Potsdamer Stadtschloss

  • Konstantindegeer - aber mal ehrlich. Ihr hättet ja auch die Figuren aufstellen, die Geländer einmessen, die Figuren demontieren um sie nach der Herstellung der Geländer zwecks Anpassung derselben erneut zu montieren, um sie nochmals zu entfernen und schlußendlich mitsamt den Geländern endzumontieren zu können.

    (Wer Sarkasmus nicht erkennt, wird sich über diesen meinen Beitrag zutiefst entrüstet)

    Das Endergebnis wird wieder ein kleines Eckchen Rekonstruktion zeigen - freuen wir uns einfach mal da drauf. ✌🏻

  • Konstantindegeer Einfach toll was in Potsdam durch bürgerliches Engagement geleistet wird! Ich war in Oktober zum ersten Mal seit mitte der 90er in Potsdam . Der Unterschied war enorm.


    Die Treppe wird bestimmt toll. Ich finde aber das Zusammenspiel vom Rosa des Schlosses und des Gold etwas seltsam, aber man gewöhnt sich wohl daran. Soll der Marstall nich irgendwann farblich dem Schloss angepasst werden? Rot und Rosa ist nicht mein Ding.

    Unsere große Aufmerksamkeit für die Belange des Denkmalschutzes ist bekannt, aber weder ökonomisch noch kulturhistorisch lässt es sich vertreten, aus jedem alten Gebäude ein Museum zu machen. E. Honecker

  • Ist doch herrlich diese langsame Verwandlung vom klassizistischen Reko bis zum Knobelsdorfschen Schloss.

    So hat man immer wieder etwas um sich uber zu freuen oder zu meckern!😁

  • ^Die Hofgestaltung des Landtags mit seinen zwei Mini-Sanssoucis für 400.000 Euro - statt die Anfertigung der Attikafiguren zu unterstützen - gehört auch in die Reihe.

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Irgendwie doch gut, dass man den Hof nicht betreten darf.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Soll der Marstall nich irgendwann farblich dem Schloss angepasst werden? Rot und Rosa ist nicht mein Ding.

    Es ist umgekehrt: Der Marstall hat die historisch korrekte Farbe. Der Rotton des Schlosses ist hingegen nicht ganz optimal. Gegebenenfalls müsste also das Schloss neu gestrichen werden, nicht der Marstall. So schlimm finde ich den Farbunterschied zwischen beiden Gebäuden aber nicht.


    Es hat mich überrascht, dass einige Foristen über die Vergoldung der Putten auf der Fahnentreppe irritiert waren. Sie würden zu stark glänzen, seien gar kitschig oder würden zum Hintergrund nicht passen. Dabei sind vergoldete Bronzeplastiken gar nicht so selten. Sie harmonieren mit verschiedenfarbigen Umgebungen und sie müssen glänzen. Die "Goldjungs" auf der Treppe sind genau richtig.


    Hier zur Anschauung mal drei Beispiele vergoldeter Bronzeplastiken aus dem Unteren Park der Zarenresidenz Peterhof in der Nähe von St. Petersburg. In Peterhof gibt es besonders viele Bildwerke aus vergoldeter Bronze.


    Peterhof, Galatea, Figur der Großen Kaskade, von Jean-Dominique Rachette, um 1800, im Hintergrund das Große Schloss

    (Foto: Alex "Florstein" Fedorov, 2. August 2012, FAL)


    Peterhof, Danaide, Kopie nach Christian Daniel Rauch, aufgestellt 1854 an der östlichen Marmorbank. Die Danaide wurde kurz vor der Aufnahme restauriert (Foto: Squirrel3112, 26. Juli 2018, CC-BY-SA-4.0)


    Peterhof, Psyche, Kopie nach Antonio Canova, aufgestellt 1817 im Monplaisirgarten, im Hintergrund Schloss Monplaisir

    (Foto: Kireeva Veronika, 3. August 2013, CC-BY-SA-4.0)

  • Irgendwie doch gut, dass man den Hof nicht betreten darf.


    Doch, den Hof des Stadtschlosses darf man betreten. Der Blindenleitstreifen führt zum Haupteingang des Landtags. So schlecht ist der Hof auch gar nicht. Die Gestaltung könnte noch besser sein, aber ich würde trotzdem jedem empfehlen, der vorbeikommt, mal durch das Fortunaportal zu gehen. Die Mini-Sanssoucis wirken in natura auch etwas interessanter als auf Fotos.

  • Zudem gibt es ja schon viele vergoldete Elemente am Stadtschloss, genannt seien Fortuna und die Wappen auf der Lustgartenseite. Ich find die Putten ehrlich gesagt auch zuerst etwas ungewohnt, bin mir aber sehr sicher, dass sich das in Kombination mit den wunderschönen Geländern ändern wird.

  • Die Bilderserie 1689: der Eindruck: modern, alles sehr klassisch aber auch: zu wenig filigran und wenig sensitiv. Bild 1694 dagegen: das Eckhaus mit Erker und Statuen: so etwas finde ich angepasst und sensitiv. So soll doch viel mehr gebaut werden statt massive Townhäuser in der Brauerstrasse.

  • Irgendwie erinnert mich die Innenhoffassade an die Neue Reichskanzlei, weshalb auch an der Innenseite des Hofes die Dachfiguren zurückkommen sollten! Bei diesem Argument stimmt womöglich auch Kulka zu. Was mir weniger gefällt, das ist der weiße Blindenstreifen mitten durch den Hof. Den hätte man ruhig dezenter gestalten können. Ein Blinder sieht den Streifen eh nicht und selbst wenn, er darf erst gar nicht in den Hof...

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Die Putten wirken etwas steif und statisch, was wohl daran liegt, dass sie ursprünglich vermutlich Instrumente o.ä. trugen. Zum Thema Gold muss man bedenken, dass zu F II. Zeiten die Dachzier auch noch aufwendig vergoldet war.


    ähnlich wie heute wieder in Versailles:




  • Dachte, der Hof ist idR geschlossen, aber eh wurscht, denn ein Blinder kann die schöne Fassade leider nicht sehen :-(

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Die Putten wirken etwas steif und statisch, was wohl daran liegt, dass sie ursprünglich vermutlich Instrumente o.ä. trugen. Zum Thema Gold muss man bedenken, dass zu F II. Zeiten die Dachzier auch noch aufwendig vergoldet war.

    Also noch viel zu tun für den Förderverein :biggrin:

  • Na, das Blechdach war früher blau gestrichen und teilvergoldet. Der Stadtschloßverein hat wenigstens dafür gesorgt, daß das Schloß nicht mit Zink sondern mit Kupfer gedeckt wird. Das kann jetzt erstmal in Ruhe Grünspan ansetzen.

    Sonst stehen nach der Fahnentreppe wieder die verbleibenden Attikafiguren und die 56 Dachvasen auf dem Programm.


    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Der Blindenstreifen wird mit dem Blindenstück ertastet und befindet sich überall in Potsdam. Die brandeburgische Bauordnung gilt eben für alle Neubauten.


    Der Hof ist vom frühen Morgend bis zum Abend offen. Die Touristen gehen aber immer nur ein paar Schritte, weil der Raum wenig Attraktivität verspricht.

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Der Blindenstreifen wird mit dem Blindenstück ertastet und befindet sich überall in Potsdam. Die brandeburgische Bauordnung gilt eben für alle Neubauten.

    Ja, das ist auch OK und gut so, aber warum im Hof gerade strahlend weiß...selbst bei uns in Wien, wo es zum Glück auch überall Blindenstreifen gibt, sind diese auch zumeist annähernd in der Gehsteigfarbe gehalten.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • ^Weil auch das in der brandenburgischen Bauordnung steht - um auch die Sehbehinderten mit maximalem Kontrast zu erreichen.

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    Richard David Precht