegergasse 8, Giebelfeld, Rutenflechtwerkausfachungen (abgebrochen)
      - Unschlittplatz 8
      - Unschlittplatz 14 (zerstört)
      - Untere Krämersgasse 18, Vergleich mit Albrecht-Dürer-Str. 6, Rutenflechtwerkausfachungen
      - Untere Talgasse 10 (zerstört)
      - Untere Wörthstr. 6
      - Untere Wörthstr. 8
      - Untere Wörthstr. 9
      - Waaggasse 11 (Eckhaus zur Winklerstrasse) (zerstört)
      - Weißgerbergasse 10, 1. Teil, 2. Teil, 3. Teil, Vergleich mit Bergstr. 10
      - Wunderburggasse 19, 1. Teil, 2. Teil und drittnachfolgender Beitrag, 3. Teil Fassadenansichten (zerstört)
      - Zirkelschmiedsgasse 30

      - Schloss Neunhof
      - ein im 19. Jh. abgebrochenes Nürnberger Fachwerkhaus auf Burg Kreuzenstein?





      Bilder aus dem Marburger Bildindex:


      1
      Adlerstr. 18, 20 (Quelle: bildindex.de)


      2
      Agnesgasse (Quelle: bildindex.de)


      3
      Albrecht-Dürer-Str. (Quelle: bildindex.de)


      4
      Albrecht-Dürer-Str. (Quelle: bildindex.de)


      5
      Albrecht-Dürer-Str. 6 (Quelle: bildindex.de)


      6
      Albrecht-Dürer-Str., Dürerhaus (Quelle: bildindex.de)


      7
      Albrecht-Dürer-Str., Dürerhaus und Umgebung (Quelle: bildindex.de)


      8
      Am Katharinenkloster (Quelle: bildindex.de)


      9
      Am Ölberg (Quelle: bildindex.de)


      10
      Am Ölberg (Quelle: bildindex.de)


      11
      Am Ölberg (Quelle: bildindex.de)


      12
      Am Ölberg (Quelle: bildindex.de)


      13
      Augustinerstr. 11? (Quelle: bildindex.de)


      14
      Bergstrasse (Quelle: bildindex.de)


      15
      Brunnengässchen 14, 16 (Quelle: bildindex.de)


      16
      Brunnengässchen 14, 16 (Quelle: bildindex.de)


      17
      Burgstr. (Quelle: bildindex.de)


      Dötschmannsplatz s. Bild 19 und 30



      18
      Egidienplatz (Quelle: bildindex.de)


      19
      Dötschmannsplatz, s. auch Bild 30 (Quelle: bildindex.de)


      20
      Hans Sachs Gasse 17 (Quelle: bildindex.de)


      21
      Hans Sachs Gasse 17 (Quelle: bildindex.de)


      22
      Heugasse 11 (Quelle: bildindex.de)


      23
      Hintere Insel Schütt 1 (Quelle: bildindex.de)


      24
      Hintere Insel Schütt (Quelle: bildindex.de)


      25
      Hirschelgasse bei Tucherhaus (Quelle: bildindex.de)


      26
      Josephsplatz 30 (Quelle: bildindex.de)


      27
      Kappengasse (Quelle: bildindex.de)


      28
      Karolinenstr. (Quelle: bildindex.de)


      29
      Klein-Weidenmühle (Quelle: bildindex.de)


      Martin Treu-Str./Heugässchen, s. Bild 75



      30
      Martin Treu-Str./Leonhardsgässchen, s. auch Bild 19 (Quelle: bildindex.de)


      31
      Nonnengasse (Quelle: bildindex.de)


      32
      Obere Krämersgasse (Quelle: bildindex.de)


      33
      Oberer Bergauer Platz (Quelle: bildindex.de)


      34
      Oberer Bergauer Platz (Quelle: bildindex.de)


      35
      Obere Schmiedsgasse (Quelle: bildindex.de)


      36
      Obere Schmiedsgasse 66 (Quelle: bildindex.de)


      37
      Obere Talgasse (Quelle: bildindex.de)
      Edit: gemäss Angabe von baukunst-nbg (s. nächsten Beitrag betr. "11. Bild") ist die Bildbezeichnung "Am Ölberg" unrichtig!


      38
      Obere Talgasse (Quelle: bildindex.de)


      39
      Obere? Talgasse (Quelle: bildindex.de)


      40
      Obstmarkt (Quelle: bildindex.de)


      41
      Obstmarkt (Quelle: bildindex.de)


      42
      Paniersplatz 27-31 (Quelle: bildindex.de)


      43
      Paniersplatz 25 (Quelle: bildindex.de)


      44
      Paniersplatz 20, Grolandhaus (Quelle: bildindex.de)


      45
      Paniersplatz 20, Grolandhaus (Quelle: bildindex.de)


      46
      Pegnitzufer (Quelle: bildindex.de)


      47
      Pegnitzufer (Quelle: bildindex.de)


      48
      Peter-Vischer-Str. (Quelle: bildindex.de)


      49
      Peuntgasse (Quelle: bildindex.de)


      50
      Pfeifergasse (Quelle: bildindex.de)


      51
      Maiengasse 4 (nicht Pfeifergasse!! s. Beitrag von Norimbergus (Quelle: bildindex.de)


      52
      Schildgasse (Quelle: bildindex.de)


      53
      Schulgasse (Quelle: bildindex.de)


      54
      Schulgasse (Quelle: bildindex.de)


      Sebalder Platz/Rathausplatz s. Bild 76



      55
      Tetzelgasse (Quelle: bildindex.de)


      56
      Tetzelgasse 32 (Hof) (Quelle: bildindex.de)


      57
      Trödelmarkt (Quelle: bildindex.de)


      58
      Untere Krämersgasse (Quelle: bildindex.de)


      59
      Untere Schmiedgasse 12(Quelle: bildindex.de)


      60
      Untere Söldnersgasse (Quelle: bildindex.de)


      61
      Vordere Landauergasse (Quelle: bildindex.de)


      62
      Weinmarkt (Quelle: bildindex.de)


      63
      Weinstadel (Quelle: bildindex.de)


      64
      Weissgerbergasse (Quelle: bildindex.de)


      65
      Wespennest (Quelle: bildindex.de)


      66
      Wespennest (Quelle: bildindex.de)


      67
      Waaggasse 11/Winklerstr. (Quelle: bildindex.de)


      68
      Winklerstr. 27 (Hof) (Quelle: bildindex.de)


      69
      Winklerstr. (Hof) (Quelle: bildindex.de)


      70
      Wunderburggasse (Quelle: bildindex.de)


      71
      unbekannte Strasse (Quelle: bildindex.de)


      72
      Fürstenhaus (Hof) (Quelle: bildindex.de)


      73
      Herrensitz in Kraftshof (Quelle: bildindex.de)


      74
      Herrensitz in Kraftshof (Quelle: bildindex.de)


      75
      Wohnhaus von Veith Stoss (Quelle: bildindex.de)
      Ecke Martin-Treu-Strasse/Heugässchen


      76
      Sebalder Platz/Rathausplatz (Quelle: bildindex.de)

      The post was edited 26 times, last by Riegel ().

    • Ein wunderbares Vorhaben, ich freue mich schon auf die Diskussion.

      Was ich zunächst beitragen möchte, ist eine (unvollständige) Aufstellung von Nürnberger Dendro-Daten aus der Denkmalliste; ergänzt um die neueren Erkenntnisse aus Katzwang u.a., auch das früher nicht denkmalgeschützte Haus, das Riegel in unserem Strang "Nachkriegsprovisorien" als alt erkannt hat (Lorenzer Str. 23, 1408)! Wir haben in Nürnberg das Glück, daß die Dendro-Forschung in den letzten Jahren sehr intensiv betrieben wurde.

      Es sind auch Daten von Gebäuden außerhalb der Altstadt enthalten, diese habe ich mit einem Stern gekennzeichnet. Bauten außerhalb der Altstadt, die älter sind als 1552/53, sind rar, da das Umland im Markgrafenkrieg systematisch niedergebrannt wurde.

      Ach ja: Keine Sorge wegen des Urheberrechts, Denkmallisten sind gem. § 5 UrhG als amtliche Werke nicht geschützt und dürfen öffentlich von jedermann zugänglich gemacht werden.

      Zu den obigen Bildern und dem Sinn des Stranges empfehle ich das neunte Bild von oben anzusehen (Ölberg, Aufnahme von 1972), wo die Häusergruppe von 1337 mit dem wohl urigsten Nürnberger Fachwerk zu sehen ist.

      Auf einen Fehler bei den obigen Bildern möchte ich noch hinweisen: das elfte Bild von oben, auch mit Ölberg bezeichnet, stellt mitnichten diesen Straßenzug dar, sondern die Obere Talgasse mit Blick auf den Laufer Schlagturm.

      1238 Winklerstraße 13 Bürger- und Handwerkeranwesen, im Ursprung Mitte 13. Jh. (1238 dendro.dat.), viergeschossiger Sandsteinquaderbau, Obergeschosse verputzt, Traufseitbau mit Satteldach und Sandstein-Dacherker mit Pilastergliederung, Ende 17./ Anfang 18. Jh. (bez. 1698), nach weitgehender Zerstörung wieder aufgebaut 1948; Rückgebäude siehe 1310

      1293* Rennmühlstr. 16 (Katzwang) Evang.-Luth. Pfarrkirche Unserer Lieben Frauen, Chorturmkirche, im Kern von 1293 (dendro. dat.), 1516 (dendro. dat.) und 1711 Verbreiterung und Veränderung; mit Ausstattung; mit befestigtem Friedhof mit Grabsteinen.

      1310 Winklerstr. 13 Rückgebäude, viergeschossiger schmaler Sandsteinquaderbau mit Satteldach, im Kern 14. Jh. (1310, 1371 dendro.dat.), Umbauten nach 1529 (dendro.dat.) sowie Fassadenänderungen und Giebelgauben nach 1714/15 (dendro.dat., bez. 1718), zwischen Vorderhaus und Rückgebäude dreigeschossiger Galerieflügel und polygonaler Fachwerk-Treppenturm, wohl 16./ 17. Jh.

      1334 Agnesgasse 5 (Rückgebäude von Füll 6): (...) Rückgebäude, dreigeschossiger Massivbau aus Ziegelmauerwerk mit Satteldach, zum Teil Sandsteinverkleidung, zum Teil verputzt, Giebeldacherker und Schleppgauben, im Kern nach 1334 (dendro.dat.), Umbau nach 1564/69 (dendro.dat.), Dacherneuerung 19. Jh., im Innern weitgehend verändert, nach teilweiser Zerstörung 1945-47 wiederaufgebaut.

      1337 Am Ölberg 41;Obere Schmiedgasse 54;Obere Schmiedgasse 56 Doppelhaus, ursprünglich ein Haus, nach 1337 (dendro.dat.), frühzeitig geteilt (wohl nach 1360 dendro.dat.), viergeschossiger giebelständiger Bau mit gemeinsamer massiver verputzter Giebelfassade und steilem Satteldach, rückseitig Sichtfachwerkfassade und Halbwalmdach, Fachwerkbau (untere Geschosse Ständerbau, Obergeschosse Geschossbau), 1989 im Innern entkernt.

      1341 Weinmarkt 12 a Ehem. Kaufmannshaus, viergeschossiger verputzter Sandsteinbau mit kleinem Innenhof, Eckhaus mit Backstein-Lisenengiebel, Satteldach und Schleppgauben, mittlerer Dacherker mit Maßwerkbrüstung und Spitzhelm, im Kern nach 1341 (dendro.dat.), nördlicher Anbau nach 1393 (dendro.dat.), Umbau um 1600, barocke Fassadenänderungen um 1700, weitere Umbauten 1864 und um 1885, Dach nach Zerstörung 1945 erneuert, Mittelerker 1994 erneuert.

      1345 Obere Krämersgasse 16 (Haus der Altstadtfreunde) Bürgerhaus, dreigeschossiger Traufseitbau mit Satteldach und Giebeldacherkern, Erd- und 1. Obergeschoss aus Sandsteinquadern, rückseitig verputzt, 2. Obergeschoss Fachwerk, im Kern Ständerbau nach 1345 (dendro.dat.), Umbau nach 1564 (dendro.dat.), Fassadenänderungen des 17. Jh., Giebelerker aus Fachwerk 19. Jh., Fachwerkfreilegung 1988/89.

      1353 Ludwigstraße 66 Wohn- und Geschäftshaus, viergeschossiger Sandsteinquaderbau, Satteldach mit Aufzugserker, im Kern um 1580/90 (dendro. dat. 1353/54, 1504, 1604, 1764).

      1362 Reste von Vorgängerbau in Kühnertsgasse 22 (siehe 1418)

      1377 Bergstraße 23 Altes Bäckeranwesen; Sandstein und Fachwerk, Fassade um 1675 mit mittelalterlichem Kern, um 1735 wichtige Umbauphase; im Hof zweigeschossiger, zweiteiliger Fachwerkbau, um 1606 (dendrochronologische Datierungen: Vordergebäude 1377 - 1672, Rückgebäude 1604-1605).

      1377 Kühnertsgasse 22, teilweise wird dieses Datum genannt

      1380 Bergstraße 19 Umfangreicher Gebäudekomplex: viergeschossiges Vorderhaus; seitlicher Flügel mit Galerie; Rückgebäude, sog. "Schwarzbauernhof", dreigeschossig; im Kern 14.-16. Jh. (dendrochronologische Datierung 1380...

      1387 Obere Krämersgasse 20 Bürgerhaus, viergeschossiges Eckhaus mit Satteldach und Flachdacherweiterung, Erd- und 1. Obergeschoss Sandstein, zum Teil verputzt, 2. und 3. Obergeschoss Fachwerk verputzt, im Kern nach 1387 (dendro.dat.), Umbauten und Fassadenänderungen nach 1550 (dendro.dat.), Dacherker des 19. Jh.

      1389 Weißgerbergasse 10 Ehem. Handwerkerhaus (Gerberhaus), hohes dreigeschossiges Eckhaus mit Satteldach, Erdgeschoss Sandsteinmauerwerk, Obergeschosse freigelegtes Fachwerk, im Kern nach 1389 (dendro.dat.), Umbau um 1600, Fassadenänderungen und barocke Ergänzungen um 1728, weitere Umbauten Anfang 19. Jh und um 1874-99.

      1394 Albrecht-Dürer-Platz 4 Ehem. Patrizier- und Bürgerhaus, sog. Schürstabhaus, viergeschossiger Sandsteinquaderbau mit steilem Satteldach und Schleppgauben, ursprünglich aus zwei Gebäuden (um 1200 und Mitte 13. Jh.) bestehend, Wiederaufbau nach Brand nach 1394 (dendro.dat.), mit Hausmadonna (Kopie, bez. 1482), Umbauten im späten 15. Jh. (Einbau einer Hauskapelle mit Sterngewölbe 1482, heute in Teilen erhalten), 17. Jh. (Treppenanlage sowie Holzkassettendecken) und Mitte 19. Jh., nach Kriegsschäden Notinstandsetzung, 1993-97 Wiederaufbau (West- und Ostgiebel, Dachwerk) und Instandsetzung.

      1393 Johannesgasse 59 Ehem. Handwerkerhaus, dreigeschossiger Traufseitbau mit Satteldach, im Kern Stockwerksbau wohl des späten 14./ frühen 15. Jh. (1393 dendro.dat.), Umbauten des späten 16. Jh. (1583 dendro.dat.), Fachwerkobergeschosse auf massiv erneuertem Sandsteinquadersockel, Giebeldacherker um 1872.

      1394/96 Obere Krämersgasse 12 Bürgerhaus, dreigeschossiger traufständiger Sandsteinquaderbau, steiles Satteldach mit breitem Sandstein-Dacherker mit Pultdach sowie Holz-Dachgauben mit Zeltdächern, rückseitig Fachwerkfassade, im Kern Fachwerkbau um 1400 (1394, 1396 dendro.dat.), massiver Umbau wohl spätes 16./ frühes 17. Jh.

      1407 Obere Wörthstraße 6 Bürgerhaus mit Fachwerkobergeschossen, 16. Jh., Giebelerker 1828 (dendrochronologische Datierung 1407/08, 1597/98)....

      1407 Bergstraße 10 Eckhaus, ehem. dreigeschossiger, durch Einbau eines Zwischengeschosses jetzt viergeschossiger Bau mit Satteldach und Schleppgauben, verbunden mit dreigeschossigem ehem. Rückgebäude, Erdgeschoss Sandsteinquadermauerwerk, Obergeschosse freiliegendes, ehem. verputztes Fachwerk, im Kern Anfang 15. Jh. (1407 dendro.dat.), Fassadenänderungen 1834 und 1910, Fachwerkfreilegung 1974.

      1408 Lorenzer Straße 23 Bürgerhaus, massiver dreigeschossiger Satteldachbau, im Kern 1408 (dendro. dat.), Aufstockung und Austausch der traufseitigen Fachwerkwände durch Mauerwerk 1572 (dendro. dat.), Erweiterung 1888.

      1410-1414 Weißgerbergasse 31 Ehem. Handwerkerhaus (Gerberhaus), dreigeschossiger Traufseitbau mit steilem Satteldach und Dacherkern, Erdgeschoss Sandstein verputzt, Obergeschosse freigelegtes Fachwerk, im Kern um 1410-1414 (dendro.dat.), Fassadenänderungen und Giebelerker 18. Jh., Umbauten und Zutaten um 1850, Fachwerkfreilegung und weitere Umbauten um 1970.

      1418 Kühnertsgasse 22 Ehem. Handwerkerhaus, wohl Reste eines Vorgängerbaus von 1362 (dendro.dat.) erhalten, nach 1418 (dendro.dat.) als Stockwerksbau weitgehend erneuert, ursprünglich zweigeschossiger Traufseitbau, Aufstockung um ein Geschoss und Satteldach mit Aufzugserker nach 1547 (dendro.dat.), Erdgeschoss massiv erneuert, mit Ausstattung.

      1418/19 Albrecht-Dürer-Straße 39 Bürgerhaus, 1509-28 Wohnhaus Albrecht Dürers, heute Museum, viergeschossiges Eckhaus mit nördlich abgewalmtem Frackdach, Giebeldacherker und Schleppgauben, Erd- und 1. Obergeschoss Sandsteinquadermauerwerk, 2. und 3. Obergeschoss Sichtfachwerk, rückseitig verputzt, nördliche vortretende Giebellaube mit Holzbrüstung, im Kern 1418/19 (dendro.dat.), östliche Teilaufstockung mit Dachänderung sowie vortretende Fenstererker nach 1503/04 (dendro.dat.), Dacherker 1889 erneuert, 1945 schwer beschädigt und bis 1949 wiederhergestellt.

      1421 Lammsgasse 12 Bürgerhaus, Dreiflügelanlage mit Innenhof; Vorderhaus, viergeschossiger traufständiger Sandsteinquaderbau mit Satteldach und Giebeldacherkern, spitzbogiger Tordurchfahrt und barockem Doppelflügeltor, im Kern spätmittelalterlich, wesentliche Umbauten des 16.-19. Jh., nach Zerstörung 1945 ab dem 1. Obergeschoss einschließlich Holzchörlein erneuert; Rückgebäude, dreigeschossiger Sandsteinquaderbau mit Satteldach, Fachwerk-Aufzugsgaube und Schleppgauben, Giebeldreieck freigelegtes Fachwerk, im Kern nach 1421 (dendro.dat.), Dacherker bez. 1560, an der Fassade Stephanusrelief, bez. 1606; östlicher Seitenflügel, dreigeschossiger Bau mit Pultdach und hölzerner Altane, 16./17. Jh.

      1422 Zirkelschmiedsgasse 30 Scheune, Sandstein und Fachwerk, dendrochronologisch bestimmt auf 1422. ...

      1423 Mühlgasse 1 Ehem. Almosmühle, eingeschossiges ehem. Mühlgebäude, Sandstein, Reste des ursprünglichen Baus von 1617 (dendrochronologische Datierung 1423)....

      1428 Maxplatz 27;Nägeleinsplatz 20 Bürgerhaus, dreigeschossiger traufständiger Sandsteinquaderbau mit Mansarddach und Giebeldacherkern, im Kern nach 1428 (dendro.dat.), weitgehende Erneuerung und Dachumbau um 1720, rückseitig zweigeschossiger Aufzugserker aus Fachwerk von 1874.

      1429 Albrecht-Dürer-Str. 3 Bürgerhaus, stattliches Eckhaus, viergeschossiger Sandsteinquaderbau mit dreigeschossigem Satteldach, Schleppgauben und Chörlein (Neuanfertigung von 1981), kleiner Innenhof mit dreigeschossiger hölzerner Galerie, im Kern nach 1429 (dendro.dat.), wesentliche Umbauten 1887, nach Teilzerstörung 1945 Wiederaufbau bis 1953.

      1429 Peter-Vischer-Str. 1 Bürgerhaus, dreigeschossiges Eckgebäude mit Halbwalmdach mit Dacherkern, verputzter Fachwerkbau auf hohem Sandsteinquadersockel mit vorkragenden Obergeschossen, ursprünglich zwei Einzelgebäude in einem Anwesen vereinigt, westliches Eckhaus nach 1429/30 (dendro.dat.), östliches Traufenhaus nach 1439/40 (dendro.dat.), Fassaden barock überformt, am Ostflügel erbauungszeitlicher Fenstererker erhalten.

      1430 Kühnertsgasse 20 Ehem. Handwerkerhaus, zweigeschossiger Traufseitbau, im Kern Stockwerksbau um 1430 (dendro.dat.), Satteldach mit Aufzugserker und Dachgaube, Erdgeschoss massiv erneuert (Sandsteinquadermauerwerk), verputztes Fachwerkobergeschoss.

      1433 Kühnertsgasse 18 Ehem. Handwerkerhaus, im Kern Stockwerksbau nach 1433 (dendro.dat.), ursprünglich zweigeschossiges Eckhaus, um 1510 (dendro.dat.) einseitige Aufstockung mit Frackdach, wohl im 19. Jh. Fassadenveränderung und massive Erneuerung des Erdgeschosses, mit Ausstattung.

      1433 Geiersberg 11 Altes Wirtshaus "Zum goldenen Geier", dreigeschossiges Eckhaus mit Halbwalmdach und Schleppgauben, Erd- und teilweise 1. Obergeschoss Sandstein verputzt, im Übrigen Fachwerk verputzt, im Giebeltrapez freigelegtes Fachwerk, im Kern nach 1433 (dendro.dat.) unter Verwendung von Teilen des Vorgängerbaus des 14. Jh. errichtet, modern bez. "1662 Zum gulden Geyerlein", Erneuerung des Daches 2. Hälfte 19. Jh.

      1436* Rennmühlstr. 14 (Katzwang), Nebengebäude

      1436 Weinmarkt 1a Ehem. Interims-Rathaus und Kaufmannshaus, dreiflügelige Anlage; Vorderhaus, viergescossiges Eckhaus mit Satteldach und Schleppgauben, polygonales Sandstein-Erkertürmchen mit Spitzhelm, Massivbau aus Sandstein und Ziegelstein, Erdgeschoss steinsichtig, im Kern um 1436/37 (dendro. dat.), spätgotische Reste des frühen 14. Jh., 3. Obergeschoss und Dach um 1482 (dendro. dat.), Fassade barock bereichert um 1710, Innenumbau, Fassadenänderung und Holzchörlein 1905; Rückgebäude mit Seitenflügel, viergeschossiger Eckbau mit Satteldächern und Schleppgauben, Massivbau aus Sandstein und Ziegelstein, Erdgeschoss zum Teil steinsichtig, 3. Obergeschoss des Seitenflügels freigelegtes Fachwerk, im Kern um 1436/37 (dendro.dat.), Innenumbau und Fassadenänderung 1905, nach Zerstörung 1945 bis auf das Erdgeschoss 1955 wiederaufgebaut.

      1436/38 Bergstraße 16 Bürgerhaus, ehem. zwei Anwesen, östlicher Gebäudeteil um 1436-38 (dendro.dat.), westlicher Gebäudeteil um 1460, 1678/79 zu einem Anwesen vereinigt, viergeschossiger Traufseitbau mit Satteldach und Dacherkern, Erdgeschoss Sandsteinquadermauerwerk, Obergeschosse freiliegendes ehem. verputztes Fachwerk, der östliche schmale Gebäudeteil rückseitig verputzt, rückwärtig viergeschossiger Seitenflügel mit abgewalmtem Pultdach und Fachwerkobergeschossen über massivem Sockelgeschoss, mittlerer Dacherker von 1699, Umbauten und Fassadenänderungen 2. Hälfte 19. Jh., Fachwerkfreilegung 1975.

      1437 Füll 8 Ehem. Kaufmannsanwesen, vierflügelige Anlage: Vorderhaus, viergeschossiger Sandsteinquaderbau mit Satteldach, Giebeldacherker und Schleppgauben, barockes Holzchörlein, im Kern von 1437/38 (dendro.dat.), dabei Teile des Vorgängerbaus des 13. Jh. integriert, Umbauten und Fassadenänderungen um 1770 und 1831; Rückgebäude, dreigeschossiger Sandsteinquaderbau mit Satteldach und hofseitigem Aufzugserker, im Kern von 1439 (dendro.dat.), umfangreiche Umbauten und Dacherker um 1594 (bez.); sog. Waschhaus, zweigeschossiger Sandsteinbau mit Pultdach, um 1550 neu errichtet; westlicher Verbindungsgang zwischen Vorder- und Rückgebäude, dreigeschossiger hölzerner Galeriebau mit Flachdach und gedrechselten Balusterbrüstungen, im Kern um 1439, Umbau um 1769 (bez.), 2003 weitgehend erneuert.

      1437 Albrecht-Dürer-Str. 6 Eckhaus, viergeschossiger Bau mit abgewalmtem Pultdach und Schleppgauben, im tieferen östlichen Bereich Satteldach, Erdgeschoss Sandsteinquadermauerwerk, Obergeschosse Sichtfachwerk, rückseitig verputzt, im Kern nach 1437 (dendro.dat.), Umbauten um 1559 (bez.), weitere Veränderungen 1877.

      1441 Untere Talgasse 8 Ehem. Herrenschießhaus, dreigeschossiger Renaissance-Sandsteinquaderbau mit Satteldach, Schleppgauben und reich ornamentierte Dacherker, Volutengiebel, gewölbte Erdgeschosshalle zum nördlich anschließenden Schießgraben geöffnet, 1582/83 von Stadtwerkmeister Hans Dietmair; ehem. Seitenflügel des Herrenschießhauses, zweigeschossiger langgestreckter Massivbau mit Satteldach mit Schleppgauben, Fachwerkgiebel, zweistöckiger Aufzugserker mit Walmdach, nach 1441/42 (dendro.dat.).

      1448 Untere Krämersgasse 18 Eckhaus, wohl. ehem. Handwerkerhaus, viergeschossiger langgestreckter Bau mit Halbwalmdach, Erdgeschoss Sandsteinquadermauerwerk, Fachwerkobergeschosse (1974/75 freigelegt) mit Fenstererkern, teilweise vorkragend, nach 1450 (1448/49 und 1454 dendro.dat.), Aufstockung des 3. Obergeschosses und Dach nach 1477 (dendro.dat.), großer Aufzugserker aus Fachwerk mit weit vorspringendem Dach 2. Hälfte 16. Jh., kleine Giebelgaube Mitte 19. Jh.

      1452 Johannesgasse 53;Johannesgasse 55 Ehem. Handwerkerhaus, dreigeschossiger Traufseitbau mit Satteldach, im Kern zwei Häuser des 15. Jh. (1452/59 dendro.dat.), Stockwerksbauten mit freigelegten Fachwerkobergeschossen, seit 1872 zu einem Anwesen vereinigt, Erdgeschoss massiv erneuert, Umbauten und Giebel-Dacherker des 18. Jh. und 1872/76.

      1463 Innere Laufer Gasse 11 Bürgerhaus, viergeschossiger Traufseitbau mit Satteldach und großem, reich profilierten Fachwerk-Aufzugserker, breit gelagerter Sandsteinquaderbau, rückseitig Fachwerkobergeschosse auf Sandsteinerdgeschoss, ursprünglich zwei Einzelgebäude nach 1463 (dendro.dat.), wohl im 16. Jh. in einem Baukörper vereinigt (bez. 1554), Zutaten des frühen 17. Jh. (1630/31 dendro.dat.).

      1468 Füll 6 Ehem. Patrizieranwesen der Familie Loeffelholz, große vierflügelige Hausanlage: Vorderhaus, viergeschossiger weitgehend verputzter Massivbau (Sandstein und Ziegel) mit Satteldach, Dacherker mit Spitzhelm sowie Dachgauben mit Walm- bzw. Schleppdach, rückseitig Aufzugserker mit vorkragendem Walmdach, Reste des spätromanischen Vorgängerbaus sowie des 14. Jh. erhalten, im Kern nach 1468 (dendro.dat.), Erdgeschossumbau nach 1593 (dendro.dat.), Zutaten und Dacherker des 17. Jh., 1978 Neuanbringung des Chörleins unter Wiederverwendung von Teilen eines Originals des Gebäudes Füll 10; östlicher Seitenflügel, zwei- bis dreigeschossiger Massivbau mit Flachdach, spätes 16. Jh., nach Zerstörung der Obergeschosse 1945-47 wiederaufgebaut; westlicher Verbindungsgang, dreigeschossiger hölzerner Galeriebau mit Pultdach und zweigeschossiger Maßwerkbalustrade, wohl 16. Jh.; Rückgebäude, dreigeschossiger Massivbau aus Ziegelmauerwerk mit Satteldach, zum Teil Sandsteinverkleidung, zum Teil verputzt, Giebeldacherker und Schleppgauben, im Kern nach 1334 (dendro.dat.), Umbau nach 1564/69 (dendro.dat.), Dacherneuerung 19. Jh., im Innern weitgehend verändert, nach teilweiser Zerstörung 1945-47 wiederaufgebaut.

      1469* Rennmühlstr. 14, Pfarrscheune Katzwang

      1469/1470 Untere Kreuzgasse 2 Kopfbau, viergeschossiger verputzter Satteldachbau mit Dacherkern, weitgehend versteinerte Fachwerkobergeschosse auf Sandsteinquadersockel, um 1469/1470 (dendro.dat.), Umbauten um 1600 und 1. H. 18. Jh., weitere Umbauten und Aufstockung drittes Obergeschoß mit Dacherkern 1840.

      1476 Winklerstr. 31 Ehem. Kaufmannshaus, seit 1846 kath. Pfarrhaus Zu Unserer Lieben Frau, dreiflügelige Anlage, Vorderhaus und Rückgebäude drei- bzw. viergeschossige Sandsteinquaderbauten mit Satteldächern und Dacherkern, Giebelfelder verputzt, Verbindungsflügel mit Holzgalerien, spätgotische Hofarchitektur, im Kern 14./15. Jh. (1476 dendro.dat.), 1519-25 (dendro.dat.) grundlegender Umbau und östlicher Giebelerker wohl durch Hans Beheim d. Ä., Renaissance-Zutaten 2. Hälfte 16. Jh., Erdgeschoss-Umgestaltung und neugotische Zutaten um 1880/90.

      1479 Albrecht-Dürer-Str. 30 Bürgerhaus, bis Mitte 16. Jh. Pfründnerhaus, nach 1479 (dendro.dat.) anstelle des durch Brand zerstörten Vorgängerbaus unter Einbeziehung dessen Kellers errichtet, dreigeschossiges Traufseithaus mit Satteldach, rückseitig dreigeschossiger Seitenflügel von 1485 (dendro.dat.), Fachwerkbauten, Aufstockung 2. Obergeschoss und Dach nach 1520 (dendro.dat.), wesentliche Innenumbauten 1765, weitere Umbauten und Fassadenänderungen 1829 und 1874, Ladeneinbau im Erdgeschoss 1892, Aufzugserker mit vorkragendem Walmdach 1905.

      1488 Geiersberg 2 Ehem. Handwerkerhaus, dreigeschossiges Eckhaus mit Satteldach, Erdgeschoss Sandsteinquadermauerwerk, Obergeschosse freigelegtes Fachwerk, vorspringende Aufzugsvorrichtung am Dachfirst, im Kern nach 1488 (dendro.dat.), modern bez. "1605 Zum goldenen Pelikan", wesentlicher Umbau und Fachwerkfassade um 1622/23 (dendro.dat.) sowie im 18. Jh., weiterer Umbau und neugotische Zutaten 2. Viertel 19. Jh.

      1489 Obere Schmiedgasse 64;Obere Schmiedgasse 66 Sog. Pilatushaus, auch "Haus zum geharnischten Mann", ehem. zwei Handwerkerhäuser, 1927 miteinander verbunden, viergeschossiger Kopfbau mit dreigeschossigem Satteldach und Schleppgauben, polygonales vorkragendes Fachwerk-Giebeltürmchen mit Zeltdach, Erdgeschoss Sandsteinquadermauerwerk, Obergeschosse freiliegendes Fachwerk, Haus Nr. 66 1489 (dendro.dat.) erbaut, Giebel bzw. Giebelgeschoss wohl nach 1596 (dendro.dat.) verändert, Haus Nr. 64 im 16. Jh. errichtet, beide Gebäudeteile nach Beschädigung 1945 zum Teil erneuert.

      1494* Fischbacher Hauptstraße 172 Torhaus des Scheurl'schen Schlosses, Sandsteinquaderbau, im Kern 17. Jh., bez. 1729 (dendrochronologische Datierung 1494)....

      1498* Kraftshofer Hauptstraße 203 Hofanlage; Wohnhaus, im Kern um 1500 (dendrochronologische Datierung 1498), im 18. Jh. umgebaut; Fachwerkscheune mit Krüppelwalmdach, 1610....

      1498 Mostgasse 8 Handwerkerhaus, 16./17. Jh.(dendrochronologische Datierungen 1498, 1776), zweites Obergeschoß 1835....

      1509 Irrerstraße 1 Ehem. Irrerbad (Weißgerberbad), zweigeschossiger Kopfbau mit steilem Satteldach, Giebeldacherkern und Schleppgauben, Erdgeschoss massiv verputzt, seitlich vorkragendes Obergeschoss Fachwerk verputzt, originale Tür und polygonaler Stützpfeiler im Innern, im Kern nach 1509 (dendro.dat.) über Vorgängerbauten des 11. Jh. und von 1326 errichtet, Umbauten 1691, Fachwerkerneuerung um 1710 (dendro.dat.), weitere Umbauten 1837 und 1907/08, nach Zerstörung 1945 Abbruch von Dach und Fachwerkgiebel und Wiederaufbau 2005.

      1511 Untere Krämersgasse 16 Ehem. Handwerkerhaus, schmaler viergeschossiger Traufseitbau mit Satteldach und Giebelerker aus Fachwerk, im Kern nach 1511 (dendro.dat.) und nach 1553 (dendro.dat.), Erd- und 1. Obergeschoss Sandsteinquadermauerwerk, 2. und 3. Obergeschoss Fachwerk (1976 freigelegt und z. T. erneuert).

      1536/37 Untere Talgasse 8 Ehem. Dienstwohnhaus des Bogners (Bogenspanners), zweigeschossiges Giebelhaus mit Satteldach, Fachwerkobergeschosse auf massivem Sandsteinsockel, 1536/37 (dendro.dat.), Fassadenveränderungen und Dachgeschossausbau im 19. und 20. Jh.

      1540* Vestnertorgraben 4 "Henhäusla", kleines eingeschossiges Fachwerkhaus mit Satteldach, Anbau mit Schleppdach, 1. Hälfte 16. Jh. (dendrochronologische Datierung 1540/41); ehem. zum Komplex der Burg gehörig....

      1551 Pfeifergasse 6 Wohnhaus, im Kern 16./17. Jh. (dendrochronologische Datierung 1551), Giebelerker 1885....

      1551* Rahm 3 Ehem. Handwerkerhaus, erdgeschossiger Traufseitbau, im Kern 16. Jh. (dendrochronologisch auf 1551 datiert). ...

      1551* Äußere Bucher Str. 33, "Thoner Schwedenhaus", abgetragen 1966 (dendro. Dat. Sommer 1551)

      1553* Christoph-Carl-Platz 2/4 Arbeiterwohnhaus (Kutscherhaus), Sandstein mit Fachwerkobergeschoß, im Kern von 1553/54 (dendrochronologisch datiert), 1915 aufgestockt; eingeschossiger Remisenanbau mit Volutengiebel, im Kern von 155...

      1553* Johannisstraße 19 Gartenanwesen; Putzbau, zweigeschossig mit Zwerchhaus und Hofseite mit Flügelbauten, um 1700 (dendrochronologische Datierungen 1553 und 1727); an der Rückseite Garten mit Barockfiguren....

      1554* Christoph-Carl-Platz 10/12 Arbeiterwohnhaus, erdgeschossiger Sandsteinbau, im Kern von 1554 (dendrochronologisch datiert)....

      1554* Christoph-Carl-Platz 11/13/15/17/19 Uhrenhaus, ehem. Arbeiterwohnhaus, später Sitz des Patrimonialgerichts, zweigeschossiger Sandsteinbau mit Volutengiebel und Ladegaube mit Uhrtürmchen, im Kern von 1554 (dendrochronologisch datiert), U...

      1556* Pellergasse 3 a Pellerschloß, Wasserschloß, Sandsteinerdgeschoß mit zwei stark auskragenden Fachwerkobergeschossen, Satteldach mit Schopfwalmen, 2. Hälfte 16. Jh. (dendrochronologische Datierung 1556); Park mit Sands...

      1556* Großreuther Str. 98, atypisches kleines "Schwedenhaus"

      1560 Obere Wörthstraße 21 Bürgerhaus, Obergeschosse mit dekorativem und konstruktivem Fachwerk, an der Hofseite Laubengang mit Balustergalerie, um 1600 (dendrochronologische Datierung 1560)....

      1561-63 Füll 12 Ehem. Patrizier- und Kaufmannsanwesen, sog. "Haus zum weißen Schwan", dreiflügelige Anlage: Vorderhaus, viergeschossiger traufständiger Sandsteinquaderbau mit Satteldach und Schleppgauben, Aufzugserker aus Fachwerk mit vorkragendem Walmdach, im Kern von 1561-63 (dendro.dat.), Zutaten Anfang 18. Jh., Fassadenänderungen um 1777 (bez.), weitere Innen- und Fassadenumbauten 1873 und 1913, Fassadenfreilegung und Neuanbringung des barocken Holzchörleins (ehem. Adlerstraße 28) 1976/77; Seitenflügel, dreigeschossiger Sandsteinquaderbau mit Pultdach, vorgesetzte Holzgalerien, im Kern von 1561-63 (dendro.dat.), massive Erneuerung des Erdgeschosses 1873; Rückgebäude, dreigeschossiger Traufseitbau mit Frackdach und Giebeldacherker, Erd- und 1. Obergeschoss Sandsteinquadermauerwerk, 2. Obergeschoss Fachwerk, im Kern von 1561-63 (dendro.dat.), wesentliche Umbauten 1873, Fachwerkfreilegung 1980.

      1564 Albrecht-Dürer-Str. 32 Ehem. Handwerkerhaus, viergeschossiger Traufseitbau mit steilem Satteldach, Erdgeschoss Sandstein verputzt, Obergeschosse Fachwerk, straßenseitig freigelegt, im Kern wohl 2. Hälfte 15. Jh., Ladeneinbau im Erdgeschoss und Giebeldacherker von 1875, Fachwerkfreilegung 1975, zugehörig Seitenflügel und Rückgebäude, dreigeschossige Fachwerkbauten mit Pultdächern, nach 1564 (dendro.dat.).

      1570 Albrecht-Dürer-Str. 24 Bürgerhaus, viergeschossiger Traufseitbau mit Satteldach und Giebeldacherkern, straßenseitig Aufzugserker mit vorkragendem Walmdach, Erdgeschoss Sandsteinquadermauerwerk, Obergeschosse freiliegendes Fachwerk, nach 1570 (dendro.dat.) als Lagergebäude (wohl Hopfenscheune) errichtet, wesentliche Umbauten und Umnutzung zu Wohnhaus 1928, weitere Umbauten und Fachwerkfreilegung 1973-77.

      1575 Weinmarkt 3 Wirtshaus, viergeschossiger Kopfbau mit flachem Satteldach, weitgehend Sandsteinquaderbau, straßenseitig steinsichtig, Ostseite auskragende verputzte Fachwerkobergeschosse, im Kern nach 1575 (dendro.dat.), wesentlicher Umbauten im 17., späten 19. und frühen 20. Jh., Dach nach Zerstörung 1945 erneuert.

      1584* Ziegelsteinstraße 185 Erdgeschossiges Satteldachhaus, im Kern Fachwerk (dendrochronologische Datierung 1584), 18./19. Jh., bez. 1845....

      1585* Reutleser Straße 80 Evang.-Luth. Filialkirche St. Felizitas, kleine Dorfkirche vom Schwedenhaustyp, rechteckiger Grundriß und seitlicher Turm, 14. Jh. (dendrochronologische Datierung 1585); mit Ausstattung....

      1586* Moritzbergstraße 51/53 Wohnhaus, zweigeschossiger Sandsteinquaderbau, Satteldach mit Schleppgauben, bez. 1826, im Kern von 1586/87 (dendrochronologisch datiert)....

      1592 Untere Kreuzgasse 3 Bürgerhaus, im 17. Jh. verbundene Massivbauten des 16. Jh. (dendrochronologische Datierungen 1614/15, Teile 1592/93), barock bereichert; ehem. Nr. 3 Nachkriegswiederaufbau....

      1594 Maxplatz 29 Bürgerhaus, dreigeschossiger traufständiger Sandsteinquaderbau mit steilem Satteldach und Giebeldacherkern, rückseitig Aufzugserker mit vorkragendem Walmdach und Schleppgauben, rückseitig im 2. Obergeschoss freigelegte Fachwerkfassade, nach 1594 (dendro.dat.), Rokoko-Bereicherungen um 1750/60, nordseitige Giebeldacherker Mitte 19. Jh.

      1594 Burgstraße 15 Bürgerhaus, sog. Fembohaus, zweiflügelige Anlage mit Innenhof, viergeschossiger Sandsteinquaderbau mit Satteldach, Dacherkern mit Zeltdächern und reichem Spätrenaissancegiebel, Flügelbau aus Sandsteinquadern mit Holzgalerien als Verbindungsbau zum Rückgebäude, 1591-96 (1594 dendro.dat.) wohl von Jakob Wolff d. Ä., barocke Zutaten im Innenraum (u. a. Stuckdecke von Carlo Brentano) sowie an der Fassade um 1674/80, Neugestaltung des Inneren (u. a. Treppenumbauten sowie Stuckarbeiten durch Donato Polli) 1734/35, um 1953/58 Umbau zum Stadtmuseum; zugehörig Rückgebäude in der Unteren Krämersgasse, dreigeschossiger traufständiger Sandsteinquaderbau, Satteldach mit Giebel- und Schleppgauben, bez. 1557, um 1591-96 um zwei Stockwerke erhöht, seit 1953/58 Stadtmuseum.

      1600 Albrecht-Dürer-Straße 1 Eckhaus, schmaler fünfgeschossiger Sandsteinquaderbau mit Satteldach, Giebel und Zwerchgiebel jeweils als Treppengiebel mit Lisenengliederung ausgeführt, weitgehend verputzt, im Kern 15. Jh., heutige Gestalt um 1600 (dendro.dat.), Umbauten im 19. Jh. und 1902/03.

      1603 Ludwigstraße 63 Sandsteinhaus, frühes 17. Jh., Fachwerkanbau, um 1610 (dendrochronologische Datierung 1603)....

      1615/17 Obere Krämersgasse 14 Bürgerhaus, viergeschossiger Sandsteinquaderbau, rückseitig verputzt, Traufseitbau mit Satteldach, um 1615/17 (dendro.dat.), Giebeldacherker aus Fachwerk 1875.

      1616* Fritz-Weidner-Straße 1 Gasthaus, zweigeschossiger Sandsteinbau, im Kern 17./18. Jh.(dendrochronologische Datierung 1616), Umbau und Mansarddachausbau 1891 nach Planung von Johann Carl (Schwabach) (bez. 1892)....

      1654* Heidestraße 27 Erdgeschossiges Sandsteinhaus mit Volutengiebel, bez. 1829 (dendrochronologische Datierung 1654/55)....

      1664* Lehrberger Straße 73/75 Bauernhof; erdgeschossiges Wohnstallhaus, Schopfwalmdach, Fachwerkgiebel, 1672 (dendrochronologische Datierung 1664), im 19.Jh. umgebaut; Scheune, Fachwerk und Sandsteingiebel, bez. 1677 und 1796 ; zw...

      1679* Innstr. 43/45 Maiach, Ehem. Herrenhaus, sog. Voitenhaus, stattlicher zweigeschossiger Satteldachbau, 1681/82 errichtet, wiederaufgebaut im 18. Jh.; ehem. zugehörig zum Tucherschloß, vgl. Nr. 47.(dendrochronologische Datierung 1679/80, Umbau 1661/62)

      1691-93 Weintraubengasse 6 Ehem. Handwerkerhaus, schmaler viergeschossiger Traufseitbau mit Satteldach und Schleppgauben, verputzter Sandsteinbau, barockes Holzchörlein, rückseitg Aufzugserker mit vorkragendem Satteldach, Ende 16./Anfang 17. Jh., umgebaut und barock bereichert um 1691-93 (dendro.dat.), weitere Umbauten und Ladeneinbau um 1872, nach Teilzerstörung 1945 wiederaufgebaut.

      1704* Adolf-Braun-Straße 45 Erdgeschossiges Bauernhaus, im Kern 18. Jh.(dendrochronologische Datierung 1704/05)...

      1722/23* Schnepfenreuther Hauptstr. 74/78 Doppelhof; Sandsteinbau mit Volutengiebel, 1722/23 (dendro. dat.), bez. 1734; Nebengebäude und Scheune.

      1728* Ziegenstraße 20 Sog. Voitenhaus, ehem. zum Schmausenschloss zugehöriges Verwaltergebäude, erdgeschossiges giebelständiges Wohnhaus, aus Sandsteinquadermauerwerk, mit Eckpilastern, Satteldach und traufseitigem Ökonomie-Anbau, im Kern 16. Jh., Umbau um 1680, bez. 1765, mit integriertem Fachwerk-Pavillon von 1728 (dendrochronologisch datiert); im Garten Kelleranlage, wohl 16. Jh., und Pumpschwengelbrunnen, 2. Hälfte 19. Jh.

      1737* Obere Dorfstraße 36 Erdgeschossiges Wohnstallhaus, 18./19. Jh.(dendrochronologische Datierung 1737)...

      1809* Bei der Gerasmühle 16 Gasthaus, zweigeschossiger Sandsteinbau mit Volutengiebel, spätes 18. Jh., Portal bez. 1810 (dendrochronologische Datierung 1809/10)....

      1864* Glaserstraße 36 Hofanlage; erdgeschossiges ehem. Wohnstallhaus, dendrochronologisch bestimmt auf 1864/65....

      1866* Olafstraße 2 Erdgeschossiges Wohnhaus, Fachwerkgiebel, Fledermausgauben, 18. Jh. (dendrochronologische Datierung 1866/67)... (abgerissen um 2000)

      EDIT: ich habe mehrmals aktuelle Daten eingefügt.
      http://www.baukunst-nuernberg.de/ - Architektur in Nürnberg vom Mittelalter bis zur Gegenwart
      Nürnberger Bauernhausfreunde e. V.
    • Danke, baukunst-nbg, für diese Aufstellung! Eigentlich schon fast ein Mini-Inventar, an dem Du sicher sehr lange geschrieben hast. Mal schauen, was ich alles davon "ablaufen" kann...

      Ich habe die Korrektur betreffend dem 11. Bild vorgenommen, und es steht jetzt an der 37. Stelle. Ich habe die Bilder nun noch nummeriert, was das Arbeiten mit ihnen erleichtert. Eigentlich hätte ich diesen Fehler bemerken sollen, nachdem Du die Obere Talgasse einmal ausführlich vorgestellt hast. Anstelle des linken Fachwerkhauses steht heute ja dieser mediterran anmutende Neubau.

      Das Haus auf Bild 9 "mit dem wohl urigsten Fachwerk" erinnert mich an das hier vorgestellte Haus in Geislingen, abgesehen aber vom Strohdach.

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    • "Zeno" wrote:

      @ baukunst-nbg:

      Super Liste!

      Gleich mal einige Ergänzungen. In zwei Fällen fehlen die Lageangaben - sicherlich übernimmst Du sie in die Liste:

      (...)

      "1479 Bürgerhaus, (...)"
      Da bin ich nicht so leicht draufgekommen. Keine Ahnung, welches Objekt das ist.


      Danke, ich habe die Straßen nachgetragen (da war ich vorher wohl zu faul). Es fehlen auch noch etliche Angaben. Das letztere Objekt ist die Albrecht-Dürer-Str. 30.
      http://www.baukunst-nuernberg.de/ - Architektur in Nürnberg vom Mittelalter bis zur Gegenwart
      Nürnberger Bauernhausfreunde e. V.
    • Wer hätte gedacht, dass von Euch innerhalb von 24 Stunden schon so viel Material zusammen kommt! Das spornt mich natürlich an, auch schneller erste Auswertungen vorzunehmen. Ich muss vorausschicken, dass ich mich mit dem Nürnberger "Fachwerkstil" noch gar nicht auskenne. In erster Linie kenne ich natürlich die St. Galler Fachwerkbauten in- und auswendig, da ich solche schon selber detailliert untersuchen konnte. Diese gehören der alemannischen Fachwerkbauweise an.

      In den letzten drei Jahren hatte ich mich mit den Frankfurter Fachwerkbauten eingehend befasst, welche der fränkischen Fachwerkbauweise entsprungen sind. Dort fiel die Arbeit leichter, weil im Gebiet des Bundslandes Hessen seit über hundert Jahren vortreffliche Literatur besteht, in welcher die gesamten Hausgerüste erforscht und dokumentiert sind, und nicht nur Fassaden abgebildet sind.

      In Nürnberg wird diese Arbeit schwieriger ausfallen, da ich dort als "Tourist" kaum das Innere der Häuser zu Gesicht bekommen werde. Die Forschungsarbeit darf sich natürlich nicht nur auf die Fassaden beschränken, aber für ein erstes Herantasten wird diese Beschränkung zulässig sein. Insbesondere bei den abgegangenen Bauten muss ich mit Aussenaufnahmen Vorlieb nehmen. Wenn ich aber die Dendrodatenliste oben betrachte, nehme ich an, dass das Innere vieler Bauten ebenfalls (mindestens in Manuskriptform) dokumentiert ist.

      Als erstes suche ich mir Gemeinsamkeiten der Bauten aus, zum Beispiel die Verstrebungsform, Fenstererker, Ständer- oder Rähmbauweise etc., und versuche diese auf Grund datierter Gebäude (oder Bauteile) zeitlich einzuordnen. Dabei muss aber berücksichtigt werden, dass viele Dendrodaten auf Umbauten hinweisen, und die datierten Kernbauten aussen keine sichtbare Bausubstanz mehr zeigen. Diesbezüglich beinhaltet die Auflistung von baukunst-nbg viele Hinweise! Beispielsweise ist dies bei ursprünglich als Fachwerkbauten errichteten Gebäuden der Fall, deren Fassaden später durch gemauerte Fassaden ersetzt worden sind. Solche Bauten können natürlich nicht in erste Betrachtungen einfliessen.

      Eine weitere Schwierigkeit besteht darin, dass viele Fachwerke durch Fensterveränderungen im 18. und 19. Jahrhundert stark verändert worden sind, und deshalb keine baugeschichtlichen Aussagen mehr erlauben (z.B. Bilder 1, 12, 47, 58, 61). Bei solchen mehrheitlich aus konstruktivem Fachwerk bestehenden Fassaden entdeckt man vielleicht noch die Sassen einstiger Streben oder Brustriegel, sofern sie ursprünglich nicht eingezapft, sondern aufgeblattet waren (bspw. bei Weißgerbergasse 10, im linken Eckständer des 2. Obergeschosses).

      Eine Bitte habe ich noch: kann mir jemand den Standort des Wohnhauses von Veit Stoss mitteilen? Nach mehrmaligem Überfliegen der Altstadt mit Hilfe von maps.live.de bin ich nicht fündig geworden, und vermute, dass diese Häuserreihe nicht mehr existiert.

      75
      Wohnhaus von Veith Stoss (Quelle: bildindex der Kunst und Architektur)

      @Philon
      Ja, werde ich sicher machen; deine Nr. habe ich noch!

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    • Wohnhaus von Veit Stoss

      An der Ecke Wunderburggasse/Martin-Treu-Strasse befindt sich die Kopie einer Veit-Stoss-Madonna, deren Original sich im Germanischen Nationalmuseum befindet. Das Wohnhaus von Veit Stoss befand sich 50 m weiter westlich. Veit Stoss hatte die Madonna fuer einen Nachbarn geschaffen, dessen Haus sich etwa an der Stelle befand, wo heute die Kopie der Marienfigur steht.
      Beide Haeuser gibt es also nicht mehr, und ich vermute, dass in dieser Gegend kein einziges altes Haus mehr steht. Es ist mitten in der Sebalder Steppe. :weinen:
      Das Vorkriegshaus mit der Madonna ist hoechstwahrscheinlich das Eckhaus auf Deinem Bild Nummer 30:

      Quelle: http://www.bildindex.de">www.bildindex.de
      VBI DOLOR IBI VIGILES
    • Danke für die Flug-Links und die Angaben zum Veit Stoss-Haus. Ich möchte dafür bereits eine Betrachtung zu einem ersten Haus abgeben:


      Paniersplatz 20, "Grolandhaus"


      Dieses Haus scheint mir sehr geeignet, als erstes genauer unter die Lupe genommen zu werden. Allerdings ist es 1945 zerstört worden, aber es war eines der wenigen Häuser, welches noch ein sehr altertümliches Gepräge bot. Das Fachwerk war nicht wie bei den meisten Bauten durch Fensterausbrüche des 18./19. Jahrhunderts verändert worden, und somit lassen sich seine Eigenheiten besser beschreiben als bei einem veränderten Fachwerk. Augenfällig sind die unterschiedlichen Verstrebungen sowie die für Nürnberg typischen Fenstererker - also alles Details, welche ich untersuchen möchte, an einem Haus vereint. Zudem lassen die Photos beim Marburger Bildindex relativ gut die Holzverbindungen erkennen. Es empfielt sich, die Vergrösserungen im separaten Fenster anzuklicken, damit man diese neben dem Text betrachten kann.


      44 Vergrösserung
      Ansicht von Nordosten (Quelle: bildindex der Kunst und Architektur)

      Über einem mit Sandsteinen gemauerten Erdgeschoss folgen vier Fachwerkgeschosse, wovon zwischen dem 2. und 3. Obergeschoss eine Auskragung besteht. Darüber folgt ein Satteldach mit einer Giebelnase. In Nürnberg ist die Traufständigkeit zwar die Regel, aber hier haben wir es mit einem Kopfbau zu tun.


      Zur Verstrebung:

      Das 1. Obergeschoss ist mit breiten Fussbändern verstrebt, welche mit Schwalbenschwänzen und balkenbündig abgeschnittenen Holznägel an die Schwelle und Ständer aufgeblattet sind. Kopfbänder dürften der breiten Fenster wegen keine vorhanden gewesen sein.
      Am 2. Obergeschoss besteht dieselbe Verstrebungsart, nur das hier die Bänder schlanker sind, und einiges oberhalb der Brustriegel in die Ständer laufen. Zusätzlich sind hier ganz kurze Kopfbänder vorhanden, bei welchen aus den Aufnahmen nicht hervorgeht, ob sie angeblattet oder eingezapft sind. Auf einer anderen Aufnahme aus der Reihe "Die Blauen Bücher" (Hermann Phleps, Deutsche Fachwerkbauten, Karl Robert Langewische Verlag, 1951, S. 35) erkennt man, dass auch diese angeblattet waren. Die unterschiedliche Länge der Fussbänder an diesen beiden Geschossen rührt von den unterschiedlich breiten Fenstern her, und nicht zwingend vom Fenstererker. Der Bundpfosten ist gegenüber jenem des 1. Obergeschosses versetzt, und weist demnach diese beiden Geschosse als Stockwerksbau, und nicht als Ständerbau aus (bei einem Ständerbau wären die Fussbänder im 2. Obergeschoss sinnlos; auch ein Blick auf die Seitenfassaden zeigt, dass die Eckständer zum Nachbarhaus hin nicht durchgehend sind).
      Am 3. Obergeschoss entspricht die Verstrebung jener am zweiten, nur dass in der linken Hälfte die Fussbänder extrem kurz sind; hier zwar nicht wegen eines breiten Fensters, sondern nur wegen der Erkerkonstruktion. Aufgeblattete Fuss- und Kopfbänder wurden beim Aufrichten der Wände jeweils am Schluss angebracht, was aber bei einem vorspringenden Brustriegel eines Fenstererkers nicht mehr möglich gewesen wäre.
      Das 4. Obergeschoss unterscheidet sich schon rein optisch von den unteren; die Fusstreben sind etwa ¾-wandhoch, und in die Schwelle und Pfosten eingezapft. Die Brustriegel laufen daher nicht mehr bis zu den Pfosten durch, sondern enden an den Streben. Normalerweise wurde zwischen den Streben und den Pfosten noch ein kurzer Riegel eingesetzt, um so die Riegelkette zu vervollständigen. In Nürnberg aber fehlt dieser kurze Riegel meistens! Die Kopfstreben sind in den Rähm und in die Fusstreben eingezapft, und nicht in die Pfosten! Man muss sie deshalb eher als Gegenstreben bezeichnen. Gegenstreben kommen im fränkischen Fachwerk mit rheinischem Einfluss vor, und sind im alemannischen Fachwerk unbekannt. Dieses Geschoss entstand offensichtlich später, wahrscheinlich zu der Zeit, als sich das alemannische und fränkische Fachwerk allmählich vermischten. Es fällt aber noch eine weitere nürnbergerische Eigenheit auf: während die Gegenstreben im rheinfränkischen exakt beim Brustriegel ansetzen, ist dies in Nürnberg erst ein Stück weit oberhalb der Brustriegel der Fall.
      Im Giebeldreieck tragen zwei Pfosten die Mittelpfetten des Dachstuhls, und sind analog dem 4. Obergeschoss beidseitig mit ¾-wandhohen Fusstreben ausgesteift. Zwischen den Pfosten und Fusstreben fehlt wiederum ein kurzer Riegel, hingegen kommen solche wieder zwischen den Fusstreben und Sparren vor. Ein scheinbar unwichtiges Detail ist mir aber dennoch aufgefallen: diese Riegel sind in die Fusstreben eingezapft, gegen die Sparren aber aufgeblattet. Hier hat also eine Blattverbindung noch überdauert. Abgeschlossen wird das Giebeldreieck von einem Nasengiebel, dessen Ursprung dem fränkischen Fachwerk entstammt, und bei den älteren rein alemannischen Fachwerken unbekannt ist.


      Zur Bauweise:

      Die weite Pfostenstellung, die Einbindung der Fenster zwischen Brustriegel und Rähm, sowie die angeblatteten Fuss- und Kopfbänder weisen die ersten drei Obergeschosse eindeutig dem alemannischen Fachwerk zu. Beim obersten Geschoss ist dies nicht mehr so klar. Die Fenster sind allerdings auch hier zwischen Brustriegel und Rähm eingespannt, und nicht zwischen zwei geschosshohe Pfosten, wie dies beim fränkischen oder sächsischen Fachwerk der Fall wäre. Zusammen mit dem Nasengiebel dokumentiert dieses Geschoss bereits die Verschmelzung von alemannischem und fränkischem Fachwerk, welche in Süddeutschland um 1600 bereits vollzogen ist.


      Zur Auskragung:

      Zur Auskragung möchte ich mich vorerst nur kurz äussern, da mir vor allem noch die Ausbildung der Ecke unklar ist. Auch wenn es rechts (Nordecke) fast danach aussieht, handelt es sich bestimmt nicht um einen Hängepfosten. Wahrscheinlich ist es der Kopf eines Gratstichbalkens. Rätselhaft sind mir dann aber die Balkenköpfe unmittelbar beidseitig daneben, welche von Knaggen unterstützt werden. Die Rähme aller drei Seiten überkreuzen sich auf derselben Höhe, und sind demnach in halber Balkenstärke geschwächt. Wahrscheinlich handelt es sich bei den "rätselhaften Balkenköpfen" um Holzklötze oder ganz kurze Stichbälkchen, welche zwischen die Rähmköpfe und Schwelle eingeschoben sind.

      Dass das 3. Obergeschoss auskragt, heisst aber nicht unbedingt, dass dieses erst nachträglich aufgesetzt worden ist! Aus der Übereinstimmung mit der Verstrebung und dem Fenstererker der unteren beiden Geschosse kann gefolgert werden, dass dieses gleichzeitig (oder nur wenige Jahre nach der Errichtung des Kernbaus) entstanden ist.


      Zu den Fenstererkern:

      Diese wirken beim Grolandhaus schwerfällig, weil hier Fensterläden angebracht sind. Ich vermute, dass bei andern Bauten einst auch Läden vorhanden waren, und heute leider nicht mehr "rekonstruiert" werden.


      44a Vergrösserung
      Ausschnitt des 1. Obergeschosses von Osten (Quelle: bildindex der Kunst und Architektur)

      Die profilierten, vorstehenden Brustriegel des Fenstererkers im 1. Obergeschoss sind auf Konsolen abgestützt. Diese haben im unteren Bereich eine gedrechselte Form, und scheinen aus den Pfosten heraus zu wachsen. Ob sie mit letzteren aus einem Stück bestehen oder aufgesetzt sind, lässt sich nicht bestimmen. Die Fensteröffnungen werden durch sehr schlanke Pfosten in Zweier- und Dreiergruppen unterteilt. Die seitlichen Vormauerungen verdecken die tragenden Pfosten, und rauben somit optisch dem Haus den Kräfteverlauf von oben nach unten. Oben wird der Fenstererker durch zwei Friese abgeschlossen. Dem Fehlen einer sichtbaren Eckverbindung nach vermute ich, dass diese Friese aus aufgesetzten Brettern bestehen, und nicht aus Balken herausgearbeitet sind. Das Datum "1489" schaue ich nicht zwingend als das Baudatum des Hauses an, aber stilistisch passt es zum gotisierenden Fischblasenfries. Der triglyphenartige Fries darüber hingegen passt eher zur Renaissançe als zur Gotik, wie auch das Profil des Fensterbankes. Ein weiteres Detail fällt noch auf: an beiden Enden und Ecken wird der Fenstererker durch schmale Bälkchen abgeschlossen, und nicht wie bei andern Bauten durch weiss gestrichenen Putz.

      Ob der Fenstererker zum Kernbestand des Hauses gehörte, und ob er selber in der ursprünglichen oder in einer abgeänderten Form überdauert hatte, kann noch nicht schlüssig bestimmt werden. Ebenso bleibt noch offen, auf was sich die Jahrzahl "1489" bezieht.

      Der Fenstererker im 3. Obergeschoss entspricht dem unteren, nur dass dieser lediglich um eine Ecke herumläuft, und oben nicht durch geschnitzte Friese abgeschlossen wird.


      45 Vergrösserung
      Ansicht von Norden (nicht von SO!) (Quelle: bildindex der Kunst und Architektur)

      Die nördliche Seitenansicht werde ich nicht mehr so eingehend beschreiben, denn sie wiederholt im Wesentlichen das zuvor beschriebene. Zwei Details sind aber dennoch erwähnenswert.

      Das südöstliche (rechte) Nachbarhaus erweist sich in Folge einer minimalen Höhendifferenz als eigenständiges Gebäude aus. Sein Fachwerk ist im 1. Obergeschoss und links auf ganzer Höhe gestört. Links wurde offenbar nachträglich eine Brandmauer hineingestellt, welcher die beiden Eckpfosten zum Opfer fielen. Die Brandmauer reichte bis über die Dachflächen des Grolandhauses, und endete in einer feinen Backsteinabtreppung. Im 2. Obergeschoss sitzen rechts zwei parallele Fussbänder; ein Verstrebungsart, wie sie bei andern Bauten auch beobachtet werden kann.

      Die Veränderungen im Sockelbereich haben nichts mehr mit der Beschreibung des Fachwerkgefüges zu tun, sind aber für die Baugeschichte dennoch interessant. Offenbar wurde das Gassenniveau auf dieser Seite einst angehoben, wobei beide Erdgeschosse im Boden versanken. Die höher versetzten Hauseingänge kamen nun in den Bereich des 1. Obergeschosses zu liegen, was Veränderungen am Fachwerk verursachte. Die Zäsur im Sockelmauerwerk des Grolandhauses unmittelbar links des Regenabflussrohres deutet ebenfalls auf diese Veränderung hin.


      Fazit:

      Die Beschreibung des Grolandhauses ist wider Erwarten sehr ausführlich ausgefallen, obwohl ich mich lediglich mal an ein Haus herantasten wollte. Es haben sich aber verschiedene Fragen gestellt, deren Beantwortung vielleicht mit der Betrachtung anderer Bauten gelingen wird. Für eine weitere Bearbeitung dieses Hauses müssten die Fassaden aufgezeichnet werden, und im Kontext mit weiteren Bauten verglichen werden.

      Ich habe in dieser Beschreibung bereits "Nürnbergerische (oder heist es "Nürnbergische"?) Eigenheiten" erwähnt. Natürlich ist es nicht zulässig, anhand lediglich eines Objektes auf regionaltypische Eigenheiten zu schliessen. Aus der Sichtung der im ersten Beitrag eingestellten Aufnahmen und der Kenntnis von Fachwerkbauten aus anderen Gebieten fallen diese Eigenheiten aber sofort auf. Ziel dieser Forschungstätigkeit ist es, solche aufzuspüren und nachzuweisen, was mit der Beschreibung weiterer Bauten und Bauteile geschehen soll. Auch müssten zwingend Originalphotographien abgegangener Häuser und aktuelle Aufnahmen bestehender Häuser beigezogen werden.

      Weiter ist mir aufgefallen, dass die Formenvielfalt des Nürnberger Fachwerks sehr beschränkt ist. Schmuckformen wie geschwungene Andreaskreuze, Feuerböcke, Rauten, gebogene Streben etc. findet man äusserst selten, was dazu geführt haben dürfte, dass das Fachwerk hier nur nach gewissen Schemata ausgeführt worden ist. Insbesondere das Fachwerk des 4. Obergeschosses findet man in dieser Form unzählige Male, was mich zur "Rekonstruktion" einer provokativen Regel verleiten lässt:
      "So wurde es gemacht, und nicht anders!"

      Zum weiteren Schicksal des Grolandhauses nach 1945 möchte ich auf die Webseite von baukunst-nuernberg hinweisen: gemäss dem mittleren Bild hatte die Ruine des Erdgeschosses noch bis in die Sechzigerjahre hinein Bestand!


      Nachtrag: Frühe Farbfotografie des Hauses siehe Beitrag vom 15.11.2012

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    • Erstmal vielen Dank für die ausführliche Betrachtung, Riegel. :)
      Wirklich sehr lesenswert, und wirft gleich noch einige Fragen auf.

      Ich bin auch noch nie darauf gekommen, daß das Haus "aufgestockt" worden sein könnte. Tatsächlich kenne ich die "Nasengiebel" (hier sagt man in der Regel "Schopfwalm") eher seit Ende des 16. Jh. (Untere Kreuzgasse 35, viele Bauernhäuser). Das würde sich mit deiner Theorie der Entstehungszeit von OG4 und Dach decken. Auch der m. E. starke gestalterische Anspruch, der bei diesen beiden Geschossen und der Dachgestaltung erkennbar ist, ist aus meiner laienhaften Sicht eher einem Empfinden um 1600 erwachsen.

      Woran hast du gesehen, daß im 4. OG die Fußstreben eingezapft sind? Kann es sich bei der "sichtbaren" Schwelle nicht auch um einen Vorsatz handeln?

      Ich könnte mir auch insgesamt sehr gut einen älteren Kern als 1489 vorstellen, die Fenstererker könnten eher aus dieser Zeit stammen (das Pilatushaus aus dem gleichen Jahr zeigt auch die Fenstererker), z. B. aus dem 14. Jh., wenn ich mir die sogar heute noch erzielbaren Datierungen von den übrigen Häuserkernen ansehe; doch das ist - bis jetzt - nur Spekulation. Vielleicht gewinnen wir ja noch mehr Hinweise.

      Ganz unsystematisch, weil wir ja erst sammeln, ber doch mit einem Bezug zum eben Gesagten, werfe ich folgendes Bild hinein, es ist das z. Zt. in Restauration befindliche Haus Weißgerbergasse 10:



      Interessant ist dabei, daß die oberen Geschosse nach dem, was ich von Dir eben gelernt habe, eher das altertümlichere Fachwerk zeigen als das 1. OG. Oder habe ich da etwas verwechselt? Das 1. OG könnte aus der Zeit "Umbau um 1600" stammen; man müßte mal die Altstadtfreunde fragen, ich glaube, da wurde auch ein früherer Zustand des Giebels rekonstruiert.

      EDIT: Ich habe jetzt nachgelesen auf den Seiten der Altstadtfreunde: es ist der Zustand von 1728, der rekonstruiert wird. Das Fachwerk wird von den Altstadtfreunden beschrieben als "vorwiegend barock das erste (Obergeschoss, Anm. d. Vf.), gotisch das zweite mit schönem verblattetem Fachwerk. Auch der mächtige Giebel darüber zeigt sich in der Konstruktion von 1390."

      Hier findet sich ein Bild, wie verwahrlost das Haus in den 1970er Jahren noch aussah. Das Fachwerk sieht da ja völlig verhaun aus.

      EDIT 2: Zu der "Ruine" in den 60er Jahren (das Foto hat mein Vater gemacht) möchte ich bezweifeln, daß es sich um das EG des Grolandhauses handelte. Es sieht eher wie eine Ziegelstein-Baracke aus, vielleicht ist diese kurz nach der Zerstörung errichtet worden und bald wieder aufgegeben worden, so daß ca. 1963 schon wieder Bäume drin wuchsen? Das Foto ist nochmal hier zu sehen:



      EDIT 3: Zum Pilatushaus möchte ich noch eine Gemeinsamkeit bezüglich es Giebels veranschaulichen. Denkmalliste: "Giebel bzw. Giebelgeschoss wohl nach 1596 (dendro.dat.) verändert". Hier ein Foto (von mir):



      Den Giebel sieht man etwas schlecht, aber die konstruktiven Merkmale (Brustriegel nur bis zu den Fußstreben, Kopfstreben beginnen oberhalb des Brustriegels mit Abstand, in den unteren Geschossen nur kurze Bänder etc.) sind teils sehr ähnlich bezüglich dessen, was wir eben gesehen haben. Aber Riegel wird das sicher noch für uns analysieren ... ;)
      http://www.baukunst-nuernberg.de/ - Architektur in Nürnberg vom Mittelalter bis zur Gegenwart
      Nürnberger Bauernhausfreunde e. V.
    • baukunst-nbg wrote:

      Woran hast du gesehen, daß im 4. OG die Fußstreben eingezapft sind? Kann es sich bei der "sichtbaren" Schwelle nicht auch um einen Vorsatz handeln?

      Die Schwelle selber sieht man nicht recht auf der Photographie, da sie durch das Brett eines "Wetterdaches" fast vollständig verdeckt ist. Auf einer Originalphotographie würde man dies mit Hilfe einer Lupe sehen können. Ich habe aber aus Vergleichsbeispielen darauf geschlossen, und auch, weil sie oben in die Pfosten eingezapft sind. Streben resp. Bänder (und allgemein Holzbalken) sind jeweils an beiden Enden gleichartig befestigt, entweder angeblattet oder eingezapft, aber nur in seltenen Fällen gemischt (wie bspw. bei Ludwigstr. 74). Es gibt Ausnahmen, und auf eine solche habe ich im Giebeldreieck hingewiesen. Dies betrifft die Riegel, welche zwischen Stuhlständer und Sparren sitzen. Und zwar dürfte dies im Zusammenhang mit dem Aufrichtevorgang stehen: zuerst wurde der liegende/stehende Stuhl aufgerichtet, und anschliessend die Sparren und Kehlbalken aufgelegt. Erst am Schluss wurden dann die Giebelwände fertiggestellt, und so konnten die Riegel an einem Ende eingesteckt und am anderen Ende eingeklappt werden. Die Blattverbindung hat sich an diesem Detail im Dachbereich m.E. am längsten gehalten. Bei einem Vollgeschoss war dieses "Einklappen-können" nicht notwendig, da hier Wand um Wand zusammengefügt wurde.

      baukunst-nbg wrote:

      Ich könnte mir auch insgesamt sehr gut einen älteren Kern als 1489 vorstellen (das Pilatushaus aus dem gleichen Jahr zeigt auch die Fenstererker), z. B. aus dem 14. Jh. ...
      EDIT 3: ...

      Diese Möglichkeit habe ich bewusst offen gehalten, bis ich andere Vergleichsbeispiele genauer betrachtet haben werde. Insbesondere die sehr breiten Fussbänder am 1. Obergeschoss wirken doch sehr archaisch! Ich tendiere nun aber eher zur Arbeitshypothese, dass das 1. bis 3. Obergeschoss samt der Fenstererker aus einem Guss um 1489 entstanden sind (kennt sich jemand in den Steinprofilierungen aus? Ist das Erdgeschoss in der Form, wie es bis zum Untergang des Grolandhauses bestanden hatte, für 1489 möglich? Oder muss man sich für den Kernbau allenfalls auch ein Erdgeschoss aus Fachwerk vorstellen?). Zu dieser Hypothese bin ich nach dem Betrachten des Hauses an der Ecke Waaggasse 11/Winklerstrasse gekommen. Auch dieses Haus verdiente eine sehr ausführliche Beschreibung! Ich werde heute Abend wahrscheinlich darauf zurückkommen, aber nicht mehr in der ausführlichen Form wie beim Grolandhaus. Meinen Gedankengang möchte ich aber trotzdem schon jetzt preisgeben:

      67 Vergrösserung
      Waaggasse 11/Winklerstr. (Quelle: bildindex der Kunst und Architektur)

      Dieses Gebäude weist nämlich auch diese breiten Fussbänder auf, und zwar an allen drei Obergeschossen, wo Fenstererker sitzen. Die Fenstererker im 1. und 3. Obergeschoss haben die für die Gotik typischen Auskehlungen in den Brustriegel, wie ich sie auch am Grolandhaus anstelle der profilierten Brustriegel erwarten würde. Die Brustriegel sitzen auf gedrechseltförmigen Konsolen, wie sie auch am Grolandhaus wiederum vorkommen! - Ein sehr spannend werdender Vergleich! - Der Fenstererker im 2. Obergeschoss dürfte später eingefügt worden sein, und zwar unterscheidet sich dieser in der Form der Konsolen und des Brustriegels von den ersten beiden. Auch die Wandverstrebung ist hier anders gelöst.
      Fazit: ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Haus aus dem 14. Jahrhundert stammen könnte, trotz der auch hier archaisch anmutenden Fussbänder! Hingegen habe ich den Eindruck, dass die gesamte Fachwerkkonstruktion in dieser Form zusammen mit den Fenstererkern im 1. und 3. Obergeschoss konzipiert worden ist.

      Zum Pilatushaus: seine Fassaden sind im 18./19. Jahrhundert sehr stark verändert worden, aber vielleicht erkennt man von aussen in den Ständern noch Spuren des ursprünglichen Zustandes. Dieses Haus wird beim Besuch in Nürnberg sicher auch meinem Röntgen-Blick unterworfen werden... Von ihm habe ich noch eine interessante Aufnahme im verputzten Zustand gefunden:

      Vergrösserung
      Pilatushaus im verputzten Zustand (links) (Quelle: bildindex der Kunst und Architektur)

      Auf Bodenhöhe zwischen dem 2. und 3. Obergeschoss ist ein Vorsprung erkennbar. Das 3. Obergeschoss kragt aber nicht aus, wie man auf dem nachstehenden Photo nach der Freilegung des Fachwerks sehen kann. Nur der Fenstererker steht vor. Der Schattenwurf an den Stürzen der drei Giebelfenster ist aber grösser als bei den unteren, und es fehlt auch der Dachvorsprung. Vor dem Verputzen des Fachwerks wurden zuerst die Brüstungspartie unterhalb der Fenstererker sowie das ganze Giebeldreieck mit Backsteinen vorgemauert. Diese Vormauerungen sind heute wieder entfernt. Die Folge ist aber, dass der umlaufende Fenstererker heute wahrscheinlich nicht mehr in der ursprünglichen Form besteht (fehlende Konsolen und oberer Abschluss) und deshalb nicht mehr im Detail mit jenem am Grolandhaus verglichen werden kann.

      Vergrösserung
      Pilatushaus (Quelle: bildindex der Kunst und Architektur)

      Das Giebeldreieck zeigt in der Tat ein verwandtes Fachwerk mit jenem im Giebel des Grolandhauses. Somit hätten wir mit 1596 ein erstes mögliches Datum für diese Verstrebungsart, wenn man die Denkmalliste zu Hilfe nimmt (Haus Nr. 66 1489 (dendro.dat.) erbaut, Giebel bzw. Giebelgeschoss wohl nach 1596 (dendro.dat.) verändert). Es gibt aber noch zwei Details am Giebeldreieck festzuhalten: das 1. Dachgeschoss besteht aus einem liegenden Stuhl, denn in der Giebelwand sind liegende Stuhlsäulen erkennbar. Eigentümlich, und nicht zur Verstrebungsart mit Fuss- und Kopfstreben passend, sind die beiden die äusseren Pfosten kreuzenden wandhohen Bänder (oder Streben) im 2. Dachgeschoss. Diese Verstrebungsart passt eher zu stehenden Dachstühlen, und diese wiederum in die Zeit der Errichtung des Pilatushauses 1489.

      Was könnte nun der Grund für den Ersatz eines lediglich gut hundert Jahre alten Dachstuhls gewesen sein? Oder war es nur ein Umbau des ursprünglichen Dachstuhls? Von einem Raumgewinn gehe ich nicht aus, da auch für 1489 mit derselben Dachneigung gerechnet werden kann. In Frage käme aber ein Brand. Eine weitere Möglichkeit wäre noch die Entwicklung vom stehenden Stuhl zum liegenden Stuhl während dieser Zeitspanne. Ein liegender Stuhl ist technisch anspruchsvoller, aber im Gegensatz zum stehenden Stuhl bot er einen stützen- und schwellenfreien Dachraum, was der Lagerhaltung wiederum zu Gute kam. Dies könnte den Umbau des Dachstuhls veranlasst haben, und die beiden relativ nahe beieinander liegenden Dendrodaten sowie die beiden Verstrebungsformen an der Giebelwand erklären, wenn man das Haus nur von aussen zu Gesicht bekommt, nicht aber von innen.

      baukunst-nbg wrote:

      Ganz unsystematisch, weil wir ja erst sammeln, aber doch mit einem Bezug zum eben Gesagten, werfe ich folgendes Bild hinein, es ist das z. Zt. in Restauration befindliche Haus Weißgerbergasse 10:
      [...]
      Interessant ist dabei, daß die oberen Geschosse nach dem, was ich von Dir eben gelernt habe, eher das altertümlichere Fachwerk zeigen als das 1. OG. Oder habe ich da etwas verwechselt?

      Wie Du ja nachher selber noch nachgelesen hast, ist es in der Tat so. Auf dem Bild sieht man übrigens zwei solche wandhohen Bänder im Dachgeschoss, wie ich sie eben beim Pilatushaus beschrieben habe. Der Fachbegriff ist "Steigband".

      Auf diese Fassade sollten wir einmal zu sprechen kommen; hier wird rekonstruiert, aber gleichzeitig wird hier auch nicht rekonstruiert, weil einfach viele Befunde fehlen. Insofern wird hier auch der Zustand von 1728 nicht rekonstruiert... sondern ein Zustand geschaffen, wie er nie existiert hatte.

      baukunst-nbg wrote:

      EDIT 2: Zu der "Ruine" in den 60er Jahren (das Foto hat mein Vater gemacht) möchte ich bezweifeln, daß es sich um das EG des Grolandhauses handelte. Es sieht eher wie eine Ziegelstein-Baracke aus, vielleicht ist diese kurz nach der Zerstörung errichtet worden und bald wieder aufgegeben worden, so daß ca. 1963 schon wieder Bäume drin wuchsen?

      Der Standort stimmt aber exakt mit jenem des Grolandhauses überein, und auch der tiefer liegende Vorplatz ist noch vorhanden. Um eine geschlossene Ziegelstein-Baracke handelt es sich wohl nicht, da keine rechte Seitenwand (gegenüber dem Wohnblock) existiert. Ich glaube nicht, dass diese durch das Gebüsch verdeckt wird. Zudem glaube ich, gegen die Tetzelgasse noch die Trittstufe zum Laden zu erkennen. Und ist es nicht möglich, mit der Lupe im Mauerwerk die zugemauerten Bögen zu erkennen? Soweit ich auf den Bildschirmpixeln erkennen kann, sieht man Strukturen im Mauerwerk. Die im Schatten liegende Mauer wäre dann der Rest der Nordostwand mit dem Schaufenster bis und mit Türleibung der rechten Türe; die Türöffnung selbst ist eingestürzt.
      Ist es möglich, dass man diese Ruine für eine allfällige Wiedererrichtung des Grolandhauses eine Zeit lang noch stehen liess und sicherte? Immerhin wurde das Grolandhaus schon früher als baulich wertvolle Holzkonstruktion und Blickfang angesehen. Du wirst doch sicher noch Zugang zur Originalphotographie haben... :wink:

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    • Danke herzlichst zunächst für die Erläuterungen. Das alte Dia werde ich nochmal raussuchen und versuchen, ob ich mehr darauf erkennen kann.

      Interessant ist deine Beobachtung zum Pilatushaus, da werde ich demnächst doch mal wieder vorbeischauen müssen. In der Gegend sind ja doch ein paar interessante Kandidaten zu sehen.

      Die Frage der "steinernen Füße" werden wir spätestens in Nürnberg mit Kennern der Materie diskutieren können. Das fantastische Haus Waaggasse - vom Aussehen, von der Lage, von seiner Wirkung - ist mir auch schon immer aufgefallen, weil es insgesamt sehr stimmig wirkt (aufgrund der Fenster fast ein wenig "englisch", abgesehen vom Fachwerk).

      Bei der Beschäftigung wird auch nachvollziehbar, warum Hausforscher sich wenig um Rekonstruktionen scheren, oder sie streng ablehnen: das Objekt der Begierde ist rätselhaft, uralt, hundertfach verändert. Das kann eine Rekonstruktion nie sein. Aktionen wie die Rekonstruktion der Giebelfassade der Weißgerbergasse 10 müssen Hausforschern daher suspekt sein (und ich sage hier bewußt auch Rekonstruktion, da Rekonstruktion nie die begrifflich unmögliche Wiederherstellung eines alten Zustandes ist, sondern eine Baumaßnahme unter je nach Anspruch mehr oder weniger strenger Orientierung an einem alten Zustandes - aber bitte in diesem Strang keine Begriffsdiskussion, dafür gibt's andere Stränge). Hausforscher in späteren Zeiten werden dann feststellen, daß man im 1. Jahrzehnt des 21. Jh. die Giebelfassade umbaute und sich dabei an einen früheren Zustand anlehnte.

      Jetzt muß ich mich leider für einige Tage ausklinken, komme aber möglichst schnell wieder zurück :) Dann werde ich auch zu den anderen Sachen etwas kommentieren.

      Halt, zuvor noch ein Hinweis: dieses "Hexenhäusla" am Vestnertor unmittelbar nördlich des Burggrabens (und damit ist m. E. Altstadtzusammenhang gegeben) wurde 1540/41 Dendro-datiert. Damit ist es eines der Handvoll Bauwerke vor den Mauern der Stadt, die den 2. Markgrafenkrieg 1552/53 überlebten. Das Fachwerk zeigt die Riegel-Streben-Verbindungen auf, die wir schon diskutiert haben, allerdings setzen die Kopfbänder, wenn ich das richtig sehe, fast direkt an dem Brustriegel an.



      Foto: baukunst-nuernberg.de
      http://www.baukunst-nuernberg.de/ - Architektur in Nürnberg vom Mittelalter bis zur Gegenwart
      Nürnberger Bauernhausfreunde e. V.
    • @ Zeno
      Eigentlich kenne ich mich in Nürnberg noch gar nicht aus. Ich war lediglich als Kind ca. 1970 drei Tage lang mit der Familie wegen des Christkindl-Markts dort. Von daher sind mir nur noch diese "Knusperhäuschen" im Handwerkerhof in Erinnerung, auch der Schöne Brunnen mit dem drehbaren Ring, und ebenfalls noch dieser extrem tiefe Sodbrunnen in der Burg oben. Ein zweiter Besuch war ca. 1995 einen Nachmittag lang.

      Wie bereits geschrieben, habe ich mit maps.life die ganze Altstadt in allen vier Himmelsrichtungen "überflogen", um möglichst die gesamte historische Bausubstanz ausfindig zu machen. Mein Orientierungssinn ist sehr ausgeprägt, und zuhause sagt man, ich hätte Röntgenaugen. So fällt es mir leicht, über eine Sache zu schreiben, auch wenn ich selber den Ort noch gar nicht kenne.

      Zu zwei Bildern aus deinem vorletzten Beitrag habe ich noch Bemerkungen:

      Bild 19 "Dötschmannsplatz": baukunst-nbg hat bereits im Oktober 2007 eine Galerie zu diesem Bereich eingestellt, mit sehr tollen Vergleichsphotos, siehe hier.

      Bild 25 "Tucherhaus": hier sind mir die beiden Bauten links wegen den Fenstererkern aufgefallen. Wie man nun auf maps.live sehen kann, steht heute anstelle dieser Häuser teilweise ein historisierender Nachkriegsbau mit Fachwerk, welcher nichts mehr mit den ursprünglichen Häuschen gemein hat, und teils beansprucht die Querstrasse Treibberg ihre ehemalige Grundfläche.

      Wenn mir jemand der Nürnberger aber eine zusätzliche Freude bereiten möchte, so wäre das eine aktuelle Aufnahme (oder Teilaufnahmen) des Hauses Albrecht-Dürer-Str. 24, auf denen man Details des Fachwerks und der Fenstererker erkennen kann:

      4
      Albrecht-Dürer-Str. (Quelle: bildindex der Kunst und Architektur)

      Es handelt sich um das stehengebliebene Haus rechts im Bild, und wie ich auf maps.life feststellen konnte, existiert dieses Haus heute noch, sogar mit freigelegtem Fachwerk. Gemäss Denkmalverzeichnis ist es um 1570 errichtet worden. Für baugeschichtliche Forschung ist dies eine sehr interessante Aufnahme!

      Die beiden Häuser links aussen existieren heute auch noch, nur das dritte ist leider abgebrochen worden, obwohl vom Erd- und 1. Obergeschoss knapp die Hälfte, vom 2. Obergeschoss etwa ein Drittel, und vom Dachgeschoss überhaupt nichts zerstört war. Die Häuser in der Baulücke hatten wohl das Pech, aus Sandstein gebaut gewesen zu sein, und gaben den Druckwellen der Sprengbomben nach, im Gegensatz zu den aus Fachwerk bestehenden Bauten. Nur so kann ich mir den Widerstand des allein dastehenden Hauses Nr. 24 erklären.

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    • Schnell zwischenrein:

      Die A.-D. 24 ist wirklich sehr interessant. Ich war in meiner Referendarzeit während der Renovierung des Anwesens mit dem Denkmalschutz drin. Soweit ich mich erinnern kann, handelt es sich ursprünglich um ein Hopfenlagerhaus, das erst später zu einem Wohnhaus umgebaut wurde (jedenfalls teilweise). Ich das bezieht sich gerade auch auf die Fenster. Außerdem ist das Haus innen geteilt - nach hinten blieben die Stockwerke Böden, nach vorne wurden Stuben "eingebaut". Ich schau mal ob ich mehr herausfinden kann.

      EDIT: Ich habe was dazu gefunden, und zwar ist ein Renovierungsbericht in der städtischen Publikation "Denkmalschutz in Nürnberg ". Da ist auch eine Zeichnung der ursprünglichen Rückfassade abgebildet, diese hatte ausschließlich die kleinen Fenster, die jetzt noch in der rechten Achse zu sehen sind (ich glaube da ist übrigens die Treppe dahinter). Nur in der ganz linken Achse gab es im untersten Fachwerkgeschoß d. h. dem 1. OG, kein Fenster, und (daher) ist dies das einzige Feld im 1. und 2. OG mit Kopfbändern gewesen.
      Es handelt sich wohl um einen Neubau von 1570, das dürfte recht gut nachgewiesen sein. Im EG war ursprünglich offenbar eine Halle, die OG wurden zur Straße als Kontore, zum Hof als Lagerräume genutzt (also habe ich mich in meiner Erinnerung geirrt, nach hinten wurden neue Wohnräume eingebaut). Im 2. u. 3. OG waren Spuren von mit Leimlasur gestrichenen Bohlenstuben gefunden worden. Es wird ferner auf die Fenstererker als repräsentatives Gestaltungselement hingewiesen.
      Die Ausfachungen waren ursprünglich in einem Roséton gehalten, die Hölzer oxydrot mit schwarzer Seitenlinie. In der Barockzeit wurden die Ausfachungen weiß gekalkt. Den Farben nach sollte das Lagerhaus also nach vorne wie ein Bürgerhaus aussehen. Ein an der Rückseite vorhandener sechszackiger Stern weist auf das Braugewerbe hin.
      Ein für uns wichtiger Hinweis: Rekonstruiert wurden (nach Befund) seit dem 19. Jh. wegen der Verputzung fehlende profilierte Holzteile, die die Fenstererker zierten; ferner pilasterähnliche plastische Holzdekorationen in der Brüstungszone des Fachwerks.

      - EDIT Ende -

      Inzwischen nur einige Fotos von mir als "Material":



      Gartenhaus im barocken Hesperidengarten



      Bergstr. 12-14



      Ölberg 31-33



      Obere Schmiedgasse, Fassaden zum Ölberg (wir sprachen drüber)
      http://www.baukunst-nuernberg.de/ - Architektur in Nürnberg vom Mittelalter bis zur Gegenwart
      Nürnberger Bauernhausfreunde e. V.
    • Eckhaus Waaggasse 11/Winklerstr.


      Irgendwie übt dieses Haus eine besondere Ausstrahlung auf mich aus, wenn ich die historischen Photos der Nürnberger Bauten betrachte. Dies erging auch baukunst-nbg schon so, wenn er schreibt "Das fantastische Haus Waaggasse - vom Aussehen, von der Lage, von seiner Wirkung - ist mir auch schon immer aufgefallen, weil es insgesamt sehr stimmig wirkt (aufgrund der Fenster fast ein wenig "englisch", abgesehen vom Fachwerk)". Seine Grösse wird es kaum ausmachen, da das Haus von einigen grösseren Steinbauten in dieser Hinsicht noch übertroffen wird, aber es erhielt eine gewisse Dominanz durch die Eckposition, und diese wurde durch Fenstererker an allen drei Obergeschossen noch unterstrichen. Die unregelmässig angeordneten Fenster gaben dem Haus, wie schon beim Grolandhaus, ein urtümliches Aussehen:

      67 Vergrösserung
      Waaggasse 11/Winklerstr. von Nordwesten (Quelle: bildindex der Kunst und Architektur)


      Die (scheinbare) Unversehrtheit des Fachwerks, eine andere Verstrebungsform sowie die unterschiedlich ausgebildeten Fenstererker veranlassen mich, auch dieses Fachwerk genauer zu beschreiben. Im vorletzten Beitrag von mir wies ich bereits auf dieses Haus hin, da es einige gemeinsame Merkmale mit dem Grolandhaus hatte.

      Um mir die Beschreibung zu erleichtern, entzerrte ich zuerst das Bild aus dem Bildindex. Das Verhältnis von Höhe zu Breite schätzte ich nur mittels Vergleich der Fensterformate mit denen anderer Gebäude. Eine perspektivische Entzerrung bedeutet lediglich die Entfernung der 3. Dimension. Da die Fenstererker 10 - 15 cm vorstehen, müssten diese also in einem weiteren Schritt noch ein bisschen verkleinert und nach links/rechts resp. noch nach unten verschoben werden. Diese Genauigkeit wäre aber nur erforderlich, wenn man einen Fassadenplan davon zeichnen wollte; hier aber möchte ich lediglich die Verstrebungen besser erkennen können, und die Verschiebung der Fenstererker gegenüber der Wandfläche muss man einfach im Auge behalten!

      Vergrösserung
      Waaggasse 11/Winklerstr., Entzerrung des Bildes oben, Giebelwand gegen Norden, Traufseitenwand gegen Westen


      Die Beschreibung erfolgt jetzt versuchsweise mal in Stichworten:


      Erdgeschoss:
      - Sandstein
      - Balkenlage auf Schwelle aufliegend, nicht direkt auf Mauerwerk
      - Balkenlage in undefinierbarer Richtung, einseitig mit Stichbalken
      - Balkenlage ohne Berücksichtigung der Pfostenstellung des 1. Obergeschosses


      1. Obergeschoss:
      - unregelmässige Pfostenstellung, Wiedergabe der inneren Raumaufteilung
      - Verstrebung mit sehr breiten, aufgeblatteten Fussbändern (die Mauerwerkszwickel sind in Balkenfarbe gestrichen!)
      - Verstrebung mit Kopfbändern ungewiss, da solche durch die Vormauerungen der Fenstererker verdeckt wären
      - Fenstererker traufseitig nur bei Eckstube, giebelseitig über alle drei Räume verlaufend (!)
      - Brustriegel der Fenstererker "in gotischer Manier" ausgekehlt, auf "gedrechselten" Konsolen abgestützt (nur traufseitig erkennbar)
      - Sturzriegel der Fenstererker mit Überdachung, ob mit profiliertem oder geschnitztem Abschluss ungewiss
      - Fensterpfosten sehr schlank
      - Deckenbalkenlage unbestimmt, Verlauf wahrscheinlich parallel zur Traufe (s. Sturz über vierteiligem Fenster rechts)
      - grosser Fenstererker (Chörlein) wohl spätere Zutat


      2. Obergeschoss:
      - unregelmässige Pfostenstellung ohne Berücksichtigung der Struktur im 1. Obergeschoss (s. Durchbiegung über der Flurzone!), Wiedergabe der inneren Raumaufteilung
      - Fenstererker nur bei Eckstube und mittlerem, giebelseitigem Raum
      - Verstrebung links mit 4/5-wandhohen Fusstreben und über dem Brustriegel ansetzenden Kopfstreben, überkreuzt, Verbindungen ungewiss, Rest eines Sturzriegels?, Brustriegelkette durchgehend, auch zwischen Pfosten und Fusstreben, Wandpartie scheinbar gestört
      - Verstrebung Mittelraum mit sehr breiten, aufgeblatteten Fussbändern wie im 1. Obergeschoss, Kopfbänder ungewiss
      - Verstrebung Eckstube mit fast bis ganz wandhohen, aufgeblatteten Fusstreben, deren obere Hälften wohl durch die Vormauerungen der Fenstererker verdeckt sind (um Brüstungsstreben wird es sich kaum handeln, da solche in dieser Form wie die Brüstungspfosten wohl eingezapft wären), Kopfstreben ungewiss
      - Verstrebung rechts nicht vorhanden
      - Fenstererker Mittelraum mit "in gotischer Manier" ausgekehltem Brustriegel, darunter eigenartige Pföstchenstellung aus schlanken Hölzern
      - Fenstererker Eckstube mit bis an die Enden hinauslaufender Profilierung (?), auf geschnitzten Konsolen abgestützt
      - Überdachung der Fenstererker im Detail nicht erkennbar, aber giebelseitig auch den linken Raum ohne Fenstererker einnehmend, das ganze in Form eines Wetterdächleins
      - Fensterpfosten sehr schlank
      - Deckenbalkenlage unbestimmt, Verlauf wahrscheinlich parallel zur Traufe (s. Sturz über vierteiligem Fenster rechts)


      3. Obergeschoss:
      - unregelmässige Pfostenstellung ohne Berücksichtigung der Struktur im 2. Obergeschoss, Wiedergabe der inneren Raumaufteilung
      - Fenstererker nur bei Eckstube
      - Verstrebung links und giebelseitiger Mittelraum mit fast bis ganz wandhohen Fusstreben und über dem Brustriegel ansetzenden Kopfstreben, überkreuzt, Verbindungen ungewiss
      - Verstrebung Eckstube mit sehr breiten, aufgeblatteten Fussbändern wie im 1. Obergeschoss, Kopfbänder ungewiss
      - Verstrebung traufseitiger Mittelraum und rechts mit fast bis ganz wandhohen Fusstreben und über dem Brustriegel ansetzenden Kopfstreben, überkreuzt, Verbindungen und Überschneidung mit Brustriegel ungewiss
      - Brustriegelkette durchgehend, auch zwischen Pfosten und Fusstreben
      - Fenstererker Eckstube mit "in gotischer Manier" ausgekehlten Brustriegel, auf "gedrechselten" Konsolen abgestützt (nur traufseitig erkennbar)
      - Überdachung des Fenstererkers im Detail nicht erkennbar, aber giebelseitig auch die linken Räume ohne Fenstererker einnehmend, das ganze in Form eines Wetterdächleins
      - Fensterpfosten sehr schlank
      - Deckenbalkenlage unbestimmt, Verlauf zur Aufnahme der Sparren wahrscheinlich quer zur Traufe


      1. Dachgeschoss:
      - liegender Dachstuhl mit Spannriegel, welcher mit einem Abstand unterhalb des Kehlbalkens liegt
      - Verbindung der zugehörigen Streben ungewiss, jedenfalls Überschneidung des Spannriegels
      - Bundpfosten ohne Berücksichtigung des Mittelunterzuges
      - Wandverstrebung mittels 2/3-wandhohen Fusstreben, Verbindung ungewiss, jedenfalls Überschneidung der Brustriegel, Kopfstreben zwischen Pfosten oder Fusstreben und Kehlbalken, Verbindung ungewiss, jedenfalls Überschneidung des Spannriegels
      - die mittleren beiden Kopfstreben laufen als Schwerter bis ins 2. Dachgeschoss durch, unter Überschneidung des Kehlbalkens und Spannriegels
      - Brustriegelkette durchgehend, auch zwischen Pfosten und Fusstreben
      - keine Fensterpfosten


      2. Dachgeschoss:
      - liegender Dachstuhl mit Spannriegel, welcher mit einem Abstand unterhalb des Kehlbalkens liegt; Verbindung der zugehörigen Streben ungewiss, jedenfalls Überschneidung des Spannriegels
      - Bundpfosten ohne Berücksichtigung des darunterliegenden Mittelunterzuges
      - Wandverstrebung mittels den ins 1. Dachgeschoss hinunterreichenden Schwertern in der Funktion als 2/3-wandhohe Fusstreben, Verbindung ungewiss, Kopfstreben zwischen Fusstreben (Schwerter) und Kehlbalken, Verbindung ungewiss, jedenfalls Überschneidung des Spannriegels
      - Brustriegelkette durchgehend, auch zwischen Pfosten und Fusstreben
      - keine Fensterpfosten


      3. Dachgeschoss:
      - Wandabschluss mittels Pfosten, welcher bis zum Hahnenbalken reicht
      - Wandverstrebung mittels Fusstreben, Verbindung ungewiss, Kopfstreben zwischen Pfosten oder Fusstreben und Sparren, Verbindung ungewiss, jedenfalls Überschneidung des Hahnenbalkens



      Bauweise:

      Jedes Geschoss ist in sich abgezimmert, mit Ausnahme zweier geschossübergreifender Schwerter im Giebeldreieck. Die weit auseinander liegenden Pfosten und die Verstrebung mit Fussbändern sind augenfällige Merkmale der alemannischen Fachwerkbauweise. Optisch dominiert die Horizontale.


      Verstrebung:

      Es kommen zwei grundsätzlich verschiedene Verstrebungsformen am Haus vor:

      a) aufgeblattete Fussbänder: Am 1. Obergeschoss werden die Fassaden nur von sehr breiten, aufgeblatteten Fussbändern ausgesteifft. Ob auch Kopfbänder vorhanden waren, kann anhand der Photos nicht bestimmt werden. Breite Fussbänder kommen auch am 2. und 3. Obergeschoss vor, aber nur unterhalb der Fenstererker, und bei diesen wiederum nur bei jenen mit ausgekehltem Brustriegel. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass aufgeblattete Fussbänder immer in Fassadenpartien mit Fenstererker angeordnet sind, mit Ausnahme beim Eck-Fenstererker im 2. Obergeschoss.

      b) überkreuzte Strebenpaare: Am 2. und 3. Obergeschoss gibt es überkreuzte Strebenpaare aus fast geschosshohen Fusstreben und unmittelbar über dem Brustriegel ansetzenden Kopfstreben. Die Verbindungsart, angeblattet oder eingezapft, ist noch nicht klar. Einzig beim Fenstererker der Eckstube sind die Fusstreben eindeutig in die Schwelle aufgeblattet. Im Giebeldreieck gibt es ebenfalls überkreuzte Strebenpaare, wovon diejenigen des 1. und 2. Dachgeschosses durch Schwerter verbunden sind. Die Kopfstreben setzen vermutlich erst an den Fusstreben an und nicht an den Pfosten. Die Verbindungsart ist auch hier nicht klar, auch wenn Schwerter im Allgemeinen die Blattverbindung voraussetzen.
      Die Überkreuzung von Fuss- und Kopfstreben ist eigentlich typisch für das hessisch-fränkische Fachwerk, und konnte in Nürnberg bisher nur an diesem Haus nachgewiesen werden. Trotzdem könnte diese bisher erst einmalig belegte Verstrebung ein Bindglied zwischen den beiden am Grolandhaus beobachteten Verstrebungen bilden.


      Fenstererker:

      Fenstererker gibt es an allen drei Geschossen, und jeweils immer am Eckraum, am ganzen 1. Obergeschoss giebelseitig sowie in der Mitte des 2. Obergeschosses giebelseitig. Mit Ausnahme des Eck-Fenstererkers am 2. Obergeschoss sind die Brustriegel alle ausgekehlt, mit einer Nase als Übergang zum rechteckigen Balkenquerschnitt gegen die Enden. Dies ist eine Verzierungsart, welche bis in 16. Jahrhundert vor kam (deshalb meine Formulierung "in gotischer Manier"). Die Brustriegel sind, wie man nur auf der besonnten Seite sehen kann, auf "gedrechselten" Konsölchen abgestützt, wie schon beim Grolandhaus. Im Unterschied zum letzteren sitzen an der Ecke zwei Konsölchen, und nicht nur eines übereck. Die Erkerdächlein sind giebelseitig über die ganze Fassadenbreite gezogen, wie beim Grolandhaus beim 3. Obergeschoss.

      Der Eck-Fenstererker am 2. Obergeschoss zeigt andere Gestaltungsmerkmale. Der Brustriegel ist auf der ganzen Breite profiliert, und die Konsölchen darunter sind anders geschnitzt. Zudem sitzen an den Brüstungen nicht Fussbänder, sondern fast bis ganz wandhohe, aufgeblattete Streben. Ob dieser Fenstererker der unterschiedlichen Gestaltung wegen eine spätere Zutat ist, bleibt vorderhand dahingestellt. Eine andersartige Gestaltung könnte ja auch eine Betonung desselben bedeuten. Eigenartig wäre dann aber die benachbarte Anlage des Fenstererkers unmittelbar links daneben "in gotischer Manier".

      Die Anlage des Fenstererkers am Mittelraum im 2. Obergeschoss ist eigenartig. Mit seinen Gestaltungsmerkmalen dürfte er aber zum ursprünglichen Bestand gehören. Solange wir über die Grundrissorganisation des Hauses nichts wissen, können nur Mutmassungen angestellt werden. Lag dahinter eine im Winter leichter beheizbare "Winterstube"? Das 1. Obergeschoss hatte vom Boden (Erdgeschoss) her kalt, das 3. Obergeschoss vom Dachraum her. Das 2.Obergeschoss hatte somit am meisten Wärme, und zudem wurde der Mittelraum seitlich von zwei Räumen eingefasst.


      Fensteranordnung:

      Ob die Fensteranordnung noch komplett dem ursprünglichen Zustand entspricht, bleibt dahingestellt. Unbedeutende Verschiebungen und Vergrösserungen können beobachtet werden.


      Dachstuhl:

      Es bestehen zwei liegende Dachstühle übereinander. Auf Grund der Verstrebungen in der Giebelwand setze ich den Dachstuhl zeitgleich mit den Obergeschossen. Liegende Dachstühle sind eine Weiterentwicklung der stehenden Dachstühle, und sind daher tendenziell jünger. Sie setzen sich vor allem im 16. Jahrhundert durch.


      Fazit:

      Vor zwei Tagen habe ich einen ersten Vergleich von Waaggasse 11 mit dem Grolandhaus gewagt:

      Dieses Gebäude weist nämlich auch diese breiten Fussbänder auf, und zwar an allen drei Obergeschossen, wo Fenstererker sitzen. Die Fenstererker im 1. und 3. Obergeschoss haben die für die Gotik typischen Auskehlungen in den Brustriegel, wie ich sie auch am Grolandhaus anstelle der profilierten Brustriegel erwarten würde. Die Brustriegel sitzen auf gedrechseltförmigen Konsolen, wie sie auch am Grolandhaus wiederum vorkommen! - Ein sehr spannend werdender Vergleich! - Der Fenstererker im 2. Obergeschoss dürfte später eingefügt worden sein, und zwar unterscheidet sich dieser in der Form der Konsolen und des Brustriegels von den ersten beiden. Auch die Wandverstrebung ist hier anders gelöst.
      Fazit: ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Haus aus dem 14. Jahrhundert stammen könnte, trotz der auch hier archaisch anmutenden Fussbänder! Hingegen habe ich den Eindruck, dass die gesamte Fachwerkkonstruktion in dieser Form zusammen mit den Fenstererkern im 1. und 3. Obergeschoss konzipiert worden ist.


      Diese Meinung vertrete ich auch noch heute. Es hat sich allerdings herausgestellt, dass dieses Gebäude auf Grund der Verstrebungsart mit überkreuzten Fuss- und Kopfstreben bisher ein Sonderfall in Nürnberg darstellt. Als Arbeitshypothese nehme ich eine Errichtungszeit in der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts an. Dazu veranlassten mich die Gestaltungsmerkmale der Fenstererker mit gotischen Profilen, aber renaissançehafter horizontaler Betonung, die Art der Verstrebung mit Fussbändern (15. Jh.) und überkreuzten Streben (im hessisch-fränkischen Fachwerk 15./16. Jh.), der liegende Dachstuhl (16. Jh.) sowie allgemein die Betonung der horizontalen Linien, wie sie der Renaissance eigen ist.

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    • "Zeno" wrote:

      Bild 33:
      Das dürfte eher der Teufelsgraben westlich der Peter-Vischer-Straße sein und im Hintergrund die Marstallbrücke. Westlich (rechts) dieser liegt der Obere Bergauerplatz.


      Bild 34: Welches Haus auch immer genau hier abgebildet ist, der Bereich Oberer Bergauerplatz / Nonnengasse ist weitestgehend denkmalfrei.


      Könnte es sich bei Bild 34 nicht um das Haus links vor der Marstallbrücke , ehemals Peter-Vischer-Straße 8 (? - ich habe gerade den Stadtatlas nicht zur Hand), auf Bild 33 handeln? Die identische (falsche) Straßenbezeichnung spricht dafür.
    • @ Norimbergus: Ich denke auch, dass es sich um dasselbe Haus handelt. Wenn man das Bild 33 stark vergrössert, sieht man, dass die Fensteranordnung übereinstimmt.

      Leider muss ich mich jetzt auch vorübergehend von diesem Strang verabschieden, da ich wegen eines Unfalls nur noch mit der rechten Hand schreiben kann. Ich hatte gestern Abend noch eine weitere Erkenntnis zu Waagstr. 7, und zwar diejenige, dass sich hinter den Brüstungen unter den ursprünglichen Fenstererkern nicht Mauerwerk, sondern eingeschobene Bohlen befinden könnten (nicht Blockbau!). Bei den Räumen hinter den Fenstererkern dürfte es sich um heizbare Stuben gehandelt haben. Bohlen isolierten besser gegen die Kälte, und um das einheitliche Bild der Fachwerkfassade zu wahren, wurden diese mit Tonplatten zugedeckt und wie die restlichen Mauergefache verputzt. Es fällt nämlich auf, dass die Pföstchen in diesen Brüstungen sehr schlank und sparsam eingesetzt sind, und in Wahrheit nur "echte" Pföstchen vortäuschen sollten (siehe dazu auch meine Bemerkung beim 2. Obergeschoss "- Fenstererker Mittelraum mit "in gotischer Manier" ausgekehltem Brustriegel, darunter eigenartige Pföstchenstellung aus schlanken Hölzern").

      Ich wollte dies an Vergleichsbeispielen aus St. Gallen demonstrieren, aber gleich zu Beginn der Phototour ereilte mich ein Missgeschick... Stattdessen verweise ich nochmals auf den Link zu Geislingen, wo ich ein Bild des Hauses Schwertgasse 23 in St. Gallen kurz kommentierte, und auf St. Gallen (2. Bild), welcher das Haus nach der Restaurierung zeigt. Dies ist bei uns kein Einzelfall, sondern die Regel im 15. und frühen 16. Jahrhundert (es lohnt sich, die beiden Bilder herauszukopieren und dann nebeneinander zu vergleichen). Ich hoffe, der Vergleich mit Waaggasse 11 kommt rüber...

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