Berlin - Staatsoper Unter den Linden


  • http://www.neues-deutschland.d…ff-eine-mogelpackung.html

  • Darf ich die gute Nachricht ins APH-Forum schreiben? Es ist mir eine Ehre, die Welle der Entrüstung hat wohl geholfen:


    Quote

    15.7.2008 0:00 Uhr
    Berlin – Der umstrittene Plan für eine Modernisierung des Zuschauersaals in der Berliner Staatsoper Unter den Linden ist nach Tagesspiegel-Informationen endgültig vom Tisch. In einem Spitzengespräch zwischen Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) wurde am späten Montagnachmittag beschlossen, den vom DDR-Architekten Richard Paulick 1955 erbauten Saal denkmalgerecht zu sanieren. Wowereit will am Dienstag auf einer Pressekonferenz über die Details informieren. Damit ist der siegreiche Wettbewerbsentwurf des Architekten Klaus Roth, der einen modernen Saal vorsieht, kein Thema mehr.


    http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Titelseite;art692,2572274

    "Nichts zeichnet eine Regierung mehr aus als die Künste, die unter ihrem Schutze gedeihen."
    Friedrich der Große

  • Quote from "Däne"

    Immer mit der Ruhe, Leute :D


    Ich wette einen Pellerhof-Baustein darauf, dass der heutige Zuschauerraum uns erhalten bleibt. Die Neugestaltung wird es genau wie das GH am Neumarkt in Dresden gehen. Warum? Weil hier nicht das Geld sondern die Politik entscheidet. Und die Politiker werden sich nicht trauen sich hier gegen die Bevölkerung durchzusetzen (ganz abgesehen davon, dass die meisten Politiker wahrscheinlich ebenso gegen einen Neubau sind). Lassen wir ruhig die Modernisten ihre Projekte vorstellen - eine Gegenüberstellung des Ist-Zustandes und des Neubauprojekts wird für uns immer ein Vorteil sein.


    Wie erwartet! Wieder eine Schlappe für die Modernisten!


    Auch die Morgenpost berichtet: http://www.morgenpost.de/kultu…sanft_saniert_werden.html

    Unsere große Aufmerksamkeit für die Belange des Denkmalschutzes ist bekannt, aber weder ökonomisch noch kulturhistorisch lässt es sich vertreten, aus jedem alten Gebäude ein Museum zu machen. E. Honecker

  • Der moderne Saal an sich ist ja gar nicht mal so schlecht, aber nicht für eine Staatsoper. Für ein Kino gerne...
    Es hätte mich auch mehr als gewundert, wenn man wirklich den derzeitigen Saal durch einen modernen ersetzt hätte. Berlin ist arm an historischen Bauten díe vor 1871 gebaut wurden. Also sollte man damit auch behutsam umgehen.

    "... der Mensch mit den modernen Nerven, braucht das Ornament nicht, er verabscheut es." (Adolf Loos, Ornament und Verbrechen)


    Diese Aussage ist ein Verbrechen

  • Quote from "lbfoo"

    Der moderne Saal an sich ist ja gar nicht mal so schlecht, aber nicht für eine Staatsoper. Für ein Kino gerne...


    Von mir aus auch für eine Oper - wenn es ein moderner Neubau ist. Aber so etwas in eine historische Hülle hineinzuquetschen, das paßt einfach nicht. Man sieht es ja an der Alten Oper in Frankfurt. Nur war dort eben der historische Innenraum komplett zerstört, er bestand nur noch aus Trümmern und Büschen. Bei der Lindenoper wäre es viel schlimmer gewesen, weil ein wunderschöner (wenn auch nicht ganz originaler) Innenraum zerstört worden wäre.

  • Parochialkirche soll Turm wieder erhalten, Staatsoper nun doch nicht modern, was ist den mit Berlin los?


    :D:D

    Auf dass das baukulturelle Gedächtnis der Städte in unser
    aller Interesse und für die Zukunft erhalten bleibt !

  • Quote

    Wowereit im Staatsopernstreit
    Spätes Erstaunen - Klaus Wowereit hat von allem nichts gewusst. „Erstaunt“ sei er gewesen, nachgerade „überrascht“ vom Ergebnis des Architektenwettbewerbs um die Sanierung des Zuschauersaals der Staatsoper Unter den Linden, erklärte der Regierende Bürgermeister und Kultursenator Berlins bei einer eilig anberaumten Pressekonferenz im Roten Rathaus.


    Nun, das Ergebnis dieses Wettbewerbs, dessen drei preisgekrönte Entwürfe teils einen völligen Neubau, teils eine grundsätzliche Umgestaltung des von Richard Paulick in den fünfziger Jahren im Rokokostil erbauten Saals vorsehen, liegt seit zwei Monaten auf dem Tisch, und Wowereit hätte reichlich Zeit gehabt, seine Überraschung zu formulieren. Stattdessen zog er es vor, als Zuschauer die Debatte zu verfolgen, die in der Öffentlichkeit um den geplanten Abriss des denkmalgeschützten Opernsaals entbrannte. Nun ist die Sache entschieden, der Paulick-Saal bleibt erhalten, keiner der drei Wettbewerbsentwürfe wird realisiert. [...]


    Wowereit im Staatsopernstreit: Spätes Erstaunen - Bühne und Konzert - Feuilleton - FAZ.NET

    Wenn du ein Haus baust, denke an die Stadt (Luigi Snozzi)

  • Hier ein schönes Bild, toll das man auch den Dom am Gendarmenmarkt sieht! Jetzt noch bisschen mehr grün am Bebelplatz und gut wärs...




    mfg :D

    Auf dass das baukulturelle Gedächtnis der Städte in unser
    aller Interesse und für die Zukunft erhalten bleibt !

  • Auch der Spiegel aeussert sich zu Buergermeister Wowereits Entscheidung in re Staatsoper: Berliner Staatsoper: Saalschlacht endet unentschieden - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur


    Quote

    Keiner der prämierten Entwürfe des Architektenwettbewerbs sei in der Lage, dem Denkmalschutz Rechnung zu tragen, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Damit sei eine wesentliche Aufgabe des Wettbewerbs nicht erfüllt worden. Das Land Berlin verzichte deshalb auf die Vergabe und werde sich auf die Suche nach einem neuen Generalplaner für das 241 Millionen Euro teure Projekt machen.


    Quote

    Klaus Wowereit sagte, er sei überrascht davon gewesen, dass sich alle Wettbewerbsentwürfe weit von der Gestaltung des jetzigen Innenraums entfernt hätten. Dies widerspreche aber dem Denkmalschutz, was für den Bauherrn nicht akzeptabel und nicht genehmigungsfähig sei.


    Und wo waren Herrn Wowereits Bedenken, als das das Neue Museum zur Debatte stand? Wird er den Eingangsbau zur Museumsinsel vielleicht doch noch verhindern?

  • Die "Plattform Nachwuchsarchitekten" ein Zusammenschluss modernistischer Nachwuchsarchitekten kommentiert das so:
    "Nun soll es also doch die sozialistisch „uffjehübschte“ Rokokoschachtel in der Staatsoper unter den Linden bleiben, die angeblich alle so lieben, auch wenn sich Musik in diesem Saal nur durch elektro-akustische Nachbesserungsanlagen erleben lässt und sich die Musiker unter der Leitung von Daniel Barenboim im Orchestergraben nicht richtig hören können.

    Der heftig geführte Streit der letzten Wochen, der bundesweit alle Feuilletons beherrschte, geht scheinbar zu Ende. Der Griff in die historische Mottenkiste, in diesem Fall keine Barockfassaden wie beim geplanten Schloss nebenan wieder herzustellen, sondern übergepinselte Rokoko-Putten aus Gips, sowie Ährenkränze an den Seitenlogen (DDR- Hammer und Zirkel wurden in der Wendezeit bereits entfernt...), haben über den (musikalischen) Aufbruch in dieser Stadt gesiegt. Ideologische Debatten dominierten mal wieder die letztendlich politische, nicht kulturelle Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und Zukunft rund um den Platz in der Mitte Berlins."
    Das eine oder andere Zitat aus dieser Presse-Veröffentlichung der "Nachwuchsarchitekten" werden wir demnächst wieder in der Presse lesen können. So wird von einer kleinen, gut organisierten Meinungsminderheit, Stimmung gemacht...

    MODERNExit

  • Quote

    Ideologische Debatten dominierten mal wieder die letztendlich politische, nicht kulturelle Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und Zukunft rund um den Platz in der Mitte Berlins."


    Wenn eine solche Äusserung nicht ideologisch ist.. :augenrollen:

    Unsere große Aufmerksamkeit für die Belange des Denkmalschutzes ist bekannt, aber weder ökonomisch noch kulturhistorisch lässt es sich vertreten, aus jedem alten Gebäude ein Museum zu machen. E. Honecker

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    Ausschreibung Staatsoper Unter den Linden


    23.10.08
    Mit der Veröffentlichung im Amtsblatt der EU beginnt ab sofort die Ausschreibung der Planungsleistungen von Architekten für die Sanierung der Staatsoper Unter den Linden.


    Die Staatsoper soll denkmalgerecht saniert werden, wobei insbesondere der Denkmalschutz der Außenhülle und des Zuschauerbereichs beachtet werden muss. Daneben ist das Intendanzgebäude zu sanieren, ein Probenzentrum im Magazingebäude zu errichten und eine unterirdische Verbindung zu bauen. Gesucht werden erfahrene und leistungsstarke Architekturbüros. Besonders geeignet sind Architekturbüros, die Erfahrungen im Umgang mit denkmalgeschützter Bausubstanz sowie die Beseitigung von schadstoffbelasteten Bauteilen haben. Darüber hinaus sind Referenzen bei der Planung von Konzerthäusern oder Musiktheatern erwünscht. [...]


    Pressebox / Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin

    Wenn du ein Haus baust, denke an die Stadt (Luigi Snozzi)

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    Gesucht werden erfahrene und leistungsstarke Architekturbüros. Besonders geeignet sind Architekturbüros, die Erfahrungen im Umgang mit denkmalgeschützter Bausubstanz ... haben.


    Oh je! Geht da eine persoenliche Einladung an Chipperfield aus? :schockiert:

  • Da hier noch gar nicht der neue Vorschlag von Braunfels zur Neugestaltung der Staatsoper vorgestellt wurde, möchte ich dies für diejenigen, die es noch nicht mitbekommen haben, kurz nachholen. Der Architekt Stephan Braunfels hat ein neues Konzept vorgestellt, das vorsieht, den Saal durch Anhebung der Decke um einen Rang zu erhöhen und dabei den denkmalgeschützten Zuschauerraum nahezu unverändert beizubehalten (Ein Bild gibt es in folgendem Link:
    Bringt Braunfels-Vorschlag Durchbruch bei der Berliner Staatsopern-Sanierung? | nmz - neue musikzeitung" onclick="window.open(this.href);return false;


    Mir gefällt dieser Entwurf sehr gut und er findet auch viel Zustimmung im Freundeskreis der Staatsoper, der sich vehement für den Erhalt des Paulick-Saales stark macht: Architektur - Sanierung der Staatsoper: Neuer Entwurf kommt gut an - Kultur - Berliner Morgenpost - Berlin" onclick="window.open(this.href);return false;

  • Sieht doch gut aus! 3 Ränge fand ich eh immer zu wenig für die "Deutsche Staatsoper". Da machen 4 schon mehr her ;-)

  • Was hat HG Merz vor?



    Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

  • Ich lass es mal unter diesem Thema, da Technik, Bestuhlung und Sanitär und Beleuchtung natürlich modernisiert werden.


    Nach den erfolgreichen Protesten ist für das viele Geld jetzt ein zufriedenstellendes Ergebnis gefunden worden - und das auch noch in grün! :D
    Das hat m. E. durchaus Potential, eine großartige Sache zu werden.







    [size=10]Quelle sämtlicher Zitate und Abbildungen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)