Potsdamer Stadtschloss und Umfeld

  • Die Zeit vor der Veränderung der Schlossfassade unter Friedrich Wilhelm IV. Zu dieser Zeit müsste der Fassadenschmuck noch vollständig erhalten gewesen sein. Ich kenne aus dieser Zeit leider nur Gemälde, welche den Fensterschmuck nicht authentisch wiedergeben.



  • Ah, Du meinst die Schlußsteinköpfe in den Rundbogenfenstern der Belle Etage, die Knobelsdorff einmal "abgeschlagene Idianerköpfe" genannt hat. Die wurden vom Schloßbauleiter Boumann eingefügt und bei den Umbauten der zweiten Hälfte des 19. Jhrhunderts sind diese bis auf 7 Köpfe auf der der Gartenseite entfallen. Knobelsdorff mochte die Köpfe nie.


    Unter FW IV ist noch die Fahnentreppe wieder neu aufgebaut worden (allerdings schon 1840, wohl sein erstes Bauprojekt als König), die FW III hatte abreißen lassen.


    In den 1880er Jahren wurden dann die Skulpturen auf dem Fortunaportal mit Kopien ersetzt, da die Originale von 1701 aus Cottaer Sandstein schon arg gelitten hatten. Da Preußen später auf schlesischen Sandstein zurückgreifen konnte wurden die Kopien in Rackwitzer Sanstein hergestellt, der deutlich härter ist.


    „Ärzte können ihre Fehler begraben, aber ein Architekt kann seinen Kun­den nur raten, Efeu zu pflanzen.“
    George Sand

  • Letzte Figuren von der Fahnentreppe gegossen.

    Heute, am 20. Mai 2020, wurden die letzten Teile der Engel/Musikanten gegossen

    (...) Nach weiteren 4 Wochen ist der Transport der fertigen Bronzeskulpturen nach Potsdam geplant. Auf der dann vom Verein Potsdamer Stadtschloss e.V. eingerichteten Baustelle kann der Wiederaufbau der Fahnen- oder “Engel” Treppe an alter Stelle beginnen. Dank an die Cornelsen Kulturstiftung.

    Siehe auch: https://www.stadtschloss-potsdam.org/


  • Baubeginn an der Engel-, Fahnen-, Puttentreppe

    Lt. Verein Potsdamer Stadtschloß e.V. gehts mit den Bau an der o.g. Treppe demnächst los. Am 25.06.2020, 13.00 Uhr, gibt es anlässlich des Baubeginns eine Veranstaltung vor Ort. Bis zum Jahresende 2020 soll alles fertig sein!


    Hier kann man einen kurzen Film von den Vorbereitungsarbeiten genießen. Ich hatte die Ehre, daran mitarbeiten zu dürfen :wink:.


    Quelle: Schloßverein

  • Ich freue mich das es am Stadtschloss, trotz Corona weitergeht. Es wird ja erwartet dass in diesem Jahr auch noch weitere Figuren auf das Dach zurückkehren.


    Wir hatten das Thema schon einmal diskutiert aber ich möchte trotzdem noch einmal es mir von euch erklären lassen (Konstantindegeer/potsdam-fan). Die Fahnentreppe führt ins Leere, weil dort ein Fenster ist. Kann man das Fenster nicht durch eine Tür austauschen? Dann hätte das Stadtschloss einen weiteren Notausgang und die Fahnentreppe auch eine Funktion.

  • Das wäre schön, ich glaube aber, dass das neue Geländer bereits von der Höhe her nicht mehr für einen Neubau zulässig wäre. Außerdem ginge es dann noch um die Sicherheit des Landtages, weil so recht einfach Zugang ins Innere des Gebäudes bestünde. Deutsland, Bierokratie, swere Land...

  • Meister Lampe,das man das Fenster durch eine Tür austauschen könnte ist Bautechnisch leider nicht möglich,da die Raumhöhe insgesamt heute niedriger ist und nach oben hin verschoben wurde um im Gebäude ein zusätzliches 4.Geschoss zu gewinnen.Der Fußboden ist dadurch auf Höhe des Fensterbretts.Ebenso der Plenarsaal.Daher jetzt auch die drei Stufen auf der ehem.Kutschauffahrt zum Plenarsal.Also hinter der historischen Fassade ist ein völlig anderer Grundriss als er früher einmal war.

  • Ja, es sind mehrere Probleme: 1) der Fußboden des 1. OG liegt ca. 100 cm höher als früher, man müßte also eine innenliegende Treppe einbauen. 2) Hinter dem Fenster ist nicht mehr das Zedernholzkabinett, in dem die Truppenfahne der Leibgarde aufbewahrt wird (Kommandeur: Kronprinz Friedrich) sondern ein Kopierraum. 3) Die Geländerhöhe müßte nach Brbg BauO 90 cm betragen, wird aber - wie historisch - bei ca. 70 cm liegen. Deshalb haben wir die Treppe zum Kunstwerk erklärt und werden diese unten sperren. 4) Eine solche Sperrung gab es schon vor 1945, weil der Vandalismus Überhand nahm. Deshalb haben wir die Putten aus Bronze (und nicht aus Zinkguß, wie im Original) hergestellt.

    Daß sich (Ironie an) nach der Wiedernführung der Monarchie an diesen Rahmenbedingen ggf. etwas ändern ist möglich, jedoch nicht sicher (Ironie aus). Deshalb haben wir uns entschlossen, eine Lösung auszuführen, die mit der bestehenden Gesellschaftsordnung und ihren Vorschriften konform geht.


    Grüße aus Potsdam vom Schloßverein

    „Ärzte können ihre Fehler begraben, aber ein Architekt kann seinen Kun­den nur raten, Efeu zu pflanzen.“
    George Sand

  • Heute haben wir ersteinmal das Bestandsgitter entfernt und entsorgt.

    „Ärzte können ihre Fehler begraben, aber ein Architekt kann seinen Kun­den nur raten, Efeu zu pflanzen.“
    George Sand

  • Hoffentlich wird das Gitter vom Baumarkt nicht entsorgt, dass kann man im Innenhof des Stadtschloss noch aufstellen und als "Kunst" verkaufen. Ansonsten geht das Baumarktgitter an die Firma zurück, vielleicht liegt die Rechnung noch vor :thumbsup:.

  • Hoffen wir nicht, dass die Putten zuvor durch irgendwelche rassistischen Äußerungen aufgefallen sind... :zwinkern:

    Will sagen, ich hoffe, es wird auch in die Überwachung der Treppe ein wenig investiert.

  • (...) Eine solche Sperrung gab es schon vor 1945, weil der Vandalismus Überhand nahm. (...)

    Kaum zu glauben, daß es damals auch schon solche Idioten gab. - Diese Absperrung kann man übrigens in einem Beitrag von 2018 sehen:


    Engeltreppe


    Auf den Vergleichsphotos von früher und heute, kann man den Unterschied zwischen Tür und Fenster gar nicht erkennen. Das sieht man wahrscheinlich nur, wenn man direkt davor steht. Notfalls könnte man das Fenster ja durch eine Türenattrappe ersetzen, die sich aber natürlich nicht öffnen lässt. In der oberen Hälfte wäre sie noch immer ein Fenster.

  • Teil1


    Die Fahnentreppe am Stadtschloß erhält ihren Schmuck zurück.


    Heute war der spannende Moment: Die Putten - oder sind´s gar Musiker? - wurden probeweise aufgestellt. Alles mögliche musste vermessen, justiert werden. Dann konnte mit einem Wasser oder einem Glas Sekt angestoßen werden. Nach 75 Jahren sah die Treppe fast wieder so aus wie vor der Zerstörung.


    Hier einige Impressionen. Die Treppe vor der Zerstörung.

    Quelle: historisches Foto, selbst koloriert


    Ein bekannter Vergleich zur Erinnerung.

    Quelle: SPSG, Autor 2017


    Putto Number One. Ist das der Dirigent?

    Quelle: unbekannt, vor 1945


    Quelle: unbekannt, vor 1945


    Hier die Kopie von heute.





  • Teil 2


    Die Fahnentreppe am Stadtschloß erhält ihren Schmuck zurück.


    Nach der "Probestellung" werden die Putten vergoldet, das Geländer wird in großen Teilen neu geschaffen...Bis März 2021 sollen nach Aussagen des Stadtschloßvereins die Arbeiten abgeschlossen sein.

    Jeder darf sich mal Gedanken machen, welche Instrumente evtl. gespielt wurden...