Berlin - Staatsoper Unter den Linden

  • Der Opern-/Belbelplatz erhält sein Gesicht durch die Bauten Friedrich II., der hier sein Forum Fridericianum erbauen ließ.
    Die im 18. Jahrhundert errichteten baulichen Grenzen des Platzes sind noch nahezu alle erhalten. Selbstverständlich war der Platz des 18. Jahrhunderts nicht begrünt. Er ist eher als Forum (Stadtplatz) und Vorplatz des Palais Prinz Heinrich gedacht. Man muss also nicht die Nazis bemühen. Der Platz hat Denkmalwert in erster Linie als Platz des 18. Jahrhunderts...und solche Platze waren eben damals unbegrünt, ob uns das heute subjektiv gefällt oder nicht. Ich würde je eine Abbildung beisteuerten, doch seit das hier so kompliziert geworden ist, vergesse ich immer wieder wie das geht,.

  • Hmmm... Ich weiß sogar gar nicht einmal, ob ich eine Wiederanlegung der früheren Grünflächen auf dem Bebelplatz und Gendarmenmarkt begrüßen würde. Die heutige Pflasterung lässt einfach die Architektur viel mehr wirken und sorgt für eine sehr "städtische" Atmosphäre, die ich bei den vorherigen Platzgestaltungen so nicht sehe. Als ich vor zwei Jahren einmal mit einem Freund in Berlin war, tranken wir ein Bier in einem Straßencafé am Gendarmenmarkt. Es war Sommer, die Sonne strahlte und der Platz war belebt - man fühlte sich nach Florenz oder Rom, jedenfalls in den Süden versetzt. Während die frühere, aufwendige Komposition den Gendarmenmarkt der Stadt entrückte, ihn als stummen, starren Prunkplatz erscheinen ließ, wähnt man sich dort heute bei gutem Wetter fast schon auf einer italienischen "piazza", was ohne die Pflasterung so nicht möglich wäre.

  • Gendarmenmarkt und Bebelplatz sind da mE kaum vergleichbar. Letzterer würde eindeutig von einer Begrünung profitieren, ersterer eher nicht. Der GM ist ja von diversen Geschäftsbauten/Restaurants gerahmt, am BP gibt's bis aufs überteure Luxushotel nur Repräsentationsbauten.
    Zumal der GM doch an den beiden Kirchen Grünanlagen hat!


    Dass sowas früher als Exerzierplatz o.ä. genutzt wurde kann ja für heute auch kein Maßstab sein. Da ist man seit dem späteren 19. Jahrhundert einfach viel bürgerfreundlicher.

  • Genau. Aufmärsche werden ja auch wieder Mode, dann kann man sich einfach besser am Pflaster orientieren.

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Nur mal so zur Erinnerung, hier in der Draufsicht sieht man die grüne Rahmung des Gendarmenmarktes um die Kirchen gut: http://www.stadtentwicklung.be…arkt/de/heute/index.shtml


    Aus Fußgängersicht:



    https://commons.wikimedia.org/…endarmenmarkt,_Berlin.JPG

    https://commons.wikimedia.org/…_the_Gendarmenmarkt-3.JPG

    https://commons.wikimedia.org/…:Deutscher_Dom_Berlin.jpg



    Keine üppige Begrünung, aber doch genug, dass man sich im Umfeld gern niederlässt.



    Dagegen der steinerne Bebelplatz, ohne Sitzgelegenheiten und jedwedes Grün:



    https://commons.wikimedia.org/…00_books_(4471494795).jpg


    Blick Richtung Humboldt-Uni, am Vorplatz der Uni wird oft mehr verweilt, obwohl es da nur ein rahmendes Gebäude gibt:



    https://commons.wikimedia.org/…le:Bebelplatz,_Berlin.jpg


    Ein reiner Aufmarschplatz. Auch die dünnen, modernistischen Stengelleuchten um den Platz verbessern nicht gerade den Eindruck.



    Selbst der deutlich kleinere Schinkelplatz in der Nachbarschaft lädt trotz der zweifelhaften Neubebauung da mehr zum verweilen ein:

    https://commons.wikimedia.org/…kel,_Thaer.jpg?uselang=de

    https://commons.wikimedia.org/…chinkelplatz_Berlin_1.jpg



    https://commons.wikimedia.org/…chinkelplatz_Berlin_2.jpg


    Deutlich interessantere Pflasterung, schöne Skulpturen, Grün, ein Brunnen, Sitzgelegenheiten... man fühlt sich wie auf einer kleinen italienischen Piazza.
    Ich finde, der Bebelplatz muss endlich nachziehen und seine Aufenthaltsqualität verbessern! Die Bebauung am Platz ist einfach zu toll und wichtig, als dass es hier nur eine Steinwüste zum drüberhuschen geben sollte.

  • da muss man schon unterscheiden: der Schinkelplatz ist ein Schmuckplatz des 19. Jahrhunderts, der Gendarmenmarkt ist ein Stadtplatz des 18. Jh. mit einer Schmuckplatzbepflanzung des 19. bzw. 20. Jahrhunderts und der Bebelplatz ist in seiner Struktur das nicht begärtnerte Forum Friedrich II. Das hat in diesem Fall nix mit Aufmarschplatz zu tun. Man kann sich natürlich überlegen, hier die Schmuckpflanzungen des 19. Jahrhunderts zu rekonstruieren, das hat aber anders als beim Schinkelplatz nichts mit der Ursprungsintention zu tun. Beim Lustgarten verhält es sich wiederum anders: der barocke Garten des Großen Kurfürsten und Friedrich I. wurde von FW I. zum Exerzierplatz umgestaltet, dann im 19. Jh. wieder gärtnerisch gestaltet, dann von den Nazis zum Aufmarschplatz umgestaltet und dann wieder in Anlehnung an die Fassung des 19. Jahrhunderts rekonstruiert.

  • Soweit alles klar, nur ist ja der heutige Eindruck der Plätze entscheidend. Und es kann ja nun kaum jemand behaupten, dass der Bebelplatz in heutiger Form sonderlich zum verweilen einlädt. Daher sind Überlegungen anzustellen, wie das verbessert werden kann. Wenn man keine Begrünung will, dann zumindest einige schöne Bänke. Und weg mit den ollen Stengel-Laternen, stattdessen passende Schinkelleuchten wie früher.


    Und wir sind uns sicher alle einig, dass das hier die schlechteste Variante war:



    https://commons.wikimedia.org/…arkplatz_vor_der_Oper.jpg

    https://commons.wikimedia.org/…erlin_Bebelplatz_1987.jpg

  • Würde man den Platz mit Pflanzkübeln mit großen Palmen umstellen (und dazwischen Bänke) wäre schon ein bisschen Aufenthaltsqualität gewonnen.



    Quelle: derkleinegarten.de

  • Früher war eben auch nicht alles besser. Mag sein, dass das Forum immer als Platzwüste gedacht war, das macht's aber nicht schöner. Eine Gestaltung der Qualität des Schinkelplatz wäre mir dort auch wesentlich lieber.


    Selbst der Pariser Platz hat eine größere Aufenthaltsqualität.


    Nachdem mittelfristig alle anliegenden Gebäude für viel viel Geld durchsaniert wurden findet sich vielleicht auch eine Mehrheit dafür, diesen einen entsprechenden Rahmen zu geben. Friedrich II hin oder her.

  • Die im 18. Jahrhundert errichteten baulichen Grenzen des Platzes sind noch nahezu alle erhalten. Selbstverständlich war der Platz des 18. Jahrhunderts nicht begrünt... Der Platz hat Denkmalwert in erster Linie als Platz des 18. Jahrhunderts...und solche Platze waren eben damals unbegrünt, ob uns das heute subjektiv gefällt oder nicht. Ich würde je eine Abbildung beisteuerten, doch seit das hier so kompliziert geworden ist, vergesse ich immer wieder wie das geht,

    Also 1750 standen auf dem Platz zumindest noch zwei lange Baumreihen...(da existierte allerdings neben der Oper und der Hedwigs-Kathedrale noch die Orangerie des Markgrafen von Schwedt)


    Dazu folgender Link...
    https://ixquick-proxy.com/do/s…207e98c929d684acc4385e678


    Ich konnte leider nicht herausfinden, wann genau im 19. Jahrhundert wieder mit der Begrünung des Platzes begonnen wurde, aber die Episode des vollkommen unbegrünten Platzes kann so lange nicht gedauert haben.


    Es müssen ja nicht gleich meterhohe Bäume sein...
    Berlin, Opernplatz/Hedwigkathedrale
    ..aber so niedrige Rabatte würden sicher niemanden die Aussicht nehmen.
    Berlin, Opernplatz/Bebelplatz


    Der Bebelplatz wäre als Ort zum Flanieren und Verweilen doch ideal...schade, dass nicht mehr daraus gemacht wird.

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  • Ich würde das Bücher-Mahnmal auch nicht als Hindernis sehen. Vier Rasenflächen mit kreuzenden Wegen und in der Mitte eben das Mahnmal auf einem kleinen Platz.


    Der Maria-Theresia-Platz ist echt der Hammer! Ich war letzte Woche dort und hätte von den Bildern, auf denen der Platz mit den Museen und dem Denkmal eher her nicht gedacht, wie viel Leben dort herrscht, wo der Platz doch recht herrschaftlich wirkt. Es sind nicht nur Touris...Man siehts ja auf dem obigen Bild, die sich die Leute auf den Rasen unter die Bäume setzen.

  • Die Parkplatzfotos weiter oben haben mich gerade zum lachen gebracht. Ich kann mich den anderen nur anschließen die eine Begrünung des Bebelplatzes bevorzugen. Ein paar farbenfrohe Blumenbeete mehr als auf dem Foto unten wären auch schön. Evtl. sind da vielleicht sogar welche und man kann es auf dem S/W Bild nicht erkennen.


    Architektur ist nichts anderes als die Formensprache einer Kultur. Entweder sie lebt, oder sie ist tot.

  • Reichlich ein Jahr nach Wiedereröffnung der Staatsoper sind nun auch die letzten Außenarbeiten sowie die Straßenbauarbeiten auf der Ostseite abgeschlossen worden. Die Durchfahrt von der Französischen Straße nach UdL über die Straße 'Hinter der Katholischen Kirche' und 'Bebelplatz' ist damit wieder möglich.








    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Die drei Generäle hätten nun auch mal langsam ihren Orginalstandort verdient,aber den nehmen ja schon zwei andere Generäle ein,die ja ursprünglich(bis 1950) links und rechts neben der Neuen Wache standen.

  • Der als Intendanz und Probenzentrum der Staatsoper fungierende, teilrekonstruierte Paulick-Bau ist dann mittlerweile auch äußerlich fertiggestellt und von letztem Gerümpel befreit; es sind nur noch einige Stellen nachzupinseln.




    Durchfahrt zur Oberwallstraße



    Südlicher Torübergang der Oberwallstraße zur 'Schinkelklause'.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Eigentlich eher ein kleiner Test bezüglich des Bilderhochladens.


    Leider wird die bei mir schon ohnehin mäßige Bildqualität durch das "Anhängen" verschlechtert (Unschärfe-Effekt).





    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)