Potsdamer Stadtschloss

  • Resurrectus vermutlich hatten sie irgendwann mal Instrumente. Das lässt sich zwar definitiv an der Fingerhaltung ablesen, jedoch ist der Zustand ohne Instrumente der einzige sicher nachgewiesene.

    Insofern könnten wir jetzt eine Debatte aufmachen ob es sinnvoll wäre besagte Instrumente aus der Fantasie zu ergänzen.


    Ich gebe Ihnen Recht, dass mein "nie" vielleicht etwas hart war. Fakt ist aber, dass der instrumentenlose Zustand der einzig detailliert historisch belegbare ist.

    Wenn es jemand kann, dann ist es keine Kunst. Und wenn es jemand nicht kann, dann ist es erst recht keine Kunst!

  • Ich vermute, dass die fehlenden Glasscheiben auch noch gesetzt werden. Und dass die Aufdrucke auf dem Glas ausreichend wetterfest sind. Für ein "Provisorium" finde ich die Lösung nämlich sehr schön.

  • Wenn jemand - der es kann - mal Muße hat, wäre es interessant, den Engeln zumindest mal mit Photoshop die passenden Instrumente in die Hände zu legen.

  • Die Frage mit den Figuren, der Schildkröte und den Instrumenten wurde schon sehr oft diskutiert. Bitte einfach mal in dem Thread ein paar Seiten nach vorne blättern.


    Sonst freue ich mich wenn die Glasscheiben auch irgendwann gegen rekonstruierte Gitter ersetzt würden.

  • Trotzdem schade, dass sie keine Instrumente in die Hände bekommen haben.

    Damit hatten wir uns ja schon befasst. Ich hatte am 9. September geschrieben:


    Es ist nicht bekannt, ob die Figuren der Fahnentreppe überhaupt jemals Instrumente gehalten haben. Für die unter Friedrich Wilhelm IV. angefertigten Putti würde ich das ausschließen. Die Hände der Figuren sind meist entspannt. Sie halten nichts. Realistische Darstellungen von Musikern würden so spezifische Haltungen von Armen, Händen und Kopf zeigen, dass unschwer für den Betrachter zu erraten wäre, welches Instrument gespielt wird. Andreas Hoferick ist hier kein Vorwurf zu machen. Er hat sich genau an die historischen Vorlagen gehalten. Die Fotos sind zum Teil im Hintergrund der Werkstatt zu sehen.

    (In dem Post findet ihr auch einen Link zu Fotos aus der Werkstatt von Andreas Hoferick.)


    Und am 12. September schrieb Chris Hitarori:

    Für mich (Orchestermusiker) sehen sie alle aus wie Dirigenten. Die dasselbe Stück dirigieren, aber sehr unterschiedliche Vorstellungen von der Interpretation haben. Was die Sache für mich umso erheiternder macht. Keinem von ihnen passt ein Instrument sinnvoll in die viel zu kleinen Händchen (außer vielleicht dem einen, der zwei kleine Becken halten könnte), und sie sind auch nicht in aktiver Spielhaltung (ganz im Gegensatz dazu die Figuren am chinesischen Teehaus). Die Basstuba ist übrigens ein neuzeitliches Instrument, gab es zu Barockzeiten nicht.


    Diese Putti, die Hoferick historisch korrekt nachgeschaffen hat, können niemals Musikinstrumente in den Händen gehabt haben. Wer es nicht glaubt, möge im Gedankenexperiment versuchen, den Goldjungs welche zu geben.

  • Schrieb nicht mal jemand, dass die Figuren aus dem 19. Jahrhundert, die hier nachgeschaffen wurden, selbst auf älteren Figuren basieren? Ich vermute, dass diese älteren Figuren Instrumente hatten, aber so schlecht erhalten waren, dass die fehlenden Teile im 19. Jahrhundert irgendwie anders ergänzt worden sind. Mit der Folge, dass es mit den Armhaltungen nicht mehr ganz passt.

  • Sogar der verzierte Schlussstein am Fuß des Geländers ist wieder da. :smile:

    Wissen allein bringt nichts. Nur das angewandte Wissen verändert die Dinge.

  • Es handelt sich um die Salamanderkonsole, die zur Zeit Friedrich Wilhelm IV hinzugefügt wurde. Der Bildhauer Andreas Hoferick hat die konsolen anhand der Fotos im Auftrag des Vereins Potsdamer Stadtschloß rekonstruiert und der Stein ist wieder eingefügt worden.



  • Ich hoffe sehr, dass an der Treppe die ein oder andere Kamera zur Identifzierung der Täter beitragen kann. In Dresden und in Berlin hat diese Art sorgloser Umgang zu massiven Schäden geführt. Aus dieser Erfahrung ist es keine Frage des ob, sondern des wann.

  • Ich hoffe sehr, dass an der Treppe die ein oder andere Kamera zur Identifzierung der Täter beitragen kann. In Dresden und in Berlin hat diese Art sorgloser Umgang zu massiven Schäden geführt. Aus dieser Erfahrung ist es keine Frage des ob, sondern des wann.

    Welcher "sorglose Umgang" ist denn gemeint? Die Fahnentreppe ist im Bereich der Videoüberwachung des brandenburgischen Landtags. Das ist ja auf den im Umlauf befindlichen Bildern klar zu erkennen.

  • Goldstein meint evtl. die schlechte Kameraposition mit veralteter Technik am Dresdner Schloß, die einen Jahrhundertdiebstahl im "toten Winkel" zugelassen hat.

  • Goldstein meint evtl. die schlechte Kameraposition mit veralteter Technik am Dresdner Schloß, die einen Jahrhundertdiebstahl im "toten Winkel" zugelassen hat.

    Aber was soll denn hier gestohlen werden? Die Bronzefiguren direkt unter den Kameras auf der Hauptverkehrsachse am Landtag? Das ist doch albern, die Fahnentreppe ist doch keine Golzmünze oder Juwelenschatz. Wenn einer Buntmetall stehlen will kann er das unten im Lustgarten machen: da steht das Riesen-Liebknechtdenkmal mit einer enormen Menge Bronze, nachts ist es dunkel und sogar mit dem LKW anzufahren.


    Anders ist das bei Vandalismus. Wenn jemand das vollsprayen will hat er eine Motorradmaske auf (solche Videos kennen wir), da hilft auch bessere Technik nichts. Man kann die Figuren unter 220 Volt setzen, das hat aber unerwünschte Nebeneffekte. An eine Änderung der Gesellschaft glaube ich nicht.

  • Es ging primär wohl nicht um das Klauen sondern um ein Beispiel, dass schlechte Kamerapositionen schützenswerte Orte (Diebstahl, Vandalismus) nicht einmal erfassen. Das ist in heutiger Zeit sicherheitstechnisch fahrlässig, erst recht wenn mit viel Geld und Herzblut solch eine Treppe zurückgekehrt ist.
    100%igen Schutz gibt es nicht.

  • Es ging primär wohl nicht um das Klauen sondern um ein Beispiel, dass schlechte Kamerapositionen schützenswerte Orte (Diebstahl, Vandalismus) nicht einmal erfassen. Das ist in heutiger Zeit sicherheitstechnisch fahrlässig, erst recht wenn mit viel Geld und Herzblut solch eine Treppe zurückgekehrt ist.
    100%igen Schutz gibt es nicht.

    Die Fotos zeigen nur einen Ausschnitt. Auf der Nordseite gibt es eine Kamera, die die Treppe erfasst. Wenn man aus der Ferne mit ein paar Bildern abschliessende Urteile fällt liegt man häufig falsch.

  • Frage: Gab es seit bestehen des Landtagsgebäudes an seiner Fassade schon mal irgendwelche größeren oder kleineren Vandalismusschäden ?

    Also mir ist nur die jetzt zum zweiten mal abgebrochene Dolch oder Messerklinge eines Ringers der gleichnamigen Kolonade neben dem Landtag ( eher ein kleiner Vandalismusschaden) bekannt.


  • Frage bitte an die Potsdamer unter uns: Sind die beklebten Glasgeländer nur Provisorien bis die Metallgeländer kommen oder soll das so bleiben?


    So, habe die Antwort bei Konstantindegeer gerade gefunden:


    Quote from Konstantindegeer

    Allerdings wäre es sinnvoller, sich an den letzten Bronzegittern zu beteiligen - hier fehlen insgesamt noch ca. 300 TEURO zu einer Gesamtfertigstellung. Diese Gitter kommen vorerst als Provisorium in einem Siebdruck auf Glas.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Die Fahnentreppe bei Nacht, vielen Dank nochmal an den Potsdamer Stadtschloss Verein für eure Arbeit:


    Das Bild ist von mir und darf verwendet werden.

  • Gibt es denn schon einen Termin, wann die bislang fehlenden Glasscheiben mit den aufgedruckten Gittern angebracht werden? Und, ist die Umzäunung des Schlosses der Baumaßnahme geschuldet oder ist das der Normalzustand um den Landtag?