• Gibt es denn schon einen Termin, wann die bislang fehlenden Glasscheiben mit den aufgedruckten Gittern angebracht werden? Und, ist die Umzäunung des Schlosses der Baumaßnahme geschuldet oder ist das der Normalzustand um den Landtag?

    Es geht wohl immer noch um die Gesimse - die Ursache der Abbrüche wurde gefunden. Es muss "nur noch" repariert werden. Bis dahin ist die Absperrung noch notwendig.

  • "Graf Cylinar", danke für den Link. Ich vermute aber stark, das bezieht sich auf das richtige Geländer. Die Glasscheiben sind ja Provisorien und dürften nicht sonderlich teuer sein. Meine Frage bezog sich deshalb darauf, wann denn die restlichen provisorischen Glasabsperrungen angebracht werden.

  • Gibt es denn schon einen Termin, wann die bislang fehlenden Glasscheiben mit den aufgedruckten Gittern angebracht werden?

    Nichts für ungut aber denken Sie man hätte diese Glasfelder, welche ebenfalls nicht billig waren, anfertigen lassen und angebracht wenn man wüsste, dass übermorgen die richtigen Geländer kommen?

    Ich weiß, die Begeisterung über die Fahnentreppe ist groß und berechtigt, aber zur Wahrheit gehört auch, dass die fehlenden Geländer erst mal finanziert werden müssen.

    Wenn Sie die fehlende Summe heute noch auf das Konto des Stadtschlosses Vereins überweisen wird Konstantindegeer Ihnen morgen einen Fahrplan nennen können. Vorher nicht.

    Die Umzäunung des Gebäudes ist den Abplatzung am Gesims geschuldet, die aufgrund einer mangelhaften Bauausführung im Bereich der Dachkante zustande kamen.

    Da die Zuständigkeiten bereits geklärt wurden war mein letzter Stand, dass man eigentlich bereits Ende September mit den Instandsetzungsmaßnahmen durch sein wollte.

    Getan hat sich jedoch nicht viel. Oder Konstantindegeer

    Wenn es jemand kann, dann ist es keine Kunst. Und wenn es jemand nicht kann, dann ist es erst recht keine Kunst!

  • Die Glasscheiben und die Halterungen sind beauftragt und werden noch im Herbst fertig.

    Die Umzäunung mit den Mannesmanngittern ist vom Landtag. M. W. n. ist die Fuge des Hauptgesimses auf der Westseite des Schlosses schon nachgezogen worden, sodaß hier eigentlich der Zaun weg könnte. Das liegt aber bei der Verwaltung des brandenburgischen Landtags.

  • "Knobbelsdorff", ich glaube, Sie haben mich missverstanden. Ich hatte nach den Glasscheiben gefragt, nicht nach den finalen Geländern. "Konstantindegeer" hat meine Frage beantwortet. Vielen Dank.

  • Weil in diesem Strang schon so oft über das Thema Preußen diskutiert wurde, stelle ich den Artikel einmal hier ein. Wie eventuell bekannt ist, möchten die Grüne Kulturrevolutionärin Claudia Roth die Stiftung Preußischer Kulturbesitz nun auch noch umbenennen:

    Namens-Streit: Vieles an Preußen ist noch immer vorbildlich - WELT
    Kulturstaatsministerin Claudia Roth will die Stiftung Preußischer Kulturbesitz umbenennen. Eine Mehrheit der Deutschen dürfte mit diesem Namen wenig anfangen…
    www.welt.de
    Quote

    ….Preußen wird aus den falschen Gründen gehasst. Nach dem Zweiten Weltkrieg machten die Alliierten den „preußischen Militarismus“ für die Nazidiktatur verantwortlich. Das gefiel den Bayern, Badensern, Württembergern – und nicht zuletzt den Österreichern – sehr gut. „Wir waren’s nicht, Preußen ist’s gewesen!“

    Dass der Widerstand gegen Hitler von preußisch geprägten Militärs kam, wurde ebenso unter den Tisch gekehrt wie die Frage, wer eigentlich wen des Militarismus bezichtigte. Preußen hatte nie, wie Frankreich unter Napoleon, ganz Europa zu unterwerfen versucht; nie, wie Großbritannien, die halbe Welt als Imperium beherrscht; hat weder Schwarze versklavt noch seine Expansion mit der Ausrottung der Ureinwohner verbunden wie die USA.

    Preußen war fast die einzige europäische Großmacht, die ihren Aufstieg nicht mit Kolonien und Sklavenhandel finanzierte. Spanien, Portugal, Frankreich, Belgien, Holland, Großbritannien im Westen, Russland im Osten – sie waren von Anfang an imperiale Mächte. Preußen ging einen anderen Weg: da es keine natürlichen Reichtümer hatte, schuf es einen effizienten und unbestechlichen Beamtenapparat und lud Zuwanderer ein – Calvinisten aus Holland, Hugenotten aus Frankreich, Protestanten aus Böhmen, aber auch Juden und Katholiken aus Sachsen und Polen. In Preußen durfte jeder nach seiner Façon selig werden.

    Ich bin gespannt, wann diese verrückten Kulturrevolutionäre auch Borussia Dortmund umbenennen möchten. Aber hier besteht bei diesen Ungebildeten zumindest die berechtigte Hoffnung, dass sie mit lateinischen Ausdrücken nichts anzufangen wissen.

  • Einfach grandios und toll, dass das gelungen ist.

    Aber trotzem noch Arbeit für Rekofreunde der kommenden Jahrzehnte: Statuen vervollständigen und die Straße muss weg (irgendwann)

  • Ich wundere mich fast, dass das Potsdamer Stadtschloss nach seiner Fertigstellung im Vergleich zum Berliner Schloss so wenig umstritten ist und weitgehend angenommen wird, auch medial und in der öffentlichen Debatte. Ob es auch an der Nutzung bzw. den Nutzern liegt (Landtag vs. Museum mit teils Kolonialgut, mit dem politisch "korrekten" Humboldt Forum)? Die Politiker können jetzt natürlich in Potsdam schlecht gegen ein Haus wettern, das sie selber ständig nutzen.

  • Das liegt daran, dass die Stiftung Humboldt-Forum mit all ihrem kolonialen Raubgut woker als woke auftreten muss, um irgendwie ernstgenommen zu werden. Das heißt man muss auch immer mal wieder Steine durch die Fenster des eigenen Hauses werfen, von innen nach außen. Ist schon eine Farce...
    Man hätte eigentlich vorausahnen können/müssen, dass durch den guten Gedanken die außereuropäischen Sammlungen ins Schloss zu holen, man sich den Feind ins eigene Haus holt.
    Naja, es wäre auch alles halb so wild, wenn nicht gerade jemand wie Frau Roth dem Kulturministerium und somit auch der Stiftung vorstehen würde.

  • ^Das ist wahr, Treverer. Dorgerloh sabotiert sich fortwährend selbst. Ich weiss auch nicht, ob er über seinen Weggang vom Grünen Gitter heute noch so froh ist.

  • Ich wundere mich fast, dass das Potsdamer Stadtschloss nach seiner Fertigstellung im Vergleich zum Berliner Schloss so wenig umstritten ist und weitgehend angenommen wird, auch medial und in der öffentlichen Debatte. Ob es auch an der Nutzung bzw. den Nutzern liegt (Landtag vs. Museum mit teils Kolonialgut, mit dem politisch "korrekten" Humboldt Forum)? Die Politiker können jetzt natürlich in Potsdam schlecht gegen ein Haus wettern, das sie selber ständig nutzen.

    Das Braunschweiger Stadtschloss (EDE Einkaufscenter) und auch das Potsdamer Stadtschloss erscheinen tatsächlich kaum in der Presse, weil beide Gebäude intensiv genutzt werden.

    Beim Berliner Stadtschloss (HuF) sehe ich das anders. Es ist in den Innenräumen noch nicht komplett fertiggestellt und das Land Berlin, ändert immer wieder sein Konzept für die Nutzung. Inzwischen spricht man sogar wieder von einem Ausstieg. Beispiel: Eigentlich sollte in das Schloss die Landesbibliothek einziehen, das hat man wieder verworfen. Und nun sind verschiedene Museen eingezogen, die eigentlich gut besucht werden.

    Und dann gibt es immer wieder einen Personenkreis, die immer wieder das Berliner Stadtschloss (HuF) in die Medien bringen. Hier vor allem Claudia Roth (die Grünen), Klaus Lederer (die Linke) und Prof. Phillip Oswald. Und jeder hat andere Absichten.

  • Da das Berliner Schloß die prominenteste Rekonstruktion ist zieht es nunmal alle Projektionen und Debatten auf sich - an ihm arbeiten sich alle gegnerischen Fundamentalisten ab. Da es in der Geschichte noch nie einen Fall von Rekonstruktionsreue gab, also einem Wiederabbau einer Reko, weil sich eine bessere Idee gefunden hatte, rennen alle Gegner wie Don Quichote gegen die Windmühlen. In der Öffentlichkeit ist aber das Schloß kaum mehr wegzudenken.

    Die Nutzung ist stets der Schlüssel für einen erfolgreichen Wiederaufbau - daran mangelt es es vielen guten Projekten, die eben nicht realisiert werden. Wie sich im Fall des Schlosses die öffentliche Hand selbst schadet ist allerdings aussergewöhnlich, nichtsdestotrotz typisch deutsch. Das neue Schloß wird allerdings nich viele Umnutzungen erfahren, mittelfristig geht es sicher aufgrund von Entropie in die Komplettnutzung der Preußenstiftung, die dann vermutlich nach Pippi Langstrumpf benannt wurde.

  • Da das Berliner Schloß die prominenteste Rekonstruktion ist zieht es nunmal alle Projektionen und Debatten auf sich - an ihm arbeiten sich alle gegnerischen Fundamentalisten ab.

    Es ist aber auch deshalb die prominenteste und vielleicht wichtigste Rekonstruktion, weil sie die aktuellen Standpunkte des modernen Bauens empfindlich angreift, ja sogar Totschlagargumente liefert. Ich erlebe das regelmäßig in Debatten über Städtebau und Architektur, sowie dem Umgang mit dem baukulturellen Erbe, in denen ich diese qualitätsvollen Beispiele aus Unserem Forum einbringe. Das macht diese Projekte so "gefährlich" für dogmatische Modernisten.

    Das Schloss ist wie ein Brennglas, weil dort moderne Elemente und Barock direkt zusammenkomponiert wurden und zudem im Wettbewerb stehen mit dem modernen Vorzustand, des Palasts d. R. Es hat zudem "Heimvorteil" weil der Stadtgrundriss nicht so nachhaltig zerstört wurde, dass nicht klar ersichtlich wird, dass die Stadt mit Bezug zum Schloss sich über Jahrhunderte entwickelt hat und damit nun die Rekonstruktion auch besonders gut wirkt im Kontrast. Es zeigt also u.a. den eigentlich offenkundigen Zusammenhang, dass ein Arbeiten mit dem Vorhandenen einer Stadt besser als zusammenhangloser Kontrast ist. Auch dass ein iterativer Schaffungsprozess besser funktioniert, als der moderne von 0 auf 100 auf 0 auf 100 Ansatz. Noch einiges mehr dieser für die Moderne schlecht abschneidenden Vergleiche lassen sich so ziehen.