Termin bitte vormerken: Am 9. November findet unser großes Initiativentreffen in Frankfurt am Main statt- Jeder ist willkommen.

Fachwerkbauten in Nürnberg

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    • Dann versuche ich jetzt einhändig doch noch einige fehlende Kommentare zu ergänzen, damit Du deine Liste vervollständigen kannst. Meinen ersten Beitrag werde ich schon noch editieren, z.B. in Form eines Inhaltsverzeichnisses. Es hat dann die Folge, dass ich dieses immer wieder nachführen muss, egal von wem neue, hausspezifische Beiträge stammen.


      Bild 27:
      Neutormauer (nicht Kappengasse!), nichts mehr vorhanden

      Dem Gefälle der Stadtmauer nach kann dies nur bei Neutormauer sein (Blickrichtung Süd), also viel weiter nördlich als die Kappengasse. Denn nur hier gibt es einen abgetreppten Wehrgang mit linksseitiger Gasse. Man erkennt im Hintergrund einen Wehrturm mit Pyramidendach, und oberhalb des Wehrgangaufstiegs einen Erker. Das Haus in der Strassengabelung (mit einem verschalten Schwebegiebel?) stand demnach genau an der Stelle der parkierten Autos rechts von der Bezeichnung "Neutormauer" in
      maps.live.de/LiveSearch.LocalL…ne=10935049&style=b&lvl=2,
      wenn man die Beschriftung dazuschaltet


      Bild 32:
      Ecke Untere/Obere Krämersgasse (Untere Krämersgasse 18 )
      Fachwerk heute freigelegt, Ansicht gegen Osten
      maps.live.de/LiveSearch.LocalL…ne=10935050&style=b&lvl=2


      Bild 50:
      Korrektur gemäss Norimbergus (siehe übernächsten Beitrag); das kursiv Geschriebene in Klammern demnach ungültig!
      (Sofern es sich tatsächlich um die Pfeifergasse handelt, dann kann es nur die Ecke Pfeifergasse/Färberstrasse sein (Nordseite des östlichen Teils der Gasse). Der westliche Teil der Gasse weist fast durchgehend historische Bausubstanz auf. Im Bild macht die Gasse eine ganz leichte Krümmung nach links; heute verläuft die Gasse gerade, und könnte begradigt worden sein)
      maps.live.de/LiveSearch.LocalL…ne=10935754&style=b&lvl=2


      Bild 51:
      nicht gefunden, wahrscheinlich einst auch im östlichen Bereich der Gasse, sofern die Bildbezeichnung stimmt


      Bild 52:
      Korrektur gemäss Norimbergus (siehe übernächsten Beitrag); das kursiv Geschriebene in Klammern demnach ungültig!
      maps.live.de/LiveSearch.LocalL…ne=10935029&style=b&lvl=2
      (Könnte es sich beim dreigeschossigen Haus mit dem Chörlein (gegenüber dem Brunnengässchen) um den linken, östlichen Rest des dunkeln Hauses in der Mitte von Bild 52 handeln? Auf beiden Bildern hat die Fassade einen leichten Knick; dann wäre das Chörlein nachträglich angefügt worden), und auf dem Bild müsste es heissen "Ansicht nach Westen, und nicht "von Westen"


      Bild 55b:
      Ist evtl. die Gassenausweitung vor dem Fachwerkhaus identisch mit jener auf maps.live mit den beiden weissen Sonnenschirmen?
      maps.live.de/LiveSearch.LocalL…ne=10935122&style=b&lvl=2

      Bild 58:
      auf der rechten Seite Totalverlust (Blickrichtung Süd)
      maps.live.de/LiveSearch.LocalL…ne=10935050&style=b&lvl=2


      Bild 59:
      Totalverlust (Blickrichtung Süd)
      maps.live.de/LiveSearch.LocalL…ne=10935044&style=b&lvl=2


      Bild 61:
      Ich vermute, dass hier nicht einmal mehr der Strassenverlauf existiert, infolge dieses quadratischen, einen Hof umschliessenden Gebäudes (Blickrichtung Süd)
      maps.live.de/LiveSearch.LocalL…ne=10935122&style=b&lvl=2


      Bild 62:
      Irrerstrasse Blickrichtung Osten. Demnach wäre das rechts ganz knapp angeschnittene Gebäude die Irrerstr. 1! Das Fachwerkhaus und die beiden folgenden Häuser zerstört, das Haus mit dem Chörlein noch bestehend
      maps.live.de/LiveSearch.LocalL…ne=10935049&style=b&lvl=2


      Bild 66:
      Das Fachwerkhaus ist identisch mit jenem auf Bild 65



      Edit.: die Links von maps.live haben geändert und werden hier nicht mehr nachgeführt

      The post was edited 1 time, last by Riegel ().

    • "Riegel" wrote:

      Bild 27:
      Neutormauer (nicht Kappengasse!), nichts mehr vorhanden

      Dem Gefälle der Stadtmauer nach kann dies nur bei Neutormauer sein (Blickrichtung Süd), also viel weiter nördlich als die Kappengasse. Denn nur hier gibt es einen abgetreppten Wehrgang mit linksseitiger Gasse. Man erkennt im Hintergrund einen Wehrturm mit Pyramidendach, und oberhalb des Wehrgangaufstiegs einen Erker. Das Haus in der Strassengabelung (mit einem verschalten Schwebegiebel?) stand demnach genau an der Stelle der parkierten Autos rechts von der Bezeichnung "Neutormauer" in
      maps.live.de/LiveSearch.LocalL…ne=10935049&style=b&lvl=2,
      wenn man die Beschriftung dazuschaltet

      Völlig korrekt erkannt. An dieser Stelle gab es früher eine Straßengabelung. Der für Nürnberg, insbesondere für die Altstadt, untypische Gründerzeitler links im Vordergrund steht noch und ist bei maps.live (Blickrichtung nach Osten), obwohl größtenteils von Bäumen verdeckt, noch zu erahnen.

      "Riegel" wrote:

      Bild 50:
      Sofern es sich tatsächlich um die Pfeifergasse handelt, dann kann es nur die Ecke Pfeifergasse/Färberstrasse sein (Nordseite des östlichen Teils der Gasse). Der westliche Teil der Gasse weist fast durchgehend historische Bausubstanz auf. Im Bild macht die Gasse eine ganz leichte Krümmung nach links; heute verläuft die Gasse gerade, und könnte begradigt worden sein
      http://maps.live.de/LiveSearch.LocalLive?cp=49.44794833943479~11.071519274446501&scene=10935754&style=b&lvl=2\r
      maps.live.de/LiveSearch.LocalLiv ... le=b&lvl=2

      Auf der größeren Bildansicht kann man das Straßenschild „Pfeifergasse“ am Fachwerkhaus im Vordergrund eindeutig entziffern. Demnach handelt es sich bei der im Vordergrund von links nach rechts führenden Straße um die Pfeifergasse. Der Vergleich mit dem Stadtplan von 1933 zeigt, daß es sich bei der nach hinten führenden Straße um die Zirkelschmiedsgasse handeln muß. Das Haus im Vordergrund (Pfeifergasse 4) war im Vergleich zu den anderen Häusern der Nordseite der Pfeifergasse einige Meter nach Norden verschoben, so daß sich hier ein kleiner Platz ergeben hat; heute ist dieser Platz viel größer, da die Fläche von Pfeifergasse 4 und den beiden anschließenden Häusern in der Zirkelschmiedsgasse nicht bebaut wurde (sie standen etwa dort, wo bei maps.live der Schriftzug „Maiengasse“ steht). An Stelle der weiteren dahinterliegenden Häuser steht heute die südwestliche Ecke des Parkhauses.

      "Riegel" wrote:

      Bild 51:
      nicht gefunden, wahrscheinlich einst auch im östlichen Bereich der Gasse, sofern die Bildbezeichnung stimmt

      Eine derartige Situation – man beachte den Anbau am rechten Bildrand und das sich hinter dahinter abzeichnende Gebäude – konnte ich auf dem Stadtplan von 1933 nirgends im Verlauf der Pfeifergasse finden. Angesichts der Pflasterung und Größe des Straßenraums im Vordergrund erscheint mir auch der Gedanke, daß es sich um eine Hofansicht handelt, als nicht recht plausibel.

      "Riegel" wrote:

      Bild 52:
      http://maps.live.de/LiveSearch.LocalLive?cp=49.457307598706876~11.078300015196561&scene=10935029&style=b&lvl=2\r
      maps.live.de/LiveSearch.LocalLiv ... le=b&lvl=2
      Könnte es sich beim dreigeschossigen Haus mit dem Chörlein (gegenüber dem Brunnengässchen) um den linken, östlichen Rest des dunkeln Hauses in der Mitte von Bild 52 handeln? Auf beiden Bildern hat die Fassade einen leichten Knick; dann wäre das Chörlein nachträglich angefügt worden, und auf dem Bild müsste es heissen "Ansicht nach Westen, und nicht "von Westen"

      Du hast richtig erkannt, daß es „Ansicht nach Westen“ heißen muß. Allerdings befinden wir uns weiter östlich, als Du annimmst. Das Brunnengäßchen zweigt kurz vor dem Fachwerkhaus im Hintergrund ab. Dieses Haus (und zwei dahinterliegende Häuser) standen mitten in der Schildgasse, die links und rechts daran vorbeiführte. Erst dahinter kam die Burgstraße. Die Dächer der Häuser der westlichen Burgstraßenseite sind im Hintergrund zu erkennen. Diese Häusergruppe wurde wohl aus Gründen des Straßenverkehrs nicht wieder aufgebaut.
      Beim „dunklen Haus“ handelt es sich um das für die ganze Straße namengebende Haus zum Goldenen Schild, Schildgasse 23. Das sich heute hier befindliche Haus sieht folgendermaßen aus (leider dieses mal Blick nach Osten):


      Es handelt sich um das Haus nach dem Grundherrngäßchen; man kann zwischen zwei Fenstern im Erdgeschoß die Bronzetafel erkennen, die hier noch mal im Detail wiedergegeben wird:



      "Riegel" wrote:

      Bild 55b:
      Ist evtl. die Gassenausweitung vor dem Fachwerkhaus identisch mit jener auf maps.live mit den beiden weissen Sonnenschirmen?
      http://maps.live.de/LiveSearch.LocalLive?cp=49.4569853764842~11.07983038556904&scene=10935122&style=b&lvl=2\r
      maps.live.de/LiveSearch.LocalLiv ... le=b&lvl=2

      Das dürfte im wesentlichen hinkommen (einige wenige Meter Unterschied gibt es vielleicht; die Ausweitung dürfte heute auch nicht so stark ausgeprägt sein wie damals). Dort, wo sich bei maps.live gegenüber die Grünanlage befindet (inzwischen werden dort Räume für die Mittags-/Nachmittagsbetreuung am Scharrer-Gymnasium gebaut und die Grünanlage deshalb deutlich verkleinert) befand sich früher der Peststadel. Dieser ist auf Bild 55b zu erkennen (ziemlich dunkel).

      "Riegel" wrote:

      Bild 61:
      Ich vermute, dass hier nicht einmal mehr der Strassenverlauf existiert, infolge dieses quadratischen, einen Hof umschliessenden Gebäudes (Blickrichtung Süd)
      http://maps.live.de/LiveSearch.LocalLive?cp=49.45655821598979~11.082916311499218&scene=10935122&style=b&lvl=2\r
      maps.live.de/LiveSearch.LocalLiv ... le=b&lvl=2

      Richtig! Vom Laufer Schlagturm her kommend ist heute nach der Meisengeige Schluß, der weitere Straßenverlauf wurde mit dem Richard-Willstätter-Gymnasium überbaut.
    • Danke für die Hinweise! Ich habe die Korrekturen im drittletzten Beitrag zu den Bildern 50 und 52 vorgenommen, und ebenso habe ich im allerersten Beitrag ein Inhaltsverzeichnis begonnen.

      Zu Bild 57 mit dem "Trödelmarkt" habe ich noch ein Bild gefunden, um diesen vielleicht noch lokalisieren zu können (eine Ansichtskarte auf ebay, welche gerade ersteigert werden kann...):



      Es handelt sich zwar nur um einfachste Handwerkerhäuschen, aber trotzdem aus Fachwerk...
    • Die Sache mit den gekreuzten Streben läßt mir irgendwie keine Ruhe. In einem Buch habe ich ein einziges anderes Beispiel von vor dem Kriege gefunden, und zwar auch aus der "Steppe". Ich versuche es zu scannen und wenigstens einen Ausschnitt davon zitatweise zu zeigen. Da ja die allermeisten Fachwerkhäuser zuletzt noch verputzt waren, ist es schwierig, aus dem Sichtbaren repräsentative Schlüsse zu ziehen, es gab sicher noch viel mehr Interessantes im Verborgenen.

      Aber ein besonders schönes Beispiel mit gekreuzten Streben, wenn auch nicht aus Nürnberg selbst, ist mir eingefallen: die Klostermühle in Heilsbronn, zwischen Nürnberg und Ansbach gelegen. (Hier findet sich ein etwas besseres Bild). Für mich eine der schönsten Fachwerkkonstruktionen in Franken.
      http://www.baukunst-nuernberg.de/ - Architektur in Nürnberg vom Mittelalter bis zur Gegenwart
      Nürnberger Bauernhausfreunde e. V.
    • Trödelmarkt - ich bin gar nicht auf die Idee gekommen, dass das eine offizielle Platzbezeichnung sein könnte...

      Gestern Abend habe ich als weitere Vorbereitung für meinen Nürnbergbesuch den Strang "Nürnbergs Wiederaufbau" durchgeackert. Dabei ist mir im Zusammenhang mit dem rechts abgebildeten Haus (mit Dacherker und Ecktürmchen) noch folgende Bildindex-Ansicht aufgefallen. Soweit ich verstanden haben, muss es sich um den Rathausplatz gehandelt haben. Befindet sich hier der Obstmarkt, und handelt es sich im Vordergrund um den Chor der Frauenkirche?




      Noch eine Bemerkung: Der Strang Nachkriegsprovisorien - Nürnberg ist für Bauforschung sehr interessant; hier war übrigens auch mein Einstieg ins APH-Forum. Leider sind dort viele Bilder nicht mehr sichtbar, insbesondere jene von Jürgen. Gibt es eine Möglichkeit, wieder zu diesen Bildern zu kommen? Wenigstens sind ja die Adressen geblieben...

      The post was edited 1 time, last by Riegel ().

    • Danke, dann ist mir die Situation jetzt klar, und jetzt verstehe ich auch, weshalb das Haus rechts mit "am Rathausplatz stehend" erwähnt worden ist. Man erkennt von ihm noch zwei Geschosse des Mittelerkers. Das Fachwerkhaus stand demnach anstelle des hellen Hauses in Bildmitte von
      bing.com/maps?osid=d1d61e49-b4…le=b&v=2&sV=2&form=S00027

      The post was edited 1 time, last by Riegel ().

    • Müsste stimmen. Ist es nicht grauenhaft, wie Kriegszerstörung und Wideraufbau diese wunderbare Ecke entstellt haben. Was da heute steht, mag Satteldächer haben und die Traufhöhe einhalten, aber alle Innigkeit, Geschichtstiefe und Atmosphäre, alles Winkelige und Versponnene ist dem Ensemble ausgetrieben. Übrig geblieben ist nichts als Sterilität und Langeweile.
    • "baukunst-nbg" wrote:

      Die Sache mit den gekreuzten Streben [Anm: Waaggasse 7] läßt mir irgendwie keine Ruhe. In einem Buch habe ich ein einziges anderes Beispiel von vor dem Kriege gefunden, und zwar auch aus der "Steppe". Ich versuche es zu scannen und wenigstens einen Ausschnitt davon zitatweise zu zeigen. Da ja die allermeisten Fachwerkhäuser zuletzt noch verputzt waren, ist es schwierig, aus dem Sichtbaren repräsentative Schlüsse zu ziehen, es gab sicher noch viel mehr Interessantes im Verborgenen.

      Aber ein besonders schönes Beispiel mit gekreuzten Streben, wenn auch nicht aus Nürnberg selbst, ist mir eingefallen: die Klostermühle in Heilsbronn, zwischen Nürnberg und Ansbach gelegen. (Hier findet sich ein etwas besseres Bild). Für mich eine der schönsten Fachwerkkonstruktionen in Franken.


      Dieses Gebäude aus der Steppe würde mich natürlich sehr interessieren! Wie Du richtig schreibst, ist es schwierig, aus dem Sichtbaren repräsentative Schlüsse zu ziehen. Da aber trotzdem mindestens fünfzig Fachwerkbauten von vor dem Krieg dokumentiert sind, darf man immerhin auf eine Häufigkeit der verwendeten Verstrebungsarten schliessen. Und ein weiteres Mal habe ich die ganze Altstadt mit maps.live in allen vier Himmelsrichtungen überflogen, um wirklich möglichst alle vorhandenen Fachwerke aufzuspüren, auch jene, welche in Hinterhöfen verborgen sind. Auch da habe ich kein einziges Fachwerk mit überkreuzten Streben ausfindig gemacht!

      Das Fachwerkgeschoss der Klostermühle in Heilsbronn ist (je nach Quelle) 1515 oder 1516 aufgestockt worden, was meine Vermutung der Erbauungszeit von Waaggasse 7 in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts bereits unterstützen würde.


      Zwischendurch mal eine schöne, erhaltene Seite Nürnbergs... das Bild stammt von baukunst-nbg, entnommen aus der Bilderserie am Anfang der letzten Seite, und ist wirklich Ansichtskarten-verdächtig. Nur noch ein bisschen Morgennebel hineinzaubern, einen Rahmen rundherum...
      (die Photographen-Unterschrift zu fälschen, habe ich mich aber nicht getraut... :zwinkern: )



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    • Nochmal zu der wunderschönen Ansicht mit dem Chor der Moritzkapelle links, die einmal mehr zeigt, was für immer verloren ging...

      Die Aufnahme stammt nicht vom Nordturm, sondern ich würde vermuten vom äußeren Umgang des Hallenchors oberhalb der Fenster.

      ganz links angeschnitten wäre dann das Schürstabhaus. Das steinerne Traufseithaus hinter dem Chor war - wenn ich mich richtig erinnere - das ursprüngliche Goldene Posthorn, heute durch diesen breiteren Neubau ersetzt. Die Moritzkapelle wurde bei einem Volltreffer am 3.10.1944 völlig zerstört, da standen die Häuser dahinter noch, die kamen dann wohl am 2.1. dran...
    • "Riegel" wrote:


      Zwischendurch mal eine schöne, erhaltene Seite Nürnbergs... das Bild stammt von baukunst-nbg, entnommen aus der Bilderserie am Anfang der letzten Seite, und ist wirklich Ansichtskarten-verdächtig.


      Ansichtskarten-verdaechtig?

      Ich finde immer, dass wir in Foren unendlich viel schoenere Photos zu sehen bekommen als die, die auf Postkarten feilgeboten werden.
    • Das steinerne Traufseithaus hinter dem Chor war - wenn ich mich richtig erinnere - das ursprüngliche Goldene Posthorn


      Das war also das Goldene Posthorn.
      Meine Güte, was für ein wunderbarer Bau. Die zwei bis drei erhaltenen Bauten in diesem Stil sind heute in Nürnberg die Touri-Attraktionen schlechthin. Wenn man dann bedenkt, daß davon dutzende, wenn nicht hunderte in der ganzen Stadt standen :weinen:

      Das wäre jedenfalls auch ein 1a-Kandidat für eine Rekonstruktion.
    • Steinhäuser, Moritzkapelle

      Es waren wohl eher Hunderte solcher Steinhäuser. Alleine schon der benachbarte Albrecht-Dürer-Platz war ganz davon gerahmt. Auf dem folgenden Bild sieht man links eine Zeile solcher Häuser am Egidienplatz (alles heute natürlich weg):

      Quelle: http://www.bildindex.de">www.bildindex.de

      Die Moritzkapelle soll irgendwann sowieso rekonstruiert werden. Hat es dazu schon mal konkrete Pläne gegeben?
      VBI DOLOR IBI VIGILES
    • Dötschmannsplatz 13 (Eckhaus Martin-Treu-Strasse/Leonhardsgässchen)


      Dieses Haus wies wie Waaggasse 11 noch viel ursprüngliches Fachwerk auf, und ist deshalb sehr geeignet für eine weitere genaue Betrachtung eines Fachwerkhauses.
      (Fenster in die Breite ziehen, damit die Bilder nebeneinander zu liegen kommen)

      19 . . 30
      Vergrösserung des rechten Bildes (Quelle: bildindex der Kunst und Architektur)


      Beiträge, welche dieses Haus bereits betrafen:
      Dötschmannsplatz/Obstmarkt von baukunst-nbg
      zur Skulptur an der Hausecke von Brandmauer, und nachfolgender Beitrag

      Wenn man die Photos in diesen Links vergleicht, handelt es sich bei den in diesen Beiträgen erwähnten Statuen jeweils immer um verschiedene Statuen: Tucherstrasse 13 alt und neu, heutiges Eckhaus Martin-Treu-Str./Wunderburggasse, ehemaliges Eckhaus Martin-Treu-Str./Leonhardsgässchen. Ich möchte hier nicht weiter darauf eingehen, wollte das aber einfach mal festhalten.


      Lage:

      Die Lagebestimmung von Brandmauer gemäss oben stehenden Links wird kaum stimmen, viel eher jene, wie sie bereits baukunst-nbg bestimmt hat. Die Beschriftung des linken Bildes heisst denn auch "Blick vom Obstmarkt...", womit das Haus am Beginn der Martin-Treu-Strasse gestanden haben muss. Die Traufseite des Hauses zeigt zur Martin-Treu-Strasse, und die nach links abzweigende Gasse dürfte das Leonhardsgässchen sein, nach welchem sich die Giebelseite zuwendet. Da sich der Hauseingang auch hier befindet, vermute ich (ohne einen historischen Stadtplan konsultiert zu haben), dass die Adresse eher unter "Leonhardsgässchen" zu finden ist. Heutige Situation:
      bing.com/maps?osid=107b3a51-d9…le=b&v=2&sV=2&form=S00027
      (anstelle des Baumes an der linken, unteren Ecke des Parkdecks)


      Bauweise:

      Über einem massiven Erd- und 1. Obergeschoss folgen zwei stockwerkweise abgezimmerte, unterschiedlich hohe Fachwerkgeschosse. Darüber folgt ein zweigeschossiger Dachstuhl mit Aufzugserker. Die regelmässige Anordnung der Fenster an der Traufseite sowie die einzelnen Brüstungsstreben darunter deuten auf eine Fassadenänderung im 18./19. Jahrhundert, als das Fachwerk verputzt worden war. Im Gegensatz dazu ist das Fachwerkbild der Giebelseite sehr unregelmässig, aber trotzdem nach einer gewissen Ordnung aufgebaut. Um die Eigenheiten dieses Fachwerks besser beschreiben zu können, folgt wieder eine entzerrte Ansicht, und gleichzeitig eine weitere Ansicht, auf welcher das ursprüngliche Fachwerk farbig hervorgehoben ist, und die mutmasslichen Veränderungen farblos geblieben sind:

      . .
      Martin-Treu-Str./Leonhardsgässchen, Entzerrung des Bildes oben rechts; Giebelwand gegen Westen, Traufseitenwand gegen Süden


      Verstrebung:

      Die dominierende Verstrebung zeigt an allen Geschossen dieselben Merkmale wie jene beim 4. Obergeschoss des Grolandhauses:
      Die Fusstreben sind etwa ¾-wandhoch, und in die Schwelle und Pfosten eingezapft. Die Brustriegel laufen daher nicht mehr bis zu den Pfosten durch, sondern enden an den Streben. Normalerweise wurde zwischen den Streben und den Pfosten noch ein kurzer Riegel eingesetzt, um so die Riegelkette zu vervollständigen. In Nürnberg aber fehlt dieser kurze Riegel meistens! Die Kopfstreben sind in den Rähm und in die Fusstreben eingezapft, und nicht in die Pfosten!

      Was für die Brustriegel gilt, gilt auch für die Sturzriegel.

      Eine ähnliche Verstrebung gibt es beim "Hexenhäusla" am Vestnertor, welches mit 1540/41 dendro-datiert ist. Die Kopfstreben setzen hier allerdings direkt über dem Brustriegel an, was aber im Zusammenhang mit den ungewöhnlich hoch liegenden Brustriegel stehen kann. Eine weitere Verstrebung dieses Typs gibt es an der Rückseite von Albrecht-Dürer-Str. 24, und ist mit 1570 dendro-datiert. Ich erinnere auch ans Pilatushaus, dessen Giebelwand vermutlich 1596 mit diesem Verstrebungstyp versehen worden ist. Somit haben wir erste zeitliche Hinweise, wann diese Verstrebungsart verwendet worden ist.

      Eine 1. Besonderheit zeigt aber das Haus Leonhardsgässchen/Martin-Treu-Strasse: Die Strebenpaare kommen jeweils nicht nur an den Eck- und Bundpfosten vor (Hauptverstrebung), sondern teilweise auch an den Fensterpfosten (Giebelwand 3. Obergeschoss rechts, evtl. ursprünglich auch 2. Obergeschoss links oberhalb des Erkers)! In Kombination mit einer Hauptverstrebung führte dies nun zu einer frühen Zierform, welche nicht mehr nur rein konstruktiv begründet war. Zusammen mit den kurzen Fusstreben in den Fensterbrüstungen wechseln sich die ¾-wandhohen Fusstreben in ihrer Neigung regelmässig ab. Nur am 3. Obergeschoss der Giebelwand links ist diese wechselweise Reihung unterbrochen, da dort der Brustriegel bei der Fenstervergrösserung tiefer gesetzt worden war, und eine Fusstrebe dabei wohl verlustig ging. Überhaupt fällt bei diesem Haus das Nebeneinander von ¾-wandhohen Fusstreben und kurzen eingezapften Fusstreben (in den Dimensionen von Fussbändern) auf.

      Eine 2. Besonderheit weist das 2. Obergeschoss auf: zwischen den Fusstreben und den Bund- resp. Eckständer liegt ein Riegel dazwischen, sodass hier die Riegelkette ausnahmsweise durchgehend verläuft.


      Traufseitige Fassade:

      Im 2. Obergeschoss hat ausser der Schwelle, Eckpfosten und Rähm nichts mehr vom ursprünglichen Sichtfachwerk überdauert. Die einzelnen Brüstungsstreben sind ein unverkennbares Merkmal von konstruktivem Fachwerk, mindestens in städtischem Kontext (auf dem Land wurden bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts Sichtfachwerkbauten gebaut, und so kommt dort das Motiv mit einer einzelnen Brüstungsstrebe auch bei Sichtfachwerken noch vor). Im 3. Obergeschoss zählen neben dem Rahmen zusätzlich ein Bundpfosten sowie drei eingezapfte Fusstreben zum Kernbestand.

      Im 3. Obergeschoss scheint es auch ursprünglich keine ¾-wandhohen Streben gegeben zu haben, denn solche hätten trotz der Fensterumgestaltung mindestens beidseits des Bundpfostens überdauert. Dass hier nur kurze Fusstreben vorhanden waren, könnte als Ursache entweder breite Reihenfenster oder gar Fenstererker gehabt haben.

      Den Fenstern dieser Fassade wurden auch die Fenster der Giebelseite angepasst, allerdings in geringerer Anzahl, wodurch der grösste Teil des ursprünglichen Fachwerks erhalten blieb.

      Hypothese: Bei den gelb eingekreisten Stellen im Bild oben rechts könnten die Blattsassen von einstigen Kopfbändern stecken (dies müsste allerdings auf einer Originalphotographie nachgeprüft werden). Aufgeblattete Kopfbänder oder Streben finden sich sonst nirgends am Haus, und sind, wie beim Grolandhaus gesehen, eine ältere Verbindungsart. Hat sich hier evtl. eine Wand eines Vorgänger-Fachwerkgeschosses erhalten (unterschiedliche Geschosshöhen!), oder steht diese Eigenheit wiederum mit einstigen Fenstererkern in Verbindung?


      Dachstuhl:

      Gemäss den Pfosten in der Giebelwand unter den Mittelpfetten handelt es sich um einen stehenden Dachstuhl. Ich weiss aber nicht, ob in Nürnberg auch Mischformen vorkamen (d.h. stehende Binder in den Giebelwänden, liegende Binder unter den Dacherker-Seitenwänden).


      Fazit:

      Ganz markant sind am Eckhaus Martin-Treu-Strasse/Leonhardsgässchen die Strebenpaare aus ¾-wandhoher Fusstrebe und zwischen ihr und dem Rähm eingezapfter Kopfstrebe. Das Fehlen von kurzen Riegeln zwischen den Streben und den Pfosten unterbricht die normalerweise durchgehenden Riegelketten, und verleihen dem Fachwerk ein unruhiges Bild. Die gleichzeitige Verwendung von flacher geneigten, kurzen Fusstreben führt zu weiterer Unruhe, sodass das Fachwerk als unrhythmisiertes, gleichmässig über die ganze Fassade ausgebreitetes Netz erscheint. Die langen, zwischen Streben und Pfosten resp. zwischen zwei Streben eingespannten Brust- und Sturzriegel verraten die Herkunft dieses Fachwerktyps aus dem alemannischen Fachwerk.

      Zu einer Datierung des Fachwerks möchte ich mich noch nicht äussern. Wohl haben wir drei ähnliche Beispiele aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, aber ich denke, dass in Nürnberg Fachwerke mit dieser Verstrebung noch bis ins frühe 18. Jahrhundert hinein gebaut worden sind. Eine genauere Datierung dürfte möglich sein, wenn noch andere Beispiele mit folgenden Fachwerkbildern dokumentiert werden können:
      - Fuss- und Kopfstrebe an Fensterpfosten in Kombination mit Fuss- und Kopfstrebe an Eck- oder Bundpfosten
      - Fuss- und Kopfstrebe in Kombination mit kurzen Fusstreben


      P.S. Kann mir jemand die genaue, ehemalige Adresse des Hauses herausfinden?

      The post was edited 3 times, last by Riegel ().

    • Haus mit Veit-Stoß-Marienfigur

      Riegel hat geschrieben:
      Lage:

      Die Lagebestimmung von Brandmauer gemäss oben stehenden Links wird kaum stimmen, viel eher jene, wie sie bereits baukunst-nbg bestimmt hat.


      Das Viertel um das Hans-Sachs-Haus und das Veit-Stoß-Haus war vor der Zerstörung sehr verwinkelt, wohl den am besten erhaltenen mittelalterlichen Stadtteil Nürnbergs. Im Bereich Dötschmannplatz/Wunderburggasse/Martin-Treu-Strasse war der Strassenverlauf anders als heute, die Bebauung zudem viel dichter. Ich habe im Internet keinen einzigen alten Stadtplan gefunden, wo dieses Gebiet mit allen Strassennamen verzeichnet war.
      Da das Linke nachbarhaus des Veit-Stoß-Hauses ebenfalls ein Eckhaus war und eine Madonnenfigur hatte, wird in der von mir genutzten Literatur (Baedeker Nürnberg) dieses Haus gemeint sein. Das von Dir oben erforschte Haus Dötschmannsplatz 13 hatte auch eine Marienfigur an der Ecke, es wird jedoch eine andere als die Veit-Stoß-Madonna gewesen sein.
      VBI DOLOR IBI VIGILES
    • Wunderburggasse 19 (Ecke zur Judengasse)


      70
      (Quelle: bildindex der Kunst und Architektur)

      Die Fassade dieses Hauses, welches den Krieg ebenfalls nicht überlebt hatte (heutige Situation, viert- und fünftletztes Bild), wies ein sehr gestörtes Fachwerk auf. Deshalb figurierte es bei mir unter "ferner liefen", da ich mit einem ersten oberflächlichen Blick nichts Interessantes feststellen konnte. Doch ein genauerer Blick hinter die Fensterläden des Dachgeschosses zeigte eine Überraschung:

      "baukunst-nbg" wrote:

      Die Sache mit den gekreuzten Streben läßt mir irgendwie keine Ruhe. In einem Buch habe ich ein einziges anderes Beispiel von vor dem Kriege gefunden, und zwar auch aus der "Steppe". Ich versuche es zu scannen und wenigstens einen Ausschnitt davon zitatweise zu zeigen.
      . . . . (bezugnehmend auf Waaggasse 11 am 4.8.2008)

      Wunderburggasse 19 zeigte im Giebelbereich ebenfalls solche überkreuzten Streben, und man kann zudem einen liegenden Dachstuhlbinder erkennen, also Beides Details, wie sie auch bei Waaggasse 11 vorhanden waren! Allerdings existierte dort ein voll ausgebildeter Giebel, und bei Wunderburggasse 19 "nur" ein Halbwalm. Auf Grund der Dachform nehme ich an, dass es ein Eckhaus war.

      @ baukunst-nbg:
      Handelt es sich bei dem von Dir gemeinten Haus evtl. um Wunderburggasse 19? Ist evtl. die Seitenfassade abgebildet? Denn an den Seitenfassaden hat sich meistens mehr ursprüngliche Bausubstanz erhalten, und so könnten sich die von Dir gemeinten überkreuzten Streben dort befunden haben.


      Vergrösserung
      Wunderburggasse 19, Ausschnitt aus dem Bild oben; rechts mit Eintragung des originalen Fachwerks
      gelb = originaler Bestand, orange = Ergänzung des mutmasslichen ursprünglichen Fachwerks


      Die regelmässige Fensteranordnung stammte aus klassizistischer Zeit, obwohl das Haus in Analogie zu Waaggasse 11 aus dem frühen 16. Jahrhundert gestammt haben dürfte. Der Fensterumänderung war aber soviel Substanz zum Opfer gefallen, sodass vom ursprünglichen Fachwerk nur noch teilweise die Rahmen und das Giebeltrapez erhalten blieben. Das Fachwerk hätte also in dieser Form niemals freigelegt werden dürfen. Auch die sehr zerstörten Oberflächen der liegenden Balken hätten innert Kürze zu Witterungsschäden geführt.

      Wenn man nun die vergrösserte Ansicht des Bildindex-Bildes betrachtet, kann man einige Blattsassen von einst angeblatteten Fuss- und Kopfbändern erkennen, und so die ursprüngliche Tragstruktur des Fachwerks rekonstruieren. Freilich würde man auf der Orginalphotographie mehr Details erkennen können. Vorderhand möchte ich mich bei diesem Haus nur auf die wesentlichen Erkenntnisse beschränken.


      Fazit:

      - dreigeschossiges Haus mit massivem Erdgeschoss und zwei Fachwerkobergeschossen sowie Halbwalmdach (Krüppelwalm)
      - Aussteifung 1. Obergeschoss mit breiten, angeblatteten Fuss- und Kopfbändern
      - Aussteifung 2. Obergeschoss unklar, entweder ebenfalls mit angeblatteten Fuss- und Kopfbändern, oder mit überkreuzten Fuss- und Kopfstreben
      - Bundpfosten versetzt angeordnet
      - Aussteifung Dachgeschoss mit überkreuzten Fuss- und Kopfstreben
      - Brust- und Sturzriegelkette im Dachgeschoss durchgehend
      - liegender Dachstuhl mit Halbwalm
      >>> mindestens im Dachbereich frappante Ähnlichkeit mit Waaggasse 11!

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    • Prechtelsgasse 12 (Eckhaus zur Wunderburggasse)


      Ein drittes Beispiel mit überkreuzter Fuss- und Kopfstrebe:

      75 Vergrösserung
      Wohnhaus von Veith Stoss (Quelle: bildindex der Kunst und Architektur)


      Es handelt sich um die leicht abgewinkelte Fassade links des Wohnhauses von Veith Stoss (mit der Nr. "7" über der Rundbogentür). Dabei ist mir nicht klar, ob es ein Teil desselben war, oder ein eigenständiges Haus. Für eine Analyse gibt mir der Bildausschnitt allerdings wenig her, aber ich führe es hier wegen der gleichen Strebenanordnung wie bei Waaggasse 11 und Wunderburggasse 19 an. Ich vermute, dass die Fassade nebst einer Fensterveränderung im 18./19. Jahrhundert und anschliessendem Verputzen des Fachwerks schon früher, zur Zeit mit Sichtfachwerk, Veränderungen erfahren hatte (17. Jahrhundert?).



      Entzerrter Ausschnitt aus dem Bild oben


      Fazit:

      Jedenfalls stelle ich mal fest:
      2. Obergeschoss
      - Fenstererker
      - in den Fensterbrüstungen unklar, ob angeblattete Fussbänder oder eingezapfte Fusstreben
      3. Obergeschoss
      - Eckverstrebung mit überkreuzter Fuss- und Kopfstrebe
      - im Brüstungsbereich unklar, ob angeblattete Fussbänder oder eingezapfte Fusstreben
      - im Sturzbereich ebenfalls


      (Das gegenüberliegende Eckhaus ist ein äusserst spannendes Haus!! Doch hierzu ein späterer Beitrag...)

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    • Ecke Martin-Treu-Strasse/Heugässchen: An dieser Ecke müßte sich dann auch die besagte Veit-Stoß-Madonna befunden haben. Der Übergang zu diesem Haus, sowohl beim Sandstein als auch beim Fachwerk, und auch der leichte Knick in der Giebelflucht lassen eher auf ein eigenständiges Nachbarhaus zum Veit-Stoß-Haus schließen. Es ist interessant, Riegel, daß Du herausfindest, wie sehr sich das Fachwerk an vielen solcher Häuser in Nürnberg seit dem Spätmittelalter schon geändert hatte. Das dürfte weitgehend unbekannt (gewesen) sein. Das Freilegen von konstruktivem Fachwerk weist darauf hin.

      Irgendwie würde sich das Veit-Stoß-Haus mit seinen Nachbarn für eine Rekonstruktion besser eignen als das Hans-Sachs-Haus. Bei letzterem müsste man eigentlich eine ganze Reihe von Sandsteinhäusern wieder herrichten, da es ein Reihenhaus war.
      VBI DOLOR IBI VIGILES
    • Über die vielen Statuen an den Häusern Nürnbergs könnte man eine eigene Forschungsarbeit schreiben! Ich Frage mich zwar, ob es immer Marienstatuen waren/sind, oder auch andere Heilige. Eine weitere interessante Forschungsarbeit wäre die Beschäftigung mit den vielen Hauszeichen, welche bei Neubauten, auch schon vor dem Krieg, oft von den alten Häusern übernommen wurden.

      Doch nun zu einem weiteren spannenden Haus, wie ich es im letzten Beitrag bereits angekündigt habe. Eigentlich wäre jetzt die Eruierung einer weiteren Verstrebungsart am Platz, aber ich möchte zwischendurch mal ein mehrfach abgeändertes Haus vorstellen:



      Prechtelsgasse 10 (Eckhaus zur Wunderburggasse)


      75 Vergrösserung
      Wunderburggasse bei der bei der Einmündung der Prechtelsgasse; blick von Nord nach Süd
      (Quelle: bildindex der Kunst und Architektur)



      Es handelt sich um das Eckhaus in Bildmitte. Über einem gemauerten Erdgeschoss folgen drei Fachwerkobergeschosse und zwei Dachgeschosse. Das Fachwerk wirkt sehr unruhig, hingegen ist die Fensteranordnung ziemlich regelmässig. Offensichtlich ist auch diese Fassade nicht mehr im ursprünglichen Zustand.

      Die Giebelwand war asymmetrisch, aber wenn man genau schaut, erkennt man, dass das Dach ursprünglich symmetrisch war. Gegen die Prechtelsgasse wurde nachträglich ein 3. Obergeschoss aufgesetzt, unter Einbezug des ursprünglichen 1. Dachgeschosses. Der Randsparren in der Fassade blieb erhalten, und die Dachfläche wurde lediglich angehoben. Man sieht das auch am Knick in der Dachfläche kurz unterhalb des Firsts.


      . .
      links: entzerrter Ausschnitt; rechts: Eintragung der Bauphasen; rot = Kernbau 15./16. Jh., gelb = Aufstockung 16./17. Jh., blau = Fensterumdisponierung 18./19. Jh.


      . .
      links: entzerrter Ausschnitt; rechts: mutmassliche Ansicht der Giebelfassade im Urzustand


      Interessant ist dabei der Ausbruch einer Aufzugsöffnung im ursprünglichen 2. Dachgeschoss, da das 1. Dachgeschoss offenbar ganz zu Wohnzwecken ausgebaut worden war. Die Verstrebung des Fachwerks dieser Aufstockung erfolgte mit Fusstreben und in sie eingezapften Kopfstreben sowie kurzen Fusstreben in den Fensterbrüstungen, also nach dem Muster wie beim Eckhaus Dötschmannsplatz 13. Dort erkennt man in der Brüstung des Dacherkers zwei geschwungene Andreaskreuze (oder Feuerböcke), und genau gleich war die Brüstung der Aufzugsöffnung beim hier behandelten Haus ausgeführt.

      Die Verstrebung des Kernbaus erfolgte mit doppelten Fussbändern und einfachen Kopfbändern. Ich möchte diese Verstrebungsart aber mal bei einem andern Gebäude erläutern. Weiter möchte ich nur noch auf die das ursprüngliche 1. und 2. Dachgeschoss übergreifenden Schwerter hinweisen. Die Rekonstruktion der ursprünglichen Fensteranordnung habe ich aus analogen Bauten übernommen.

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    • Wunderburggasse 19 war tatsächlich das Haus, das ich meinte. Die Abbildung ist in dem Buch "Nürnberger Erinnerungen", Band 3, S. 36. Dort wird aber fälschlich "Ecke Prechtelsgasse" angegeben, dabei ist es Ecke Judengasse. Die Prechtelsgasse ist die, die auf dem anderen Bild mit Nr. 7 einmündet.

      Die Seitenfassade ist tatsächlich, wenn auch im Schatten, mit zu sehen. Auch dort sind überkreuzte Streben zu erkennen, sogar in Verbindung mit doppelten Fußstreben! Leider fehlt mir gerade die Zeit um das Bild zu scannen.

      Ein weiteres Beispiel konnte ich in der Hinteren Beckschlagergasse 22, "Kaffee Sebaldus-Chörlein" ausmachen (Nürnberger Erinnerungen II S. 65).
      http://www.baukunst-nuernberg.de/ - Architektur in Nürnberg vom Mittelalter bis zur Gegenwart
      Nürnberger Bauernhausfreunde e. V.