Potsdamer Stadtschloss und Umfeld

  • ^ Danke für die Bilder! Hab was Interessantes gefunden, das dazu ganz gut passt:


    Das Schloss-Puzzle kann beginnen

    Quote

    "Von den 76 Attikaskulpturen sind 17 ganz erhalten, von weiteren 18 existieren Fragmente. Acht der Original-Skulpturen des Schlosses zieren das Dach der Humboldt-Universität in Berlin. ... So mancher Potsdamer und Berliner hatte Teile des kaputten Schlosses mit nach Hause genommen und sich nach Jahren entschlossen, sie wieder abzugeben."


    Gab bestimmt eine klasse Wintergartendeko ab :gg:

  • Potsdamer Politik hat ein Ohr am Bürger:


    "Nichts zeichnet eine Regierung mehr aus als die Künste, die unter ihrem Schutze gedeihen."
    Friedrich der Große

  • Die Lösung ist einfach: die 5 erwünschten Etagen in ein anderes Gebäude unterbringen!!! Aber das Schloss soll damit doch nicht bleastet werden.
    Oder dann werden es nur 2 etagen.

  • Wie will man den aus 3 Etagen 5 machen? Was für ein Unsinn. In den nächsten 15 Jahren wird es eh keine Fusion der Länder geben. Und wieso reduziert man danch nicht einfach die Anzahl der Abgeordneten. Denn doppelt so viele Abgeordnete heißt noch lange nicht doppelt so gute Arbeit :lachen:


    Man könnte doch auch den Landtagspräsidenten und andrere Funktionsträger auslagern. Im Reichstag sitzen schließlich auch nicht alle Abgeordneten in einem Gebäude. Den Landtagspräsidenten könnte man doch im wiederaufgebauten Palasthotel unterbringen. Ist repräsentativ für Empfänge etc. Und da von den Platner-Millionen, wenn die Fassade nur 10 Mio. kosten soll noch 10 Mio. übrig sein müssten, kann man die doch hier investieren. Außer man will die Fassade so billig wie möglich bauen, um mit dem Geld, was übrig bleibt, den Eigenanteil zu reduzieren. Wäre aber auch nicht weiter verwunderlich :augenrollen:

  • Solange es wieder sein originalgetreues Äußeres erhält, beschwere ich mich nicht. Zwar kann ich auch nicht ganz nachvollziehen, wieso nun unbedingt alle Büros in diesem einen Gebäude untergebracht werden müssen, aber wie bereits neulich angemerkt wurde, wird man dort eh nicht beliebig ein- und ausgehen können, sodass mir das Innere doch eher zweitrangig ist...

  • Also Haupt- und einige der Nebengebäude der TU-Berlin haben alle eingehängte Zwischengeschosse und ich muß sagen, wenn dort auf einmal ein Boden in 2/3-Fensterhöhe sichtbar ist, so ist das ziemlich dürftig. Dabei wird das Ganze sehr fassadistisch..
    Im Berliner Regierungsviertel sind übrigens alle Gebäude unterirdisch miteindander verbunden. Die Idee der Verteilung auf mehrere Gebäude ist sowieso die Beste, denn der Beschlußlage nach will man ja die historische Mitte Potsdams wiedergewinnen. Bauten im Regierungsauftrag böten da praktisch Gestaltungsspielräume direkt gegenüber dem Schloß, ohne auf Interessen von Investoren Rücksicht nehmen zu müssen.


    Leider sieht die Realität aber bekanntermaßen anders aus. Aber hoffen wir dennoch das Beste...auf ein Wiederauffachen der Rekowelle in Potsdam.


    Ist übrigens jemandem bekannt, ob das Fortunaportal auf den alten Fundamenten steht oder dort neu ausgebaggert wurde?

  • Quote from "Prokovjev"

    Ist übrigens jemandem bekannt, ob das Fortunaportal auf den alten Fundamenten steht oder dort neu ausgebaggert wurde?


    Da waren Könner am Werk, das Fortunaportal steht auf den Originalfundamenten.



    Zu den Schlossfundamenten und der möglich gewesenen Integration in den Neubau:


    http://www.stadtentwicklung.berlin.de/denkmal/archaeologentag_2004/grossmann_text_grafik.pdf\r
    http://www.stadtentwicklung.berlin.de/d ... grafik.pdf


    Zitat: "Denkmalpflegerisches Ziel ist es, die archäologischen, baulichen Zeugnisse der Geschichte,
    also die Zeugnisse der Architekturen, an Ort und Stelle zu bewahren. Daraus ergeben sich
    Anforderungen an die Neubebauung und es stellt sich die Frage, wie und ob es möglich ist, das
    Schutzgut zu schützen und trotzdem die Fläche neu zu bebauen."

  • Nicht nur in Dresden spielen die Politiker ein falsches Spiel, aber die Potsdamer sind da nicht solche Lämmer :gg: :gg:


    Quelle: PNN


    So wird es richtig gemacht! Die Falschspieler enttarnen und unschädlich machen. Speer wird sich nunmehr hüten noch irgendetwas gegen das Stadtschloss zu unternehmen. Alle schauen ihm nun auf die Finger. Vielleicht sollte man die Gunst der Stunde nützen, um nun auch im Inneren mehr Reko zu fordern: Herr Speer wird sicherlich nichts dagegen haben :gg:

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Statt „politischen Schlagabtauschs“ durch Beratung von Fachleuten im Januar „Vernunft walten“ lassen


    Nach „der Aufdeckung der politisch nicht gedeckten inhaltlichen Öffnungs-Klausel in der Ausschreibung“ für den neuen Landtag und der „geringen Begeisterung“ der Konsortien, „die ein Jahr lang ins Leere planten“, stehe nun die Frage im Raum, „welche Prämissen für die neue Planung gelten sollte“ – So beschreibt die Stadtverordnete Saskia Hüneke (Bündnis90/Die Grünen) in einer gestrigen Mitteilung die gegenwärtige Situation des Landtagsbauprojekts am Neuen Markt, für die weder der Großspender Hasso Plattner noch die Bürger etwas könnten, die „ein Jahr lang unermüdlich die Umsetzung des Landtagsbeschlusses forderten“. Einen Ausweg aus der Situation sieht Saskia Hüneke in einer Tagung von Fachleuten im Januar: Ob das Landtagsschloss nun einen freien oder überbauten Innenhof bekommen soll, ob auch im Innenhof eine Rekonstruktion der historischen Fassade möglich ist, ob gar das Knobelsdorffsche Treppenhaus und der Marmorsaal wieder auferstehen können – all dies sollte nach Ansicht der Potsdamer Stadtverordneten „nicht im politischen Schlagabtausch“ geklärt werden.


    Vielmehr schlägt sie vor, „was zu Beginn versäumt wurde“ nun nachzuholen: „Ein offener Dialog, fachlich untersetzt, in dem seit langem von ,Mitteschön’ geforderten erweiterten Beraterkreis aus Fachleuten der Denkmalpflege, der Potsdamer Fachhochschule, der Architektenkammer, den jungen Architekten um Christopher Kühn, dem Beirat Potsdamer Mitte und natürlich den zuständigen Vertretern der Politik“, schreibt Saskia Hüneke in ihrer Mitteilung.


    Wie sie den PNN gestern erklärte, sollten die nach der Millionenspende von Hasso Plattner zugunsten der historischen Fassade nun „nicht schnell, schnell“ nach Lösungen gesucht werden, wie ein funktionierender Landtag eingepasst werden könne. Dafür seien die Fragen „viel zu komplex“. Vielmehr sei ein fachlicher Meinungsaustausch in einer – „wenn es denn sein muss, auch nicht-öffentlich“ – Tagung im Januar nötig. Dort sollten die Prämissen des Landtagsschloss-Projektes erarbeitet und dann den politischen Gremien vorgelegt werden. Dazu schlägt die Stadtverordnete folgende Grundsätze vor: „Das Kulturerbe mit fachlichem Anspruch einbeziehen, den Bürgerwillen akzeptieren, die Landtagsfunktionen mit Vernunft abwägen, den richtigen Ansatz für die Moderne suchen“.Es gebe keine eindeutigen Antworten, man müsse „wirklich offen nach differenzierten Lösungen suchen“. Erst auf dieser Grundlage sei eine ohnehin erforderliche Modifizierung des ÖPP-Verfahrens sinnvoll, wolle „man nicht schon wieder alles eilig in die nächste Sackgasse schieben“. Der neue Landtag soll von einem privaten Konsortium errichtet und an das Land vermietet werden. Laut Saskia Hüneke sollte jetzt „Vernunft walten“ – auch mit Hinblick auf den „unrealistischen Zeitplan“. Das Stadtschloss und der neue Landtag „sind es wert“.


    PNN vom 18.12.2007, von Guido Berg

    "Europa wurde von den Bürgern erbaut und von den Proleten zerstört."
    - Sándor Márai

  • Das klingt doch sehr reflektiert. Solche Abgeordneten fehlen in Dresden.

    Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
    Jesus ist mein Herr und Retter!

  • ...das liegt aber auch einfach daran, daß Frau Hüneke bei den Preuß. Schlössern und Gärten als Kunsthistorikerin arbeitet, und unglaublich viel Ahnung von den Werten (oder besser: vom dem Wert - also vom Schloß), um die (den) es hier geht, hat.


    Solche Leute fehlen in der Dresdner Politik auch!

  • So öst es!

    Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
    Jesus ist mein Herr und Retter!

  • Hey! Diesen Schneidezahnvergleich hat er von mir geklaut! Ab in Knast mit ihm! Nee, im Ernst...Toll, dass er sich trotz der Konsequenzen doch weiterhin für das Schloss einsetzt.

  • Ich hoffe das dieser Mann zumindest eine persönliche Genugtuung empfinden kann, wenn das Schloss in ein paar Jahren wieder steht und er sich innerlich mit seiner Vergangenheit versöhnen kann.

  • Quote from "Benni"

    Ab in Knast mit ihm! .


    Hoffentlich liest das der Herr Wendland nicht, da kommt einem das Gruseln. Habe vor kurzem einen Landschaftsgärtner kennengelernt, der wollte mit 18 Jahren aus der DDR flüchten; in Böhmen haben ihn die Tschechen gefaßt und erst einmal sechs Wochen lang verprügelt; danach wurde er in die DDR abgeschoben, wo er ein Jahr im Roten Ochsen in Halle/Saale einsaß. Der Trakt für die 'Republikflüchtlinge' ist heute eine für Besucher geöffnete Mahnstätte: winzige Zellen, Tag und Nacht beleuchtet, man verlor seinen Namen und wurde nur mit einer Nummer angeredet. Er saß nur deshalb ein Jahr, weil am 9.11.1989 die Mauer aufging.
    Das sind traumatische Ereignisse im Leben eines jungen Menschen, vor allem, wenn man so jung wie mein Bekannter oder Herr Wendland ist.
    Letzterer hat auch ein lesenswertes Buch geschrieben über den Architekten Georg Christian Unger, der mit seinen Bauten Potsdam und Berlin unter Friedrich dem Großem mitgeprägt hat, u.a. stammt das Belvedere auf dem Klausberg (das, oberhalb des Drachenhäuschens) von ihm. Das Buch ist mit vielen, vielen Fotos versehen und die Anschaffung wert.

    Dich will ich loben : Häßliches,
    Du hast so was Verläßliches.


    Das Schöne schwindet, scheidet, flieht,
    fast tut es weh, wenn man es sieht.


    Das Schöne gibt uns Grund zur Trauer.
    Das Häßliche erfreut auf Dauer.


    R. Gernhardt