Berlin-Tiergarten (Bezirk Mitte)

  • Danke Mantikor, ein sehr eingängiges Beispiel, wie mit Visualisierungen Schindluder getrieben wird. Hier hat man sich die Bäume zwar wenigstens nicht ausgedacht, aber doch soll klar dieses kleine Bauvolumen mit seinem Dach in den Hintergrund treten.

    Hmmm ich freue mich mittlerweile über kleine Dinge
    Zum Beispiel, dass das Nachbarhaus überhaupt stehenbleiben "darf"

    Genau das ist jedoch erst durch den Neubau nun höchst fraglich, bzw. eigentlich das Schicksal besiegelt. Denn natürlich wird so ein kleines Häuschen mit Fenstern zu diesen Riesen als unpassend wahrgenommen, aus der Zeit gefallen, erdrückt, drum herum ist doch eh alles modern, ....

  • Kurfürsten- Ecke Frobenstraße in Tiergarten - sehr schade, dass dieser hässliche, vom Material her ganz unpassende, die Ecksituation regelrecht versauende Bau die positiven städtebaulichen Ansatzpunkte, die der auf dem folgenden Bild zu sehende Altbau und der Neubau rechts im Hintergrund bieten, nicht aufnehmen und fortführen kann:




    Hauptsache Wohnraum geschaffen:



    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Leider ist der Schaden, der durch schlechte, rücksichtslose Architektur am Stadtbild angerichtet wird, erheblich und meist kaum wiedergutzumachen. Zum Glück gibt es aber auch gute Neubauten, die sich sensibel in den baulichen Kontext einfügen, im besten Fall das Quartier baulich bereichern. Folgend nun ein meines Erachtens positives Beispiel zeitgenössischer Architektur, die "3 Höfe" in der Lützowstraße von Sergei Tchoban - ein Architekt, der stets auch die stadtbildliche und baukünstlerische Gesamtwirkung seiner Bauten im Blick behält.

    In der Lützowstraße, die im Weltkrieg stark zerstört wurde, finden sich noch einzelne respektable Gründerzeitbauten, so dieser Gewerbebau in unmittelbarer Nähe der "3 Höfe":



    Die Straßenansicht der "3 Höfe", die sich derzeit der endgültigen Fertigstellung nähern:




    Interessant die Durchfahrt - hoffen wir, dass dort stets nur ausreichend kleine Fahrzeuge durchfahren wollen:




    2. Durchfahrt:



    In den straßenabgewandten Bereichen des Komplexes befinden sich auch Wohnungen:



    Teilweise Vollziegel, teilweise Riemchen:


    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Kurfürsten- Ecke Frobenstraße: da hab ich vielleicht zu lange Architektur studiert ... das Eckgebäude steht zwar im scharfen Kontrast zum Altbau, aber ich find es gar nicht unfreundlich anzuschauen (und ich laufe da oft dran vorbei).


    Wirklich schlecht finde ich dagegen das Gebäude links daneben. Tristes Anthrazit, Fenster ohne jede Struktur oder erkennbare Idee über die Fassade gestreut:

    Berlin-Schöneberg Fröbelstraße


    Und das 60er Jahre Gemeindehaus rechts vom Altbau ist auch unter aller Kanone. Das kommt noch aus Zeiten, als hier mal eine Autobahn geplant war:

    Berlin Kurfürstenstraße

  • Schon einige Wochen alt die Bilder, aber nun...


    Blick vom Hiroshimasteg auf das Lützowufer.

    Rechts des entstuckten Altbaus: Neubau eines Geschäftshauses am Lützowufer, Berlin-Tiergarten · Keintzel Architekten

    Links wird auch wohl etwas wenig erfreuliches Neues entstehen.


    Der völlig überdimensionierte Neubau Schöneberger Ufer N°75-77


    In memoriam des abgerissenen Altbaus:


    Schöneberger Ufer N°67/67a...


    ...ist jetzt schon fast weg.

    Aber so etwas soll dort hinkommen - Brrrrr! :N:%-)

    SORAVIA - SORAVIA entwickelt neuen Büro- und Wohnkomplex „Riverside Berlin“ mitten im Herzen der deutschen Hauptstadt

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Ich seh das etwas differenzierter. Das erste Gebäude am Hiroshimasteig ist grauenvoll (für mich unterste Schublade, altbackene Fensterbänder, nicht mehr ganz taufrisch vermeintlich modischer Fensterversatz, sieht schon auf dem Rendering billig aus).


    Das Haus 75-77 ist von Mantikor ungünstig fotografiert, in echt passt das an die Stelle ganz gut. Es ist auch nicht überdimensioniert (gegenüber ist das sogenannte Shell-Haus), die Fassade ist gut strukturiert und im Rahmen des modernen Stils auch detailliert. Den Verlust des Altbaus (speziell der Medaillons an der Fassade) kann man natürlich trotzdem bedauern, auch wenn dieser nicht zu meinen Lieblingsbauten zählte.


    Das Soravia-Projekt sieht leider nicht übermäßig vielversprechend aus, aber ich würde die Hoffnung noch nicht komplett aufgeben. Schlechter als der Ist-Zustand kann es nicht werden ...

  • Ich sehe das dann wohl etwas undifferenzierter. :zwinkern:

    Das Haus 75-77 ist von Mantikor ungünstig fotografiert, in echt passt das an die Stelle ganz gut. Es ist auch nicht überdimensioniert.

    Kommt auf den Bezugspunkt an.


    Quelle: Bing Maps


    [...] (gegenüber ist das sogenannte Shell-Haus).

    Das m. E. ebenfalls überdimensioniert ist.


    [...] die Fassade ist gut strukturiert und im Rahmen des modernen Stils auch detailliert.

    Volle Zustimmung.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Harmonie mit dem Bestand ist etwas, das für heutige Architekten offenbar nicht in Frage kommt. Dabei wäre auch das sehr nachhaltig.

    In dubio pro reko

  • Harmonie mit dem Bestand ist etwas, das für heutige Architekten offenbar nicht in Frage kommt.

    Das hat allerdings - bei allem Negativen - auch eine gute Facette. Es entbindet traditionelle Architekten der Zukunft, "harmonisch" im modernistischen Bestand bauen zu müssen. Ich bin ja stets ein großer Freund davon, nicht nur modernistische Blöcke durch Walmdächer, Faschen und Pfeilerportale umzugestalten, sondern auch in deren Bestand neue neoklassizistische oder Neo-Jugendstil- oder Neo-Reformstil-Gebäude zu setzen. Direkt zwischen die Glas- und Sichtbetonfassaden.