Potsdamer Stadtschloss

  • Ein Freund von mir ist bei den Langen Kerls. Er hat mich gefragt wo die Grenze sei ab derer er sich wehren dürfte, und wie. Er hatte damals so eine Situation mit der Antifa erlebt.

  • Ja, das stimmt schon Heimdall und Hermann, aber so wie die aktuelle deutsche „Politik“ dieses Land gerade voll gegen die Wand fährt, so klar ist es auch, dass es danach eigentlich wieder gut werden müsste. Nach jeder Talfahrt kommt auch wieder eine Bergfahrt. Die Langen Kerls werden wir schon noch live erleben und ich könnte mir vorstellen, dass das früher sein wird als wir es uns heute noch erträumen!

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Ja, das stimmt schon Heimdall und Hermann, aber so wie die aktuelle deutsche „Politik“ dieses Land gerade voll gegen die Wand fährt, so klar ist es auch, dass es danach eigentlich wieder gut werden müsste. Nach jeder Talfahrt kommt auch wieder eine Bergfahrt. Die Langen Kerls werden wir schon noch live erleben und ich könnte mir vorstellen, dass das früher sein wird als wir es uns heute noch erträumen!

    Diese „Bergfahrt“ wird länger sein, als wir uns heute vorstellen können. Zur Zeit sind wir übrigens noch auf der „Talfahrt“ in Lichtgeschwindigkeit. Der Aufprall wird entsprechend sein.

  • In Stockholm, in Kopenhagen, in Oslo, in London, in Griechenland usw. …


    …bewachen Soldaten in historischen Uniformen die historisch relevanten Gebäude. Ich würde mich freuen, wenn die „Langen Kerls“ auch endlich „rekonstruiert“ werden und vor dem Stadtschloss, dem neuen Palais et cetera postiert werden und es zweimal am Tag ein großes Trara mit Wachablöse gibt!

    Bewacht werden die Residenzen der Staatsoberhäupter bzw das Parlament des Staates. Warum sollten Schauspieler in historischen, heute irrelevanten Uniformen ein Provinzparlament bewachen?

  • Die Langen Kerls werden wir schon noch live erleben.

    Ganz bestimmt nicht. Denkbar wäre das nur bei einem Kostümfest oder zu Dreharbeiten für einen Historienfilm.


    In Stockholm, in Kopenhagen, in Oslo, in London, in Griechenland usw. …


    …bewachen Soldaten in historischen Uniformen die historisch relevanten Gebäude

    Du nennst nationale Haupstädte. Potsdam ist aber nur eine Landeshauptstadt. Das Militär ist eine nationale Angelegenheit. Ehrenformationen und Ehrenwachen stehen im Zusammenhang mit höchsten nationalen Anlässen oder Orten. Vor den Landtag in Potsdam würde niemand außer dir eine Ehrenwache stellen, weil das kein zentraler nationaler Ort ist. Die Nation ist Deutschland. Den Staat Preußen gibt es nicht mehr. Schon deshalb würde niemand preußische Uniformen verwenden. Du hattest ja mal vorgeschlagen, das Land Brandenburg in Preußen umzubenennen. Das ist abwegig.


    In der Weimarer Republik und im Dritten Reich trugen Ehrenformationen und Ehrenwachen jeweils zeitgenössische Uniformen. In der DDR trugen sie NVA-Uniformen und in der Bundesrepublik tragen sie Paradeuniformen der Bundeswehr. In deiner Heimat Österreich ist die Garde des Bundesheeres für Ehrenformationen und Ehrenwachen zuständig. Sie nutzt dafür Uniformen der zweiten Republik.


    Ganz allgemein lässt sich sagen, dass ein Staat bei den Uniformen nur soweit zurückgeht, wie es dem Traditionsverständnis dieses Staates entspricht. Mehrere europäische Staaten beziehen sich dabei auf Uniformgestaltungen aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Beispiele sind Lettland, Polen, Ungarn. Tschechien und die Slowakei beziehen sich auf die Uniformtradition der Tschechoslowakischen Republik. Die Uniformen der Prager Burgwache wurden 1990 geschaffen. Die Türkei nutzt zu repräsentativen Anlässen Uniformen der Republik, nicht etwa des Osmanischen Reiches. Russland verwendet Uniformen, die in der sowjetischen Tradition stehen. Es gibt in Moskau "Operettenuniformen", die an das 19. Jahrhundert erinnern. Diese werden nur zu besonderen Anlässen mit Anwesenheit des russischen Präsidenten verwendet, aber nicht für Ehrenwachen. Ähnliches finden wir in Paris und Rom. Auch dort gibt es "Operettenuniformen" in den Präsidentenpalästen. Sie dienen der Repräsentation des Staatsoberhauptes.


    Für ständige Ehrenwachen kommen Gedenkstätten von besonderer nationaler Bedeutung und der Sitz des Staatsoberhauptes.in Frage. In Prag gibt es die Wachen an den Eingängen der Burg nicht, weil dort viele Touristen hinkommen, sondern weil die Prager Burg der Sitz des Präsidenten der Republik und der Symbolort tschechischer Staatlichkeit ist. Darüber hinaus gibt es in Prag viele "historisch relevante Gebäude", aber keines mit einer ständigen Ehrenwache. In Warschau und Moskau gibt es Ehrenwachen am Grabmal des Unbekannten Soldaten.


    Monarchien haben andere Möglichkeiten. Sie haben eine längere Staatstradition. In Deutschland oder Österreich wird es aber auch künftig keine Monarchie geben. Man kann eine Republik nicht wieder in eine Monarchie umwandeln, weil es nicht zu rechtfertigen ist, eine einzelne Familie dauerhaft zu privilegieren.


    Jede Nation hat ihre spezifischen Traditionen staatlicher Repräsentation.

  • In der Republik Kroatien gibt es das Krawattenregiment, das Wachablösungen in Uniformen des 30-jährigen Krieges durchführt. Inwieweit das allerdings "offiziell" ist, vermag ich nicht zu sagen. (Vgl. auch hier) In San Marino, ebenfalls eine Republik (allerdings eine sehr alte), werden Uniformen verwendet, die sicherlich in die Zeit vor dem 1. Weltkrieg datieren. (siehe hier) In der Republik Griechenland stammt der Entwurf der Wache in Evzonen-Tracht aus der Zeit von König Otto.


    Aber Du hast völlig Recht. Der Brandenburger Landtag ist kein nationales Parlament und kein Präsidentenpalast.


    Möglich wäre allein eine Präsentation der Langen Kerls im Rahmen des (noch bestehenden?) Vereins als touristische Attraktion. Und die Stadt könnte das natürlich finanziell fördern. Da aber treten die von mir oben skizzierten derzeitigen politischen Problemlagen auf.

  • Entschuldigung.

    Aber könnte man diese reichlich unsinnige (und der Außenwirkung dieses Forums einmal mehr nicht zuträgliche) Diskussion über "Lange Kerls" ja oder nein bitte löschen oder in Auerbachs Keller verschieben und wieder zum ARCHITEKTURthema "Potsdamer Stadtschloss" zurückkehren?

    Danke.

  • Entschuldigung.

    Aber könnte man diese reichlich unsinnige (und der Außenwirkung dieses Forums einmal mehr nicht zuträgliche) Diskussion über "Lange Kerls" ja oder nein bitte löschen oder in Auerbachs Keller verschieben und wieder zum ARCHITEKTURthema "Potsdamer Stadtschloss" zurückkehren?

    Danke.

    Morgen wird die Fahnentreppe (Puttentreppe/Engelstreppe) eingeweiht und wir diskutieren hier, wo Lange Kerls standen, stehen oder stehen könnten und rutschen immer wieder in politische Diskussionen ab. Im Thread "Garnisonkirche/Rechenzentrum" ist es wirklich verständlich aber hier geht es um den Landtag in Form des Potsdamer Stadtschloss, sein Figurenprogramm und zur Zeit die noch fehlenden Geländerteile.


    Zu den Lampenträgern, kann ich gerne mal in den Katalog der SPSG schauen, welche Lampenträger erhalten sind bzw. welche komplett neu entstehen müssen.

  • Meister Lampe

    Danke!

    Eine Frage: Die Geländer sind also noch gar nicht alle rekonstruiert, habe ich das richtig verstanden, und es muss dafür noch gesammelt werden?

    Oder sind das jetzt wieder "Latrinenparolen" meinerseits?

  • Resurrectus,die Cornelsen Stiftung zahlte knapp eine halbe Million € für die Restaurierung und Teilrekonstruktion, 2 von 7 Geländer.Also 5 Geländer warten noch auf Spendengeld.

  • Meister Lampe

    Danke!

    Eine Frage: Die Geländer sind also noch gar nicht alle rekonstruiert, habe ich das richtig verstanden, und es muss dafür noch gesammelt werden?

    Oder sind das jetzt wieder "Latrinenparolen" meinerseits?

    Wie Herr Herrmann schon richtig gesagt hat, sind noch nicht alle Geländeteile an der Engelstreppe (Puttentreppe) rekonstruiert worden. So lange werden die fehlenden Teile durch Glasscheiben ersetzt.


    Nun zu den sechs Lampenträgern (Corps de Logis / Lustgartenseite), die an der Frontseite des Potsdamer Stadtschlosses standen. Von der Skulpturengruppe ist keine einzige Figur erhalten.

  • Möglich wäre allein eine Präsentation der Langen Kerls im Rahmen des (noch bestehenden?) Vereins als touristische Attraktion.

    Ganz richtig. Vielleicht anlässlich eines Stadtfestes oder an den Sommerwochenenden. Und so eine Art Touristenbespaßung ist es ja auch, was Exilwiener im Grunde vorschwebt. Das hat mit den militärischen Ehrengarden im Dienste staatlicher Repräsentation nichts zu tun. Da tritt es allenfalls als Nebeneffekt auf, z. B. in Stockholm oder London. Mir ging es bei meiner Antwort vor allem darum, aufzuzeigen, dass man dieses Thema ganz sachlich diskutieren kann. Leider verkrampfen viele Menschen in Deutschland da sofort, was viel mit Unkenntnis zu tun hat (wie ja auch hier im Forum zu beobachten).


    Immerhin wurde die Fahnentreppe nur gebaut, weil der König kurz seine Wohnung verlassen und den vor dem Schloss angetretenen Soldaten die Regimentsfahne bringen wollte. Ohne preußische Soldaten gäbe es diese Treppe also gar nicht. Als weitere Spuren der einstigen Militärpräsenz im Stadtzentrum könnte man die Garnisonkirche, das Große Militärwaisenhaus in der Lindenstraße und die Kaserne der Garde-Ulanen an der Südseite des Luisenplatzes nennen - allesamt schöne Gebäude. Auf Personen in friderizianischer Kostümierung kann man in Potsdam an den Eingängen zum Park Sanssouci treffen.


    Potsdam, Flötenspieler in friderizianischer Tracht am Eingang zum Park Sanssouci an der Maulbeerallee

    (Foto: Avi1111, 29. Juni 2016, CC-BY-SA-4.0)

  • Auch von meiner Seite großen Dank an Konstantin und den Stadtschlossverein. Spendenkonto ist notiert.


    Den Benennungen der Figuren zufolge gibt es zwei Dirigenten und je einen Putto, der Geige, Gambe, Holzblasinstrument, Horn, Basstuba, Harfe, Triangel spielt. Die Zuordnungen erscheinen mir zum Teil zweifelhaft.


    Für mich (Orchestermusiker) sehen sie alle aus wie Dirigenten. Die dasselbe Stück dirigieren, aber sehr unterschiedliche Vorstellungen von der Interpretation haben. Was die Sache für mich umso erheiternder macht. Keinem von ihnen passt ein Instrument sinnvoll in die viel zu kleinen Händchen (außer vielleicht dem einen, der zwei kleine Becken halten könnte), und sie sind auch nicht in aktiver Spielhaltung (ganz im Gegensatz dazu die Figuren am chinesischen Teehaus). Die Basstuba ist übrigens ein neuzeitliches Instrument, gab es zu Barockzeiten nicht.

  • Auf dem alten Foto zu erkennen,die noch alten ursprünglichen kleinsprossierten Fenster im Erdgeschoss und zweiten Stock des Stadtschlosses.

    Schön wäre, die neue Bittschriftenlinde wieder mit einem

    kleinen leicht verzierten Gitterzaun einzufassen.

  • Toll, toll, toll.

    Vielen Dank an alle, die sich hier engagiert und gespendet haben!!! Die Restteile werden sicher auch bald noch kommen.

    Trotzdem schade, dass sie keine Instrumente in die Hände bekommen haben.....

  • Trotzdem schade, dass sie keine Instrumente in die Hände bekommen haben.....

    .......was daran liegt, dass sie nie welche in Händen gehabt haben. :wink:

    Wenn es jemand kann, dann ist es keine Kunst. Und wenn es jemand nicht kann, dann ist es erst recht keine Kunst!