Berlin - Molkenmarkt und Klosterviertel

  • Völlig unverständlich und städtebaulich kontraproduktiv ist der Beibehalt des großen, maroden & störenden Riegels.

    Senat beschließt Rahmenplan zur Charta Molkenmarkt – langfristige Sicherung der städtebaulichen Ziele - Berlin.de

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Völlig unverständlich und städtebaulich kontraproduktiv ist der Beibehalt des großen, maroden & störenden Riegels.

    Senat beschließt Rahmenplan zur Charta Molkenmarkt – langfristige Sicherung der städtebaulichen Ziele - Berlin.de

    Du triffst den Kern der Sache. Das Kernproblem des Quartiers ist die Bebehaltung der stadtautobahnähnlichen KfZ-Trasse über den ältesten Platz Berlins. Selbst mit den verschiedenen grünen verkehrspolitischen Träumen wird es langfristig bei ca. 50.000 (fünzigtausend) KfZ pro Tag bleiben. Diese Fehler will und kann ganz ofefnbar auch der CDU-SPD-Senat nicht ändern, das Thema wird uns beim Neubau der Mühlendammbrücke und am Spittelmarkt noch lange beschäftigen.

    Deshalb musste der festgesetzte B-Plan reagieren und den 7-geschossigen Riegel planen sowie den Platz vor dem Stadthaus mit einer Schallschutzwand abschliessen. So wurde die trennende Wirkung der Grunerstraße zementiert und eine qualitätvolle Entwicklungen in den Blöcken ausgeschlossen. Wie hinter der Schallschutzwand ein "lärmgeschützten Hofraum" entstehen soll, der "öffentlicher Platzraum mit repräsentativ gestalteten Grünflächen" sein soll bleibt im Denkeln. Das funktioniert nur in der Architektenprosa.

  • Das Kernproblem des Quartiers ist die Bebehaltung der stadtautobahnähnlichen KfZ-Trasse über den ältesten Platz Berlins. Selbst mit den verschiedenen grünen verkehrspolitischen Träumen wird es langfristig bei ca. 50.000 (fünzigtausend) KfZ pro Tag bleiben. Diese Fehler will und kann ganz ofefnbar auch der CDU-SPD-Senat nicht ändern, das Thema wird uns beim Neubau der Mühlendammbrücke und am Spittelmarkt noch lange beschäftigen.

    So ist es. Diese offensichtliche Tatsache wird jedoch einfach ignoriert, die "Beibehaltung der stadtautobahnähnlichen KfZ-Trasse" einfach als unveränderbarer Zustand hingenommen und schöngeredet.

    Dementsprechend beginnt heute ein Artikel einer Boulevardzeitung mit der der Schlagzeile, dass "Berlins neue Altstadt am Molkenmarkt künftig autofrei" sei - als ob nicht weiter eine Blechlawine quer über das (für die Berliner Größenordnung eigentlich winzige) Gebiet der "alten Altstadt" rollen würde.

    Berlins neue Altstadt am Molkenmarkt künftig ohne Autos
    Zurück in die Zukunft! Vis-à-vis vom Roten Rathaus wird Berlins zerstörte Altstadt mit neuem Gesicht ab 2026 wieder aufgebaut. Der Molkenmarkt. Mit Boulevard,…
    www.bz-berlin.de
  • Die technische Entwicklung in diesem Bereich schreitet aber unaufhaltsam voran.

    Die Planer-Zunft hat bis heute nicht begriffen, dass sie nicht mehr für Autos des 20. Jahrhunderts planen.

    Sondern für leise E-Autos. Insofern braucht es auch keine 7-stöckigen Riegel, denn Abgase und Lärm wird es nicht mehr geben.

  • Was hält Ihr davon?:

    Quote


    Das historische Erscheinungsbild, das spätestens durch die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg verschwunden ist, soll nicht eins zu eins wieder entstehen. «Es ist keine historische Rekonstruktion geplant, sondern eher eine aktuelle Interpretation», sagte Gaebler dazu.

    Unsere große Aufmerksamkeit für die Belange des Denkmalschutzes ist bekannt, aber weder ökonomisch noch kulturhistorisch lässt es sich vertreten, aus jedem alten Gebäude ein Museum zu machen. E. Honecker

  • Wenn diese "aktuelle Interpretation" im Stil der Häuser Friedrichswerder erfolgen würde, wäre für mich ein guter Ersatz für eine Rekonstruktion der historischen Gebäude gegeben. Unter der Prämisse, dass die stadteigenen Wohnungsgesellschaften dort bauen sollen, halte ich das jedoch für illusorisch.

  • Er ist doch völlig unklar, was da "neu interpretiert" werden soll. Ist es das kaiserzeitliche Alt-Berlin, das barocke oder das mittelalterliche? Dazu gibt es keinerlei Hinweise.

    Der festgesetzte B-Plan sieht ja klare Geschossigkeiten vor, weil zur Grunerstraße und zum Molkenmarkt Schallschutzwände in siebengeschossiger Höhe geschaffen werden müssen. Da kann man kein Alt-Berlin "neu interpretieren", es sei denn man macht das auf dem Nivau der zeitgenössischen Architekturprosa, die eher in die Abteilung Satire gehört.

    Da ja auch die DDR-Platte in der Klosterstraße erhalten bleiben soll ist also eine Wiederkehr von Alt-Berlin - bis auf die Rekosntruktionen der DDR-Zeit - ausgeschlossen. Ob die Neubauten wenigstens wie in Lübeck in abstrakter Form etwas mit Alt-Berlin zu tun haben werden bleibt abzuwarten. Ich habe da erheblcihe Bedenken, weil die Architekturausschreibungen von den öff. Wohnungsbaugesellschaften umgesetzt werden, die bei Architekturausschreibungen an Vergabeprinzipien gebunden sind. Zu diesen gehört eine Geheimjury, eine Geheimberatung und eine absulute Geheimhaltungspflicht über die Wettbewerbsentwürfe in der Öffentlichkeit, bevor die Geheimjury entschieden hat.

  • Zu diesen gehört eine Geheimjury, eine Geheimberatung und eine absulute Geheimhaltungspflicht über die Wettbewerbsentwürfe in der Öffentlichkeit, bevor die Geheimjury entschieden hat

    Die Abschaffung jedweder Geheimjurys wäre auf jeden Fall eine lohnenswerte, allgemeine Forderung unseres Vereins für die Zukunft.

  • Die BZ berichtet von einer "Konferenz gegen identitäre Erinnerungsarchitektur" , die wohl am Wochenende in der Klosterruine stattfinden soll.

    Mir schwant da Böses, zumal bei dem ideologisch aufgeladenen Begriff.

    Ist Stadtbild Berlin da irgendwie vertreten oder sonstwie vor Ort?

    Konferenz gegen identitäre Erinnerungsarchitektur in der Klosterruine Berlin - B.Z. – Die Stimme Berlins
    Am 26. und 27. August lädt die Klosterruine Berlin zur Konferenz „Relikte und Resonanzen“ ein. Inmitten der aktuellen Diskurse um die Rekonstruktion der…
    www.bz-berlin.de
  • Die Konferenz bringt hochkarätige Gäste wie Noa K. Ha, Claudia Melisch, Philipp Oswalt, Mathias Schulz, Niloufar Tajeri, Stephan Trüby, Anna Yeboah und weitere Expert:innen zusammen.

    Mit anderen Worten die Creme de la Creme aus Schlosshassern und Rekonstruktionsfeinden. Dass solche Leute und ihr verblendetes Geschwätz im besten Deutschland aller Zeiten aus den Amtsstuben nach Kräften gehätschelt und getätschelt werden ist kaum noch eine Neuigkeit.

  • Nun, dass mit Stephan Trüby und Philipp Oswalt keine Liebhaber des Schlosses und der Rekonstruktion allgemein anwesend sein werden, das ist offensichtlich. Aber was ist zum Beispiel der Archäologin Claudia Melisch vorzuwerfen, dass du sie hier gleich mit diffamierst? Ein klein wenig Abrüstung würden der Debatte sicher guttun. Scharfmacher haben wir schon genug.

    Kunsthistoriker | Webdesigner | Fachreferent für Kulturtourismus und Kulturmarketing - Meine Kulturthemen

  • ^ Ich habe die Dame nicht explizit genannt. Dass sich hier eine bestimmte Szene von Gleichgesinnten versammelt ist aber unverkennbar. Und warum man sich auf ein Podium begibt, wo über "rechte Räume" geschwafelt wird (und damit im Grunde ein verschwörungstheoretisches Niveau gepflegt wird), ist schon eine berechtigte Frage. Oder? Insofern solltest du dich fragen, was dein erhobener Zeigefinger-Beitrag für einen Sinn hat.

  • Besagte Archäologin wird mit folgenden Inhalten mitwirken: "Mittelalterliches Leben in der Berliner Mitte – Stadtrundgang mit Claudia Melisch". Vielleicht solltest du lieber daran teilnehmen und dich in unserem Sinne einbringen, als sie im Vorfeld aus deinem Sessel heraus ohne Substanz zu kritisieren. Nicht alles, was deinen Aussagen widerspricht, ist ein Zeigefinger.

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  • Gut, dass ich schon vor Jahren gegen moderne Architektur geimpft wurde.

    Ich hatte bis jetzt nie eine Neuinfektion mit dem Erreger und erfreue mich bester Gesundheit.

    Diese bekannten Querdenker auf der Liste sollte man auch gar nicht beachten. Ihr Geschwurbel bringt uns nicht weiter.

    Ich traue denen zu, dass sie für ihre verblendete Ideologie den Reichstag verdeckt durch Lobbying stürmen.

  • @ tegula

    Das Thema der Veranstaltung lautet "RECHTE RÄUME - RELIKTE UND RESONANZEN – KONFERENZ GEGEN IDENTITÄRE ERINNERUNGSARCHITEKTUR".

    Ich meine dass Leute, die mit solchen bornierten, verschwörungstheoretischen Formulierungen nicht sympathisieren, auf solchen Veranstaltungen auch nicht auftreten sollten. Wenn jemand auf dem Parteitag einer radikalen Partei eine Rede hält, sollte er sich auch nicht wundern, wenn er mit dieser Partei in Verbindung gebracht wird, auch wenn er nicht Parteimitglied ist.

  • Ich versuche das mal zusammenzufassen: Wir haben hier eine Konferenz, die vom Kultursenator und der Stadt Berlin beworben wird. Die Teilnehmer dieser Veranstaltung werden hier im Forum allein aufgrund ihrer Teilnahme wörtlich mit Verschwörungstheoretikern, Querdenkern, Schwurblern und radikalen Parteien verglichen oder gleichgesetzt. Natürlich ist davon auszugehen, dass diese Veranstaltung nicht unbedingt gegenüber unseren Ideen aufgeschlossen ist, weshalb auch Vertreter von Stadtbild Berlin daran teilnehmen werden. Und nun sollten wir uns die Frage stellen, wie ernst man sie und ihre Argumente in den dortigen Diskussionen nehmen wird, wenn auch nur ein Widersacher darauf verweist, welche Zuschreibungen einige Rekonstruktionsfreunde hier tätigen. Wirklich ein Bärendienst an der Sache, aber Hauptsache, man hat mal wieder auf den (Stamm)tisch gehauen...

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