Potsdamer Stadtschloss

  • Hallo,


    herzlichen Dank an alle, die sich so positiv geäußert haben. So was baut auf… :rolleyes:


    Übrigens sind die Netze an den Kapitellen von der Straße aus nicht zu sehen. Mir fielen sie erst auf, als ich mit dem Tele dicht ran ging. Und wer weiß, wie aggressiv Vogelsch…… ist, der kann diese Maßnahmen nur begrüßen. Beispielhaft findet man diese Lösung schon seit Jahren auch am Militärwaisenhaus in der Breiten Straße und in der Lindenstraße.


    Sandstein setzt über die Jahrhunderte Patina an, die nicht mehr beseitigt werden kann und soll (Schutzschicht). Da Original und Kopie verwendet wurden, ergibt sich dieses Aussehen. Siehe auch Frauenkirche in Dresden :lehrer: .


    Herzliche Grüße aus der Landeshauptstadt Potsdam


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    Sehenswerte Potsdam-Videos, werbefrei
    http://www.youtube.com/user/MrPotsdamfan/videos

  • viele Danke fuer diese schoenen fotos des neuen alten Schlosses, als ich diese Bilder sehe, kann noch immer schwieriger verstehen warum viele Wiederaufbauprojekten in Deutschland immer so gestreitet wurde?

  • Ich weiß nicht, ob das schon einmal thematisiert wurde, aber potsdam-fan hat mich gerade auf die nachfolgende Frage gebracht: Gehören die Sandsteinflächen stilistisch nicht etwa angestrichen? Das Schloß sieht sonst irgendwann sehr komisch aus, wenn der Sandstein scharz wird bzw. nachdunkelt im Verhältnis zu den Putzflächen?

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • viele Danke fuer diese schoenen fotos des neuen alten Schlosses, als ich diese Bilder sehe, kann noch immer schwieriger verstehen warum viele Wiederaufbauprojekten in Deutschland immer so gestreitert wurden?



    Ja das versteht keiner von uns, lieber alexander. Wir sehen doch wirklich an jedem Beispiel, wie eindrucksvoll und bereichernd solche Rekonstruktionen sind. Wie schäbig kleinkariert und engstirnig dagegen ist die Kritik daran. Man kann nur hoffen, daß jede weitere Reko einen weiteren Stimmungsumschwung befördert und wir erst am Anfang stehen.


    Für Potsdam freut es mich außerordentlich, daß das Zentrum jetzt wieder über seinen zentralen Repräsentationsbau zurück erhalten hat, über Mängel im Detail kann man angesichts des Gesamteindrucks eigentlich hinwegsehen. Wie schon jemand sagte, es ist als sei das Schloß nie weg gewesen, so selbstverständlich zeigt es sich jetzt im Stadtbild.

  • Ich weiß nicht, ob das schon einmal thematisiert wurde, aber potsdam-fan hat mich gerade auf die nachfolgende Frage gebracht: Gehören die Sandsteinflächen stilistisch nicht etwa angestrichen? Das Schloß sieht sonst irgendwann sehr komisch aus, wenn der Sandstein scharz wird bzw. nachdunkelt im Verhältnis zu den Putzflächen?


    Hallo Exilwiener
    Es ist richtig, dass beim Originalstadtschloss die Sandsteinflächen angestrichen waren. Kulka oder der Bauherr oder die BAM wollten das nicht. Das wurde damals schon beim Baustart verkündet. Dafür wollten die den Sandstein Chemisch so behandeln, dass er zumindest eine schnelle Entfernung von Graffiti zulässt. Ob damit die Patina-Bildung auch unterbunden wird, und der Sandstein dauerhaft dieses neue Aussehen behält, kann ich nicht sagen.


    Grüße aus der Hauptstadt der kleinen DDR
    Luftpost

  • Hallo,


    nur mal ein Beispielfoto zur Erinnerung (ist mit Sicherheit allen bekannt) aus Dresden. Die dunklen Teile sind die originalen...



    (c) Autor


    Schöne Grüße...


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    Schöne Potsdam-Videos, werbefrei...


    http://www.youtube.com/user/MrPotsdamfan/videos

  • Danke für die Info Luftpost! Interessanter Ansatz - in 20 Jahren werden wir es sehen, ob das sinnvoll war. Anstreichen kann man die Oberflächen ja noch immer, wenn man merkt, dass das eine kulkasche Schnapsidee war.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Ja, genau. Rein konservatorisch ist es für den Stein besser, diesen nicht anzustreichen. Auch unter dem Aspekt der Wartung. Gerade in 'Norddeutschland' (ob man Potsdam noch dazu rechnet, sei dahingestellt) gibt es eine ausgeprägte Tradition von materialsichtigen Oberflächen (Holzfachwerk, Ziegelstein, oder eben Sandstein). Dem gegenüber wird vereinfacht gesagt in 'Süddeutschland' der Naturstein eher überstrichen. Dies hat sicherlich auch mit dem Wetter zu tun.
    Im Barock und Klassizismus wurden auch in Norddeutschland mehr Fassaden komplett gestrichen als in anderen Epochen.

  • @ Kapitell - naja das stimmt so nicht ganz - das kommt auf die Anstrichsysteme drauf an. Früher war es in aller Regel eine Kalkschlemme, die dann der Regen in 2 - 3 Jahrzehnten wieder ausspülte. Diese schützte den Stein zumindest eine Weile, konnte dem Stein auch nichts anhaben, da atmungsaktiv. In Dresden waren eigentlich alle Bauten mit Ausnahme der Frauenkirche angestrichen. Auch an dieser Kirche sollte ein Anstrich erfolgen, aber der Rat weigerte sich aus finanziellen Gründen. So wurde nur die Laterne gestrichen, wie es auch auf Bellotto zu sehen ist. Das 19. Jahrhundert bis quasi in unsere Zeit hinein verwendete leider nicht atmungsaktive Anstrichsysteme, welche den Stein dann mehr schadeten als nutzten. In jüngster Zeit hat man in Dresden allerdings wieder ein Anstrichsystem entwickelt, die den Stein schützen sollen und die Architektur wieder mehr zur Geltung kommen lassen - viele der restaurierten Skulpturen im Zwinger sehen heute nicht mehr schwarz aus...


    Beste Grüße Andreas

  • An den "zurückgesetzten" Sockelbereichen, die nach Backsteins Beobachtung nicht mit Naturstein belegt werden, sind Arbeiten im Gange. Es sieht so aus, aus entstünde hier der Sandsteinsockel als Trompe l'oeil-Malerei.





    (C) Selbst

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Das sieht aber echt aus... :schockiert: Warum sich die ganze Mühe machen, wenn man die Abschnitte auch gleich mit Sandstein hätte verkleiden können? Ich kann mir nicht vorstellen, dass das den Kostenrahmen so sehr gesprengt hätte...

  • oh doch. Naturstein ist teuer und diese Malerei kostet im Gegensatz dazu fast nichts - ich habe das einmal bei einem Stiegenhaus gemacht, weshalb ich das mit gutem Gewissen hier schreiben kann und war selber überrascht wie schnell und relativ günstig das über die Bühne ging.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Es mag ja sein, dass es günstiger ist, aber genau für solche Dinge hat Herr Plattner doch 20 mio. gespendet. Natürlich kann man jetzt anfangen und man malt die Fassade einfach auf, aber das war nicht Gegenstand der Vereinbarung zwischen Herrn Plattner und dem Land/BAM.


    Ich habe ja schon weiter oben beschrieben, dass mir das ganze sowieso nicht ganz korrekt vorkommt. Ich habe große Zweifel, dass die vollen 20 mio. tatsächlich in die Fassadenreko geflossen sind!

    APH - am Puls der Zeit

  • War dort bauhistorisch wirklich Sandstandstein rundherum oder eh nur partiell. Da kenn ich mich zu wenig vor Ort aus, aber das wisst ihr sicher besser. Wohin die 20 Mio nun genau fließen, das wäre tatsächlich interessant - mit oder ohne USt (3.800.000 €)? Vieleicht bleibt noch etwas für den Figurenschmuck über?

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Endlich wurden die Bilder der pnn-Webcam mal wieder aktualisiert.


    http://www.pnn.de/mediathek/401733/1/


    Von der Innenhofgestaltung bin ich dann aber doch etwas enttäuscht. Mir ist das zu reduziert. Zwei Rasenflächen und der Rest wurde einfach zugepflastert. Auch wenn die "Kunst am Bau" da noch aufgebaut wird, mir ist das zu wenig. Zumindest einige Blumen könnte man ja schon pflanzen. Vielleicht kommt da ja noch was.

    APH - am Puls der Zeit

  • Hallo @wissen.de


    hier eine kleiner Beitrag zur "Hofgestaltung":




    Zwei Rasenflächen.... und der Rest wunderschön gepflastert :wink: . Diese Pflasterung können wir wohl vergessen (?) Mal sehen...


    Zu verschiedenen Zeiten hatte der Rasen noch zusätzliche Bepflanzungen.


  • Da hat man dann ja weitgehend den Vorkriegszustand rekonstruiert. Es gefällt mir trotzdem nicht. Von einem Hof in einem barocken Schloss erwarte ich zumindest einige Blumenbeete. Aber da man den Hof ja eh nicht betreten kann, ist es eigentlich auch egal. Was man ferner auf den Webcams und den Fotos vom Schloss sieht, ist dass sich die Pflasterorgie rund um das Schloss fortzusetzen scheint. Einzige Hoffnung bleibt wohl der Steubenplatz!

    APH - am Puls der Zeit

  • Die Luftbilder sehen doch nach schönstem Mosaikpflaster aus!

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Von einem Hof in einem barocken Schloss erwarte ich zumindest einige Blumenbeete.


    Ehrenhöfe barocker Schlösser sind in der Regel recht sparsam begrünt. Oder kennst du ein Gegenbeispiel?

    Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe