Berlin - Molkenmarkt und Klosterviertel

  • Nun gut, dann ein kleiner Rundgang. Die gezeigten Entwürfe sind Vorschläge und keine aktuellen Bauplanungen. Studenten haben sich da ihre Gedanken gemacht, wie das Gebiet wieder belebt werden kann und der historischenMitte Berlins gerecht wird.


    Blick in die Parochialkirche. Zweiter von links Herr Dr. Goebel:



    Das Klosterviertel:





    Entwürfe zur Jüdenstr zwischen der Großen Jüdenhof und der Grunerstraße:





    Übersichtsplan:




    Fortführung der Waisenstraße:





    Hier müsste es sich um die Parochialstraße handeln:





    Überblick mit historischen Ansichten:





    Gymnasium 'Zum Grauen Kloster', verschiedene Entwürfe, leider teilweise unscharf (Pardon):















    Blick durch die Klosterstraße




    Historische Ansichten vom Gymnasium :




    Machbarkeitsstudie, Detail:





    Und zum Abschluss eine Ansicht der Spandauer Straße, gesehen vom Molkenmarkt in Richtung Rotes Rathaus:


  • Danke vielmals.


    Ganz toll ist ja die Idee die Ruine der Klosterkirche wieder aufzubauen zumindest als "offene überdachte in ihrer Kubatur" Ruine.

  • Ja, bei den Potsdamer Studenten sowieso. ;) Es braucht mehr solcher "Inseln der Hoffnung".


    Insgesamt war die Veranstaltung ein großer Erfolg. Alle drei Tage gut besucht, überwiegend gute Stimmung, interessierte bis begeisterte Besucher, stark nachgefragte Führungen. Nochmal ein ordentlicher Fortschritt gegenüber dem ersten Mitte-Fest im letzten Jahr! :)

    Hier übrigens mehr Infos zur Stiftung Mitte, es gibt auch einen Förderkreis, einfach mal via Mail melden:

    https://stiftung-mitte-berlin.de/

  • Und noch eine weitere Visualisierung der Stiftung Berliner Mitte, und zwar von der Klosterstraße mit dem Vorkriegsbaubestand rund um das Berlinische Gymnasium zum Grauen Kloster.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Frau Giffey war dem Artikel zufolge dort. Wie sieht es denn mit anderen Leuten des Senats aus, die was zu sagen haben? Haben sich Frau Kahlfeldt oder Herr Gaebler blicken lassen? Man würde ja hoffen, dass diese sich von den sehr schönen Vorschlägen haben inspirieren lassen.

    Wie auch immer, ganz großen Dank an diese Veranstaltung und die emsigen und engagierten Leute dahinter! :)

  • Man kann nur hoffen,das am Molkenmarkt nicht auch so etwas architektonisch Vermurkstes entsteht,wie am Schinkelplatz. Dort war von den Verantwortlichen absichtlich ein architektonischer Bruch gewollt.

    Durch diesen architektonischen Bruch hat der Schinkelplatz als ganzes seinen Charme stark eingebüßt.

  • Wie sieht es denn mit anderen Leuten des Senats aus, die was zu sagen haben?

    Petra Kahlfeldt war am Sonntag bei der abschließenden Diskussionsrunde dabei, gemeinsam mit dem Landesdenkmalschützer Christoph Rauhhut, Brigitte Thies-Böttcher (Vorsitzende des Fördervereins des Gymnasiums zum Grauen Kloster) und Alexander Pellnitz (Architekt, mit Marc Jordi und Susanne Keller beteiligt am mE besten städtebaulichen Entwurf für das Klosterviertel).


    Und Franziska Giffey hat am Freitag das Mitte-Fest eröffnet.

  • Hier ein wie ich finde interesannter Audio-Beitrag, in dem verschiedene Personen mit verschiedenen Meinungen zum Thema Molkenmarkt zu Wort kommen:

    https://www.deutschlandfunk.de…her-dlf-ff56cb3a-100.html

    Unter anderem mit Vertretern der Stiftung Mitte Berlin (https://stiftung-mitte-berlin.de/ ) und Petra Kahlfeldt.

    Stephan Trüby: "Ich sehe den Versuch eine elitäre, wohlhabende Schicht in dieses Terrain zu locken und hier eine Teufelsaustreibung des Sozialismus zu betreiben mit städtebaulichen Mitteln..."

    Okay... Und daran ist was schlecht?
    cclap:) cclap:) cclap:)

  • Stephan Trüby: "Ich sehe den Versuch eine elitäre, wohlhabende Schicht in dieses Terrain zu locken und hier eine Teufelsaustreibung des Sozialismus zu betreiben mit städtebaulichen Mitteln..."

    Okay... Und daran ist was schlecht?
    cclap:) cclap:) cclap:)

    Im Grunde sagt er doch nichts anderes, als dass da ein "linker" Raum verloren geht. Schlimm aber auch....

    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)

  • Also als Wohlhabender (ab wann zählt man dazu?) würde ich nicht dort wohnen wollen. Dafür wäre mir Gegend immer noch zu unattraktiv mit meinem absoluten berliner Anti-Ort, dem Alex, um die Ecke. Gibt weitaus elitärere Ecken, selbst in Berlin.

  • Trüby benutzt letztendlich die soziale Frage bzw. die allgemeine Wohnungsnot um seine seelenlose Architektur zu rechtfertigen bzw. auch noch am Molkenmarkt durchzudrücken. Der Versuch hat schon was Perfides


    Benni Als Reicher würd ich mit auch eher nach einem Herrenhaus oder einer Villa in Brandenburg umschauen. Aber selbst am Alex (es ist mir immer ein Rätsel warum es die Touristen dort hinzieht) soll es ja Käufer für "Luxusappartments" in den neuen Hochhäusern geben.

  • Ach, ein Herrenhaus muss es gar nicht mal sein. Ne schöne Altbauwohnung am Kudamm oder Friedenau täts auch.


    Bei nem Hochhaus würde ich es mir vielleicht auch noch mal überlegen (wenn auch nicht am Alex). Aber diese ganzen Neubauten sehen von außen zwar sehr schick und edel aus, können aber im Inneren, sobald man das Foyer mit Marmor und geschliffenen Spiegeln verlässt, nicht mithalten.

  • Die Berliner Zeitung hat sich am 06.11.2023 mit dem Wettbewerbsverfahren zum Molkenmarkt in einem Artikel ausführlich beschäftigt. Hier eine interessante aber auch beunruhigende Passage aus dem Artikel:


    "In den Akten gibt es allerdings Hinweise darauf, dass es einen Konflikt um die gewünschte kleinteilige Bebauung gegeben haben könnte. Der Grund: Die Kleinteiligkeit führt zu einer hohen Zahl an Erschließungskernen wie Treppenhäusern, was tendenziell höhere Baukosten und damit höhere Mietpreise nach sich zieht. In Zeiten, in denen die Baukosten sowieso schon explodieren, ein gravierendes Problem. Vor allem, wenn ein Großteil der Wohnungen preiswert vermietet werden soll. Wird hingegen die Kleinteiligkeit aufgegeben, lassen sich vielleicht Kosten sparen, doch führt dies zu größeren Wohngebäuden, die an dieser Stelle städtebaulich nicht gewollt sind. Ein schwer zu lösendes Dilemma."


    Architektur für den Molkenmarkt: „Auf die Bezeichnung Sieger verzichten“
    Trotz eines Architekten-Wettbewerbs ist unklar, wie der Molkenmarkt künftig aussehen soll. Warum werden die Entwürfe der Gewinner nicht umgesetzt?
    www.berliner-zeitung.de

  • Diese Argumentation von Grünen und Sozialisten ist doch steinalt: den beiden Parteien (und den Wohnungsbaugesellschaften) schweben Großwohnanlagen vor, die bei einer Nutzung als Sozialwohnungen natürlich sparsam geplant werden sollten. Dazu passt ja auch der B-Plan. Gleichzeitig foredrt die beiden linken Partien allerdings ein energetisches Vorzeigemodell, also Energiestandards wie EH 40 und Holzbau - also klare Baukostentreiber. Daran sieht man, dass die beiden Parteien nicht an der Begrenzung der Baukosten interessiert sind sondern dies lediglich als Vorwand nehmen um eine teilweise kleinteilige Bebauung zu verhindern.


    Bei Großwohnanlage werden bis zu acht Wohnungen an ein notwendiges Treppenhaus nach BauOBln angeschlossen.

    Der Kern des Übels ist, dass der Senat am Molkenmarkt alles auf einmal behauptet zu wollen: preiswertes Bauen, klimagerechtes Musterprojekt, altstadtgerechtes und kleinteiliges Bauen, historische Bezüge, alles unter staatlicher Regie und in Staatseigentum sowie Sozialmieten. Das funktioniert nicht.