Potsdamer Stadtschloss

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Apollo wrote:

      Was passiert eigentlich, wenn ein Architekt stirbt, dann gilt sein Urheberrecht ja weiter. Können dann die Erben stellvertretend für den Architekten Änderungen zustimmen oder wie ist der Ablauf in einem solchen Fall?
      Da die Erben dann das Urheberrecht wahrnehmen, gehe ich stark von aus, dass sie auch Änderungen zustimmen können. Es sei denn, der Erblasser hat testamentarisch ausdrücklich etwas anderes verfügt.

      @Konstantindegeer Ich denke Apollo's Frage war allgemein gemeint und nicht nur auf Herrn Kulka gemünzt.
      Natürlich können wir froh und dankbar über jede weitere Figur sein und auf absehbare Zeit steht die Wiederanbringung im Innenhof nicht an.

      I.Ü. geht mir persönlich das Urheberrecht von Architekten auch viel zu weit, zumal bei rekonstruierten Gebäuden, die mit Millionenbeträgen der öffentlichen Hand oder privaten Spendern mühsam wieder errichtet werden. Aber so ist nunmal die Rechtslage und es ist wohl müßig darüber zu diskutieren.
    • Kann sich ein Bauherr diese Urheberrecht vom Architekten vertraglich eventuell abtreten lassen? Dann hätte es der Bauherr doch komplett selbst wieder in der Hand und man wäre nicht von irgendwelchen Launen des Auftragnehmers abhängig. Für mich persönlich ist der Urheber ohnedies Knobelsdorff und nicht der Rekonstrukteur, den man mit der Knobelsdorff Fassade et cetera beauftragte.
      „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)








    • Exilwiener wrote:

      Kann sich ein Bauherr diese Urheberrecht vom Architekten vertraglich eventuell abtreten lassen? Dann hätte es der Bauherr doch komplett selbst wieder in der Hand und man wäre nicht von irgendwelchen Launen des Auftragnehmers abhängig. Für mich persönlich ist der Urheber ohnedies Knobelsdorff und nicht der Rekonstrukteur, den man mit der Knobelsdorff Fassade et cetera beauftragte.
      Soweit ich weiss, kann das Urheberrecht nicht einfach so abgetreten werden. Aber der Bauherr kann mit dem Architekten Verträge schliessen, die Änderungsrechte auf ihn übertragen.
    • Keine der Potsdamer Figuren. Die Figuren auf dem Hauptportal sind Kopien aus den 1950er Jahren (bis auf Jason, der den Bombenangriff überlebte).

      Die acht in #3.145 dargestellten Figuren zieren die beiden Seitenflügel des Palais des Prinzen Heinrich bzw. der Friedrichs-Wilhelm-Universität, das nach 1945 und starken Schäden zur Humboldt-Universiät umgebaut wurde.

      Schade ist, daß damit 1) das ursprüngliche Bildprogramm des Mittelrisalites, die berühmtesten Liebespaare aus Ovids Metamorphosen, nicht mehr fortgeführt wurde und 2) durch um einen Fuß (ca. 32 cm) kleineren Figuren des Potsdamer Stadtschloßes die Proportionen verzerrt sind. Entscheidend war zu DDR-Tagen wohl das Kostenargument beim Wiederaufbau der Universisät, die guten Kopien des Haupteingangs aus Dresden kosteten viel Geld.

      Hier sind die Kopien der Liebespaare im Jahr 1953 zu sehen:

      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Nein, das ist alles maßkorekt. Das Foto ist im falschen Maßstab eincollagiert. Das Baumarktgitter von heute hat nach Brandenburgischer Bauordnung > 80 cm Höhe während das historische Bronzegitter der Engeltreppe ca. 68 cm maß. Der Schloßverein hat den Sockel anhand der Baupläne von 1841 maßlich geprüft.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft


    • Naja, auf dieser Montage von "potsdam-fan" ist aber am Sockel schon ein deutlicher Höhenunterschied zu sehen. Es fehlen auf dem rechten Bild ja sogar die untersten zwei Treppenstufen im Vergleich zur linken, historischen Ansicht. Offenbar liegt das Bodenniveau heute ca. 20 cm höher als damals - oder liegt der ganze Neubau tiefer? huh:)
      Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)
    • Der Schloßbau liegt auf der gleichen Höhe wie vor dem Krieg und der Treppensockel hat die gleichen Maße wie nach dem Neubau 1841. Daß das Bodeniveau in der Gestaltung mit Betonplatten höher sein kann ist möglich - spielt aber für die Treppen und für das kunstvolle Gitter erstmal keine Rolle.

      Von dem Gitter sind ja noch maßgebliche Teile erhalten - Bronzeguß, feuervergoldet. Allerdings wurde die barocke Treppe 1838 abgerissen und bis 1841 neu errichtet. Hier bei sind nur etwa 1/3 der barocken Gitterteile wiederverwendet worden. Zudem gab es eine nächste, große Sanierung in den 1920er Jahren. Deshalb ist das Bild der Fahnentreppe, das wir auf Fotos sehen, eine - zwar ästetisch anprechende - aber bunter Mischung aus klassizistischen und barocken Teilen. Auch der Wasserspeier und der Antefixartige Sandsteinabschluß sind aus den 1840ern.

      Die Putti waren im Barock aus Blei und wurden 1841 in Zinkguß wiederholt. Ob sie mit ihren etwas unnatürlichen Handhaltungen einmal Gegenstände hatten, z.B. Musikinstrumente, bleibt unklar.

      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft

      The post was edited 1 time, last by Konstantindegeer ().

    • Das ist keine Frage der Universät sondern des Berlner Landesdenkmalamtes, das jeder Veränderung eines Baudenmals zustimmen muß.

      hu-berlin.de/de/ueberblick/geschichte/attikaskulpturen
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Was ist denn der Löwenkopf? Ein Regenabfluss?

      Ich finde das Gerede von Shared Identity problematisch. Letzten Endes bleibt es dabei, dass die Potsdamer Figuren gar nicht zum Denkmal gehören laut Denkmalrolle (anders als gerne kolportiert) und der Begriff Leihgabe eigentlich solche Spielchen nicht erlauben sollte. Gerade wenn es um Kontinuitäten geht, mit denen Baupolitik des Ostregimes in Deutschland weitergeschrieben wird. Aber das macht alles nichts, denn erst werden die vorhandenen Figuren mal aufs Dach zu bringen sein. Weiterhin hat ein Verfassungsorgan wie der Brandenburgische Landtag politisch mehr Gewicht als eine nachgeordnete Bildungsinstitution oder Denkmalbehörde. Wenn er sie zurück fordert, kann die HU nicht nein sagen.
    • Na, Agon eine "Denkmalrolle" gibt es schon lange nicht mehr. Nach der Denkmalliste des Landes Berlin gehört der Wiederaufbau durch die DDR schon zum Denkmal. Link hier. Die HUB steht unter Schutz wie sie steht und liegt und jede Veränderung ist erlaubnispflichtig.

      Wem die Figuren gehören ist nach wie vor umstritten. Die SPSG behauptet sie sei Eigentümerin, weil zu DDR-Tagen die "Schlösser und Gärten Potsdam-Sanssouci" Eigentümer waren. Die unterstanden aber der Stadt Potsdam. Bei der Gründung der SPSG ist jedoch bewußt eine Neugründung erfolgt und die Kontinuität durch eine abschliessende Aufzählung des übernommenen Kulturgutes vermieden worden (Text des Gründungs-Staatsvertrages von 1995 hier.) Das Wort "Stadtschloß" kommt im Staatsvertrag nicht vor.


      Deshalb gehören die Figuren entweder der Stadt Potsdam oder dem Land Brandenburg - dieses war ja auch nach 1945 Rechnungsempfängerin aller Ausbesserungsarbeiten. Vermutlich ist recht allerdings nur in einem längeren Prozeß zu bekommen. Hierzu gehört, daß der letzte Band des Grundbuches des Stadtschloßes nach 1941 im Brandenburgischen Landesarchiv "verschwunden" ist. Letzter Eintrag 1941: Freistaat Preußen (dem war die Schlösserverwaltung unterstellt). Vielleicht müsste man mal den wissenschaftlichen Dienst des Landtages bemühen.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Stadtschloß, Treppenhaus

      Schöne Aufnahmen aus dem Treppenhaus des Potsdamer Stadtschlosses. Fast alle Aufnahmen entstanden um 1935, jedenfalls vor 1945. Eine ist von ca. 2014. Welche wird das sein?


      Quelle: SPSG


      Quelle: SPSG


      Foto: Hans-Christian-Schink



      Wunderschöne Details des Geländers.


      ____________________
      Meine Video-Sammlung: https://www.youtube.com/user/MrPotsdamfan/videos
    • Ja, das ist bitter. Nach der Brandenburgischen Bauordnung hätte es 90 cm hoch sein müssen (statt 72) und hätte keine Lücken in den Gittern von mehr als 11 cm aufweisen dürfen.

      Deshalb hat die Bauaufsicht eine hinterblendete ESG-Scheibe mit 90 cm Höhe und einem zweiten Handlsuf gefordert - das hätte das Kunstwerk vollständig zerstört.

      Aus diesem Grund durfte Peter Kulka etwas eignes designen. Quat erat visitandum.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Spender für goldene Schloss-Treppe gefunden

      Das schreiben heute die PNN (08.01.19)

      "Eine halbe Million Euro: So viel Geld spendet die Cornelsen Kulturstiftung für die Wiederherstellung der sogenannten Puttentreppe am Landtagsschloss."

      Weitere interessante Details sind auf der PNN-Seite zu finden.
      Da war es doch gut, dass wir uns schon mal vorab mit der Puttentreppe/Engeltreppe/Fahnentreppe beschäftigt haben :D .
      ____________________
      Meine Video-Sammlung: https://www.youtube.com/user/MrPotsdamfan/videos