Potsdamer Stadtschloss

  • Für meinen Geschmack sind die Blitzableiter an den Figuren etwas zu dezent. Sie könnten ruhig dreimal so dick und noch 5 Meter länger sein.

    Das hat leider wenig mit "Geschmack" zu tun, sondern mit der Gesetz- und Verordnunglage. Da das Stadtschloß ein Neubau ist sind alle Vorschriften einzhalten, das war schon beim Blindenleitstreifen im Hof mißlich. Aber gemeckert wird ja bei jeder Veränderung, sich über das Positive zu freuen ist keine deutsche Tugend.


    Allerdings ist es hier gelingen bei der zentralen Figur der Minerva die Lanze als Blitzschutz zu nutzen. Das ist enorm hilfreich. Der Fanghanker der Eurydike kann nach der Aufstellung des Orpheus an diese, höhere Figur versetzt werden.


    Vergleicht man das Ergebnis einmal mit der sonst gern verklärten Kaiserzeit, in der nicht nur die Figuren in schlechtem Zustand sondern auch Antennenanlagen das dach beeiträchtigt haben, ist das Ergebnis schon gut.


    Besondern auffällig ist nun das Fehlen der Figur des Orpheus, der noch auf der Humboldt-Uni in Berlin steht.

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Konstantin,wie ist das nun mit dem Orpheus? Wird eine Kopie von ihm angefertigt oder übt Potsdam sich in Geduld bis das Orginal aus Berlin doch noch irgendwann einmal nach Potsdam zurückkehren darf? Denn man sieht das an der linken Seite noch eine Skulptur fehlt.Aber ich denke, es ist erstmal kein Problem ,denn es gibt noch genug Arbeit mit der Aufstellung der anderen fehlenden Skulpturen.

  • Die Stadt Potsdam macht in der Sache exakt gar nichts. Der Stadtschloßverein, die große Mehrheit des brandenburgischen Landtags und auch die brandenburgischen Denkmalpflegebehörden sind für eine Rückkehr der Potsdamer Figuren aus Berlin.


    Das Berliner Landesdenkmalamt erlaubt jedoch die Veränderung des Baudenkmals "Humboldt-Universität" nicht, dort hält man den Notbehelf der Verwendung der Potsdamer Figuren für eine gestalterische Glanzleistung und ein Beispiel für den "Wiederaufbauwillen der DDR". Das Land Berlin hat sogar 500.000 Euro zur Sanierung des Figurenschmucks der HUB eingestellt, berlintypisch ist die Umsetzung in etwa 10 Jahren geplant.


    Aber die Berliner Haltung wäre nur ärgerlich jedoch zu umgehen, da die Figuren eine Leihgabe der "Staatlichen Schlösser Potsdam-Sanssouci" an die Humboldt-Universität sind und für diese auch ein Leihvertrag existiert (Anlage), den man natürlich kündigen könnte. Das Eigentumsrecht käme so in Kollision mit den Wünschen der Denkmalpflege und da bei einer Rückverbringung nach Potsdam das Denkmal ja keinen Schaden nähme spricht viel dafür, daß die Berliner Denkmalpflegebehörden im Konfliktfall unterlägen.


    Jedoch hat ist die Frage, wer der Rechtsnachfolger der "Staatlichen Schlösser Potsdam-Sanssouci" ist, die zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses eine Institution des Landes Brandenburg bzw. des Bezirks Potsdam der DDR war. Die Stiftung Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, 1994 unter abschließender Aufzählung ihres Vermögens im Stiftungsvertrag völlig neu gegründet, erhebt den Abspruch, Rechtsnachfolger zu sein. Allerdings weist das Vermögen der "Staatlichen Schlösser Potsdam-Sanssouci" und der SPSG nur Schnittmengen auf und die Neugründung zählt die Fragmente des Potsdamer Stadtschlosses im Gegensatz zu vielen anderen Bauwerken ausdrüklich nicht auf. Deshalb spricht viel dafür, daß die Figuren nicht der SPSG sondern dem Land Brandenburg gehören, das seinerseits 1990 die Rechtsnachfolge des Bezirks Potsdam angetreten hat.


    Die SPSG jedenfalls will den Vertrag, den sie gar nicht geschlossen hat, nicht kündigen und spricht sich für einen Verbleib der Figuren in Berlin aus. Somit bliebe nur eine langwierige Feststellungsklage des Stadtschloßvereins über die Eigentümerschaft mit unbekanntem Ausgang und hohem finanziellem Risiko.


    Die Schlösserstiftung hat nun ihrerseits dem Stadtschloßverein einen Scan der Figuren gestattet, allerdings erst im Zuge der Sanierungskampagne in vielen Jahren. Ob der Schloßverein darauf eingeht steht noch dahin, eine Genehmigung der Schlösserstiftung ist u. E. sicher hilfreich aber rechtlich kaum notwendig, da es sich bei einem Scan um ein berührungsloses Verfahren handelt und die Urheberrecht der Figuren aus der Zeit um 1750 eindeutig abgelaufen sein sollten. Es kommt also auf die Gestattung des Zugangs durch die Universitätsleitung an, die sich trotz mehrfacher Nachfragen in Schweigen hüllt und wohl hofft, das Problem aussitzen zu können. Die Haltung der Hochschule zu dem Themenkreis hat die Humboldt-Uni in diesem Text dargelegt.



    Leihvertrag Attikaskulpturen.pdf

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    Richard David Precht

  • Denkmal...Humboldt Universität....Wiederaufbauwille ( !!!!! ) der DDR !...Ich halte mir hier den Bauch vor Lachen ! So die Denkmäler heißen Prinz Heinrich Palais Berlin und Stadtschloss Potsdam. Alles weitere ergibt sich hieraus von selbst!

    Die Figuren kommen zurück, und die Figuren des Prinz Heinrich Palais werden rekonstruiert !!!


    Mann Mann Mann

  • ^Kraftvolle Beiträge beförden nicht zwangsweise die Umsetzbarkeit der geforderten Maßnahmen. Die politischen Verhältnisse in Berlin werden sich auch bei den nächsten Wahlen nicht ändern.


    Und was die Rekonstruktion der Attikafiguren des Heinrichspalais betrifft, das Friedrich II. seinem Bruder schenkte, ist nur bekannt, daß es sich um berühmte Liebspaare aus Ovidschen Themen handelte. Falls Du Abbildungen der Figuren der Seitenflügel besitzt, würde mich das sehr interessieren.


    Rekonstruiert wurde zur DDR-Tagen die Figuren über dem Mittelrisalit. Diese Darstellung sind schön, aber sehr teuer geworden und führten damals dazu, daß die um einen Fuß (ca. 30 cm) zu kleinen Attikafiguren des frisch gesprengten Potsdamer Stadtschlosses verwendet wurden.


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    Richard David Precht

  • Ich gehe davon aus, dass eine Kopie/Neugestaltung der Figuren vom Humboldtforum günstiger sind, denn auch die Figuren auf dem Dach des Humboldtforum sind in einem schlechten Zustand und müssten bearbeitet werden bevor diese auf dem Stadtschloss (Landtag) ihre alte Position einnehmen würden.


    Ganz zu schweigen von einem absehbaren Streit zwischen der Stadt Potsdam und Berlin.

  • Meister Lampe,ich denke auch, das es langfristig auf Kopien der auf der Humboldt Uni stehenden Figuren für den Potsdamer Landtag hinauslaufen wird.

  • Ich gehe davon aus, dass eine Kopie/Neugestaltung der Figuren vom Humboldtforum günstiger sind, denn auch die Figuren auf dem Dach des Humboldtforum sind in einem schlechten Zustand und müssten bearbeitet werden bevor diese auf dem Stadtschloss (Landtag) ihre alte Position einnehmen würden.


    Ganz zu schweigen von einem absehbaren Streit zwischen der Stadt Potsdam und Berlin.

    Nochmal: einen Streit zwischen der Landeshauptstadt Potsdam und der Bundeshaptstadt Berlin gibt es nicht, da die Stadt Potsdam kein Akteur ist. Die hält sich diskret zurück bei dem, was mit dem Gebäude des Brandenburgischen Landtages passiert.


    Die Sanierung der "Berliner Figuren" ist mit 500.000 Euro für unsgesamt 8 Figuren veranschlagt, das sind ca. 63.000 Euro pro Figur. Eine Neuanfertigung einer qualitätvollen Kopie ist deutlich teurer, jedenfalls wenn es in Sandstein sein soll wie die Originale.

    Der Stadtschloßverein sieht schon Probleme Spenden für die Kopien vorhandener Skulpturen zu generieren, nur weil die Berliner Politik den Lauf der Geschichte einfrieren wollen. Der Verein hat deshalb vorgeschlagen, daß die Humboldt-Uni die Figuren von der Schlösserstiftung erwirbt und der Erlös für die Kopien verwendet wird. Die SPSG lehnt diesen Vorschlag vehement ab.

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    Richard David Precht

  • Die Figuren sehen wirklich schlimm aus, ich bin heute erst vorbeigegangen. Schwarz wie die Nacht. Das sich die sogenannte Denkmalbehörde nicht schämt.

  • So ganz verstehe ich das noch nicht. Zunächst mal, was sollte die HU dagegen haben, dass die Figuren gescannt werden? Das geht doch genau in die Richtung die die wollen, also dass die Originale in Berlin bleiben. Oder fürchten sie, dass sie dann genötigt werden, diese zu erwerben? Aber gegen das Erwerben hat sich gar nicht die HU ausgesprochen, was ich verstehen würde, sonden die SPSG, die finanziell gar nicht involviert wäre?

  • Die Figuren sehen wirklich schlimm aus, ich bin heute erst vorbeigegangen. Schwarz wie die Nacht. Das sich die sogenannte Denkmalbehörde nicht schämt.

    Deshalb heißt die Behörde also DenkmalschMutz-Amt??


    Ende der 80-er Jahre hatte ich auch ein paar Studienveranstaltungen an der Humboldt-Universität zu Berlin zu besuchen.
    Der "Teilschmuck" wirkte schon damals nur halbfertig.
    Etwas mehr zur Geschichte der Skulpturenreise steht hier --> https://www.hu-berlin.de/de/ue…schichte/attikaskulpturen

  • So ganz verstehe ich das noch nicht. Zunächst mal, was sollte die HU dagegen haben, dass die Figuren gescannt werden? Das geht doch genau in die Richtung die die wollen, also dass die Originale in Berlin bleiben. Oder fürchten sie, dass sie dann genötigt werden, diese zu erwerben? Aber gegen das Erwerben hat sich gar nicht die HU ausgesprochen, was ich verstehen würde, sonden die SPSG, die finanziell gar nicht involviert wäre?

    Dies Fragen mußt Du der Leitung der HU stellen. Das Präsidium der Hochschule möchte - so ist unser Eindruck - sich schlicht in seinem Bauaublauf der Sanierung der Gebäude bis 2030 nicht irgendwie stören lassen - da sollen wir uns eben in fünf Jahren noch mal melden. Aber mal schauen, ob nach dem dritten Brief doch eine Antwort kommt.


    Daß Stiftung und Hochschule eigentlich froh sein könnten dachten wir auch. Es geht aber offenbar weniger um inhaltliche Frage als um das seit 1999 recht erfolgreiche Wirken des Stadtschloßvereins (zuerst als Verein zur Wiedererichtung des Fortunaportals). Bürgervereine sind mitunter für höfisch strukturierte öffentliche Körperschaften nicht ganz einfach als Gesprächspartner zu akzeptieren.

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    Richard David Precht

  • Das ewige hin und her mit den Schlossfiguren auf der HU! Das einfachste, die Figuren kopieren und gut ist! Dann wäre diese langsam müßige Diskussion um dessen Rückführung beendet.

  • Nochmal ein Bild von heute komplett ohne Gerüst. In meinen Augen verhelfen die Figuren dieser Tempelfront erst zu wahrer Schönheit, jetzt wirkt alles stimmig (bis auf die eine fehlende Figur natürlich):



    Hier nochmal eine Ansicht mit der gesamten Marktfassade, jetzt wirken beide Kopfbauten wieder symmetrischer. Beide Kopfbauten sind unterschiedlich breit, vorher hat mir der der Kopfbau in dem sich früher die Kapelle befand (der rechte) besser gefallen, weil der Kopfbau, in dem sich das Theater befand, für mich zu gedrungen wirkte. Jetzt gefällt mir der Theaterflügel besser:


    Die Bilder sind von mir und dürfen verwendet werden.