Hildesheim - Rekonstruktion 'Umgestülpter Zuckerhut'

  • Er wurde zwar im Hildesheim-Strang bereits recht ausführlich besprochen -
    hat mMn aber ein eigenes Plätzchen im APH verdient :zwinkern:



    Quelle: Wikipedia



    Zur allgemeinen Information zitiere ich mal hiesigen Wiki-Artikel:

    Quote

    Der Umgestülpte Zuckerhut war ein um 1510 erbautes Fachwerkhaus in Hildesheim, das sich durch kühne Auskragungen auszeichnete. Die umgekehrt konische Form erinnerte frühere Generationen an einen auf den Kopf gestellten Zuckerhut.


    Das als statische Meisterleistung bei der Ausnutzung eines kleinen Grundstücks geltende Nachbargebäude des Pfeilerhauses am Nordostausgang des Andreasplatz zum Hohen Weg (Andreasplatz Nr. 29) wurde beim Bombenangriff auf Hildesheim am 22. März 1945 zerstört. Nachdem eine erste Initiative 2002 scheiterte, plant nunmehr die „Hildesheimer Altstadtgilde“ den Wiederaufbau ab 2009.


    Näheres findet sich u.a. im angesprochenen Hildesheim-Thread.


    Des Weiteren hat die Stadt Hildesheim eine Pressemeldung bzgl. des Wiederaufbauprojektes "Umgestülpter Zuckerhut" herausgegeben.



    Was haltet ihr von dem Vorhaben? Könnte es ein Anstoß sein, weitere wertvolle Fachwerkhäuser Niedersachsens zu rekonstruieren?
    Kann der Wiederaufbau den hohen Anforderungen gerecht werden?
    Und: Sollte man im gleichen Zuge das Pfeilerhaus mit rekonstruieren?

  • Einige Ansichten des Zuckerhutes (Anklicken zum Vergrößern):


    Umgestülpter Zuckerhut - mit Durchgang Pfeilerhaus zum Andreasplatz (Koloriertes Foto, Ansichtskarte 1917)

    Quelle: [url=http://www.zeno.org/Ansichtskarten/M/Hildesheim,+Niedersachsen?hl=zuckerhut]Zeno.org[/url], gemeinfrei




    Quelle: Bildindex




    Quelle: Bildindex




    Quelle: Bildindex



    Zuckerhut rechts, links das angrenzende Pfeilerhaus

    Quelle: heimatsammlung.de - Ansichtskarte 1912

  • Und noch ein paar Bilder, die das Pfeilerhaus mit dem angrenzenden Zuckerhut zeigen (anklicken zum Vergrößern):


    Pfeilerhaus in der Mitte, rechts davon der Zuckerhut

    Quelle: [url=http://www.zeno.org/Ansichtskarten/M/Hildesheim,+Niedersachsen?hl=zuckerhut]Zeno.org[/url]


    Beide Fachwerkbauten in der Bildmitte

    Quelle: Bildindex



    Quelle: Bildindex


    Pfeilerhaus vorne, dahinter der Zuckerhut

    Quelle: Bildindex


    Pfeilerhaus links, rechts der Zuckerhut

    Quelle: Bildindex



    Quelle: Bildindex



    Quelle: Bildindex


    Pfeilerhaus - Detailaufnahme

    Quelle: Bildindex


    Reiche Ornamentik am Pfeilerhaus

    Quelle: Bildindex



    Quelle: heimatsammlung.de



    Dieses Ensemble muss wieder her! :o

  • Und so gestaltet sich die Situation noch anno 2008:



    Foto von Restitutor Orbis, aus dem Hildesheim-Thread



    In der Bildmitte sehen wir das Neue Pfeilerhaus, welches den im 2. Weltkrieg zerstörten Vorgänger ersetzte und nahezu die gleichen Maße erhielt.


    Aus diesem Grund bietet sich folgende Lösung an (Zitat von Restitutor):

    Quote

    Derzeit bietet sich für die Hildesheimer Rekobefürworter folgende (Not-)Lösung an: Vor das derzeit existierende Pfeilerhaus wird die Fachwerkfassade des alten Pfeilerhauses vorgehängt, daneben entsteht der Zuckerhut als "echte" Fachwerkrekonstruktion. Der Höhenunterschied zwischen neuem und altem Pfeilerhaus beträgt zwar ca. 50 cm, auch die Dachneigung ist nicht dieselbe, aber der Grundeindruck eines den Zuckerhut deutlich überragenden Pfeilerhauses wäre gewährleistet.


    Vor dem Gebäude rechts des Pfeilerhauses würde dann also der Zuckerhut wiedererrichtet, das Pfeilerhaus selbst könnte eine Fachwerkfassade erhalten - was zwar nicht wirklich authentisch wäre, aber allemal eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Ist-Zustand 8)


    Die vormals auch sehr charmanten restlichen Gebäude am Andreasplatz könnten dann ja nach und nach auch wieder entstehen - Nichts ist unmöglich!

  • Interessant ist ja die Inschrift in gotischen Minuskeln, die auf dem vorletzten Bild unten rechts zu erkennen ist. Gerade weil weitere Inschriften in einer "Renaissance"-Type zu erkennen sind. War das Pfeilerhaus denn der Renaissance-Umbau eines älteren Ursprungsbaus?

  • Quote from "erbsenzaehler"

    Das Gebäude rechts des Pfeilerhauses würde dann also durch den Zuckerhut ersetzt


    Das hatte ich immer anders verstanden. Das Gebäude rechts des Pfeilerhauses wird nicht abgerissen, es steht auch nicht auf dem Grund des Zuckerhutes. Dessen alter Grund ist bislang unbebaut. Der Zuckerhut wird also vor das Nachkriegsgebäude gebaut. Ich bitte um Korrektur, wenn ich falsch liegen sollte.

  • Quote from "erbsenzaehler"

    Du hast recht Heimdall. In der Hitze des Gefechtes habe ich da wohl was durcheinander gebracht...
    Ist berichtigt.


    Trotzdem dürfte es meinetwegen gern einem schöneren Bau weichen :zwinkern:
    Was stand denn dort zuvor?


    Hier eine Foto dazu, was vorher dort stand:





    Das Bildmaterial ist aus einem Film-Beitrag zum Wiederaufbau des umgestülpten Zuckerhutes/ die Schärfe spielt keine Rolle, da ich zeigen wollte was dort vorher stand (ein Fachwerkhaus wie überall in Alt-Hildesheim).



    Hier der ganze Platz um den Zuckerhut:




    Neuigkeiten zum geplanten Wiederaufbau:


    Planung des umgestülpten Zuckerhutes schreitet voran
    Die Planungen für den Wiederaufbau des umgestülpten Zuckerhutes schreiten voran.
    Etwa in sechs Wochen wolle man den Bauantrag stellen, sagte Ignaz Jung Lundberg von der Kaiserhausstiftung im Tonkuhlegespräch. Geplanter Baubeginn sei im Frühjahr. An der Fertigstellung bis Okober 2009 halte man fest, so Jung-Lundberg.
    Quelle:Radio Tonkuhle Hildesheim
    15.07.2008


    Wenn ich es noch schaffe, werde ich heute Abend noch ein paar Entwürfe vom beendeten Wettbewerb (mit verschiedenen interessanten Ansichten) hier reinstellen.

  • Der Sieger-Entwurf für den Wiederaufbau vom " umgestülpten Zuckerhut" zum 500. Jubiläum:


    Bild 1


    Bild 2


    Bild 3


    Bild 4




    Hier noch einige andere Entwürfe zum Wiederaufbau:


    Bild 5


    Bild 6


    Bild 7


    Bild 8


    Bild 9


    Bild 10


    Die Entwürfe wurden nach dem Jury-Entscheid in der Rathaushalle ausgestellt (Ende letzten Jahres).
    Die hier gezeigten Aufnahmen sind von einem Film-Beitrag zum Wiederaufbau.

  • Wow, das wär echt ein Highlight den Zuckerhut wieder zum Leben zu erwecken. Es unterstreicht auch die alte Stärke des Hildesheimer Fachwerks.


    In der damals recht unbedeutenden Nachbarstadt Hannover waren die bedeutensten Fachwerkbauten der Stadt von Hildesheimer Baumeistern entworfen worden. Das schönste und älteste steht heute noch.


    Gruß aus der Nachbarstadt!

  • und das nachbarhaus (pfarramt) wird beibehalten und mit nem vorgeblendeten rahmenwerk verschönt. was soll das denn?


    also den bildern nach hat mal wieder der schlechtetste entwurf gewonnen...

  • Erbsenzaehler hat Folgendes geschrieben:


    Quote

    Dieses Ensemble muss wieder her!


    Das Ensemble muss wieder her - das bleibe unsere Sorge und Hoffnung.

  • Ist die Entscheidung gegen eine Rekos des Pfeilerhauses nicht schon gefallen? Oder gibt es dort noch Hoffnung? Zumindest bekommt das (neue) Pfeilerhaus jetzt vertikale Sprossen. Eine kleine Verbesserung. Was hält Ihr übrigen von diesem Entwurf?



    Translokation und Betonwand in rot :augenrollen: Absurder geht's nicht.

    Unsere große Aufmerksamkeit für die Belange des Denkmalschutzes ist bekannt, aber weder ökonomisch noch kulturhistorisch lässt es sich vertreten, aus jedem alten Gebäude ein Museum zu machen. E. Honecker

  • Quote from "Leine1977"

    Wow, das wär echt ein Highlight den Zuckerhut wieder zum Leben zu erwecken. Es unterstreicht auch die alte Stärke des Hildesheimer Fachwerks.


    In der damals recht unbedeutenden Nachbarstadt Hannover waren die bedeutensten Fachwerkbauten der Stadt von Hildesheimer Baumeistern entworfen worden. Das schönste und älteste steht heute noch.


    Gruß aus der Nachbarstadt!


    Ich hoffe ja sehr, das ein Stück Hildesheimer Fachwerk-Baukunst in der Burgstrasse mindestens weitere 442 Jahre dort stehen bleibt. :zwinkern:



    Dafür bin ich auch- nur als ungleiches Ensemble! So wie es dort Jahrhunderte lang auch gestanden hat.
    Aber wir wissen ja, wer sich da so in den Weg stellt und dieses 50er-Jahre "Ensemble" um den Andreasplatz verteidigt. :boese:
    Da kämpfen seit Jahren einige Leute für den Wiederaufbau eines weiteren Wahrzeichens von Alt-Hildesheim und haben dafür die finanziellen Möglichkeiten, um das Projekt zu realisieren. Und die Denkmalbehörde versucht mit allen Mitteln dagegen zu kämpfen. :gehtsnoch: Und nicht zu vergessen, man wollte sogar den Zuckerhut in die Altstadt "verlegen" lassen! "Ich hatte nicht mit so viel Widerstand gerechnet"(Heinz Geyer)- Recht hat der gute Mann. Das wichtigste dabei ist, das es eine breite Zustimmung der Hildesheimer gibt, die den Zuckerhut haben wollen. :D



    Quote

    Translokation und Betonwand in rot Absurder geht's nicht.


    Das "absurde" hat es immerhin auf Platz 3 geschafft. :lachentuerkis:

  • ZItat aus der HiAZ vom Samstag, 1.11.:


    Quote

    Hildesheim (ph). Die Altstadtgilde zeigt sich erkenntlich: Für seine Verdienste um den Verein und um die Gestaltung der Innenstadt allgemein hat sie ihren bisherigen Chef Heinz Geyer zum Ehrenvorsitzenden gewählt, wie dort üblich einstimmig.
    Heinz Geyer, der jetzt nach seinem 85. Geburtstag das Amt an der Spitze zur Verfügung gestellt hatte, berichtete zum Stand der Planungen für den Wiederaufbau des Fachwerkhauses „Umgestülpter Zuckerhut“ am Andreasplatz. Der Kirchenvorstand der Andreasgemeinde (der das Grundstück gehört) hat sich danach für das Projekt und ausdrücklich auch für den Abriss des beim Bau störenden Pavillons aus den 50er Jahren ausgesprochen. Die Gemeinde verspricht sich von dem Neubau angesichts der bevorstehenden Jubiläen von Stadt und Sankt Michael eine Aufwertung des Platzes. In dem „Umgestülpten Zuckerhut“, der sich technisch an das unter Denkmalschutz stehende Pfeilerhaus anlehnen soll, wird ein Café mit Freiterrasse zum Platz hin untergebracht.
    „Es geht immer um diesen verrückten Pavillon“, so erläuterte Ignaz Jung-Lundberg für den Bauherrn, die Kaiserhausstiftung, den Stand des Bauantrages. Angeblich sei der mit seiner typischen Nierenform ein „Ausdruck des Lebensgefühls der 50er Jahre“, meine die Denkmalpflege. Alle anderen Fragen seien geklärt, sagte Jung-Lundberg. Die Versammlung unterstützte einstimmig die Forderung nach Abriss des Glaspavillons.

  • Aus der HiAZ vom 08.11.2008:


  • Und wie wäre es mit der Möglichkeit einer Translokation des Pavillons? Möglichenfalls kann man ihn abbauen und an einer geeigneten Stelle wieder aufbauen...

  • Quote from "Heimdall"

    Und wie wäre es mit der Möglichkeit einer Translokation des Pavillons? Möglichenfalls kann man ihn abbauen und an einer geeigneten Stelle wieder aufbauen...


    Grundsätzlich sicher denkbar. Eine geeignete Stelle zu finden, ist allerdings so einfach auch wieder nicht - der Pavillon ist ja um die eine Stütze des Pfeilerhauses herumgebaut, eine entsprechende Situation an einem anderen vergleichbaren Gebäude wird nicht ohne weiteres zu finden sein. Es sei denn, der Pavillon wird an das Bäckeramtshaus drangebaut - die Stützen haben etwa den gleichen Querschnitt... :zwinkern:
    Allerdings gilt ja zunächst mal, dass ein Baudenkmal möglichst an seinem Originalstandort bleiben soll, da es eben genau für diesen Standort gebaut wurde.