Molkenmarkt und Klosterviertel

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    • das weniger bekannte Neues Stadthaus

      es entstand Anfang der dreißiger Jahre in der Parochialstraße 1-3 als Ergänzung zum Alten Stadthaus, zahlreiche Bürgerhäuser darunter das Gebäude des Antikriegsmuseums aus der Parochialstraße 29 ( Bestand von 1923-1933, aus politischen Gründen ) wurden dafür abgerissen. Später zog die Niederlassung der Feuersozietät Berlin Mitte in das neue Stadthaus.

      Lageplan Neues Stadthaus




      Aussenansicht Neues Stadthaus



      Detail der Fassade


      Eingangsbereich



      das alte Antikriegsmuseum in der Parochialstraße ( Bildmitte ), ein neues Antikriegsmuseum besteht im Wedding Brüsseler Straße


      Gedenktafel Parochialstraße mit deutschen und französischen Stahlhelm



      Gedenktafel für den Gründer des Antikriegsmuseum
    • Bilder der Straße Am Krögel
      Der Krögel war eine 120 m lange Straße die vom Molkenmarkt bis zum Spreeufer verlief. In dieser Straße konzentrierte sich das Elend von Berlin. Die Häuser wurden in den dreißiger Jahren abgerissen. Auf der freiwerdenden Fläche entstand das Gebäude der Reichsmünze nach dem Krieg die Münze der DDR. Heinrich Zille gab mit seinen Bildern dem Krögel ein Gesicht, den in dieser Gegend verirrte sich kein Berliner Tourist.













    • Eiserner Pirat wrote:

      Der Krögel war eine 120 m lange Straße die vom Molkenmarkt bis zum Spreeufer verlief. In dieser Straße konzentrierte sich das Elend von Berlin. Die Häuser wurden in den dreißiger Jahren abgerissen. Auf der freiwerdenden Fläche entstand das Gebäude der Reichsmünze nach dem Krieg die Münze der DDR. Heinrich Zille gab mit seinen Bildern dem Krögel ein Gesicht, den in dieser Gegend verirrte sich kein Berliner Tourist.
      Ich finde das Einstellen historischer Fotos sehr gut, bitte beibehalten.

      Zu obigem Kommentar aber einige Anmerkungen:

      Das "Elend" des Krögel war teils übertrieben, teils inszeniert. Als Charlie Chaplin in den 20ern hindurchgeführt wurde, um ihm das von der Kaiserzeit hinterlassene soziale Elend zu demonstrieren, sagte Chaplin sinngemäß: Ist doch gar nicht dramatisch, saubere Wohnungen, nette Leute etc. (und er wußte wahrlich, was Elend heißt). Es war also ein Bereich, der gewissermaßen der republikanischen Stadtregierung als "Vorzeigeelendsquartier" diente.

      Warum aber war die Bausubstanz so baufällig? Weil das Quartier grundsätzlich nicht mehr saniert wurde, denn man wollte es abreißen. Dazu kam es aber in der Kaiserzeit nicht. Nun hätte man es also, da es ja so unzumutbar war, baldigst abreißen oder, viel besser, sanieren können. Dies geschah aber erst in der Nazizeit, nämlich 1935, um dem Neubau der Reichsmünze Platz zu machen.

      Und es ist ganz und gar nicht so, daß sich keine Touristen hierher verirrten. Im Gegenteil: Es gab geradezu Fotosafaris im Krögel, denn schon damals galt dieser als kultiger Ort mit seiner Uhr ("mors certa, hora incerta" - "Totsicher geht die Uhr falsch"); es gab sogar ein kleines Krögelmuseum. Am Eingang standen Kinder, die sich den Touristen gegen kleine Münze für Führungen anboten (siehe Willy Römer: Höfe und Gassen im alten Berlin, Verlag Dirk Nishen, Berlin 1987).