Berlin - Molkenmarkt und Klosterviertel

  • Dieser absurde Bau wirkt wie ein Querriegel, genau so wie damals das DDR Außenministerium am Schinkelplatz das ja schnell abgerissen wurde.


    Abriss DDR Außenministerium

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  • Den Erhalt der Platte haben wir ja vor allem Frau Kahlfeldt zu verdanken...
    Naja, vielleicht war es ein geschickter Schachzug, um an anderer und sehr viel wichtigerer Stelle mehr durchzusetzen...

  • Danke Mantikor für die Bilder. Ich finde sehr schön, dass das Rathaus jetzt wieder direkt an der Straße steht und nicht dieser gammelige Parkplatz dazwischen ist.

  • Allein schon der Austausch der Peitschenmasten gegen die neuen (auch wenn sie hätten schöner sein können) doppelarmigen Leuchten ist eine Riesenverbesserung. Peitschenmasten rufen in mir grausige Assoziationen von gewaltigen Verkehrschneisen und Asphaltwüsten hervor, absolut menschenfeindliche Orte. Sowas hat in einer historischen Innenstadt nichts zu suchen.

  • Mir war gar nicht (mehr?) bewusst, dass die schon mit den Straßenbauarbeiten angefangen haben. Wann wird denn der Verkehr über die neue Straße rollen? Wie sieht denn jetzt generell der aktuelle Zeitplan aus?

  • Wie sieht denn jetzt generell der aktuelle Zeitplan aus?

    Das kannst Du alles hier detailliert nachlesen: Umbau Molkenmarkt - Berlin.de



    Noch zwei schöne Blicke in die Spandauer Straße aus alter Zeit:


    Um ca. 1890:

    (F. A. Schwartz, Sammlung Staatliche Museen zu Berlin) CC-BY SA 4.0, aber eigentlich längst gemeinfrei. :-)


    Etwa 10-15 Jahre später:

    http://www.bildindex.de, Fotograf unbekannt

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Molkenmarkt 2022:



    Und so oder ähnlich sollte die Zukunft aussehen - mit der bereits von den Nazis 1936 abgetragenen Zornschen Apotheke (1696) an der Ecke Stralauer Straße als Leitbau und natürlich Schrägdächern zum Molkenmarkt hin:



    Dank an Pakertharan Jeyabalan und Patzschke Architekten für diese traumhaft schöne und doch sehr präzise Visualisierung.

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Scheint so, als hätte uns Frau Kahlfeldt für den Moment vom gruseligen OS arkitekter (aus Kopenhagen) Plan für den zukünftigen Molkenmarkt verschonen können. Anscheinend tendiert die Mehrheit der Jury zu dem modernistischen OS-Entwurf aber die Senatsbaudirektorin zum traditionelleren Albers-Entwurf.
    Hier mal einer der Artikel, der nicht hinter Zahlschranke ist:
    https://entwicklungsstadt.de/m…entscheidung-durchringen/

    Frau Kahlfeldt, bitte bleiben sie hart! Am Molkenmarkt hängt sehr viel. Ihre Amtsvorgängerin und deren Architekten haben lange genug die Stadt auf Zukunft entstellt.

  • Hier bekommt man die neuesten Infos ohne Zahlschranke:

    Wie Der Tagesspiegel berichtet, sollen unüberbrückbare Differenzen zwischen der Mehrheit der Jurymitglieder, die zum Entwurf von OS arkitekter tendiert hätten, und Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeldt bestehen, die keinen der Entwürfe für eine Realisierung empfehlen wolle. (…) Dieser Masterplan soll nun also allem Anschein nach von der Senatsverwaltung entwickelt werden, ohne dass einer der beiden Entwürfe als maßgebliches, städtebauliches Grundkonzept gekürt wurde.

    Die entscheidenden Wegmarken liegen also vermutlich primär nun in den Händen von Frau Kahlfeldt. Dass sie zu städtebaulich vernünftigen Entscheidungen kommen wird liegt nahe, dass sie dafür aber von ihren modernistischen Gegenspielern massiv angefeindet werden dürfte, ebenfalls.

    "80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wiederholen Politiker jedes Jahr die Worte 'Nie wieder'. Und nun sehen wir, dass diese Worte wertlos sind." (Wolodymyr Selenskyj)

  • Wenn das tatsächlich so kommt, dann wäre das ein sehr geschickter Schachzug von Frau Kahlfeldt.
    Anstatt sehr großen Unmut auf sich zu ziehen, würde sie sich gegen den modernistischen Entwurf (den die Jury favorisierte) entscheiden, und für den traditionelleren Entwurf entscheiden (der sehr wahrscheinlich ihr Favorit war), lehnt sie letztendlich beide ab. So wird es zwar Unmut geben, aber man kann ihr nicht generell unterstellen parteiisch zu sein.
    Jetzt bleibt der Senatsbaudirektion nichts anderes übrig als selbst ein Konzept zu entwickeln. Man hat vielleicht schon eines in der Mache. Damit kann man sich in einem von den Ursprüngen und Vorgaben der von Frau Lüscher geführten Senatsbaudirektion losmachen.

  • Hier noch die Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zum Abschluss des städtebaulichen Wettbewerbsverfahrens zum Molkenmarkt. Der etwas unkonkrete, mit vielen gefälligen Begrifflichkeiten gespickte Text und die Statements illustrieren, dass die Benennung von zwei so gegensätzlichen ersten Wettbewerbssiegern zu einer - zumindest in Berlin - kaum lösbaren Pattsituation geführt hat. Da die Entwicklung eines sinnvollen, die Baugeschichte des Ortes aufgreifenden Leitbautenkonzepts eigentlich nur mit dem Albers-Malcovati-Entwurf möglich gewesen wäre, die Autoren des OS-Arkitekter-Entwurfs es jedoch geschafft haben, den Eindruck zu vermitteln, die "klimagerechteren" Lösungen zu bieten, hat sich in dem Gegensatz eine Art Kulturkampf-Polarisierung ausgebildet, bei der es keine die Stadtgesellschaft überzeugende und die Lager befriedende Entscheidung mehr geben konnte.

    So muss die Senatsbaudirektorin mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung nun für den Molkenmarkt einen synthetisierenden Weg mittels Charta und Masterplan finden und schlussendlich die gewählten Volksvertreter - Senat und Abgeordnetenhaus - den Ergebnissen zustimmen.

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Wir können wirklich von Glück reden, dass diese Lüscher in Berlin keinen Einfluss mehr hat! Was für wunderbare Lösungen diese Dame verhindert hat. Es kann nur besser werden und mit Frau Kahlfeldt dürfte es nun jedenfalls besser werden! Vermutlich die beste Personal-Entscheidung der Berliner OB und eine die auch optisch dem Stadtbild endlich wieder gut tun wird.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Das meiste und eigentlich wichtigste, ist von ihrer Amtsvorgängerin auf Jahrzehnte architektonisch/städtebaulich schon vermasselt worden, was auch Frau Kahlfeldt jetzt leider nicht mehr ändern kann. Höchstens gerade noch den Molkenmark und Klosterviertel kann von ihr gerettet werden .