Potsdamer Stadtschloss

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    • Ich wollte das neue Forum mit einer guten Nachricht eröffnen. Sozusagen als Belohnung für Antiquitus`Mühe. :D


      Beliner Morgenpost vom 7.10.04

      Für 99,6 Millionen Euro ein neues Potsdamer Stadtschloß
      Verein sieht gute Chancen, daß der Landtag als Mieter einzieht - Investoren sollen bauen

      Von Dieter Weirauch


      Potsdam - Michael Schöne, der Vorsitzende des Vereins Potsdamer Stadtschloß, ist optimistisch, daß der neue Landtag sich bereits in einer seiner ersten Sitzungen für ein wiederaufzubauendes Stadtschloß als Sitz des Parlaments entscheiden wird. Die Fakten sprächen für sich, so Schöne. Nach den jüngsten Berechnungen würde das Stadtschloß 99,6 Millionen Euro kosten. "Das entspricht in etwa der gleichen Summe wie die umfassende Rekonstruktion des desolaten Landtagsgebäudes auf dem Brauhausberg." Schöne, der als Rechtsanwalt in Berlin tätig ist, führte in letzter Zeit wiederholt Gespräche mit verschiedenen Politikern. "Ich hoffe, daß die SPD jemanden zum Parlamentspräsident wählt, der das Vorhaben vehement unterstützt." Dem Vernehmen nach gehöre der bisherige SPD-Fraktionschef Gunter Fritsch, der als einer der Kandidaten für das Amt des Landtagspräsidenten im Gespräch sei, zu den Befürwortern des Schloßbaus.

      Die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens Landtag in ein Stadtschloß sei laut Schöne dann abgesichert, wenn der Landtag mit dem Pool der interessierten Investoren einen langfristigen Mietvertrag abschließe. Bisher nahm an den Gesprächen die ECE Projektmanagement GmbH & Co KG teil, der Alexander Otto, der Sohn des Potsdam-Freundes und Mäzen Werner Otto vorsteht. Schöne bestätigte: "Die Investoren entwickeln und bauen den Landtag mit der historischen Schloßfassade auf dem Alten Markt und vermieten das Gebäude für 30 Jahre an das Parlament." Eingeschlossen in die Kalkulation sind auch die Außenfassade und ein Parkhaus.

      Nach dem Wiederaufbau des Fortunaportals durch TV-Moderator Günther Jauch haben sich auch Investoren für die Seitenflügel und die Kopfbauten gemeldet. Jetzt werde ein klares Bekenntnis erwartet, so Schöne. "Dann kommen weitere Investoren hinzu." Seinem Verein gehören derzeit 60 Mitglieder im In- und Ausland an. Er koordiniert ebenso die Spendensammlungen für einzelne Sandsteinfiguren für die Außenfassade. Schöne: "Sollte es dennoch zu einer Länderfusion in einigen Jahren kommen, dann ist der erforderliche Platzbedarf mit berücksichtigt."

      Das Schloß könne seiner Meinung nach im Jahr 2010 stehen. "Wenn Potsdam dann Kulturhauptstadt Europas ist, dann soll der zentrale Platz in der historischen Mitte wieder ein erlebbares Zentrum sein."

      Schärfster Gegner des Schlosses ist die PDS. Hans-Jürgen Scharfenberg, künftiger Landtagsabgeordneter und bislang Fraktionschef in der Stadtverordnetenversammlung, erteilte dem Projekt eine Absage. Scharfenberg plädierte für eine Sanierung des jetzigen Landtagssitzes, des "Kreml", als "zweifellos kostengünstigste Variante".

      Schöne sieht auch in dem neuen SPD-Fraktionschef Günter Baaske einen Befürworter des Schloßwiederaufbaues. Baaske erklärte, es sei nicht länger zumutbar, daß sich das Brandenburger Parlament im Dauerprovisorium auf dem Brauhausberg von einer baupolizeilichen "Sperr-Androhung zur nächsten hangelt". Er machte aber auch keinen Hehl daraus, daß gegenwärtig ein millionenschwerer Landtagsneubau alles andere als populär wäre.
    • Ich verstehe das nicht... :evil:
      Wieso ist so ein "millionenschwerer Schloßbau" nicht
      durchsetzbar ? Der Steuerzahler wird doch überhaupt keinen
      einzigen Cent zahlen. ECE wird doch schließlich alles bauen !
      Anschließend soll ja dann der Landtag das Schloß mieten.
      Was soll daran so schlimm sein ?

      Das ist mal wieder so eine Kampagne á là Hartz -
      ohne Wissen wird alles niedergemacht...
      Schlimm ! :shock:
    • Ja, das ist in der Tat äußerst seltsam, die Argumentation...Ist mir gar nicht aufgefallen. Aber das ist eben die PDS, die verschwendet ja gern Steuergelder, wie man beim PdR sieht...

      Von der PDS hätte ich eher erwartet, dass sie den Landtag z.B. in der Gammelplatte neben der Nicolaikirche ziehen will...Schließlich ist der jetzige Landtag in einer ehem. (preuß., kriegstreiberischen) Marineschule untergebracht...
    • Neuigkeiten aus Potsdam:

      Lothar Bisky von PDS, neue Vizepräsident des Brandenburger Landtags, schließt einen Umzug des Parlaments in ein wieder aufgebautes Stadtschloss nicht mehr aus.
      Ich war immer eher bei den Hütten als bei den Palästen und bleibe es auch. Aber Schlösser waren nie meine Feinde. Wenn eine Schlossvariante finanzierbar ist, und zwar so, dass das Land nicht in die Knie gezwungen wird, dann würde ich das nicht aus ideologischen Gründen ablehnen.

      (Märkischen Allgemeinen, Donnerstag)
    • Es ist das einzig richtige was Potsdam machen kann! Potsdam braucht das Schloss, schon wegen dem geschichtlichen und kunsthistorischen Kontext!
      Potsdam ist nun mal eine Residenzstadt und die braucht ihr Schloss nunmal wieder!
      Zum einen kann ich mir einen schöneren Rahmen, als ein Schloss für einen Landtag nicht vorstellen.
    • ich dämpfe ja ungern die freude, aber heute wurde der finanzminister von brandenburg interviewt:

      " Die Welt: Thema Landtagsneubau. Was sagt der Finanzchef zur Variante des Sitzes im Potsdamer Stadtschloß, was ist machbar, was nicht?

      Speer: Mein Haus prüft bis März die Varianten Ausbau auf dem Brauhausberg oder Neubau am Alten Markt. Ein Landtagsneubau in der Stadtmitte ist wahrscheinlich schwerer vermittelbar, da die Schaffung der Infrastruktur wie Verlegung der Straßenbahn und Absenkung des Geländes zusätzlich Geld kosten. Findet sich aber ein Investor für ein schlüssiges Gesamtkonzept, ist auch diese Variante durchaus vertretbar. Den Wiederaufbau des Stadtschlosses inklusive der historischen Fassade schließe ich derzeit aus. Wenn der Landtag am Alten Markt unterkommt, dann in einem Kubus, dessen Fassade später ergänzt werden kann. "

      Quelle: http://www.welt.de/data/2004/10/29/352983.html?s=2\r
      www.welt.de/data/2004/10/29/352983.html?s=2

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      der mann hat überhaupt nicht begriffen, worum es geht. das schloss ist doch mehr als eine aufgeklebte fassade.
      erstmal einen kubus bauen... was für ein blödsinn!
      Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
      Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
      Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.
    • Die Welt schrieb:
      Wenn der Landtag am Alten Markt unterkommt, dann in einem Kubus, dessen Fassade später ergänzt werden kann.


      Obwohl das Offenhalten der späteren, addidiven Rekonstruktion grundsätzlich eine gute Wahl gegenüber blockierendem Bauen ist, so ist es hier wohl eine Art SuperGau, läßt sich aus der Verwendung des Wortes Kubus doch schließen, daß wohl jegliche hofseitige Fassade wegfällt. Daß der Kernbau aus Stahlbeton sein wird, ist somit auch selbstverständlich.

      Das Konzept des Landtages als in der Mitte des Hofes liegendes UFO kann auch keinesfalls verwirklicht werden, da es in keiner Beziehung mit dem Stadtschloß steht und somit nichts zu ergänzen wäre.

      Was ist bloß aus dem ECE-Vorschlag geworden, die Fassaden zu finanzieren und als Ausgleich eine ihrere Filialen errichten zu dürfen?


      P.S. Meiner Meinung nach sollte man das LandtagsUFO mit Oberlichter im Hof des Schlosses versenken, da es einerseits auf der Visualisierung fensterlos ist und andererseits so die historische Hofstruktur beibehalten werden kann.
      Ich fürchte bloß, daß die Abgeordneten es nicht gerne hätten, wenn die Touristenströme oben vorbeiziehen und es aus derem Munde heißt: Kuck' mal, da unten regier'n die grad.
    • Kubus hört sich wirklich schlimm an! Vielleicht gäb's noch 'ne Möglichkeit: Es wird eine Art Rohbau auf Staatskosten errichten, also ein nacktes Gebäude für den Landtag in der Kubatur des Schlosses (wie man in Berlin ja immer sagt), komplett mit den Fenstern in der richtigen Form und Größe an der richtigen Stelle, aber eben nur als Rohbau. Und die dranzuklebende Schloßfassade wird aus Spendengeldern finanziert (man braucht also eine Art Boddien Potsdams und viele spendenfreudige Bürger).
    • @Samuel

      Jetzt hab ich mir mal Deine Fotos angesehen. Auf dem Luftbild mit der Simulation erkennt man gut, was neben dem Schloßbau selbst auch noch sehr wichtig ist: Die Wiederherstellung der Nachbarbebauung! Wenn wie auf dem Bild die Fachhochschule neben der Nikolaikirche mit Bürgerhäusern umbaut und damit verdeckt würde, wäre schon viel gewonnen. Besser wäre natürlich der komplette Abriß dieses häßlichen Kastens. Und dieses Hotel mercure muß auch weg!

      Dieses Ufo im Schloßhof ist allerdings echt ziemlich häßlich. Da wäre eine dezente quadratische Lösung bestimmt das kleinere Übel.
    • Schlechte Neuigkeiten:


      Chancen für Landtagsneubau schwinden

      Sanierung ist um ein Viertel preiswerter


      Ein Landtagsneubau in Potsdams historischer Mitte würde das Land deutlich mehr Geld kosten als die Sanierung des derzeitigen Landtagsgebäudes auf dem Brauhausberg. Nach Informationen aus Regierungskreisen käme die Sanierung des maroden Landtagsgebäudes um ein Viertel billiger als ein moderner Neubau auf dem Grundriss des alten Stadtschlosses, das zu DDR-Zeiten abgetragen worden war. Jener Neubau - mit Plenarbereich, aber ohne die teure historische Fassade - würde gut 110 Millionen Euro kosten. Finanzminister Rainer Speer (SPD) will einen exakten Kostenvergleich am 29. März dem Potsdamer Kabinett vorlegen. Der Landtag soll dann bis zur Sommerpause entscheiden, wo er künftig seinen Sitz nehmen wird. Angesichts der schwierigen Debatte um die Neuausrichtung der Förderpolitik auf den Speckgürtel sei ein Landtagsneubau nur noch schwer zu vermitteln, hieß es in den Spitzen beider Regierungsfraktionen.

      Der Potsdamer CDU-Landtagsabgeordnete Wieland Niekisch warf Speer vor, die Kosten für den Landtagsneubau künstlich hochzurechnen. "Hier wird politisch mit gezinkten Karten gespielt", sagte Niekisch. Die Verlegung von Straßen am Alten Markt würde größtenteils durch EU-Programme abgedeckt. Stattdessen habe Speer bei der Sanierung des bestehenden Landtagsgebäudes nicht mit eingerechnet, dass eine zweite Zugangsstraße gebaut und eine Brücke saniert werden müsste.

      Schon der damalige Ministerpräsident [...] Stolpe (SPD) hatte das Landtagsgebäude auf dem Brauhausberg als "Bruchbude" bezeichnet. Der backsteinerne Bau war einst als preußische Kriegsschule entstanden. Eine baupolizeiliche Sperrung wegen mangelhafter Elektrik konnte im vergangenen Jahr gerade noch vermieden werden. Im Doppelhaushalt 2005/06 sind 56 Millionen Euro für den Landtagsneubau eingestellt.



      Quelle: berlinonline.de/berliner-zeitung/brandenburg/431605.html


      Anscheinend will dieser Speer mit gefälschten Zahlen das Schloss verhindern, wollen wir hoffen, dass er keinen Erfolg hat.
    • Das hier klingt noch schlechter...
      welt.de/data/2005/03/18/612753.html
      Aber es klingt ja alles irgendwie nur nach Zahlendreherei und nach nicht sonderlich seriös! Es wär doch irgendwie doof, wenn man jetzt schon angefangen hat, das Bodenniveau wieder zu korregieren und das Poratl wieder aufgebaut hat, um es jetzt wieder abzublasen! Kann man denn nicht einfach auch, wie in Berlin, Spenden sammeln!? Schließlich wär es der neue Landtag (und wenn nicht, isses doch auch egal!), das würde die Leute vielleicht etw. mehr animieren (naja, nicht unbedingt). Dieses Stadtschloss hat ja nicht Mal mehr ne HP!


      @Booni

      Ich habe nichts mehr diesbezügl. gehört. Aber als ich letztes Mal in Potsdam war (ich bin nur vorbeigefahren!), standen links und rechts des Portals zwei Gerüste. Sahen aber weniger nach Baugerüsten, als nach irgendwelchen Stahlträgern aus. Vielleicht muss erst der Boden wieder auf Originalniveau gebracht werdern, bis es weitergehen kann... :?: